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    Islamischer Lebensstil (17)

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    Islamischer Lebensstil (17)
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    In diesem Teil möchten wir über den Sport und seine Bedeutung für die Freizeitgestaltung und den Islamischen Lebensstil sprechen.

     

    Der Sport wird vom Islam als eine gesunde Freizeitbeschäftigung empfohlen. Leider lässt der heutige Lebensstil nicht viel Raum für diese Beschäftigung, obwohl wir heute eigentlich mehr als je zuvor Sport betreiben und Körperbewegung haben müssten.

     

    Wie Sie selber sicher schon in Erfahrung gebracht haben, hat die ständige Wiederholung von bestimmten Körperbewegungen oder das Beibehaltung einer bestimmten Körperhaltung während der Arbeit Ermüdung zur Folge, aber Sport bietet die Möglichkeit für einen Ausgleich zu sorgen. Außerdem stärkt er die Muskulatur und ist gesund. Sportliche Betätigung ist wünschenswert und manchmal sogar notwendig. Die Vernachlässigung des Sports kann dem Körper ernsthaft schaden.

     

    Die Vernunft und auch die religiöse Ethik gebietet, dass der Mensch zur köperlichen Erstarkung und Gesundheit Sport betreibt .   Körperliche Gesundheit unterstützt auch die Vernunft und geistige Betätigung des Menschen. Es gibt nicht umsonst den bekannten Spruch: ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Körper und Geist haben eine Wechselwirkung aufeinander. Wenn Leute wegen Mangel an körperlicher Bewegung schwächlich oder auch überbeleibt sind, macht sich das öfters auch an ihrer Stimmung bemerkbar. Sie werden schneller nervös und ungeduldig oder sind nicht gut aufgelegt. Dabei wirkt sich ihre schlechte Laune auch wieder negativ auf ihre körperlichen Befindlichkeit aus.

     

    Der Islam aber legt besonderen Wort auf einen gesunden kräftigen Körper und einen gesunden Geist. Eine gesunde Unterhaltung wie Sport oder sportliche Wettbewerbe wird vom Propheten des Islams empfohlen, weil sie sich positiv auf die Stimmung und das Denken des Menschen auswirkt.

     

    In vielen zuverlässigen islamischen Quellen mit Berichten und Überlieferungen steht darüber geschrieben, dass der Islam besonderen Wert auf die körperliche Gesundheit der Muslime legt. Dem Leben des Propheten und der Edlen aus seinem Hause ist zu entnehmen, dass sie Sport betrieben und an Wettbewerben wie Wettlauf und Pferderennen, Bogenschießen und Wettschwimmen teilnahmen. Der Islam empfiehlt besonders das Schwimmen, das Bogenschießen und den Reitsport. Der Prophet (s) hat gesagt: „Ein Kind hat gegenüber seinem Vater das Recht, dass er ihm Schreiben und Schwimmen sowie den Umgang mit Pfeil und Bogen beibringt und ihm nur gute und religionsrechtlich erlaubte Nahrung zu Essen gibt.“

     

    Er hat auch gesagt: „Lehrt eure Söhne das Schwimmen und das Bogenschießen.“

     

    Das Reiten ist eine sportliche Betätigung, die im Islam besonders hervorgehoben wird. Im Gefecht gegen die Feinde mussten die Muslime auch gut trainierte Reiter sein. Sie wurden im Koran aufgefordert, sich gegenüber den Islamfeinden mit guten Pferden und berittenen Kämpfern auszurüsten. In der Sure Anfal, Sure 8 heißt es im Vers 60: „Bereitet gegen sie alles vor, was ihr an Kriegsausrüstung, und berittenen Kämpfern (und Schlachtrossen) aufbieten könnt, um Gottes Feinde, eure Feinde und andere außer ihnen abzuschrecken, die ihr nicht durchschaut, die Gott aber gewiss kennt…“

     

    Imam Sadiq (a) berichtet wie folgt über die Reitkünste des Propheten: „Einmal waren einige Götzendiener auf das Weideland von Medina gekommen, um Schafe zu stehlen. Da schwang sich der Prophet Gottes (s) auf sein Pferd und galoppierte, begleitete von einigen Glaubensgefährten auf sie zu. Die Diebe ergriffen sofort die Flucht und ließen sich nicht mehr erblicken. Einer der Begleiter des Propehten namens Abu Qatada sagte zum Propheten: „Der Feind ist geflüchtet. Wenn du möchtest dann lass uns die Gelegenheit zu einem Pferderennen nutzen.“

     

    Der Prophet war einverstanden. Das Wettrennen begann und der Prophet siegte. Nach dem Wettrennen sagte er zu den anderen: „Ich gehöre zum Stamm der Qureisch und dieses Pferd ist ein edles gutes Pferd.“

