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    Islam und der Begriff der Islamischen Einheit

    • Schahid Mamusta Borhan Aali
    • http://www.taqrib.info/germany
    Islam und der Begriff der Islamischen Einheit
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    Einer der schönsten Lehrsätze in der religiösen Bergriffslehre ist der, dass die Religion eine Summe von Überzeugungen hinsichtlich der Existenz eines Ursprungs alles Seins bildet, der Schöpfer und Erschaffer der Welten, wissend, mächtig, reich und unabhängig, sowie absolut gerecht ist und alle Eigenschaften der Herrlichkeit und Pracht, der göttlichen Vollkommenheiten und klaren Besonderheiten und beständigen Merkmalen in sich vereint. Er ist allwissend und allmächtig, hört und sieht, lebt ewig und seit ewig, bestimmt und will, besitzt das Wort und spricht zu den Engeln und Propheten.

     

    Die Welt erhielt ihr Wesen von Ihm und ihr Wesen strebt auf Ihn zu, denn ihr Ursprung ist das Jenseits und die Wegführer der Bewegung sind der gesunde Verstand und das gesunde Gewissen des Menschen und die Propheten Gottes. Gott hat die Propheten in Seiner Huld unter den Menschen in Erscheinung treten lassen und berufen, und nach ihnen setzten die Gelehrten und die Nachfolger ihren Weg fort.

     

    Interessant ist, dass die Religion des Islams das eindeutigste und vollendete Beispiel für den Begriff „Religion“ ist. Der Koran erklärt dies unmissverständlich mit folgendem Satz: Inna-d dinna indallah-il Islam – Als Religion gilt bei Gott der Islam (Ergebenheit Gott gegenüber) (3:19) . Natürlich ist damit nicht gemeint, dass die Religionen vor dem Islam genauso hießen. Gemeint ist, dass sämtliche Propheten auf der Grundlage des Islams und dem Geist der Ergebenheit gegenüber Gott, die Menschen zur Gotterkenntnis und zu gesunden und idealen Glaubensgrundsätzen und Geboten für Handlung und Moral, Wirtschaft und Kultur, die frei von Über- und Untertreibung sind, aufriefen. So hat er schon Abraham den Gottesfreund (a.s.) und Ergebenen im Zusammenhang mit dieser Religion genannt und vorgestellt (22:78).

     

    Die Muslime haben also seit Beginn der Aussendung der Propheten als eine vollendete und ausgeglichene Gemeinschaft die Religion des Islams als eine Lehre, die in beiden Reichen – im materiellen und unmateriellen – Glück und Wohl beschert, akzeptiert. Sie haben sich zum Islam als die umfassendste, dynamischste und lebendigste Denkschule bekannt. Das Islamische Glaubensvolk besitzt daher sehr alte, authentische und feste Wurzeln.

     

     

    Grundfaktoren für das Bekenntnis zum Islam

     

    Die Grundfaktoren für das Bekenntnis zum Islam lassen sich in zwei wichtige Gruppen unterteilen und zwar:

     

    Erstens:

     

