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    Islam für uns (Teil 8)

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    Gespräch mit Gott

     

    Ein Mann erzählte:

    Eines Abends umschritt ich die Ka’ba (das Haus Gottes in Mekka) zum Ta’wäf.

    (Ta’wäf nennt man das siebenmalige Umschreiten der Ka’ba, bei dem man Gott anruft.)

    Ich sah einen schönen Jüngling, der sich mit seinen Händen an dem Vorhang der Ka’ba festklammerte, weinte und zu Gott sprach:

    „Oh mein Gott! Die Augen der Menschenkinder haben sich zum Schlafen geschlossen! Die Sonne ist untergegangen. Und die Sterne haben am Firmament zu leuchten begonnen. Aber Du, der Du die Welt befehligst, — Du bist immer wach und lebendig. Und verwaltest Die Welt und alles was in ihr ist.

    Oh Herr! Die Fürsten haben die Tore ihrer Paläste verschlossen! Und haben Wächter vor ihnen aufgestellt. Aber die Tür Deines Hauses oh mein Gott, ist immer und für jeden geöffnet. Und Du bist bereit, den in Schwierigkeiten und Not geratenen zu helfen, den Leidenden ihr Leid zu nehmen und die Unterdrückten zu unterstützen.

    Oh Du barmherziger Gott!

    Oh Du, der Du geliebt wirst von Deinen Geschöpfen in der Welt.

    Ich, Dein schwacher Diener, bin in der Dunkelheit der Nach zu Deinem Hause gekommen. Vielleicht wirst Du Deine Barmherzigkeit über mich ergießen.

    Oh Du mein Gott! Der Du die in Not Geratenen aus den Fesseln ihres Elends erlöst, –

    Oh Du mein Gott, der Du die Leidenden von ihrem Schmerz befreist!_

    Oh Du mein Herr! Deine Gäste sind in der Umgebung Deines Hauses eingeschlafen, doch Du, oh Du gütiger Gott,

    Du bist der Einzige, den nicht der Schlaf übermannt und der die Welt – mit allen Geschöpfen in ihr – verwaltet.

    Herr! In der Dunkelheit der Nacht bin ich zu Deinem Hause gekommen. Und rufe Dich an, denn Du selbst sagtest:

    Rufet zu mir!

    Oh Du mein Gott!

    Ich flehe Dich an bei der Würde Deines Hauses!

    Sieh mein Weinen!

    Schenke mir Dein Erbarmen!

    Wenn Deine Diener nicht an die Tür Deines Hauses kommen könnten und nicht auf Dich hoffen könnten, – an die Tür wessen Hauses könnten sie dann gehen? Auf wen könnten sie dann hoffen?“

     

    Und der Mann erzählte weiter:

    „Ich freute mich an den Worten, die der Jüngling zu Gott sprach und freute mich über die Innigkeit, mit der er sich an Gott wandte. Und ging näher heran, um zu sehen, wer er sei. Und sah, daß es Imam Sagad, Imam Zein al A’bedin (a.s) war.

     

    Unser fünfter Imam,- Hadrat-e-Muhammad-el-Baqer (a.s.)

     

    Imam Muhammad-el-Baqer (a.s.) kam im Jahre 57 nach der Higrat, am 3. Tag des Monats Safar in Medina zur Welt.

    Sein Vater war Imam Sagad und seine Mutter Fatimah, – Tochter Imam Hassans. Hadrat-e-Sagad (a.s.) hatte – auf göttliches Gebot hin und gemäß der Empfehlung des Propheten – seinen Sohn, Hadrat-e-Muhammad-el-Baqer (a.s.) zum Imam und Führer der Muslime bestimmt und ihn als solchen vorgestellt.

    Hadrat-e-Muhammad-el-Baqer (a.s.) besaß – wie die anderen Imame aus dem Hause des Propheten – außergewöhnlich hohes Wissen.

     

    Die großen Gelehrten anderer Gebiete machten von seinem Wissen und seinen Kenntnissen Gebrauch und baten ihn um Rat bei ihren Schwierigkeiten und Problemen. Imam Muhammad-el-Baqer (a.s.) lehrte die Menschen die religiösen Gebote und Weisungen und sagte ihnen, was gut und was schlecht im Leben ist.

    Er bemühte sich sehr, die Menschen auf den rechten Weg zu führen, sie zu bilden und in allen wissenswerten Dingen zu unterrichten.

     

    Während seines Lebens lehrte er die Menschen Tausende Weisheiten und wissenschaftliche Tatsachen, die auch uns – überliefert wurden. Sein Wissen war so umfangreich, daß man ihn Baqer al ‚Olum‘ nannte. Das heißt: „Erforscher und Ergründer der Wissenschaften.“ Imam Muhammad Baqer (a.s.) wurde 57 Jahre alt.

    Er schied im Jahre 114 nach der Higra, am 7. Tag des Monats Dhi Hageh – in Medina – aus dieser Welt. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof Baqi‘ in Medina, neben Imam Hassan und Imam Sagad (a.s.) beigesetzt.

