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    Islam und Sharia (5)

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    Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

     

     

    Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen sei mit unserem Propheten Muhammad, seinen reinen Nachkommen und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

     

     

    In den letzten Sitzungen wurde erleuchtet, dass die Scharia im Islam eine erforderliche Angelegenheit darstellt, da zur Erziehung des Einzelnen und der Gesellschaft eine umfassende Gesetzgebung notwendig ist, die Scharia genannt wird. Die wichtigste Angelegenheit der Scharia stellt den Aspekt dar, dass die Menschen nicht auf sich selber gestellt sind, sondern über ihre Aufgaben und Pflichten Kenntnis besitzen, da sie in die Irre gehen werden, sollte der Weg für sie nicht klar erkennbar sein. Der Sinn der Anwesenheit und Gesandtschaft der göttlichen Propheten ist eben jener, dass sie die Wegweiser der Menschen sind und ihnen ihren Weg und das Ziel aufzeigen. Dieser Segen stellt eine Gnade dar, die vom gepriesenen Gott dem Menschen gegeben wurde.

     

    Der Dank für diese Gnade stellt die Befolgung des Weges dar, den sie uns aufgezeigt haben. Aus diesem Grund danken wir dem erhabenen Gott und bitten ihn täglich um die Standfestigkeit auf diesem Weg und dieser Entscheidung und sprechen zu ihm: „Leite uns auf den rechten Weg“ [1]. So wurde bisher klar, dass die göttliche Scharia eben jene rettende Gesetzgebung für die Rechtleitung der Menschen darstellt, bis sie schließlich die diesseitige und jenseitige Glückseligkeit erhalten. Dies stellt eine Verfahrensweise vom erhabenen Gott für alle Diener dar, in der Art, dass nach der Erschaffung des Menschen einerseits jede Begabung im menschlichen Wesen platziert worden ist und andererseits Propheten geschickt wurden, die entweder selbst eine Scharia mit sich führten oder Befolger der Scharia waren, damit sie die Menschen auf dem Weg der Rechtleitung hinweisen können und diese nicht auf den Irrweg geraten.

     

    Nun muss auf die Frage geantwortet werden, in was für einer Situation sich die Menschen befinden würden, wenn es die Scharia und Gesetzgebung nicht geben würde, und die Menschen keine Verpflichtungen hätten. Bei der Antwort ist zu sagen, dass wenn der erhabene Gott den Weg für die Menschen nicht durch die Propheten klar gemacht hätte, er sie im eigentlichen Sinne sich selbst überlassen hätte. Diese Selbstüberlassung hätte dazu geführt, dass die Menschen nach niederen Handlungen streben würden. Die Selbstüberlassung durch Gott wäre eine abscheuliche Angelegenheit, die Er niemals machen würde. In dieser Richtung gibt es eine Aussage Allameh Hillis, in der es zusammengefasst heißt, dass wenn der erhabene Gott die Menschen, die die Voraussetzungen zur religiösen Verpflichtung erfüllen, nicht verpflichtet hätte, diese obszöne Handlungen treiben würden und zweifellos wäre die Bestimmung der Menschen zur Begehung von obszönen Handlungen selber eine Obszönität, welches verurteilt werden müsste. Deshalb ist es ausgeschlossen, dass der weise Gott eine solche Handlung begeht.[2]

     

    Die erklärung dieser Thematik ist, dass der erhabene Gott die Menschen in einer Art und Weise erschaffen hat, dass Er auf der einen Seite sowohl den Intellekt, den Willen und das Gewissen in seinem Wesen platziert hat und auf der anderen Seite rebellische Neigungen und Triebe entsprechend der Weisheit zu ihrer Postierung. Auf Basis dieser Neigungen hat der Mensch stets ein Verlangen zur Befriedigung seiner Gelüste und ist von den Tugenden und Vervollkommnungen, die schwer zu erlangen sind, flüchtig. Wenn Er sie nicht zur Erledigung von Angelegenheiten, die dem Wohl dienen, verpflichten und sie vor der Begehung von schädlichen Handlungen warnen würde, so würde ein solcher Mensch niemals eine Motivation zum Verlassen der vergänglichen Neigungen der Triebseele haben. Deshalb erzieht Er sie mit Verpflichtungen, die eben jene göttliche Scharia bilden, um treu zu leben, dem gesellschaftlichen und persönlichen Verfall zu widerstehen und sich nicht ins Schlundloch der Sünde und des Ungehorsams zu werfen.

     

    Dies stellt einen sehr wichtigen Punkt beim Sinn der Scharia dar, dem man Aufmerksamkeit schenken muss. Ein solches Wort wird durch Überlieferungen bestätigt, so sagt der Führer der Gläubigen, Imam Ali (a.): Es ist äußerst schwer in Richtung der Tugenden, Vollkommenheiten und des Guten empor zu steigen und die charakterliche Vervollkommnung zu erhalten, doch ist es errettend. Umgekehrt ist der Fall in die moralischen Verwerflichkeiten äußerst einfach, doch tödlich.[3] Auch steht in einer anderen Überlieferung, dass man seine Seele in Richtung der moralischen Tugenden und menschlichen Vollkommenheiten leiten und zwingen soll. Doch bezüglich den moralischen Verwerflichkeiten bewegt sich die Seele von selbst in ihre Richtung, ohne dass man sich bemühen müsste.

     

    Anders ausgedrückt steht die Nutzung von materiellen Genüssen leicht zur Verfügung, doch die Versprechen vom Paradies und der Hölle stellen Guthaben dar. Wenn nun die göttliche Scharia nicht in ernster Art und Weise für die Rechtleitung der Menschen anwesend wäre, so würden viele Menschen nicht von materiellen Gelüsten ablassen. Dies ist der Punkt, wo die Scharia und göttliche Gesetzgebung ihre Rolle bei der Verhinderung des Verfalls entfalten. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Scharia den Boden für den Wachstum der Spiritualität des Menschen und dem Erhalt von großen jenseitigen Belohnungen bereitet. Weiterhin garantiert es die Gerechtigkeit in der Gesellschaft und erzieht die triebhaften Neigungen des Menschen. Es legt den Grundstein für jeden Menschen, dass dieser dem Zweck der Schöpfung, welches der Dienst und das Anstreben der Nähe Gottes ist, entsprechen kann.

     

     

    [1] Heiliger Qur’an, 1/5

    [2] Allameh Hilli, Kashf ul-Murad, S. 350

    [3] Ghurar ul-Hikam, Überlieferung 1179 und 1118

     

     

    Quelle: http://www.izhamburg.com