    Beweggründe zur Flucht vor Faktoren, die das von den Menschen erwünschte ideale Leben behindern und stören wie gesellschaftliche, politische und kulturelle Übel, Unterdrückung und Unrecht von nach Gewalt und Reichtum suchenden Herrschern, in der Gesellschaft bestehende Missstände im Bereich Moral, Rassendiskriminierung, Entrechtung und Vernichtung der Unterdrückten, Profitsysteme, Befolgung von Aberglauben und Phantasiegebilden auf Glaubensebene, Abkehr von der Religiosität und Spiritualität und Entfernung von den Geboten Gottes und den Lehren der Propheten, die üblichen blutigen gegenseitigen Feindseligkeiten auf der Welt, ob nun zwischen den Völkern auf der Arabischen Halbinsel oder in anderen Gebieten wie Iran, dem Römischen Reich, Schaam (heutiges Syrien) usw. und die daraus resultierenden langen Kriege: All diese Faktoren hatten zur Folge, dass sich die Menschen vom Islam angezogen fühlten. Die Wahrhaftigkeit, die Ruhe und die Gerechtigkeit dieser neuen Religion verkörperten für sie geistig eine frische Denkschule und eine neue Kultur. Die vielen Kriege, die anhaltenden Missstände und die Vernachlässigung und Missachtung des Spirituellen und der hohen Eigenschaften und Größe des Menschen hatten wirklich keine Chance mehr für Entfaltung, Weiterentwicklung und Niveauanhebung im Bereich Kultur, Rechtwesen, Religion, Wirtschaft und Ethik in der Gesellschaft bestehen lassen. Es leuchtet ein, dass große Übel wie die Gefangennahme von Frauen aus dem feindlichen Stamm oder die Verschüttung von Mädchen bei lebendigem Leibe, Raubzüge und Plünderung, die Versklavung und die Verherrlichung des Aberglaubens sämtlich als Störung für das wünschenswerte und ideale menschliche Leben galten. Deshalb wurden sofort nach Bekanntgabe des Aufrufes zur Religion und der Verkündigung der rettenden Lehren des Korans und der Sunna diese sofort von der Bevölkerung begrüßt. Sie bekannten sich begeistert für sie, denn ihnen dürstete es nach der Wahrheit, die ihnen verloren gegangen war, und sie verabscheuten die bestehende Situation und waren das immer wieder auftretendeUnrecht, die ständige Willkür und Ungerechtigkeit leid. Bei der ersten Gelegenheit suchten sie in den Genuss eines wahren Lebens und der Spiritualität zu gelangen und von Gewalt, Krieg und Unanständigkeit abzulassen, hörten auf das Gebot, sich an dem Haltetau Gottes festzuhalten und befolgten es überall in ihrem Leben.

     

     

    Zweitens:

     

    Anregende Impulse in der islamischen Lehre selber, welche die drei Rechte: Recht auf Leben, Würde und logische Freiheit ernsthaft behandelt und gewährleistet, ebenso wie der Ansporn seitens Koran und Sunna (Tradition) unserer großen Wegführer hinsichtlich des Erwerbs von Wissen und Kenntnis und eines Handwerks, welcher in der glücklichen Epoche – zur Zeit des edlen Propheten – und ganz besonders in der Ära der Übersetzungsbewegung im zweiten und dritten Jahrhundert nach der Hidschra ernsthaft und ohne Unterbrechung betrieben wurde und zum Wachstum und zur Heranformung von großen Persönlichkeiten in der Wissenschaft, Philosophie und Religion und zur Anhebung des menschlichen Wissens und der Entstehung der Human- und Elementarwissenschaften, der Naturwissenschaften , Astronomie und Erdwissenschaften führte. Dank dieser Ansporne und Empfehlungen gelang es den Muslimen sämtliches menschliche Wissen noch gereifter und vollständiger und umfassender als die Griechen und die Europäer vorzustellen und die wissenschaftlichen Zweige auf 500 auszudehnen. Außerdem konnte die islamische Glaubenslehre, weil sie mit der Natur des Menschen (Fitra) harmonisierte, einfach und einleuchtend und vernünftig war, schnell die Herzen der Menschen gewinnen. Ihre Gebote, die auf einem rationalen Leben entsprechend dem Grundsatz der Einheit und Gleichheit ungeachtet der Rasse, Nationalität, Hautfarbe, Umgebung, Sprache, Volkszugehörigkeit und menschlichen Nebenerscheinungen, beruhen, machten Verbreitung und Konvertierung in allen Gesellschaften und zu allen Zeiten und an allen Orten möglich.

     

     

    Die Hauptstützen des Islams

     

    Unzweifelhaft ruht diese Religion, die sich gemäß Vers 3 der Sure 5 als die vollkommenste und umfassendste Lehre vorstellt, auf zwei Hauptstützen:

     

    Erstens: eine innere Stütze

     

    Diese innere Stütze ist das gesunde und vollendete Denken und das ideale Gewissen, denn keines der Gebote und der Glaubensprinzipien des Islams verstößt gegen die menschliche Natürlichkeit sondern im Gegenteil können all Lehren dieser Denkschule bei der Stärkung des Verstandes und des Denkens und der Entfaltung von Herz und Gewissen eine Schlüsselrolle übernehmen und insgesamt steht im Koran an 300 Stellen über den Verstand , Wissenserwerb, das Nachdenken und das Erreichen von Verständigkeit, Wachsamkeit , Überlegung, Weisheit und Wissen und die tiefe Betrachtung der Welt und den Einsatz eines wachen Herzens sowie die Wahrnehmung der Wahrheit mit Auge und Ohr etwas geschrieben oder stehen Hinweise und Mahnungen.

