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    Islamischer Lebensstil (2)

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    Wir wollen heute den Begriff Lebensstil näher erläutern. Ein Lebensstil ist eine Art Regelsystem, welches dem Einzelnen, der Familie und der Gesellschaft einen bestimmte Identität verleiht.

     

    Man kann darunter auch eine mehr oder weniger umfassende und feste Summe von täglichen Handlungen eines Einzelnen verstehen. Der Lebensstil liefert ein komplettes Paket von Verhaltenssitten wie Konsumgewohnheit und dem Umgang mit anderen, der Bekleidungs- und Sprechart, der Art der Freizeitgestaltung, und unsere äußere Aufmachung oder auch Nahrungsgepflogenheiten. Aber auch der Städtebau und Architektur und vieles andere gehören dazu.

     

    Unsere Verhaltensformen bringen unsere äußere Erscheinung im Leben hervor und geben Anhaltspunkte über unsere Ansichten, Werte und Interessen. Ihre Zusammensetzung spiegelt unsere persönliche und gesellschaftliche Identität wieder.

     

    Der Lebensstil setzt sich aus Verhaltensweisen zusammen, die den Überzeugungen und der Werteordnung des Menschen entspringen und auf seiner Einstellung zu Dasein und Leben aufbauen. Wenn jemand sich ein bestimmtes Leben wünscht oder eine andere Lebensweise scharf kritisiert, liefert er damit einen Anhaltspunkt für die Werteordnung, gemäß der er seinen Lebensstil wählt. Daher können wir den Lebensstil nicht getrennt von Wertvorstellungen und Überzeugungen sehen. Das äußere Leben und Verhalten eines Menschen ergibt sich aus seinen Überzeugungen.

     

     

    Die meisten Bestandteile eines Lebensstil wählt der Mensch selber. Wenn jemand zum Beispiel in einem Zwangsarbeitslager wegen dem Druck von außen ein bestimmtes Verhalten und auf bestimmte Weise leben muss, kann nicht die Rede von einem Lebensstil sein. Der Mensch muss freiwillig bei der Aufstellung seines Lebensstils aufgrund seiner Anschauungen mitbeteiligt sein. Allerdings verbreiten heute die Medien ständig neue Bilder von dem Lebensstil, den sie anstreben, und drängen die Menschen zu einer Wahl dieses Stils.

     

    Es ist auch zu bedenken, dass sich Lebensstile hervorrufen und verändern lassen. Denn die Wahl eines Lebensstils ist eine persönliche Entscheidung und kann sich verändern, auch wenn die Bedingungen in einer Gesellschaft möglicherweise eine solche Änderung sehr schwierig machen. In keinem Alter ist der Mensch ohne bestimmte Sitten und Lebensstil vorstellbar, mit Ausnahme seiner Kindheit, in der sich seine Personalität noch nicht herausgebildet hat. In Wahrheit hat jeder seine Sitten fürs Leben, selbst wenn es keine guten sind. Wenn wir nicht selber eine bestimmte Lebensform eigenständig wählen, werden wir automatisch in dem Rahmen bleiben, welche das Milieu und die Gesellschaft für uns festlegt. Es ist besser, wenn wir bewusst und aufgrund von Selbstentscheidung bestimmen, wie wir unsere Leben gestalten wollen und nicht zulassen dass die Milieubedingungen unser Personalität verändern.

     

    Der Lebensstil ist die Visitenkarte der sozialen Identität . Durch den Lebensstil wird die Personalität der Menschen aufgebaut, das heißt der Einzelne stellt sich durch seine Beziehungen, seine Arbeit, seine Konsumartikel und andere sichtbaren Dinge, die er selbst gewählt hat, vor. Dazu kommt, dass sich jeder aufgrund seines Lebensstils (in Form von Essen und Kleidung, Unterkunft, Autos und Kontakte usw. ) langsam ein bestimmtes Verhalten angewöhnt, so dass bei ihm eine bestimmte Werteordnung verinnerlicht wird.

     

    In gewissem Umfang hängt es dadurch von den äußeren Dingen ab, wie wir die Personalität der anderen einschätzen. Um uns ein Urteil über jemanden zu bilden, stützen wir uns oft auf die Antworten auf Fragen wie folgende: Zum Beispiel was er von Beruf ist und wieviel er verdient. Welche Automarke er fährt und wie seine Wohnungseinrichtung aussieht. In welchem Viertel er wohnt usw. Auf diese Weise können wir uns auch in etwa eine Vorstellung davon machen, wie er denkt und sich verhalten wird und wirtschaftlich und sozial, politisch und kulturell eingestellt ist.

     

    Auf gesellschaftlicher Ebene kann der Lebensstil eine Art Konvergenz hervorrufen. Leute die jahrelang auf ähnliche Weise ihr Leben gestalten, denken immer mehr auf die gleiche Weise und werden gemeinsame Interessen und Anliegen haben. Diese Konvergenz wird zu denselben Standpunkten und sozialen, kulturellen und moralischen Urteilen führen und zu einer unsichtbaren sozialen Macht heranwachsen.

     

    Aber es taucht die Frage auf, wie der Lebensstil entsteht? Gibt es auch verborgene Hände, die die Entstehung des Lebensstils aus dem Hintergrund heraus in die gewünschten Bahnen lenken?

     

    Zweifelsohne üben diejenigen Bevölkerungsgruppen , die den anderen – wie auch immer – voraus sind, eine wichtige Rolle bei der Formung des Lebensstils. Zu ihnen gehören die Gelehrten und renommierte Universitätsprofessoren, Persönlichkeiten der Politik und Wissenschaft und Kultur aber auch erfolgreiche Sportler und Künstler. Allerdings ist der Grad ihres Einflusses unterschiedlich.

