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    Islamischer Lebensstil (18)

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    Islamischer Lebensstil (18)
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    Auch im nachfolgenden Teil zum Thema „islamisch leben“ sprechen wir über die Freizeitgestaltung.

     

    Wir haben bereits über das Reisen, den Sport und fröhliche Gespräche mit Verwandten und Freunden als Beispiele für eine gute Freizeitgestaltung und deren günstige Wirkung auf Körper und Seele und die zwischenmenschlichen Beziehungen gesprochen. In diesem Beitrag betrachten wir die Medien im Hinblick auf ihre Effekte bei der   Freizeitgestaltung.

     

    Das heutige Leben geht häufig mit seelischer Belastung, Aufregung und Überarbeitung einher und weist daher negative Begleiterscheinungen auf. Um einen Ausgleich zu schaffen, ist es wichtig für eine bessere Nutzung der Freizeit zu planen. Eine solche Planung war früher wegen der Unkompliziertheit von Arbeit und Gesellschaft einfacher. Aber heute ist die menschliche Gesellschaft komplexer und komplizierter geworden.

     

    Aufgrund der rapiden Weiterentwicklung in der Technik und dem Aufkommen neuer Kommunikationsmitteln und Medien haben auch die Freizeitprogramme neue Formen angenommen. Dadurch ist die Planung für sie schwieriger geworden, so dass Verantwortungsträger, Lehrer und Eltern eine größere Aufgabe zu bewältigen haben. Wer für die Freizeitgestaltung plant, soll Ziele ins Auge fassen wie die Erneuerung von Kräften und Stärkung der Nerven. Freizeitgestaltung sollte Zufriedenheit bewirken und unterhalten, sowie zur Erweiterung des Wissens, Nutzung von Fähigkeiten und Kreativität und Entfaltung der Persönlichkeit beitragen.

     

    Die Medien sind heute mehr als nur ein Mittel zur Unterhaltung und Freizeitgestaltung. Sie sind auch ein Kultur bildendes Instrument geworden.

     

    Die Nutzung von Medien, wie Radio, Fernsehen und Internet und Mobilfunk sind heute nahezu ein Muss . Der Medienkonsum hat aber nicht nur positive Aspekte. Medien erleichtern den täglichen Kontakt und viele Angelegenheiten. Sie   dienen einerseits der Unterhaltung in der Freizeit, aber sie bedrohen andererseits auch die Moral und die seelische Gesundheit einiger.

     

    Die Medien reduzieren zum Beispiel die Gelegenheit für einen Austausch zwischen den Familienmitgliedern und können verursachen, dass die Familienmitgliedern sich immer mehr voneinander absondern und mit Betonung auf dem „Ich“ leben. Es besteht außerdem die Gefahr einer regelrechten suchthaften Abhängigkeit vom Konsum einiger Medien, insbesondere von Handies und vom Internet. Das hat zu neuen Problemen geführt. Die Zahl derer, die eine Abhängigkeit vom Internet oder Computerspielen entwickelt haben, nimmt immer weiter zu.

     

    Das mächtigste Medium ist immer noch das Fernsehen. Für viele Familien gilt es als unentbehrlicher Gegenstand und sie denken, es sei unerträglich, kein Fernsehen zu Hause zu haben. Kinder und Heranwachsenden verbringen viel Zeit vor dem Fernsehbildschirm. Natürlich hat dieses Medium wichtige Vorteile als Kommunikationsmittel , aber die negativen Wirkungen eines übermäßigen Fernsehgenusses sind offensichtlich.

     

    Übertriebener Fernsehgenuss hält den Menschen von anderen nützlichen Freizeitbetätigungen , wie Kontakte mit Freunden und Verwandten und Sport ab. Es schadet der körperlichen und seelischen Gesundheit, bis spät in die Nacht vor dem Fernseher zu sitzen, insbesondere bei Kindern.

     

    Das Interesse an bestimmten Fernsehprogrammen hält Schulkinder schnell von der Erledigung ihrer Hausaufgaben ab. Sie gehen zu spät schlafen und können morgens nur mit Mühe aufstehen. Nur ungern gehen sie in die Schule und sind im Unterricht     unkonzentriert. Es ist also dringend ratsam, dass Eltern von vorneherein den Fernsehkonsum einschränken.

     

    Ständiger und langer Fernsehkonsum lässt nicht mehr viel Zeit für nützliche Tätigkeiten, wie Lesen, Teilnahme an Sportwettbewerben und konstruktive Freizeitvergnügen übrig. Außerdem werden oft Filme im Fernsehen mit Szenen der Gewalt und Aggression ausgestrahlt. Dann haben wir es nicht mehr mit gesunder Unterhaltung zu tun, da sich eine unliebsame Wirkung auf das menschliche Verhalten einstellt. Erwachsene nehmen, da sie Wirklichkeit und Unwirklichkeit voneinander unterscheiden können, weniger Schaden. Dagegen sind Kinder umso mehr gefährdet. Sie haben diese Unterscheidungsfähigkeit noch nicht entwickelt . Eltern müssen wissen, dass Kinder schon ab zwei Jahren aggressives Verhalten nachahmen.

