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    Islamischer Lebensstil (11)

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    Islamischer Lebensstil (11)
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    Sie erinnern sich, dass wir im Laufe von mehreren Progammen darüber gesprochen haben, dass der Mensch ein Ziel haben sollte.

     

    Ebenso sollte er planen, sich an seinen Plan halten und seine Zeit richtig verwalten. Die Beachtung dieser Richtlinien, die der Islam betont, kann sich sehr positiv auf unseren Lebensstil auswirken. Alle privaten und sozialen Pflichten im Leben lassen sich durch Berücksichtigung dieser Dinge regeln und durchführen. In diesem Teil möchten wir über die persönlichen Pflichten hinsichtlich des Lebensstils sprechen.

     

    Mit persönlichen Pflichten sind Pflichten gemeint, denen jeder, ungeachtet ob in der Familie oder in der Gesellschaft, nachkommen sollte. Zu diesen Pflichten gehört das Nachdenken, die Anreicherung von Wissen, das Gott-Dienen, die Beachtung der Körperpflege und der gesunden Ernährung, Sport und Freizeitgestaltung, die angemessene Bekleidung, eine bestimmte Berufstätigkeit usw. Es sind Pflichten, von denen im privaten Bereich die Rede ist. Als erstes möchten wir nun vom Stellenwert des Denkens und der Wissensanreicherung im Leben aus der Sicht der islamischen Lehren sprechen.

     

    Wieviel Zeit nehmen wir uns eigentlich jeden Tag fürs Nachdenken und Lesen? Wieviel Bücher lesen wir monatlich um unser Wissen anzureichern? Wie lange denken wir nach, bevor wir ein Vorhaben durchführen?

     

    Das Denken ist eine der edelsten Möglichkeiten und Schätze des Menschen und ein Attribut, das ihn über die anderen Daseinswesen stellt. Der Mensch ist mit Verstand ausgestattet und kann über alles nachdenken. Die Vervollkommnung des Menschen hängt davon ab, wie gut er nachdenkt. Zweifelsohne kann das Nachdenken und die Erweiterung des Wissens sich sehr positiv auf unseren Lebenstil auswirken. Imam Sadiq (a) sagt:

     

    „Rettung und Wohl werden vom Denken begleitet.“

     

    Taten und Entschlüsse müssen mit Nachdenken einhergehen. Oberflächlichkeit ist wohl einer der wichtigsten Gründe für fehlendes Denken. Der Mensch hat es meistens eilig und möchte schnell ans Ziel und diese Eile führt dazu, dass er nicht das Schlechte vom Guten, Recht von Unrecht und Wohl von Unheil unterscheiden kann.

     

    Unüberlegtes Handeln ist einer der wichtigsten Gründe für Missstände und Probleme , die beim Einzelnen oder in der Familie oder der Gesellschaft auftreten. Von Prophet Mohammad (s) wird folgendes Wort überliefert:

     

    „Ich empfehle, jedesmal wenn ihr etwas tun wollt, an das Ergebnis zu denken. Wenn euch etwas seelisch-moralisch weiterbringt, dann tut es und wenn es zu Unheil und Verderben führt, dann lasst es!“

     

    Es schadet dem Leben, wenn die Möglichkeit, über seine materiellen und immateriellen Fragen nachzudenken, nicht wahrgenommen wird. Wer die Denkkraft einsetzt, wird die Nützlichkeit des Lebens steigern können und wer das Leben mit unnützen Dingen verbringt, dessen Denkkraft wird darunter leiden. Imam Sadiq (a) sagte zu einem seiner Helfer, der so reich war, dass er seine Handelsgeschäfte eingestellt hatte und nicht mehr arbeitete: „Kehr wieder zur Arbeit und zum Handel zurück, denn die Arbeitslosigkeit lässt die Vernunft des Menschen schrumpfen.“

     

    Allerdings bezeichnet der Islam zuviel Arbeit auch als Fehler. Denn zuviel Arbeit nimmt dem Menschen die Gelegenheit darüber nachzudenken was er macht und macht ihn konfus. Aber nicht nur das Nachdenken ist gemäß Islam edel und wichtig, sondern auch die Anhäufung von Wissen.

     

    Der Islam hat Wissen und Gelehrte hoch bewertet, und dadurch die Muslime motiviert, nach Wissen zu streben. Die ersten Verse, die dem Propheten in der Höhle Hara` offenbart wurden, handelten vom Wissen und Gott stellt sich in diesen Versen als Lehrer der Menschheit vor. An einer anderen Stelle im Heiligen Koran werden die Wissenden höher eingestuft als die Unwissenden. Der Koran unterstreicht, dass Wissende und Unwissende nicht gleich sind. In der Lehre des Islams ist es nicht möglich in Richtung Vervollkommnung zu gehen, wenn man nicht nachdenkt und kein Wissen besitzt.

