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    Islam und Spiritualität (6)

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    Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

     

    Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

     

    In den vergangenen Ansprachen erkannten wir, dass die rleigiösen Lehren den Menschen Gott näher bringen und seinem Leben Spiritualität verleihen können. Sämtliche Bemühungen des Menschen, ob nun sein Streben nach Kenntnis oder seine Gottesdienste dienen dann dem Zweck, dass er die Prüfungen des Lebens besteht und sich fortwährend steigert. In den islamischen Lehren werden sowohl Gotteskenntnis als auch Selbstkenntnis sehr betont. Imam Ali (a.s.) sagt in der Nahdj-ul-balagha: „Kenntnis ist der Beginn der Religion.“ Es wird auch oft überliefert, dass die Selbstkenntnis nach der Gotteskenntnis die wertvollste ist. Es heißt in einer Überlieferung sogar: „Selbstkenntnis ist die Nützlichste aller Kenntnisse.“ Der hl. Koran sagt über die Gottesanbetung:

     

    „O Ihr Menschen, betet euren Gott an, der jene Geschaffen hat, die vor euch waren, auf dass ihr Gottesfürchtig werdet.“

     

    Bezüglich des Kräftigens des Glaubens sagt der hl. Koran auch: „O die, die ihr glaubt, glaubt an Allah.“ Damit werden die Menschen dazu aufgefordert, ihren Glauben an Gott zu stärken und sich in ihrem Leben bemühen, um ihrem Gott zu begegnen: „Du Mensch! Du strebst mit aller Mühe deinem Herrn zu; und du sollst Ihm begegnen. “

     

    All dies dient also dem Zweck, dass der Mensch sein Leben spirituell gestaltet und seinem Schöpfer näher kommt. Der Gläubige ist immer darum besorgt und will sein wahres, höheres Ich steigern. Er berechnet seine Taten und übt Vorsicht, damit er sein Ich schlussendlich mit Gott vereint, indem er mit all seinem Wesen mit ihm verschmilzt.

     

    So lesen wir im Bittgebet für Imam Ali (a.s.):

    „O Herr, vervollkommne mich, damit ich mich von allem außer dir trenne. Verleihe unseren Herzen ihr Augenlicht durch deinen erleuchtenden Blick, damit sie die Schleier zur Seite schieben und sich in deiner Pracht wiederfinden, lass unsere Seelen im Antlitz deiner Macht und deines Heiligtums schweben.“

     

    Wahre Spiritualität im menschlichen Wesen ist mit Gottesanbetung sehr wohl vereinbar. Die richtige Gottesdienerschaft, die weder untertrieben noch übertrieben ist, bringt den Menschen zur wahren Spiritualität. Menschen, die nicht glauben, dass Spiritualität und Gottesdienerschaft einander gegenseitig voraussetzen, scheinen beides nicht begriffen zu haben und sehen die Wahrheit dahinter nicht. Das Bedürfnis, Gott zu dienen ist allen Menschen von Gott in die Natur gelegt worden. Dieser eine adäquate Richtung zu geben kann den Menschen dem Ziel der Schöpfung näher bringen.

     

    Jene, die mit der Essenz des Gottesdienstes nicht vertraut sind und von den äußerlichen Aspekten abgesehen keinen der Vorteile der Gottesdienerschaft genießen, erreichen vielleicht Spiritualität in ihrer einfachsten Form, und zwar aus dem einzigen Grund, dass sie Gott als das einzig Vollkommene in der Schöpfung anbeten. Viele bessere Anzeichen der Spiritualität bleiben ihnen jedoch verwehrt. Studieren wir das Leben der Menschen, die sich wahre Kenntnis angeeignet haben, sehen wir, dass es von Gottesdiensten, Bittgebeten und Andacht an Gott erfüllt ist, und dass sie die Momente, die sie mit ihrem Herrn alleine verbrachten als die Höhepunkte ihres Lebens sahen. Momente, an denen sie mit ihrem Herrn sprachen, und ihn in ihrem Herzen hörten.

     

    Wenn wir die Bittgebete des hl. Propheten (s.) und der unfehlbaren Imame (a.s.) als die reinsten Menschen der Existenz studieren, und erfahren, wie viel Zeit sie mit ihren Gebeten verbrachten, vor allem im verneigten oder zu Boden geworfenem Zustand, voller Kenntnis, Weisheit und Liebe, schließen wir daraus, das die besten Momente des Lebens dieser Menschen jene spirituellen Momente waren, die sie erreichten, indem sie ihre Triebseele bekämpften um Kenntnis zu gewinnen. Es wird überliefert, dass ein Moment der Aufmerksamkeit von Gott so viel Wert ist wie alle Taten der Menschen und der Dschinn.

     

    Daraus schließen wir, dass Gottesdienerschaft ein wertvoller Edelstein ist und den Menschen die spirituelle Freiheit verleiht, ihnen also ein spirituelles Leben beschert: „Gottesdienerschaft ist ein wertvoller Edelstein der gewonnen wird, wenn man seine Triebseele besiegt.“ Erst dann hat der Mensch wahre Freiheit, erkennt das wahre Leben und begreift es. Erst dann beschreitet er den Pfad des Monotheismus und der wahrhaftigen Spiritualität.

     

    Wenn jemand die wahre Spiritualität im menschlichen Leben sucht, findet er keinen anderen Weg außer die Gottesdienerschaft und alle Lehren der Religion basieren auf dieser Tatsache. Unter Islam wird die Unterwürfigkeit gegenüber der Wahrheit und den göttlichen Anweisungen verstanden, denn je mehr sich jemand zu den göttlichen Anweisungen verpflichtet, umso mehr wird er an Glauben gewinnen. Damit ist ganz klar, dass Glaube und Spiritualität zusammenhängen.

     

    Spiritualität ist eine Voraussetzung für den wahren Glauben und der Glaube der Menschen wird anhand ihrer Spiritualität gemessen. Gottesfurcht, anhand der die Taten der Menschen gemessen und die göttlichen Werte definiert werden, gehört zu den spirituellen und inneren Angelegenheiten, die dem Menschen seine Würde verleihen. „Der Gottesfürchtigste unter euch ist Gott am liebsten.“

     

     

    Quelle: http://www.izhamburg.com