     

    Regelmäßiger Sport ist für Groß und Klein ein guter Weg, etwas für die Gesundheit zu tun. Durch körperliche Tätigkeit kann das gewünschte Körpergewicht erreicht und erhalten bleiben und bei Heranwachsenden das Knochenwachstum gefördert und bei alternden Menschen der Knochenschwund aufgehalten werden . Sport wirkt vorbeugend gegen Erkrankungen des Herzens und der Gefäße. Besonders geeignet ist eine sportliche Tätigkeit, die dem Alter und der körperlichen Konstitution des Einzelnen angepasst ist und ihm Spaß macht. Der Sport vertreibt die Trägheit und trägt zur guten Laune bei. Diese Freizeitbeschäftigung rüstet den Menschen für seine persönlichen und sozialen Pflichten im Alltag und wirkt sich sogar auf seine Moral und Gesinnung positiv aus.

     

    Der Sport stärkt nämlich Mut, Opferbereitschaft und die Willenskraft und kann die Kampfmoral gegenüber Unrecht und Unterdrücker und zur Verteidigung der Unterdrückten fördern. Wer auf die richtige Art Sport betreibt, ist gesünder und hat eine größere Lebenserwartung als Leute, die keine Körperbewegung haben.

     

    Wie Untersuchungen zeigen brauchen die Muskeln während einer sportlichen Betätigung 10 bis 18 mal mehr Blut als im Ruhezustand. Die bei Sport benötigte Menge an Glukose und Sauerstoff beträgt das 20-fache und es wird 50 mal mehr Kohlendioxyd ausgestoßen. Durch mehr sportliche Tätigkeit wird das Herz in Form gehalten und die Lungenkraft gesteigert. So gelangt mehr Sauerstoff in den Körper. Bei regelmäßigem Sport kann der Körper Nahrungsstoffe besser verarbeiten.

     

    Der Prophet hat die Gesundheit als eine der größten Segnungen genannt und gesagt: „Ein starker Gläubiger ist besser und wird lieber gesehen als ein schwacher.“

     

    Der Prophet hat gesagt, dass der Körper eine Recht besitzt. Dies ist dem folgenden Hadith (Überlieferung) zu entnehmen: „Gott hat gegenüber dir ein Recht und dein Körper hat gegenüber dir ein Recht und (auch ) deine Familie hat gegenüber dir Rechte.“

     

    Man beachte die Reihefolge in diesem Hadith.

     

    Der Prophet misst dem Körper des Menschen nämlich einen so großen Wert bei, dass er sein Recht gegenüber dem Menschen direkt nach dem Recht Gottes anführt und das Recht des Körpers sogar vor das Recht der Familie stellt. Der Mensch kann in der Tat dem Recht Seines Schöpfers und Erhalters und dem Recht seiner Familie gegenüber ihm besser nachkommen, wenn er körperlich gesund und kräftig ist.

     

    Imam Ali (a) ist für seine Kühnheit, seinen Edelmut und seine Körperkraft bekannt. In einem seiner Gebete zu Gott bittet er um starke Gliedmaßen, damit er sie in den Dienst Gottes stellen kann. Imam Sadschad (a)aus der Nachkommenschaft des Propheten hat in seiner Abhandlung über die Rechte und Pflichten gesagt: „Dein Körper hat dir gegenüber ein Recht. Sein Recht besteht darin, dass du ihn gesund, stark und widerstandsfähig gegenüber den Härten und dynamisch und bleiben lässt.“

     

    Aus Islamischer Sicht ist die Körpererziehung und allseitige Bereitschaft wichtig. In ihren Gebeten schließen die Muslime daher die Bitte um körperliche Gesundheit und Körperkräfte mit ein. Den Muslimen wird empfohlen, aktiv und eifrig zu sein und sich um Gesundheit zu bemühen. Deshalb muss Sport zum Freizeitprogramm eines jeden Muslims gehören.

     

    Heute ist der Sport unter verschiedenen Aspekten überall auf der Welt ein Thema und viele haben mit Sport zu tun. Einige treiben täglich Sport und andere zumindest am Wochende. Andere leben vom Sport. Obwohl der Sport zahlreiche Vorzüge hat, darf man aber nicht vergessen, dass er auch unerwünschte Folgen haben kann, falls bei der sportlichen Betätigung Moral und Menschenwürde zu kurz kommen.

     

    Gemäß dem Islam ist Sport solange empfehlenswert, wie er der Gesundheit dient, frei von Entgleisungen ist, und die Kampfbereitschaft ebenso stärkt wie die Moral und den Geist .