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    Islam und Spiritualität (8)

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    Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

     

    Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

     

    In den vergangenen Wochen wurde erwähnt, dass die Spiritualität eine der wichtigsten, menschlichen Neigungen darstellt. Die Neigung zur Spiritualität ist, wie alle anderen inneren und natürlichen Neigungen der Menschheit nicht an eine gewisse Zeit gebunden, sie ist immerwährend in ihm vorhanden. Wichtig ist dabei, dass diese Neigung richtig erkannt und ausreichend beachtet wird. Man muss sie sich entfalten lassen und die Vorteile genießen, die sie mit sich bringt. Wenn alle Momente und Lebensphasen der Menschen von Spiritualität begleitet sind, werden die Beziehungen zwischen den Menschen ganz anders sein. Die Menschen würden sich gegenüber menschlicher Verhalten, und Solidarität und Zusammenarbeit würden gefördert werden.

     

    Wenn man die Neigung zur Spiritualität genauer beachtet, merkt man, dass sie in allen Menschen vorhanden ist und alles umfasst.

     

    Die Spiritualität ist in der Anerkennung einer Quelle der Vervollkommnung durch den Verstand zu finden. Der hl. Koran sagt:

     

    „Und wenn du sie fragst: „Wer hat die Himmel und die Erde geschaffen und euch die Sonne und den Mond dienstbar gemacht?“ dann werden sie gewiß sagen: „Allah.““[1]

     

    Die Spiritualität ist auch in der Neigung zur Schönheit zu finden. Der Mensch neigt aus natürlichen und nicht aus materiellen oder die Sinne betreffenden Gründen zur Schönheit. Aus diesem Grund lieben die Menschen auch die absolute Schönheit, nämlich Gott, und neigen dazu.

     

    Imam Ali (a.s.) sagt: „Gott der Erhabene ist schön, und liebt die Schönheit“[2]

     

    Der hl. Koran sagt dazu: „Wahrlich, Wir haben Türme in den Himmel gesetzt und ihn für diejenigen, die ihn anschauen, ausgeschmückt.”[3]

     

    Diese Neigungen werden oft vernachlässigt und ignoriert, oder auch von den Versuchungen des Teufels verunreinigt. Sie wirkt sich dann anders auf den Menschen aus. Er könnte hässliche und verwerfliche Dinge als schön empfinden und ihn Gott gegenüber ungehorsam machen. Diesbezüglich gibt es viele Koranverse, wie z.B. „doch Satan ließ ihnen ihre Werke wohlgefällig erscheinen.”[4] Oder „Anziehend erscheint denen, die ungläubig sind, das diesseitige Leben”[5] Der hl. Koran sagt auch: „Und da ließ Satan ihnen ihre Werke als wohlgefällig erscheinen und sagte: „Keiner unter den Menschen soll heute etwas gegen euch ausrichten können, und ich bin eure Stütze.“”[6]

     

    Diese und andere Verse[7] besagen, dass man der Religiosität im Laufe der Geschichte entnehmen kann, dass es die Neigung zur Spiritualität immer schon als eine natürliche Neigung gegeben hat. Die Ursache dieser Neigung haben wir früher bereits besprochen, es handelt sich dabei um das Bedürfnis nach Anbetung, Religion und anderen, heiligen Bedürfnissen. All diese hat es zusammen mit der Neigung zur Spiritualität als innere Wahrheiten im Menschen gegeben. Das, was die Spiritualität im Menschen am meisten stärkt, ist gegen Unbedachtheit und Gleichgültigkeit anzukämpfen.

     

    Die Begebenheiten dieser Welt, ob nun erfreulich oder bitter, ob Glück oder Unglück, ob Geschenke oder Verluste, ob Genuss oder Schmerz, Erfolg oder Misserfolg, sind für alle und vor allem für jene, die mit der Kenntnis betraut sind, sehr lehrreich. So sagt Imam Ali (a.s.): „Es gibt so viel Lehrreiches und so wenig Anerkennung.“ So viele arme Menschen sind reich geworden, und umgekehrt, es gibt so viele Konflikte, Grobheiten, Krankheit, Alter, Tod und all das können Warnungen für die Menschen sein, sie alle können die religiöse Spiritualität im Menschen fördern. Die Spiritualität ist in der islamischen Welt aber eher der Ethik und der Gnostik zugeteilt worden und alle Überlegungen darüber haben auch in diesem Sinne stattgefunden.

     

    Die westlichen Orient-Experten haben daher die „islamische Spiritualität“ eher in der Wissenschaft der Gnostik gesucht und dabei weniger den hl. Koran und die Überlieferungen beachtet, obwohl sie am meisten die gesunde und allumfassende Spiritualität beachten. Vertieft man sich auf die Lehren der Religion, sieht man die Spiritualität ganz natürlich darin vorkommen. Denn die Spiritualität und ihre Grundlagen besitzen alle eine religiöse Identität: der Glaube an die verborgene Welt, an den Sinn der Schöpfung, an den freien Willen, die natürlichen Gesetze der Aktion und Reaktion, die Fähigkeit der Menschen, sich zu steigern oder abzustürzen, die immerwährende und ewige, und gerechte Beaufsichtigung der Menschen und ihrer Taten durch Gott, …

     

    Ohne diese Prinzipien, würden die Pfeiler der Spiritualität an Stabilität verlieren. Es ist ganz klar, dass es diese Grundlagen einen religiösen Aspekt haben und in allen monotheistischen Lehren vorhanden sind, ja sogar zu den wichtigsten und grundlegendsten, religiösen Lehren gehören. Man kann also keine Spiritualität erreichen, die nicht auf einem religiösen Glauben basiert oder sich nicht zu religiösen Lehren verpflichtet.

     

    Die definitionsgetreue Spiritualität muss man in den Lehren der hl. Propheten (a.s.) suchen. Was außerhalb der Religion als Spiritualität bezeichnet wird, weicht von der wahren Spiritualität ab, damit werden wir uns noch ausführlich befassen. Dann wird klar, dass Dinge wie Spiritualität in den menschlichen Gesellschaften thematisiert werden, weil es ihnen nicht gelingt, diesen wahren Ursprung der Menschheit, die in der modernen Zeit aufgewachsen ist, völlig zu vernachlässigen. Sie sind daher bemüht, sich ohne Religion und ohne die Lehren der hl. Propheten (a.s.) mit der Spiritualität zu beschäftigen und in ihr Zuflucht zu suchen.

     

     

    [1] 29:61

    [2] Kafi, Band 6, S. 438

    [3] 15:16

    [4] 16:63

    [5] 2:212

    [6] 8:48

    [7] 15:39, 3:14, 6:44, 49:7, 7:32 und 24:31

     

     

    Quelle: http://www.izhamburg.com