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    Islam und Freiheit (8)

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    Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

     

    Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

     

    Zum Thema der Freiheit ist es wichtig, die Unterschiede zwischen den Ansichten des hl. Qur’ans und der Denkschule des Liberalismus, was die Definition der Freiheit betrifft, zu erläutern. In den vorigen Ansprachen wurde erwähnt, dass der Islam sowohl auf die äußeren als auch auf die inneren Freiheiten Wert legt und besagt, dass die innere und spirituelle Freiheit dem Menschen den Weg zum Erreichen der äußeren Freiheit ebnet.

     

    Ein weiterer Unterschied ist, dass der hl. Qur’an die Freiheit als ein Instrument zum Erlangen der Vervollkommnung betrachtet. Manche sind der Überzeugung, dass die Freiheit an Wert verliert, wenn sie als Instrument zur Vervollkommnung der Menschen angesehen wird, also wird die Freiheit von manchen das am wünschenswerteste und als das endgültige Ziel eines jeden Individuums bezeichnet[1], und andere meinen, dass Frei sein mit der Idee der Freiheit als Instrument nicht vereinbar ist.[2]

     

    Diese Ansichten sind jedoch nicht vertretbar, weil der wahre Wert und die Position der Freiheit dadurch erkannt werden, wenn sie als Instrument eingesetzt wird, dadurch wird verhindert, dass die Mittel zum Ziel werden. Die Freiheit als Recht und auch als Instrument zu betrachten ist sehr wohl vereinbar. Der Mensch hat nämlich zweierlei Rechte: Die einen sind das Ziel der Menschen, sie haben einen inhärenten Wert, und die anderen stellen ihm Mittel zur Verfügung, mit denen er seine wahren Wünsche erfüllen kann.

     

    Der Islam gewährt dem Menschen das Recht, Dinge zu besitzen. Dies hat nicht zu bedeuten, dass Besitz der Höhepunkt und das absolute Ziel der Menschen sind.

     

    Jene, die die Freiheit als ultimativen Wunsch der Menschen sehen, sind irregegangen und ihre extremistische Ansicht der Freiheit gegenüber hat diese Sichtweise verursacht. Damit etwas als Ziel betrachtet werden kann, muss es zunächst im Zusammenhang und in Relation zum Leben der Menschen als Gesamtheit betrachtet werden. Der Mensch verfügt zweifelsohne über viele geistliche und körperliche Freiheiten und seine Vervollkommnung liegt darin, seine geistlichen Talente zu entfalten. Somit ist geistliche Vervollkommnung das ultimative Ziel der Menschen, und zwar in allem, was sie tun.

     

    Die Freiheit besitzt den Wert, dass sie dem Menschen dies ermöglicht. Sollte der Mensch jedoch seiner Freiheit nachgehen und dabei seine Talente und Kapazitäten vernachlässigen, dann ist diese Freiheit nicht mehr wertvoll genug um ein Ziel, oder gar ein Instrument zu sein. Sie führt nämlich dazu, dass der Mensch die Vervollkommnung nicht erreicht und sein Leben verschwendet. Der Qur’an legt großen Wert auf das Wachstum, den Fortschritt und die wahre Glückseligkeit der Menschen und die Freiheit muss in dieser Richtung eingesetzt werden. Zu den Zielen aller monotheistischen Propheten (a.s.) gehörte auch, die vielfältigen Ketten zu sprengen, an die die Menschen gebunden sind und dies soll dadurch erzielt werden, dass der Mensch ethische Tugenden gewinnt und Gott dient.

     

    Kurzum könnte man daraus schließen, dass aus Qur’anischer Sicht die Freiheit nicht das ultimative Ziel der Menschen ist. Vielmehr wurde dem Menschen diese große, göttliche Zuwendung zuteil, damit er ein wahrhaftig vernünftiges Leben führt. Die Freiheit hat ihren Wert darin, dass sie den Menschen von seinen Verlangen und den vielen Versuchungen befreit und ihn zum wahrhaftigen Angebeteten führt, und nicht damit der Mensch absolute Freiheit ausübt und sein Verlangen zu seinem Angebeteten macht. Aus Qur’anischer Sicht ist die Tat wertvoll, die den Menschen seinem wahren Ziel näher bringt und seine hochwertigen Talente entfalten kann, damit er seine wahre Identität erreichen kann.

     

     

    Quelle: http://www.izhamburg.com