     

    Zweitens: eine äußere Stütze

     

    Diese äußere Stütze sind die Propheten und die Gelehrten der Religion Gottes und Nachfolger der Propheten. Und hierbei ist stets der vitale, aktive, dynamische und immer wache Einfluss des edlen Propheten (s.) zu würdigen und in aller Munde; denn er ist das Siegel der Propheten, der Herr der Gesandten und der Vollender der Religion Gottes , der durch die heile, ideale und optimale Religion des Islams das endgültige Siegel setzte: jene Religion, zu der alle Botschafter Gottes die Menschen einluden, wobei sich diese kontinuierliche Bewegung fortsetzte bis die Religion in der Ära des besiegelnden Abschlusses in dynamischer und umfassender Form der Menschheit überreicht wurde. Deshalb ist die Religion Gottes von Adam bis zum letzten Propheten ein einheitliches Glaubenskonzept gewesen, welches auf dem Glauben an Gott, die Aussendung Seiner Propheten, die Alleinigkeit Gottes, das Jüngste Gericht und Ewige Leben, die Engel, den göttlichen Willen und die Bestimmung, die Himmelsschriften und Heiligkeiten basierte, und dies trotz einiger Unterschiede bezüglich der Gebote, der Zweige der Religion, der gottesdienstlichen Pflichten und der persönlichen Angelegenheiten. Der Vers Ma Kana Ibrahimu Yahudiya-w wa La Nasraniya-w wa lakin Kana Hanifa-m Muslima… (Ale Imran Vers 67) Abraham war weder Jude noch Christ. Er war vielmehr ein ergebener Hanif (Ein-Gott-Gläubiger)…, verkündet die lange Vergangenheit der Religion des Islams und dass Abraham Muslim war. Diese Stelle im Koran erklärt transparent und offen, dass die Religion des Scheychs der Propheten der Islam ist und die Proklamation dieser Lehre bleibend und fest ist und seit jeher bestand. Vielleicht soll dies auch der in dem Hadith des Propheten Ich war Prophet, als Adam noch zwischen Geist und Körper war (als Adam noch lebte) enthaltende Hinweis aussagen.

     

     

    Quellen der Islamischen Einheit

     

    Die wahre Quelle der Islamischen Einheit ist der Islam selber, der in der heilen Natur der Menschen wurzelt, und Gott hat diese Natur (Fitra) dem Wesen der Menschen als Pfand anvertraut. Es war zu jeder Zeit eine der Aufgabe der Propheten und der Auserlesenen vor Gott, diese Fitra in eine feste Form zu bringen. Sie haben alle ihre potentiellen Kräfte und Möglichkeiten dafür eingesetzt, dass diese heile Natur sich aktiv entfaltet und Verwirklichung findet. Diese Fitra und ihr vollständiger Inhalt wurde nach Noah und den vorhergehenden Propheten durch den geehrten Abraham mitgeteilt und Juden und Christenheit betrachten sich ebenso als daran gebunden.

     

    Für das Prinzip der   Fitra, welches die islamische Glaubensgemeinde erfüllen sollte, liefern fünf Wege den Beweis, nämlich

     

    A: 1- der Heilige Koran

    2-Auferstehung und Ewigkeit

    3-das Bedürfnis der Menschheit an Gesandten Gottes

    4-gottesdienstliche Handlungen und religiöse Pflichten

    5-Durchführung wertvoller guter Werke

     

    B: Diese Prinzipien wurden vom gesunden Menschenverstand logisch durchdacht und ausführlich in den Büchern über den Glauben , scholastische Theologie und Philosophie analysiert und untersucht.

     

    In dem Vers 13 der Sure Schura(42), stellt Gott der Erhabene, die Religion als dieselben Religionsgesetze und Glaubensprinzipien, die Er Noah, Abraham, Moses und Jesus und Mohammad und somit den Ulul-azm anempfohlen hat vor, und unterstreicht, dass sich die Gläubigen nicht in verschiedene Gruppen teilen sollen. Der Ehrwürdige Prophet (s.a.a.s.) hat als ersten Schritt gegenüber den Juden und Christen in Medina diese zu den Gemeinsamkeiten herbeigerufen und wie es im Vers 64 der Sure Ale Imran (3) heißt, gesagt: Kommt her zu einem gemeinsamen Wort zwischen uns und euch! Und dieses Wort besteht darin, dass es nur den Einen Gott gibt und dass keiner sich an Gottes Statt Mönche oder jüdische Gelehrte zum Herren macht.

