islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Islam für uns (Teil 9)

    Islam für uns (Teil 9)

    Rate this post

     

    Unser siebter Imam, – Hadrat-e-Mussa – el-Kazem (a.s.)

     

    Imam Mussa el-Kazem (a.s.) kam im Jahre 128 nach der Higrat – am siebten Tag des Monats Safar – zur Welt.

    Sein Vater war Imam Ga’far el-Sadeq (a.s.) und seine Mutter hieß Hamida. Imam el-Sadeq (a.s.) hatte, auf Geheiß Gottes und Empfehlung des Propheten hin, seinen Sohn Hadrat-e-Mussa el Kazem (a.s.) zum Imam und Führer der Muslime bestimmt.

     

    Imam Mussa el-Kazem (a.s.) war ein gottesfürchtiger, tugendhafter und gelehrter Mann mit hohem Wissen. Und er liebte und verehrte Gott so sehr, daß man ihn „Abdul Saleh“ (würdiger Diener Gottes“) nannte.

    Er war sehr geduldig, freundlich und nachsichtig. Und ertrug viele Leiden und Schwierigkeiten, um die Menschen führen und ihnen den rechten Weg weisen zu können.

    Und wenn jemand ihn – aus Unwissenheit und Dummheit – beleidigte und kränkte, so reagierte er nachsichtig, freundlich und mit gütigen Worten.

    Darum nannte man ihn „Kazem“.

    Dazu mußt Du wissen, daß ein „Kazem“ jener ist, der seinen Zorn und Unwillen beherrscht und nie böse und ungeduldig wird.

     

    Imam Mussa el-Kazem (a.s) wurde 55 Jahre alt und war zeit seines Lebens darum bemüht, die Menschen zu führen und ihnen zu helfen.

    Am 25. Tag des Monats Ragab, des Jahres 183 nach der Higrat, schied Imam Mussa Kazem (a.s.) aus dieser Welt. Er wurde in Bagdad Sahid. (Märtyrer auf Gottes Wege).

    Sein Leichnam wurde in der Nähe Bagdads, im heutigen Kazemin, beigesetzt. Der Friede Gottes und der Engel möge ihn in alle Ewigkeit hinein begleiten.

     

    Eine Geschichte über Imam Mussa el-Kazem (a.s.)

     

    Es war einmal ein armer ungebildeter Bauer. Immer, wenn er Imam Mussa el-Kazem (a.s.) begegnete, sprach er sehr unhöflich zu ihm, sagte häßliche Dinge zu ihm und kränkte den Imam wie auch dessen Freunde und Familie Tag für Tag.

    Imam Mussa el-Kazem beherrschte seinen Zorn und reagierte nicht auf böse Reden und Beleidigungen.

     

    Jedoch seine Freunde und Getreuen vermochten ihren Zorn nicht länger zu ertragen. Und so, eines Tages, als der dumme Mann wieder häßliche unflätige Worte über den Imam sprach, beschlossen seine Freund, ihm endlich zu antworten und ihm einen Denkzettel zu erteilen, auf daß er für alle Zeiten keine häßlichen Worte mehr in den Mund nähme.

    Sie sagten:

    „Er muß endlich seine Strafe für all seine Häßlichkeiten und Kränkungen erhalten.“

    Imam Mussa el-Kazem erfuhr von diesem Plan. Und hielt sie davon ab und sprach:

    „Meine Freunde! Seid geduldig! Ich werde ihn selbst Höflichkeit lehren!“

    Die Tage vergingen. Und der Mann redete und verbreitete weiter Lügen und Häßliches über Imam Mussa el-Kazem und dessen Freunde.

    Die Freunde wurden sehr ungehalten und immer zorniger.

     

    Doch immer, wenn sie den Man nun endlich bestrafen wollten, sagte der Imam zu ihnen:

    „Laßt ihn! Habt Geduld! Ich bringe die Sache selbst in Ordnung!“ Eines Tages fragte der Imam:

    „Wo ist der arme Bauer?“ Sie sagten:

    „Draußen vor der Stadt. Er arbeitet auf seinem Acker.“

     

    Imam Mussa Kazem (a.s.) machte sich auf den Weg, um den Mann aufzusuchen.

    Als der Mann ihn sah, stieß er seine Schaufel in die Erde seines Ackers, stemmte seine Hände in die Hüften und wartete, bis daß der Imam nahe genug herangekommen wäre, um ihm seine kränkenden, bösen Worte entgegenschleudern zu können.

    Der Imam achtete nicht darauf, ging auf den Mann, der in seiner Unwissenheit so verletzende Reden führte, zu, sagte freundlich und mit lachendem Gesicht „Salam“ und begann, mit ihm zu sprechen.

     

    Er sagte:

    „Viel Erfolg bei Deiner Arbeit!“ Welch grünes, gut bewirtschaftetes Feld hast Du und wie herrlich und üppig sind seine Früchte!

    Wieviel hat Dich das alles gekostet?“

    Der Bauer, erstaunt über Imam Mussa el-Kazems freundliches Verhalten, antwortete:

    „Ungefähr 100 Goldmünzen.“

    Der Imam fragte weiter:

    „Nun, was meinst Du wohl, was Dir die Ernte einbringen wird, angesichts all Deiner Mühe?“

     

    Der Bauer überlegte ein wenig und meinte dann:

    „Ich denke, ungefähr 200 Goldmünzen!“

    Der Imam zog einen kleinen Beutel hervor und reichte ihn dem armen und unwissenden Bauern. Und sprach:

    „In diesem Säckel sind 300 Goldmünzen. Mehr, als Du für Deine Ernte erwartest! Nimm sie und behalte auch Deine Ernte für Dich!

    Und ich wünsche Dir und hoffe, daß Deine Ernte noch reichlicher ausfallen wird als du denkst!“

     

    Der Bauer, der angesichts all dieser Freundlichkeit völlig verblüfft dastand, schämte sich auf einmal wegen all der häßlichen Worte, die er gegen Imam Mussa el-Kazem (a.s.) und dessen Freunde gesagt hatte. Und sagte mit bebender Stimme:

    „Ich war sehr böse und habe Dich mit meinen Reden gequält!

    Du aber bist gut zu mir, Du bist wirklich edel und gut! Und hilfst mir, obwohl ich mich so schlecht gegen Dich benommen habe! Bitte, vergib mir!“

    Nach einem kurzen Gespräch verabschiedete sich Imam Mussa el-Kazem (a.s.) von dem Bauern und kehrte nach Medina zurück.

     

    Von jenem Tage an – immer, wenn der Bauer den Imam und dessen Freunde sah, – grüßte er höflich und betrug sich taktvoll und vernünftig. Und sagte:

    „Gott weiß wirklich am besten, wen er als Imam und Führer der Muslime auserwählt!“

    Die Freunde Imam Mussa el-Kazems (a.s.), die nicht wußten, was sich zugetragen hatte, aber wunderten sich und fragten sich erstaunt:

    „Wie kommt es, daß dieser Mann mit einemmal so freundlich und höflich geworden ist?“

     

    Quelle: www.german.irib.ir