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    Islam und Glaube (4)

    Islam und Glaube (4)
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    Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

     

     

    Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

     

    Alle islamischen Wissenschaftler, egal welcher Richtung oder Gruppe sie angehören, haben anerkannt, dass der Islam und der Qur’an dem Menschen Glauben abverlangen. Er hat an das Verborgene zu glauben und es wird betont, dass der Mensch an Gott, die Propheten, die Engelswesen und die heiligen Schriften zu glauben hat. Auch darin, dass der Glaube den Menschen zur irdischen und jenseitigen Glückseligkeit führt, sind sie sich einig. Im Qur’an sind alle Verantwortungen und Aufgaben die Gott dem Menschen aufgetragen hat auf den Glauben gebaut, weswegen Gott auch immer die Gläubigen anspricht, wenn er im Qur’an die Menschheit auf seine Verantwortung aufmerksam machen möchte. Mit zunehmendem Glauben steigert sich der menschliche Rang aus Gottes Sicht und jeder muss bemüht sein, seinen Glauben auszubauen.

     

    So wie in den vergangenen Ansprachen erwähnt wurde, haben die göttlichen Wissenschaftler es stets angestrebt, ihre Ansichten bezüglich des Glaubens darzulegen, weil er in allen monotheistischen Religionen eine wichtige Rolle spielt. Es wurde auch gesagt, dass es unter den Muslimen drei theologische Ansichten gibt, wovon zwei jeweils durch die Aschariten und die Mu’tadhila vertreten sind und die dritte besagt, dass der Glaube in Wirklichkeit Kenntnis über alle Wahrheiten der Schöpfung bedeutet. Er wird allerdings erst durch das Wandern der Seele auf dem Pfad der Vervollkommnung gewonnen. Dass man sich an die Gebote und Verbote hält ist ein nach außen wirkender Effekt des Wanderns auf diesem Pfad. Dieser Theorie nach hängt der Glaube einer Person und dessen Stärke vom Ausmaß seiner Kenntnisse ab. Als Gläubig wird jemand bezeichnet, dessen Überzeugungen der Wahrheit entsprechen und er ist nur dann vollkommen, wenn seine Überzeugungen direkt und unmittelbar mit der Schöpfung vereinbar sind.

     

    So gewinnt der Glaube seine Essenz durch philosophisches Wissen und dieser Theorie nach ist es der menschliche Verstand, der den Glauben beherbergt. Gott und die Propheten anzuerkennen ist demnach eine logische Anerkennung und hat mit einer äußeren Wahrheit zu tun. Sie gilt als Teil der Schöpfung und demnach ist der Begriff der Pflicht und Verantwortung nicht im Glauben inbegriffen. Dieser Definition nach hat der Glaube es lediglich mit einer theoretischen philosophie zu tun, und nicht mit einer praktischen.

     

    Es muss daran erinnert werden, dass diese Sichtweise auch den Schiiten zugeordnet wird, vor allem bei denen, die den Qur’an und die Art des Propheten philosophisch erläutern und auslegen möchten. In der nächsten Ansprache werden wir uns mit der Qur’anischen Ansicht anhand von Qur’anversen befassen und daraus einige Schlüsse ziehen.

     

    Hier muss aber erwähnt werden, dass die drei theologischen Auslegungen eines gemein haben, und zwar dass der Glaube etwas ist, dass man sich erst aneignen muss und der Mensch daher indem er Gott und die Propheten anerkennt, sich an Gebote und Verbote hält (und zwar im Sinne von all dem, woran man verpflichtet ist, zu glauben), oder sich philosophisches Wissen und Kenntnisse über die Schöpfung aneignet, seinen Glauben gewinnt. Bei seiner Geburt hat er bereits die Fähigkeit, sich den Glauben anzueignen. Ein neugeborenes Kind kann dennoch nicht als gläubig bezeichnet werden, so wie es aber auch nicht als ungläubig bezeichnet werden kann. Die reine, unangetastete Natur der Menschheit ist frei von Glaube oder Unglaube und er hat die Wahl, sich selbst mit dem Glauben zu beschenken, und ist sehr wohl auch fähig dazu. Alle islamischen Theologen haben diese positive Ansicht über den Menschen, sie behaupten nicht, der Mensch sei von Natur aus bösartig oder sei mit der Sünde geboren. Man hält den Menschen nicht von Natur aus für einen Sünder und nichts hält ihn davon ab, sich den Glauben anzueignen. Dies ist ein wichtiger Unterschied zwischen der islamischen und der christlichen Theologie. Laut Christentum kann der Glaube nur ein besonderes Geschenk von Gott sein, weil die Menschen aus der Sicht der katholischen Kirche die Sünde in ihrer Natur tragen.

     

    Noch ein gemeinsamer Punkt zwischen den drei erwähnten Ansichten ist, dass die Essenz des Glaubens von Gott offenbart wird, und wir sie erst verstehen müssen. So sind alle bemüht, herauszufinden, was dieser Glaube bedeutet, der in der göttlichen Schrift erwähnt wird. Die Wahrheit des Glaubens kann also nicht durch philosophische Argumente verstanden werden, und daher sagen manche, dass er entweder die Anerkennung der Propheten bedeutet oder die Einhaltung der Pflichten. Andere wiederum legen den Glauben als philosophische Kenntnis aus. Ganz klar ist dabei, dass alle den Glauben verstehen wollen weil er ihnen im Qur’an und in jeder Schrift einer monotheistischen Religion abverlangt worden ist. Er muss durch die Menschen erst gewonnen werden und sie müssen es anstreben, herauszufinden, was Gott nun mit „Glauben“ meint, wenn er danach verlangt.

     

    Quelle: http://www.izhamburg.com