     

    Die Bedeutung des Wissens aus der Sicht des Islams ist alleine schon daran zu sehen, dass es gemäß dieser Lehre für jeden Muslim, ob Mann oder Frau, eine Pflicht ist zu lernen und es heißt, dass der Erfolg im täglichen Leben und das Wohl im Jenseits vom Wissen abhängig ist. Natürlich ist nützliches Wissen gemeint. Ein Wissen, das nichts nützt, ist wie eine Medizin , die nichts wirkt. Der Einsatz der Vernunft und das Nachdenken verleihen dem Menschen eine zuverlässige starke Sichtweise zu dieser und jener Welt und befähigen ihn, sein diesseitiges und jenseitiges Leben richtig einzuschätzen und zu seinem wahren Vorteil zu handeln.

     

    Die Rolle des Nachdenkens ist für die immaterielle Vervollkommnung des Menschen so groß, dass die islamischen Quellen diese Tätigkeit als die beste Form des Gott-Dienens bezeichnen.

     

    Gemäß Islam wird eine Stunde Nachdenken so hoch belohnt wie 70 Jahre gottesdienstliche Handlungen. Durch das Nachdenken wird der Verstand gefördert. Die rationalen Kräfte des Menschen werden weiterentwickelt und dies hat zur Folge, dass der Mensch höhere Ziele erreichen kann.

     

    Wer nicht nachdenkt, der missachtet schnell den Ursprung des Daseins und möglicherweise wird er etwas anderes anbeten als Gott. Deshalb soll ein Muslim sich jeden Tag genug Zeit nehmen, um dem Erwerb von Wissen nachzugehen und nach Erkenntnis auch über sich selbst zu suchen. Der Prophet des Islams (s) sagt über die Bedeutung des Nachdenkens und des Wissenserwerbes:

     

    „An einem Tag, an dem ich mir kein neues Wissen aneigne und der mich nicht Gott näher bringt, wird der Sonnenaufgang ohne Segen für mich sein.“

     

    Es heißt dass Imam Ali (a) gesagt hat : „Erwerbt Wissen, denn das Wissen ist die Kraft des Körpers.“ Damit meinte er , dass Wissen den Menschen für ein besseres Leben stärkt. Mit Kraft des Körpers ist die Nutzung der Gaben des weltlichen Lebens dank des Wissens gemeint. Alama Tabatabai, der bekannte iranische Korankommentator, schreibt dazu:

     

    „Je richtiger das Denken ist, desto stabiler ist das Leben …“

     

    In einigen Überlieferungen wird der Erwerb von Wissen auch als die Vollendung der Religion bezeichnet. Dabei ist natürlich Wissen gemeint, welches dem Menschen zur Seligkeit und zur Rettung verhilft, und nicht irgendwelches Wissen, welches in den Abgrund und auf Abwege führt.

     

    Jedes Wissen muss auf den rechten Weg weiterführen. Wenn jemand sein Wissen vermehrt, aber nicht parallel dazu auch Rechtleitung findet, wird sich sein Abstand zu Gott nur weiter vergrößern.

     

    Insgesamt lässt sich sagen, dass gemäß den Islamischen Lehren, das Wissen im Dienste der hohen Ziele des Lebens stehen muss. Wissen darf den Menschen nicht zu Abweichungen vom geraden Weg verleiten. Deshalb ist es sehr wichtig über einige Themen besonders gründlich nachzudenken. Zum Beispiel über den Glauben an den Einen Gott, die Propheten und das Jenseits. Wenn die Grundlagen des Glaubens gedanklich erarbeitet werden, werden sie stark und dies wird sich automatisch positiv auf den Lebensstil auswirken.

     

    Der Islam unterstreicht, dass die Menschen das erlernen, was sie für das tägliche Leben wissen müssen. Der Mensch sollte zum Beispiel einen Beruf erlernen, den die Gesellschaft braucht . Für die Entfaltung des Einzelnen und der Gesellschaft ist also jede Bemühung um Wissen, von besonders hohem Wert.

     

    Es lässt sich sagen, dass Nachdenken und Wissenserwerb einen wichtigen Grundsatz für den islamischen Lebensstil darstellen und es zu den Pflichten eines Muslims gehört, den Verstand und das Wissen geeignet zu nutzen, durch sie den richtigen Weg zu erkennen und den Erfordernissen entsprechend zu planen.