     

    In einem größeren Format wird der Lebensstil der breiten Masse von den Bildmedien beeinflusst.  In der modernen Welt haben die Medien eine entscheidenden Einfluss auf das Leben. Gemäß Statistiken ist der Medienkonsum nach dem Schlaf und der Arbeit für den Unterhalt die drittwichtigste Tätigkeit des Menschen weltweit geworden und zentraler Bestandteil des Lebens.

     

    Die Medien tragen erheblich zur Verbreitung des westlichen Lebensstils auf der Welt und Zerstörung der religiösen Werte bei. Manche sprechen sogar von einer weltweiten religionsfeindlichen Medienoffensive, die insbesondere gegen den Islam im Gange ist. Die verschiedenen Fernseh-, Satelitten- und Internetnetze strahlen täglich tausende Bilder und Szenen aus, die dazu dienen den westlichen Lebensstil zu fördern und andere Kulturen, die sie als Rivalen betrachten, zu zerstören. Die westlichen Medien sind bestrebt, das westliche Leben als höchstes Ziel zu propagieren. Deshalb sprechen sie nie von den Mängeln und negativen Seiten dieses Lebensmodells. Sie wissen nur zu gut, dass zum Beispiel ein gläubiger Muslim das westliche Leben strikt ablehnen wird, wenn ihm der Schlussakt im Schauspiel des westlichen Lebens vor Augen geführt wird. Die Elemente des westlichen Lebensstils werden, um Ablehnung vorzubeugen, allmählich und schleichend eines nach dem anderen mittels Satelittenfernsehen,und Internet, Bücher, Kleidungsmodelle Architektur, Konsumgegenstände usw. in die Zielgesellschaft exportiert .

     

     

    Wie gesagt, wird der Lebensstil des Einzelnen und einer Gesellschaft von den Überzeugungen , den Werten und den Weltanschauungen dieser Person und der Gesellschaft beeinflusst. Die materialistischen Weltanschauungen und die genuss- und profitorientierten Wertordnungen bringen natürlich ihren eigenen Lebensstil hervor. Ebenso wie die religiöse Weltanschauung und die Werte die zur Vervollkommnung und dem wahren Glück des Menschen führen sollen, einen bestimmten Stil hervorrufen.

     

     

    Die Religion legt zuerst eine Weltanschauung und eine besondere Ideologie als Fundament für die Gestaltung des religiösen Lebens vor. Daraufhin unterbreitet sie die Regeln für alle menschlichen Lebensbereiche und verfolgt damit die Verwirklichung einer ganz besonderen Lebensweise. Die moralischen Regeln und das Religionsrecht sollen im Grunde ein Modell für ein religiöses, Gott gefälliges Leben konstruieren. Diese Weisungen beziehen sich auf Kleidung und Nahrung, äußere Aufmachung und Verhalten zur Familie, Nachbarn, den anderen Muslimen und anderen Mitmenschen und dem Austausch zwischen den Religionen und verschiedenen Rechtsschulen. Alle diese Weisungen sind für die Gestaltung des religiösen Lebensstils gedacht.

     

    Der Lebensstil eines Menschen wird immer von seinen Zielen beeinflusst. Ein wichtiges Ziel verpflichtet jeden automatisch zu entsprechenden Lebenssitten . Wenn jemand an einem schwierigen wissenschaftlichen Wettbewerb wie die hiesige Aufnahmeprüfung für die Zulassung zur Universität teilnehmen will, wird er seine Tätigkeiten darauf abstimmen und sich andere Probleme vom Hals halten, damit er sich ganz auf diese Prüfung konzentrieren kann. Er wird eine Zeitlang darauf verzichten, Romane oder eine Zeitung zu lesen, einen geeigneten Ernährungsplan einhalten und sich eine stille Ecke fürs Lernen suchen und seine Kontakte zu anderen vorübergehend einschränken und sein Handy während des Lernens ausschalten. Wenn nun jemand im Leben nur auf Genusssteigerung aus ist, wird auch er sich bestimmte Gewohnheiten aneignen, zum Beispiel nur nach bestimmten Dingen streben, sich nicht bei den anderen nach ihren Problemen erkundigen, sich alle mögliche Geräte und Mittel für sein Vergnügen anschaffen usw.

     

     

    Jemand, der sich im Leben die Suche nach Gottesnähe zum Ziel gesetzt hat, wird alles als Mittel zur Erreichung dieses Ziel einsetzen, vom täglichen Gebetsritual und anderem Gott-Dienen, bis zum Beruf und Gewerbe, dem Studium und der Freizeitgestaltung, der Gesundheitspflege und dem Kontakt mit anderem, der Produktion und dem Konsum usw. d.h. alle Dinge in seinem Leben werden einen religiösen Sinn erhalten.

     

    Nicht nur zuhause und in der Moschee sondern auch auf der Straße, im Unterricht und auf der Arbeit wird er als erstes daran denken, Gottes Zufriedenheit zu erzielen. Das ist es, was der Islam von den Muslimen erwartet. Damit wird einem Muslim automatisch ein Lebensmodell zusagen, in dem ein Optimum an Gott-Dienstbarkeit herrscht und das ihm am meisten dazu verhilft, in Gottes Nähe zu gelangen, ob in seinem Privatleben oder in der Gesellschaft. Bei der Kleiderwahl denkt er zum Beispiel auch daran, was Gott möchte, das er trägt. Islamische Sitten und eine Lebensweise, die im Zeichen des Glaubens an den Einen Gott steht, bedeuten somit, dass der Lebensstil Ausgangsbasis für die Gott-Dienstbarkeit wird.