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    Islam und Gerechtigkeit (13): Gesellschaftliche Gerechtigkeit (4)

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    Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

     

    Aller Lobpreis gebührt Gott, Dem Erhabenen, Dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. Oh Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

     

    In der Ansprache der vergangenen Woche befassten wir uns mit der gesellschaftlichen Gerechtigkeit im Zusammenhang mit führenden Positionen in der Gesellschaft. Wenn Sachwalter und Autoritäten gerecht und kompetent handeln, werden sie die Rechte jedes einzelnen Menschen berücksichtigen und die Gesellschaft in Sicherheit und Wohlstand führen.

     

    Die Wirtschaftlichkeit gehört ebenfalls zu den wichtigen Komponenten der gesellschaftlichen Gerechtigkeit. Damit die Gesellschaft zu gerechten Handlungen befähigt ist, müssen Bedingungen geschaffen werden, unter denen jedem Individuum der Gesellschaft finanzielle Anrechte auf angemessene Weise gewährleistet werden. Dies ist nur dann möglich, wenn produktive Arbeit ermöglicht und die Grundbedürfnisse aller Menschen gedeckt werden. Alle Menschen sollten am Reichtum der Gesellschaft beteiligt werden, wobei es kein Neid geben darf.

     

    Der Heilige Koran spricht:

     

    „Und die Erde hat Er für die Geschöpfe (an)gelegt.“[1]

     

    Die Erde und Jegliches, was sich in ihr befindet, ist allen Menschen zugänglich. Vollkommene Gerechtigkeit ist dann gegeben, wenn alle Individuen der Gesellschaft die Erde und ihre Gegebenheiten nutzen können. So verhält es sich auch mit dem Reichtum, denn der darf nicht nur unter den Mächtigen und den Kapitalisten geteilt werden.

     

    „Dies, damit es nicht nur im Kreis der Reichen von euch bleibt.“[2]

     

    Niemand darf sich das Eigentum anderer aneignen und ihre finanziellen Anrechte übertreten.

     

    „Und zehrt nicht euren Besitz untereinander auf nichtige Weise auf.“[3]

     

    Jeder muss seinen eigenen Bedürfnissen nachgehen, indem er sich bemüht und anstrengt. Keiner darf anderen zur Last fallen, der gesegnete Prophet (s.a.s.) sagt:

     

    „Der, der die Last seines Lebens anderen überlässt, der ist fern von der göttlichen Gnade.“[4]

     

    Es scheint, dass alle Propheten und Reformer darum bemüht gewesen waren, die ungleiche Behandlung der Menschen zu bekämpfen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Nur durch ökonomische Gerechtigkeit, die die gesellschaftliche Gerechtigkeit sichert, kann die Armut endgültig besiegt werden und jeder Mensch relativen Wohlstand erlangen. So sagte Imam Dschaafar As-Sadiq (a.s.):

     

    „Wenn Gerechtigkeit unter den Menschen herrscht, wird niemand mehr bedürftig sein.“[5]

     

    Imam Musa Al-Kazim (a.s.) sagte:

     

    „Gott hat keine Sache existieren lassen, die nicht teilbar ist. Jedem hat Er sein Recht zugesprochen – bestimmten Leute oder die Allgemeinheit, den Armen, Bedürftigen und den Schwachen. Wenn Gerechtigkeit unter den Menschen herrschen würde, würde niemand mehr bedürftig sein.“[6]

     

    All dies lehrt uns, dass ein Volk nicht mehr mit Bedürftigkeit ringen muss, sobald ökonomische Gerechtigkeit unter den Menschen herrscht.

     

    Die Bekämpfung der Armut ist ein Grund für die Existenz der Gerechtigkeit. Wenn sie nicht gegeben wäre, so würde es immer Unterdrückung und Ungerechtigkeit geben. Die Verantwortlichen müssen die Gerechtigkeit also ernst nehmen und bemüht sein, sie vollständig durchzusetzen und die Armut in der Gesellschaft zu bekämpfen. Imam Ali (a.s.) sagte:

     

    „Wenn der Sachwalter der Menschen ihnen ihre Rechte zugesteht, wird das Recht unter ihnen beliebt werden. Die Wege der Religion werden sich zeigen und die Anzeichen der Gerechtigkeit werden gefestigt.“[7]

     

    Außerdem wird überliefert: „Nur mit Gerechtigkeit kann man Unrecht und Unterdrückung bekämpfen.“[8] Solange nicht die Rechte aller Menschen erkannt und ihnen zugestanden werden, wird es keine Gerechtigkeit geben.[9]

     

    Ökonomische Gerechtigkeit bedeutet, öffentlich Erwirtschaftetes korrekt zu verwalten und nicht zuzulassen, dass das Recht vernachlässigt wird. Die Rechte aller Menschen, vor allem die der Mittellosen, müssen berücksichtigt werden, damit es zu keiner Klassengesellschaft kommt. Um ökonomische Gerechtigkeit zu ermöglichen, müssen zunächst die Bedingungen für das Wachstum und für den Wohlstand der Allgemeinheit gegeben werden, und zwar gleichermaßen für alle, damit auch alle das Volkseigentum auf gerechte Weise nutzen können. Imam Ali (a.s.) sagte:

     

    „In Kufa lebt niemand, dessen Leben nicht geregelt wurde. Auch die, die sonst mittellos waren, haben Weizenbrot zur Ernährung, Wasser zum Trinken und ein Dach über dem Kopf.“[10]

     

     

    [1] Ar-Rahman:10.

     

    [2] Al-Haschr:7.

    [3] Al-Bakarah:188.

    [4] Wassail-al-Schia, Bd. 2, S. 18.

    [5] Usul Al-Kafi, Bd. 3, S. 568.

    [6] Ebd., Bd. 1, S. 542.

    [7] Nahdsch-ul-Balagha, S. 683.

    [8] Ghurar-ul-Hikam, S.205 und S. 15; Tuhaf-ul-Ughul, S. 296.

    [9] Ghurar-ul-Hikam, S. 256.

    [10] Die Lichtermeere, Bd. 1, S. 40.

     

     

    Quelle: http://www.izhamburg.com