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    Islamischer Lebensstil (22)

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    Islamischer Lebensstil (22)
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    Zur Erinnerung: Wir sprechen zur Zeit darüber, welchen Platz Freude und Frohsinn im islamischen Lebensstil einnehmen. Diesmal betrachten wir Faktoren, die gemäß den Lehren der göttlichen Religion zu einem frohen Leben beitragen.

     

    Das Geheimnis der Lebensfreude besteht darin, von den destruktiven Auswirkungen des Kummers bewahrt zu bleiben. Wer sich vor der Plage des Kummers schützen kann und nicht zulässt, dass Sorgen und Unsicherheit seinen Geist quälen, gelangt an eine stabile Ruhe, die auch bewahrt bleibt, wenn er von einem Unglück betroffen wird.

     

    Ein Weg zur Erreichung von beständiger innerer Fröhlichkeit besteht darin, sich von Gedanken freizumachen, die unsere seelische Gesundheit bedrohen. Wir alle haben schon einmal erlebt und wissen, dass negatives Denken unsere Stimmung trübt und uns die Freude nimmt. Immer wenn wir destruktive Gedanken an uns heranlassen, haben wir auch die Bedingungen geschaffen, uns selbst zu quälen.

     

    Psychologen sagen, dass wir von dem angezogen werden, an was wir denken, und zwar auch wenn es Gedanken sind, die wir nicht mögen. Der menschliche Geist ist für Gedanken empfänglich und wie ein Magnet. Also sollten wir an Freude und Zufriedenheit denken, um an Freude und Zufriedenheit zu gelangen. Die Wahl von geeigneten Gedanken und ihre Verinnerlicherung in unserem Unterbewustsein, werden zu angenehmen Gefühlen führen werden.

     

     

    Die religiösen Lehren betonen das gesprochene und stille Eingedenk-Sein Gottes (Dhikr) weil es ein Schutzschild gegenüber destruktiven Gedanken und Gefühlen für Herz und Geist ist. Die Erinnerung an Gott ist auch ein Abwehrschild gegenüber verlockenden Gedanken, deren Befolgung nur Enttäuschung bringt. Die Befreiung von Gemüt und Geist von diesen Gedanken trägt erheblich zu der verinnerlichten Freude des Menschen bei. Wenn also destruktive Gedanken auf uns zukommen, können wir durch die Gotteserinnerung (wie zum Beispiel: Gott ist größer- Allah-u Akbar!) und durch die Nennung der göttlichen Namen bei Ihm Zuflucht suchen und die schlechten Gedanken durch ein gutes Gefühl ersetzen.

     

    Manchmal hindert uns die Erinnerung an bittere Ereignisse am Frohsinn. Wenn wir nicht die bitteren Ereignisse überwinden und sie dauernd in Erinnerung rufen, wird sich aber nichts ändern, sondern wir lassen zu, dass negative aber vergangene Ereignisse auch unser Heute und unser Morgen zerstören. Die Psychologen empfehlen daher, dass wir versuchen nicht über traurige Ereignisse, die wir hinter uns gebracht haben, zu erzählen, sondern dass wir aus jedem solcher Ereignisse lediglich eine wertvolle Erfahrung ziehen, um unser derzeitiges Leben besser zu gestalten. Ein gutes und frohes Leben wird uns nur dann möglich sein, wenn wir einsehen, dass die Vergangenheit vorbei ist, und dass wir unsere Gegenwart mit Freude füllen sollen. Wir sollten uns zu diesem Zweck außerdem von pessimistischen Vermutungen für die Zukunft enthalten und uns nicht mit negativen fixen Gedanken über die Zukunft quälen.

     

    Das Geheimnis für Freude und Zufriedenheit besteht darin, dass wir Geist und Gemüt auf die Gegenwart konzentrieren.   Wir sollten uns klarmachen, dass der jetzige Augenblick in Wahrheit derjenige Teil vom Leben ist, der uns zur Verfügung steht und dass die Ruhe in uns und unser Nützlichsein von der Fähigkeit abhängt, in der Gegenwart zu leben. Der bekannte französische Dichter Victor Hugo sagt: „Unsere ganzes Leben ist ein ständiges Streben nach Glück, während das Glück genau der Moment ist, wo wir an es denken.“

     

    Wir können von den Kindern lernen: Sie sind völlig in die Gegenwart eingetaucht und widmen sich ganz dem gegenwärtigen Handeln, ohne dass die Vergangenheit sie stören würde oder sie wegen der Zukunft besorgt wären. Daher sind sie auch so fröhlich. In der Gegenwart zu leben bedeutet Augenblick für Augenblick des Lebens wirklich zu „erleben“, das jetzige Glück zu sehen und den Anblick von fröhlichen Szenen und Bildern auf uns einwirken zu lassen, während wir uns vom Kummer der Vergangenheit oder den Sorgen um die Zukunft freigemacht haben.

     

    Eine solche neue Einstellung beschert uns einen besonderen Optimismus , dank dessen wir leicht das Schlechte vergessen und unnötige Aufregungen von uns fernhalten. Wir sollten im Leben ein Kapital sehen, das wir nur einmal nutzen können und uns klar machen, dass die Gelegenheit dieses Kapital zu nutzen, nach Lebensende nicht mehr zurückkehrt.

