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    Islam und Gerechtigkeit (1)

    Islam und Gerechtigkeit (1)
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    Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

     

    Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

     

    Gerechtigkeit als Lebensangelegenheit ist ein wichtiges Charakteristikum, welches von allen monotheistischen Religionen und vor allem von der erleuchtenden, islamischen Religion betont wird, und in allen Aspekten des menschlichen Lebens präsent zu sein hat. Der Qur’an gibt der gesamten Menschheit die Anweisung: „Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen. “[1]

     

    Gerechtigkeit in der menschlichen Gesellschaft ist eines der schönsten Begriffe, die der Mensch in seiner Geschichte kennengelernt hat. Als Konzept wird es jedoch, wie viele andere Konzepte auch, z.B. Freiheit, unterbunden. So viele Menschen sprechen von Gerechtigkeit und behaupten, dass jedem Individuum seine Rechte zugestanden werden müssen und das alles seinen adäquaten Platz einzunehmen hat, verhalten sich aber fahrlässig, wenn es um die Realisierung dieses Konzepts geht. Aus diesem Grund auch hat die menschliche Welt noch nie die Gerechtigkeit im wahren Sinne und in allen gesellschaftlichen Aspekten erlebt. So müssen alle bemüht sein, die Gerechtigkeit in der menschlichen Gesellschaft durchzusetzen und sich nicht lediglich mit Parolen zu begnügen. Dies bewegte auch die monotheistischen Propheten dazu, die Gerechtigkeit, den Frieden und die Freundschaft unter den Menschen als wichtigste Botschaft für ihr Volk auszuwählen. Der hl. Qur’an sagt dazu: „Wahrlich, Wir schickten Unsere Gesandten mit klaren Beweisen und sandten mit ihnen das Buch und die Waagewerte herab, auf daß die Menschen Gerechtigkeit üben mögen.“[2]

     

    Es war der Menschheit schon in der Vergangenheit immer ein Bedürfnis, und wird es auch in Zukunft immer sein, dass sie sich mehr als zuvor in alle Aspekte der Gerechtigkeit vertieft, sie studiert und sich Methoden überlegt, wie sie sie durchsetzen kann. Die Gerechtigkeit ist ein wichtiges Bedürfnis der menschlichen Gesellschaft und ein sehr empfindliches Thema; viele Menschen sind bemüht, die menschliche Welt der Gerechtigkeit näher zu bringen.

     

    Auch der hl. Qur’an betrachtet die Gerechtigkeit als eines der wichtigsten Themen einer Gesellschaft und betont es entsprechend und auf verschiedene Arten. Die verschiedenen, arabischen Begriffe für „Gerechtigkeit“ kommen im Qur’an sehr häufig vor.

     

    Der Begriff selbst – und nicht als Derivat – kommt vierzehn Mal und in zwölf Versen von insgesamt sieben Suren des hl. Qur’ans vor. Seine Derivate kommen insgesamt 25 Mal in 11 Suren vor. Begriffe mit ähnlicher Bedeutung (wie z.B. „Gleichheit“) kommen in ihrer reinen Form in 15 Suren insgesamt 15 Mal vor.

     

    Es gibt überdies viele, verschiedene Begriffe, die eine ähnliche Bedeutung wie Gerechtigkeit haben, und auf verschiedene Arten eingesetzt werden.

     

    Die Gerechtigkeit ist eine Tugend, die der menschlichen Gesellschaft zur Beständigkeit, Gleichheit, Maß und Freiheit verhilft. Eine Gesellschaft, der diese Tugend verwehrt bleibt, wird unter Diskriminierung, Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Korruption und einem Mangel an Frieden und Freundschaft leiden.

     

    Wenn wir einige, im Qur’an erwähnten Beispiele für Gerechtigkeit untersuchen, erfahren wir, dass ihre Bedeutung auf alle die Menschen betreffenden Dinge erweitert wird. Sie umfasst das Denken, die Ethik und kulturelle, finanzielle, politische und gesellschaftliche Angelegenheiten. Jeder Muslim hat sich aus diesem Grund zur Gerechtigkeit als ein grundlegendes Prinzip, sowohl für sich, als auch für den Rest der Gesellschaft zu verpflichten.

     

    Es ist eine gerechtigkeitsliebende Gesellschaft, die die Rechte aller Menschen in allen Stufen bewahrt, gleich ob jung oder alt, ob Frau oder Mann, ob es um Familienangelegenheiten geht oder um ganze Völker. Wenn Gerechtigkeit herrscht, werden alle mit Gesundheit, Sicherheit und Freude beschenkt. Die Gerechtigkeit ist wahrhaftig ein Maß, an dem man das Gute und die Werte erkennt. Wenn jemand sein Verhalten an Gerechtigkeit orientiert, wird er stets bemüht sein, die Rechte aller Menschen und auch anderer Lebewesen zu bewahren. Imam Ali (a.s.) sagte: „Die Gerechtigkeit ist das Maß aller Dinge.“ Der Edelmutige sagte auch: „Die Gerechtigkeit ist das Kriterium der Politik.“

     

    So Gott will, werden wir in den zukünftigen Wochen das Thema der Gerechtigkeit aus islamischer Sicht weiter besprechen.

     

     

    [1] 16:90

    [2] 57:25

     

     

    Quelle: http://www.izhamburg.com