     

    Was sagt uns Imam Muhammad-el-Baqer (a.s.)

     

    Ein Mann, der sich selbst als Eremit bezeichnete, der sich von den Menschen und vom alltäglichen Leben zurückgezogen hatte, um sich nur noch der Anbetung Gottes zu widmen, erzählte: “ Ich kam an den Felder und Hainen, die um Medina liegen, vorbei. Es war Sommer und Sonnenglut lastete auf allem.

    Da fiel mein Blick auf einen Mann, der auf einem der Felder arbeitete. Er plagte sich in der Hitze ab, und Schweiß rann ihm über die Stirn. Ich dachte bei mir:

    „Wer ist dieser Mann bloß, der sich in dieser Hitze so sehr um das irdische Leben bemüht? Wer ist er, daß er sich so um sein täglich Brot in dieser Welt abrackert?“ Ich trat näher heran. Und mein erstaunen wurde noch größer als ich erkannte, daß dieser Mann Imam Muhammad-el-Baqer (a.s.) war. Und ich sagte bei mir:

    „Verwunderlich! Ein so würdiger Mann wie Imam Muhammad-el-Baqer? Warum bemüht er sich denn so sehr um das Leben in dieser Welt! Warum beschäftigt er sich nicht nur – wie ich – mit der Anbetung Gottes! Ich will ihm sagen, daß sich das nicht für einen so ehrenhaften Mann wie ihn ziemt, was er da macht!“

     

    Und so ging er zu ihm. Sagte: „Salam!“ (Friede sei mit Dir). Schwer atmend erwiderte der Imam meinen Gruß. Er hielt in seiner Arbeit inne und wischte sich die schweißnasse Stirne trocken. Und ich sagte:

    „Ach, ist es denn richtig, daß Ihr Euch so sehr abplagt, nur um des täglichen Brotes in dieser Welt willen? Ziemt sich das denn für einen Mann wie Ihr es seid? Und dann noch bei dieser Hitze! Wenn Euch nun – in diesem Zustand – der Tod ereilt, was werdet Ihr dann Gott sagen können?“

    Imam Baqer (a.s.) sah mich an und antwortete:

    „Wenn mich nun der Tod ereilen würde, so ginge ich im Zustand der Gottesanbetung und des Gottesgehorsams aus dieser Welt!“

    Ich sagte erregt:

    „Gottesgehorsam?! Gottesanbetung?!“

    Imam Baqer (a.s.) antwortete ruhig und freundlich:

    „Ja, Gehorsam gegenüber Gott! Glaubst Du denn, Gehorsam gegenüber Gott besteht allein aus Gebet und Fasten? Nein! So ist das nicht! Ich habe eine Familie, die ich versorgen muß. Ich muß arbeiten und mich mühen, um unser täglich Brot zu verdienen und nicht den anderen zur Last zu fallen. Und um auch den Bedürftigen helfen zu können! Wenn ich nicht arbeite, habe ich kein Geld und kann anderen, die in Not sind, nicht helfen. Und wenn ich in so einem Zustand aus diesem Leben abberufen würde, so stünde ich vor Gott beschämt da! Nun aber, indem ich arbeite, tue ich das, was Gott uns allen auftrug und bin somit Gott gehorsam! Und ich zeige Ihm durch meine Arbeit, daß ich ihn liebe und verehre und das tue, was Er geboten hat.

     

    Denn Gott sagte:

    „Belaste nicht andere mit der Sorge um Dein täglich Brot! Und mühe Dich, Deinen Lebensunterhalt auf redliche Weise zu verdienen! Darum ist Arbeit nichts anderes als ein Zeichen für ausschließliches Interesse um seinen Lebensunterhalt in dieser Welt oder für Gier nach Reichtümern und irdischem Wohltand!“

    Ich antwortete:

    „Ich wollte Euch ermahnen! Aber nun bin ich durch Euch belehrt worden! Ihr habt mir mit Euren Worten den rechten Weg gewiesen. Ich weiß nun, was ich zu tun habe!“

     

    Unser sechster Imam, Hadrat-e-Imam Ga’far el Sadeq (a.s.)

     

    Imam Ga’far el Sadeq (a.s.) kam im Jahre 83 nach der Higra, am 17. Rabi’al Awwal zur Welt. Sein Vater war Imam Muhammad el-Baqer (a.s.) und seine Mutter hieß Fatima. Imam Muhammad el-Baqer (a.s.) bestimmte – auf Gottes Gebot und auf Empfehlung des Propheten hin – seinen Sohn Hadrat-e-Ga’far el-Sadeq zum Imamat und zur Führung der Muslime.

    Imam Ga’far el-Sadeq (a.s.) konnte sich unbehinderter als die anderen Imame um die Verbreitung der islamischen Gebote und Gesetze des Koran bemühen, da die Herrscher seiner Zeit so sehr mit Fehden und Konflikten beschäftigt waren, daß sie seinem Tun nicht viel Aufmerksamkeit schenken konnten.

     

    Und so setzte Imam el-Sadeq (a.s.) seine Energie dahinein, die Menschen mit dem Islam vertraut zu machen und sie alles zu lehren, was wissenswert war.