     

    Die Gegenwart zu schätzen, bedeutet allerdings nicht hinsichtlich der Zukunft nicht zu planen. Gemeint ist, dass die Sorgen über die Zukunft uns genauso wenig wie der Kummer wegen der Vergangenheit die gegenwärtige innere Freude rauben sollen. Das Leben ist ein Gestaltungsprozess. Was wir heute tun, wirkt sich darauf aus, was wir morgen besitzen werden. Das morgige Ergebnis ist also die Frucht unserer heutigen Bemühung.

     

    Viele vergessen, dass es wichtig ist, dass wir heute frei von jeglichen Illusionen handeln. Vieleicht lässt sich einige Zeit gedankenlos und ohne unsere heutige Verantwortung zu beachten, verbringen, aber früher oder später kommt ein Morgen auf uns zu, an dem wir dafür zur Verantwortung gezogen werden.

     

    Am wichtigsten ist also das Heute und wir müssen das Heute richtig verstehen und es richtig zu schätzen wissen.

     

    Ein anderer Weg, Seele und Geist mit Freude zu erfüllen, besteht darin, im Leben ein Ziel zu besitzen. Unter einem Ziel wird das verstanden, was uns stets in Bewegung hält und uns zu Anstrengungen motiviert. Menschen mit einem Ziel leben mit Hoffnung und Zukunftsglauben im Herzen. Auch unter den schwersten Bedingungen und an den schlimmsten Orten lassen sie dank ihrer von Hoffnung und Liebe geprägten Gesinnung, keinen Augenblick von ihren hohen Zielen ab. Es ist diese verinnerlichte Freude, die der Islam in seinen Lehren betont. Sie ist ein Segen, in dessen Genuss Menschen die unmotiviert und ziellos sind, nicht gelangen. Darüber kann auch ihre Beschäftigung mit vorübergehenden Freuden und Vergnügen nicht hinwegtäuschen.

     

     

    Es gibt noch weitere Wege um fröhlich zu sein,. Einer besteht darin, eine schöne Sprache zu benutzen. Wir sollten sogar über uns selber nur gut reden.

     

    Allerdings soll nun keiner denken, , dass der Mensch stolz und eitel sein darf. Vielmehr ist gemeint, dass wir auch die anderen schätzen können, wenn wir uns selber schätzen oder umgekehrt: wenn wir uns selber nicht leiden können, auch die anderen nicht mögen.

     

     

    Wenn wir unsere Erfolge in der Vergangenheit und unsere Fähigkeiten in der Gegenwart sehen, werden wir das Leben als positiv empfinden. Ein auf diese Weise gewonnenes positives Bild von uns selber und den Erscheinungen um uns herum, lässt die Welt liebenswert für uns werden.

     

    Wenn der Mensch schöne Wörter benutzt und sich positiv , und erfüllt mit Liebe und Hoffnung ausdrückt und an eine wertvolle logische Denkweise gelangt ist, dann zeugt das von einer dauerhaften seelisch-geistigen Freude. Große und erfolgreiche Persönlichkeiten sind immer im Besitz einer solchen Freude gewesen.

     

    Um fröhlich zu leben genügt der kluge Entschluss, alle Leiden und Härten des Lebens als kostbare Erfahrungen aufzufassen. Der Weg ebenet sich und wird leicht, wenn wir den Nutzen und die guten Früchte von bitteren Erfahrungen betrachten. Also besteht ein weiterer Weg zur Fröhlichkeit darin, dass wir uns klarmachen, dass wir aus unseren Niederlagen viel mehr dazu gelernt haben, als aus unseren Erfolgen. Wenn wir nämlich einen Misserfolg haben, denken wir nach, analysieren, planen von neuem und probieren neue Methoden aus, aber wenn wir siegen, feiern wir nur, ohne etwas neues dazuzulernen. Wir sollten also auch aus diesem Grund Misserfolge und Fehler zu schätzen wissen.

     

    Einmal fragte jemand Thomas Edison: „Was war es für ein Gefühl, als deine Versuche eine Glühbirne herzustellen immer wieder gescheitert sind?“ Edison antwortete: „Ich bin nie gescheitert, sondern konnte erfolgreich tausende Methoden entdecken, mit denen man keine Glühbirne anfertigen kann.“

     

    Zweifelsohne hat eine solche positive Denkweise zur Folge gehabt, dass eine große Anzahl von Denkern und Persönlichkeiten auf der Welt irgendwo an einem Punkt ihren Weg für die eigene Entwicklung und die Weiterentwicklung der Gesellschaft begonnen haben und die Gipfel des Erfolges erreichen konnten.

     

    Arbeiten ist auch ein Faktor, der beständigen Frohsinn beschert und dies wird in den Lehren des Islams hervorgehoben.

     

    Durch Arbeit und Anstrengung sorgt der Mensch für ein festes Kapital für sich selber, seine Familie und die Gesellschaft. Imam Ali (a) hat in einem kurzen Satz nocheinen weiteren Segen von Arbeit und Anstrengung hervorgehoben, indem er sagte: „Arbeit ist die beste Unterhaltung „ (Ghurar al Hikam, Bd. 4, S. 412)

     

    Der französische Philosoph Voltaire dachte ähnlich, als er gesagt hat:

     

    „Immer wenn mich das Gefühl überkommt, dass mich Schmerz und Krankheit quälen werden, suche ich bei der Arbeit Zuflucht. Arbeit ist das beste Heilmittel für meine Beschwerden. Die Arbeit rettet den Menschen vor drei großen Übeln: Melancholie, Verdorbenheit und Bedürftigkeit.“