     

    Es gibt verschiedene Arten der Meinungsunterschiede, die entweder rational und logisch sind oder irrational oder unlogisch. In Wahrheit haben   die rationalen Meinungsunterschiede mit den Fähigkeiten, der Begabung und natürlichen und gesetzlich fundierten Standpunkten von Personen im Zusammenhang mit den Wahrheiten zu tun. Dies zeigen zum Beispiel die Meinungsunterschiede über die Interpretation der Wahrheiten in der Daseinswelt aus der Sicht der Humanwissenschaften und Philosophie. Und es heißt: Fi Ichtilafe Ummati Rahmah (in den Meinungsunterschieden meines Volkes liegt ein Segen). Daher wenden sich fast alle islamischen Gelehrten und Denker, ob im Religionsrecht, der Prinzipienlehre oder dem Hadithverständnis, oder auch der Philosophie, der scholastischen Theologie, der Literatur usw. bereitwillig und gerne der Behandlung, Erforschung und der

     

    Darlegung verschiedener Ansichten zu. Dabei betrachtet und bezeichnet keiner von ihnen den anderen als jemanden, der nicht mehr zum Islam gehört .

     

    Zum Beispiel wird das Buch Tadschrid ul Aqaid von Chadscheh Nasireddin Tussi , einem der schiitischen Gelehrten, vonseiten Mulla Ali Quschtschi, einem sunnitischen Gelehrten, erläutert und sein Kommentar zu diesem Werk gilt als einer der besten. Als anderes Beispiel kann das Werk Al Mahdschat-el Beysa von Mulla Mohsan Feys , einer der bekannten schiitischen Gelehrten gelten , welches eine Erläuterung und Anlayse des Werkes Ihya el Ulum des namhaften und hervorragenden sunnitischen Gelehrten Imam Ghazali ist.

     

    Aber unlogische Meinungsunterschiede bestehen darin, dass eigene Vorlieben oder blinder geistloser Fanatismus und Streben nach Selbstdarstellung und Ansehen, welches wichtige Beispiele für Unrechtmäßigkeit und Abwegigkeit sind, befolgt werden, sowie darin, dass jemand durch Verunglimpfung anderer, ihres Ausschlusses aus dem Islam (Takfir) oder der Beschuldigung des Gott-Ungehorsams (Tafsiq), ihre eigene Ansichten aufzwingen und das, was sie sagen, egozentrisch und mit Gewalt herrschen lassen wollen . Indem sie die Freiheit zur schriftlichen und mündlichen Rede und des Denkens, das Recht auf Freiheit in Bezug auf Meinung und Ideologie, die Entscheidungsfreiheit und die Freiheit der Forschung und des Verfassens von Werken nicht auf dem Wege der Liebe zur Wahrheit und dem Religionsgesetz und dem Pfad der Religion sondern für die Liebe zu Macht und Ansehen einsetzen, bereiten sie den Boden für die Herabsetzung von anderen und zur Einschränkung der Meinung des Gegenübers. Dieser Prozess führt jedoch zur Zwietracht und zur Spaltung des Denkens und der Überzeugungen, zu Feindlichkeiten und zu Gegensätzen und zur Entfernung von der Vorherrschaft eines gemeinsamen Gedankens und den   Gemeinsamkeiten. Es bedeutet, diese nicht ernst nehmen und gehört zu den Methoden, um an Macht zu gelangen. Aber gesunde Meinungsverschiedenheiten und ein fruchtbarer Wettbewerb zählen natürlich zu den wünschenswertesten Faktoren für den Fortschritt in der Erkenntnis, im Handeln, für die Religion und den Zusammenschluss und ohne sie wird keine Bewegung der Vervollkommnung im Bereich des Wissens und des Handelns möglich sein.

     

    Der Islam hat nie dazu geraten, dass die geistigen Tätigkeiten der muslimischen Denker völlig gleich sein sollen, sondern der Islam unterstreicht und betont, dass die Gespräche und Forschung und die selbständig Rechtsfindung (Idschtihad) ungeachtet der Unterschiede in der Rasse, Kultur, der ethnische Zugehörigkeit und Nationalität, der Sprache und der geografischen und klimatischen Verhältnisse stets anhalten soll und die gemeinsamen Prinzipien zwischen den religiösen Richtungen und die wahren religiösen Überzeugungen und gemeinsamen Punkte der Islamischen Religion befolgt werden sollen.   Daher werden die Meinungsunterschiede während eines konstruktiven Wettbewerbes als ein natürliches Phänomen, welches aus der Dynamik des Islamischen Wissens hervorgeht, akzeptiert, nicht aber Meinungsverschiedenheiten die zu Widersprüchen, Exkommunikationen und zum Vorwurf des Frevels oder abfälliger Behandlung führen und in sich Faktoren für Stillstand, Sturz, und Vernichtung sind.