     

    Der unbegrenzte Medienkonsum reduziert auch die Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer Familie und treibt jedes Mitglied in eine Art isolierende Selbstbezogenheit , welche anstelle der Gemeinsamkeiten welche doch der Festigung der familären Beziehungen dienen, tritt. Mit der Zeit bevorzugen die Mitglieder der Familie es immer mehr, sich an einen Computer oder ein getrenntes Fernsehgerät im eigenen Zimmer zurückzuziehen.

     

    Die Beschäftigung mit dem Internet ist eine weitere wichtige Möglichkeit zur Freizeitgestaltung. Das Angebot des Internets ist sehr vielfältig. Das Internet bietet Unterhaltung und Reklame. Der Benutzer kann an den Erfahrungen anderer teilnehmen, sich Wissen aneignen oder einen Warenkauf zu tätigen, usw.

     

    Dieser virtuelle Raum hat viele Erleichterungen geschaffen und die Erledigung von Angelegenheiten enorm beschleunigt. Aber die Nutzung des Internets will richtig verwaltet und programmiert sein.

     

    Keiner streitet ab, dass viele Informationen aus dem Internet bezogen werden können und es der Weiterentwicklung der Länder unter anderem in der Wissenschaft nützt. Aber es gibt in diesem Ozean der Informationen auch viele destruktive Texte, Bilder und Filme und es ist schwierig sich und seine Kinder diesbezüglich zu schützen. Das Internet ist für maximales Tempo und minimalste Kontrolle entworfen worden und daher ist es nicht einfach , eine Aufsicht auszuüben, die sich an moralischen Werten orientiert. Es gibt zahlreiche absolut primitive Seiten im Internet, welche die allgemeine Moral, Ehen und Familien gefährden. Die ersten Opfer dieser Bedrohung sind Kinder und Jugendliche.

     

    Eine wichtige Gefahr des Internets ist die Internetsucht, d.h. die Gefahr eines übermäßigen Internetkonsums. Ein internetabhängiger Mensch hat , sobald er das Internet nicht nutzen kann, das Gefühl, dass ihm etwas fehlt. Dieses Gefühl wirkt sich störend auf die Beziehungen zu seiner Umgebung aus.   Übertriebene unnötige Internetbesuche treiben ihn noch mehr in die Isolation von der Gemeinschaft. Zu den Folgen der Internetsucht gehören daher Probleme in der Familie, zwischen Ehepartnern und in der Eltern-Kinder-Beziehung.   Gemäß Statistiken führt die Internetsucht in zahlreichen Familien zur Scheidung. Internetsüchtige verbringen zwischen 40 bis 80 Prozent ihrer Zeit im Internet und dies führt zu Schlafstörungen, welche sich durch starke Übermüdung körperlich bemerkbar machen und die Leistung in Schule, Studium und Beruf senken.

     

    Jugendliche sind beim Besuch des virtuellen Raums besonders gefährdet, zumal sie sich in einem Lebensabschnitt befinden, in denen ihre Identität Form annimmt. Wegen der zahlreichen Alternativen, die ihnen Medien wie das Internet zur Verfügung stellen, begegnen sie ständig vielen, teilweise ungeeigneten Verhaltens- und Denkmustern. Diese kunterbunte Vielfalt verwirrt den Jugendlichen bei seiner Suche nach einer konkreten Identität, die mit seinen nationalen und religiösen Sitten und Bräuche übereinstimmt. Sie macht die Reifezeit komplizierter und schwieriger.

     

    Inzwischen haben auch Computerspiele eine wichtige Funktion für die Freizeitgestaltung übernommen. Computerspiele fördern zwar einige Fertigkeiten, aber sie schaden bei Übertreibung dem Anwender, insbesondere Kindern und Heranwachsenden, und diese Schäden sind manchmal nicht wieder rückgängig zu machen. Bei vielen Computerspielen wird offenkundig Gewalt verbreitet. Der Anwender wird geradezu zur Gewalt animiniert. Er kommt nämlich bei vielen Spielen nur weiter und kann nur dann einen Erfolgsgenuss haben, wenn er einen imaginären Feind tötet. Diese Freude am Spiel, die durch fiktive Gewalt entsteht, hat natürlich besonders bei Kindern eine schädliche Wirkung auf das Denken. Dazu kommen negative Wirkungen von Computerspielen, wie der Wunsch zur Absonderung von den anderen. Auch hierbei leiden wieder die Beziehungen zur Gemeinschaft darunter. Außerdem entsteht Bewegungsmangel.

     

    Jedenfalls müssen sich die Eltern mit den Computerspielen auskennen und wissen welche Spiele für welches Alter geeignet sind. Trotz aller negativen Begleiterscheinungen sei abschließend gesagt, dass ein Teil der Freizeit für die Nutzung der modernen Medien vorgesehen werden sollte, natürlich in Kenntnis von ihren positiven und negativen Aspekten.

     

    Im nächsten Teil möchten wir über weitere Formen der Freizeitgestaltung sprechen.