    Zu seiner Zeit gelangte die islamische Kultur zu hoher Blüte. Er lehrte richtige, islamisch – ethische Lebensführung und bildete viele Wissenschaftler und Gelehrte heran.

    Die Zahl seiner Schüler und Studenten – die er in den verschiedensten wissenschaftlichen Fachbereichen unterrichtete – betrug 4000.

     

    Und sie wiederum schrieben viele wertvolle hochwissenschaftliche Bücher, die uns erhalten geblieben sind.

    Weil Imam Ga’far el-Sadeq (a.s.) so sehr zu Verbreitung des Islam, des islamischen Wissens und der islamischen Kultur beigetragen hat, nennt man die schi’itische Lehre auch gafarische Lehre“.

    Imam Ga’far el-Sadeq (a.s.) wurde 65 Jahre alt.

    Im Jahre 148 nach der Higra, am 5. Tag des Monats Sawwal, wurde er in Medina Sahid. (Märtyrer auf Gottes Wege). Er wurde auf dem Friedhof Baqi‘, neben Imam Baqer (a.s.), beigesetzt. (in Medina).

     

    Nicht horten, was andere zum Leben brauchen!

     

    In jener Zeit buken die Leute ihr Brot selbst. Sie hatten fast alle in ihren Häusern Brotbackstellen und Kornmühlen.

    Und um ihr Brot backen zu können, kauften sie Weizen ein. Sie mahlten den Weizen zu Mehl und bereiteten daraus ihr Brot.

    Und diejenigen, die dazu in der Lage waren, legten Weizenvorräte für ein Jahr und mehr an. Sie lagerten dazu das Getreide in ihren hauseigenen Kornspeichern.

    In einem Jahr war der Weizen sehr knapp geworden. Der Weizenpreis war enorm in die Höhe geschnellt, und die Leute fürchteten, daß es eines Tages keinen Weizen mehr zu kaufen gäbe. Und so kauften sie ein, was sie nur konnten und horteten ihn in ihren Speichern. Nur die Armen, die nicht genügend Geld hatten, um in ihren Häusern Weizenvorräte anlegen zu können, waren gezwungen, täglich Weizen zu kaufen, – gerade soviel, um sich und ihre Familien eben satt machen zu können. Und wenn es keinen Weizen gab, so blieb ihnen nichts anderes übrig, als hungrig schlafen zu gehen.

     

    Jemand, der Imam Ga’far el-Sadeq (a.s.) im Hause half, erzählte: „Als Imam el-Sadeq erfuhr, daß der Weizen im Lande knapp geworden war, rief er mich und fragte: „Haben wir für diese Jahr Weizen im Hause?“

    Da ich vorgesorgt und genügend Weizen eingekauft hatte, antwortete ich froh:

    „Ja, genug! Er reicht aus für einige Monate!“

     

    Ich war sehr glücklich, daß es mir gelungen war, ausreichend Weizenvorräte eingelagert zu haben, um uns vor Hunger bewahren zu können.

    Und ich erwartete, daß Imam el-Sadeq nun sagen würde:

    „Wie gut Du das gemacht hast!“ Jedoch, entgegen all meiner Erwartung antwortete der Imam:

    „Bringe den Weizen zum Markt und stelle ihn denen, die ihn brauchen, zur Verfügung!“ Erstaunt fragte ich:

    „Ich soll den Weizen wieder verkaufen? Ich soll ihn den Leuten zur Verfügung stellen? Es ist in Medina kein Weizen mehr zu bekommen! Wenn ich ihn nun verkaufe, kann ich keinen mehr beschaffen!

    Dann werden wir alle hungern müssen!“

     

    Imam el-Sadeq (a.s.) antwortete ein wenig lauter als zuvor:

    „Tu, was ich Dir gesagt habe!“

    Und so tat ich denn, was er mir befohlen hatte. Und schnell brachte ich den Weizen zum Getreidemarkt und verkauft ihn zu einem geringen Preis.

    Als ich wieder heimgekehrt war, ging ich zu Imam el-Sadeq. Dieser wurde sehr froh und glücklich, als er hörte, daß wir den Weizen nun den Bedürftigen zur Verfügung gestellt hatten und sprach:

    „Ab heute kaufe, wie die Armen, täglich soviel Getreide, wie wir zum Backen unseres täglichen Brotbedarfes benötigen. Zur Hälfte Weizen, zur Hälfte Roggen. Und wenn es kein Getreide mehr gibt, so leben wir wie die Armen. In diesen Zeiten, in denen Weizen und Getreide knapp sind, dürfen wir keine Vorräte anlegen, da dadurch andere Mitbrüder und Schwestern hungern müßten.

     

    Wir sind in der Lage, Kornvorräte anzulegen.

    Aber das wollen wir nicht tun, um diejenigen, die deine Vorräte anlegen können, nicht in Not zu bringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ebenfalls jeden Tag ihr tägliches Brot backen zu können.“

    Wie können wir den Bedürftigen helfen?

     

    Quelle: www.german.irib.ir