     

     

    Im Koran wird in den Suren Mumenin, Anbiya und Baqara auf die Einheitlichkeit in der Art und als Mensch hingewiesen und in der Sure Isra wurde die Würde des Menschen hervorgehoben und es wurde auf seine guten Seiten und Vorzüge hingewiesen. In der Sure Hudschadarat heißt es , gerichtet an alle Menschen, dass sie einander kennen und sich miteinander austauschen sollen, während in der Sure Ale Imran die Muslime nachdrücklich dazu aufgerufen wurden, sich am Haltetau Gottes festzuhalten und sich vor Zwietracht zu hüten. In der Sunna des Propheten steht, dass er bei seinem ersten Aufruf von der Safa-Anhöhe aus hervorhob und mahnte, dass keine Rasse und kein Volk über einem anderen steht, sondern dass der Glaube an den Einen Gott und die Gottesfürchtigkeit die Basis bilden.

     

    Der Islam ruft aufgrund der elementaren Losung des Ein-Gott-Glaubens, die Muslime und die Gläubigen, die Menschen und das Glaubensvolk auf, über die engen Grenzen der Welt der Natur und der Materie hinauszugehen und Götzen und alle Formen des Götzentums abzulehnen. Er hat verkündet, dass alle von einem Ehepaar abstammen und hat die Trennung und Spaltung, Uneinigkeit und Zerspaltung, Streit und Auseinandersetzung, Aggressivität und Feindschaft untersagt, damit keiner an Egoismus, Blutsverwandtschaft, Sippe, Volks-, und Stammes- und Rassenzugehörigkeit und Nationalität und eigenes Land denkt und diese sich nicht zum Ziel setzt, sondern sie vielmehr als Mittel zur Erreichung des Ziels, nämlich die Einheitlichkeit, den Zusammenschluss und den Austausch, die Menschenliebe und den Islam nutzt.

     

    Im Koran wurde der Begriff „Umma Wahida“ – einheitliches Volk unterstrichen und in einigen Koranversen, zum Beispiel in der Sure Anbiya und Mumeinin wurde die Einheit sogar vor dem Ein-Gott-Glauben genannt.

     

     

    Ursachen und Faktoren der Zwietracht aus der Sicht des Korans:

     

    1-Die Freundschaft mit Satan und die Einwilligung in seine Freundschaft und Lenkung, was laut Vers 119 der Sure Nissa zu ewigem eindeutigem Schaden führt.

     

    2-Die Freundschaft und Einwilligung in die Verwaltung durch Taghut (jede Art von Götzen und Abgöttern) und arrogante Herrscher, wie sie in der Sure An`am, Schu`ara, Mumeinin, Sabba und Tauba beschrieben wird.

     

    3-Die Einwilligung in die Verwaltung durch Schriftbesitzer, Gott-Ungläubige und Unterdrücker, denn in den Suren Mumtahana, Ale Imran und Nissa wird unterstrichen, dass die Gott-Ungläubigen und die Schriftbesitzer nicht als enge Freunde und Sachverwalter gewählt werden sollen, und deren Freundschaft zur Verstreuung der Muslime führt und ihren Zusammenhalt verhindert.

     

     

    Faktoren der Einheit laut Koran

     

    Faktoren der Einheit sind gemäß dem Koran:

     

    1.: Der Ein-Gott-Glaube (Towhid) und die religiösen Lehren, da das Festhalten an ihnen die Meinungsverschiedenheiten unter den Menschen beseitigt. Wir haben gesagt, dass die Anweisungen der Religion von Adam bis zu Noah und von Noah bis zu Abraham und von Abraham bis zu Mohammad (s.a.a.s.) sich alle auf einer Bahn bewegten, einem Ziel galten und aus einer Quelle stammten. Natürlich bestätigt der Koran die Botschaften der Propheten nur insoweit, wie sie nicht manipuliert wurden.   Er hat die Gemeinsamkeit in dem Ein-Gott-Glauben, dem Prophetentum und dem Jüngsten Gericht den Anhängern aller Religionen anempfohlen und sie daran erinnert, damit sie friedlich vorhandene Meinungsverschiedenheiten lösen und zu einer Einmütigkeit und einer Solidarität aufgrund von Religion und Glauben gelangen.

