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    Islam und Gerechtigkeit (2)

    Islam und Gerechtigkeit (2)
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    Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

     

    Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

     

    Der hl. Qur’an ist der wichtigste Aufruf nach Gerechtigkeit und betont an mehreren Stellen dieses, für die menschliche Gesellschaft äußerst wichtige Thema. Er gibt allen Menschen die ganz klare Anweisung, Gerechtigkeit walten zu lassen und mahnt vor Unterdrückung und Aggression.[1] Es gehörte zum Auftrag aller monotheistischen Propheten, vor allem dem hl. Propheten (s.), Gerechtigkeit und gerechtes Verhalten in der Gesellschaft durchzusetzen: „Zu diesem (Glauben) also rufe (sie) auf. Und bleibe aufrichtig, wie dir befohlen wurde, und folge ihren persönlichen Neigungen nicht, sondern sprich: »Ich glaube an das, was Allah an Buch herabgesandt hat, und mir ist befohlen worden, gerecht zwischen euch zu richten. Allah ist unser Herr und euer Herr. Für uns unsere Werke und für euch eure Werke! Kein Beweisgrund ist zwischen uns und euch. Allah wird uns zusammenbringen, und zu Ihm ist die Heimkehr.«“[2]

     

    Gott gibt im Qur’an dem Menschen die Anweisung, Gerechtigkeit walten zu lassen, wenn er unter den Menschen urteilt.[3]

     

    Der hl. Qur’an betont auch, dass man zu denjenigen gehören soll, die Gerechtigkeit walten lassen und nur die Wahrheit bezeugen, selbst wenn es ihnen, ihren Eltern oder Verwandten schaden sollte, und dass sie die Triebseele meiden sollen, damit sie sie nicht davon abhält, Gerechtigkeit zu üben.[4]

     

    Der Qur’an sagt: „Und wenn ihr eine Aussage macht, so übt Gerechtigkeit, auch wenn es einen nahen Verwandten (betrifft).“[5] Wir haben uns bei jedem Handel und jeder Vereinbarung gerecht zu verhalten[6], auch wenn es um Familienangelegenheiten[7] geht oder darum, zwischen zwei Personen oder Stämmen Frieden zu stiften[8] gilt es, Gerechtigkeit und zu bewahren und fair zu bleiben, und die Rechte aller Beteiligten zu berücksichtigen. Gerechtigkeit ist im Islam von solcher Bedeutung, dass der hl. Prophet (s.) sprach: „Eine Stunde Gerecht handeln ist besser als siebzig Jahre Gottesdienst zu verrichten indem man jeden Tag fastet und jede Nacht betet.“[9]

     

    Diejenigen, die sich also gerecht verhalten, werden am meisten von Gott geliebt, während die Unterdrücker und Ungerechten die am meisten verhassten Menschen sind.[10]

     

    In einer Überlieferung von Imam Sadjad (a.s.) lesen wir: „Die gesamte Schari’a besteht aus drei Dingen: die Wahrheit zu sprechen, gerecht zu urteilen und Versprechen einzuhalten.“[11]

     

    Sollte die Gerechtigkeit in der Lebensumgebung der Menschen fehlen und von den Menschen nicht berücksichtigt werden, wird das Leben in seinem wahrhaftigen Sinne für die Menschen nicht möglich sein. Imam Ali (a.s.) sagt daher: „Gerechtigkeit ist die Quelle des wahren Lebens.“[12] Zweifelsohne lässt sich das wahrhaftige Leben nur mithilfe von Gerechtigkeit in allen Dingen realisieren, und nur dann werden die Menschen das wahre Leben kosten.

     

    Daraus, dass das menschliche Leben nur durch Gerechtigkeit möglich ist, lässt sich schließen, dass Ungerechtigkeit und Unterdrückung die menschliche Gesellschaft in den Tod stürzen wird. So ist Gerechtigkeit die wahre Bedeutung des Lebens, und das Leben bedeutet Gerechtigkeit, während Unterdrückung eine Art Tod ist und der Tod Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Unterdrückung wird ausgeübt, wenn der Mensch das Maß überschreitet und es ins Extreme treibt. Von Imam Ali (a.s.) wird überliefert: „Wer das Maß und die Gerechtigkeit überschreitet, hat Unrecht getan.“[13]

     

     

    [1] 16:90

    [2] 42:10

    [3] 4:58

    [4] 4:135

    [5] 6:152

    [6] 2:282

    [7] 4:3

    [8] 49:9

    [9] Die Lichtermeere, Band 75 S. 354

    [10] Die Lichtermeere, Band 75, S. 351

    [11] Überlieferung von Imam Sadjad, Khisal, S. 113

    [12] Ghurar ul-Hikam, 15

    [13] Nahdj ul-Balågha, 935, Abduh, 62/3

     

     

    Quelle: http://www.izhamburg.com