     

    In den Suren Ale Imran und Baqara, heißt es, dass Adam, Noah, Abraham und Imran derselben Geschlechterfolge angehören und es wird das Gemeinsame und die Einheit in den himmlischen Lehren hinsichtlich des Glaubens an Gott, die Engel, die Himmelsschriften, das Prophetentum und den Auftrag der Propheten betont.

     

    2-Die Verwaltung durch Gott, den Propheten und die Auliya-l Amr (Verwalter, Befugten, Führer…) (ungeachtet dessen, dass zwischen den Schiiten und den Sunniten und jeweils unter ihnen selber hinsichtlich der Deutung von Auliya-l Amr Meinungsverschiedenheiten existieren). Jedenfalls wird von dieser Verwaltung (Welayat) in den Suren An`am , Yunes, Mumtahana, Ma`eda, Mudschadela, Ale Imran und Schura gesprochen.

     

    3-Qist und Adl – Gerechtigkeit – das Gute gebieten und das Schlechte verwehren, wie es in den Suren Nissa, Towbeh und Maeda erläutert wird.

     

    4- Festhalten an dem Haltetau Allahs oder den geraden Weg, wovon in den Suren Ale Imran, Maryam, Zuchruf, Nissa, Hadsch die Rede ist und ebenso Begriffe wie Brüderlichkeit, Zuneigung, Herzensmilde wie sie in den Suren Hidschr, Towbeh, Schura, Hudscharat und Infal angesprochen wird.

     

     

    Die Einheit in der Sunna des Propheten Gottes

     

    Die Befolgung der Tradition des Propheten ist   aus der Sicht derer, die von ihr überzeugt sind, gleichzusetzen mit der Befolgung der göttlichen Gebote. Der ehrwürdige Prophet verabscheute Faktoren, die zur Spaltung führten und hat immer zur Einheit aufgerufen, damit es keine Spaltung in der Islamischen Gesellschaft gibt.

     

    Er hat gesagt: Die Muslime sind wie die Zacken eines Kammes alle gleich. Diese Empfehlungen und Hervorhebungen sind ein Faktor für die Anerkennung der verschiedenen religiösen Denkschulen und die Beachtung der aus der Brüderlichkeit resultierenden Rechte zu einander. Sie sind ein entschiedener Beleg für die Einheit im muslimischen Volke und den Zusammenhalt unter ihnen.

     

    Der geehrte Imam Ali (A.S.) hat in der Rede 206 seine Anhänger ernsthaft vor Handlungen, die Zwietracht schüren wie sarkastische Bemerkungen   und Fluchen, welche blinden Eifer und gruppenbezogenen Stolz zeigen , verboten . Diese große Vorzüglichkeit ist Heydar Karrar ( Beinamen Imam Ali) zuzuschreiben, dass er der erste Begründer der Annäherung zwischen den religiösen Richtungen und der Herold des islamischen Zusammenhaltes war.

     

    Schließlich wird eines Tages im Gefolge der Selbstaufgabe Seyyed ul Schahada – dem geehrten Imam Hussein aleihe salam und der Revolution des ehrwürdigen Mahdi aleihe salam die Größe des Islams und seine berechtigte Rechtleitung verspürt werden und man wird sich vom Gott-Unglauben und vom Dunkel, der Diskriminierung und der Zwietrachtstiftung entfernen. Und wenn wir mit der notwendigen Genauigkeit hinschauen, sehen wir, dass zwar der geehrte Ismail und Abdullah , der Vater des geehrten Propheten von der Opfer-Werdung auf dem Wege Gottes befreit wurden, aber diese Bewegung der Aufopferung nicht von der Familie des Propheten und seinen Reinen Nachkommen weggenommen wurde. Der Befehlshaber der Märtyrer (Imam Hussein) willigte in diese Aufopferung ein, so dass er eines Tages der Fürst der Paradiesjugend sein wird und die Gläubigen durch seine Fürbitte zum Frieden des Paradieses und zu dem Segen der göttlichen   Zufriedenheit gelangen.

     

    Quelle: Tebyan