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    Islamischer Lebensstil (3)

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    Islamischer Lebensstil (3)
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    Im letzten Beitrag haben wir gesagt, dass der Lebensstil des Einzelnen und einer Gesellschaft von deren Überzeugungen, Weltanschauung und Werten abhängt.

     

    Die materialistische Weltanschauung und die auf Genuss und Profit ausgerichteten Werte lassen automatisch einen bestimmten Lebensstil entstehen, ebenso wie die religiöse Weltanschauung und die auf dem Streben nach Vollkommenheit und Seligkeit gerichteten Werte dem Lebenstil Gestalt verleihen.

     

    Während die Philosophen seit langem bemüht sind, den Menschen und den Sinn des Lebens zu erklären, sagen Anthropologen , dass die Mittel des Menschen nicht ausreichen um eine vollständige Antwort auf wichtige Fragen , die ihn und die verschiedenen Seiten seiner Existenz betreffen, zu geben. Die Weltanschauungen der verschiedenen Gesellschaften und Kulturen, liefern unterschiedliche Standpunkte, aufgrund derer das Leben einen ganz bestimmten Sinn oder eventuell überhaupt keinen Sinn hat.

     

    Das Leben verliert zum Beispiel seinen Sinn, wenn der Mensch kein geeignetes einleuchtendes Ziel besitzt, auf das er zustreben kann oder wenn er als Wesen verstanden wird, das dem Zwang des Lebens, der Gesellschaft und der Geschichte unterworfen ist und nichts an seiner Zukunft ändern kann. Das Leben des Menschen erhält aber einen Sinn, wenn er als ein Wesen betrachtet wird, dass ein vernünftiges hohes Ziel anstrebt und Entscheidungsmacht besitzt, so dass er aufgrund seiner freiwilligen Anstrengungen sich dem hohen Ziel nähern und es erreichen kann. Solche Unterschiede in der Sichtweise auf Mensch und Welt äußern sich in den Verhaltensmustern , aus denen sich der jeweilige Lebensstil zusammensetzt.

     

     

    Gemäß den Gottesreligionen ist das Leben des Menschen in dieser Welt nicht auf das stoffliche Dasein beschränkt. Der Mensch muss sich, wenn er das Leben vollständig nutzen will, vor der Sinnlosigkeit hüten. Dies geht aber nur wenn er alle Fragen über das Leben geklärt hat. Vor allen Dingen so elementare Fragen wie: Wo komm ich her? Wo bin ich? Wo geh ich hin?

     

    Die Religion Gottes gibt eine Antwort auf sie. Es sind transparente Antworten, die die dunklen Schleier lüften. Natürlich kann auch der menschliche Intellekt in gewissem Umfange Antworten bereitstellen. Doch ihm sind unzweifelhaft Schranken auferlegt so dass er nicht an die vollständige Klärung gelangt.

     

    Die religiösen Lehren unterbreiten jedoch völlig klare Schemata von den Zielen des Menschen, seiner Willensmacht und seiner Freiheit und jeder kann durch sie auf unkomplizierte Weise seinem Leben einen Sinn geben. Diese Konzepte können aus den Lehren der Religion über den Monotheismus, das Prophetentum und das Jenseits abgeleitet werden.

     

    Die islamische Weltanschauung beachtet Ursprung und Jenseits als zwei wichtige Aspekte des menschlichen Seins und erläutert im einzelnen die Beziehung des menschlichen Lebens zum Ursprung bzw. zum jenseitigen Leben. Die Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sowie von materiellen und immateriellen Dimensionen des Menschen und seine Sichtweise finden Beachtung. Islamische Denker haben den wichtigsten Grund für eine Aussendung der Propheten darin gesehen, dass der Mensch sich der Beziehungen zwischen Diesseits und Jenseits bewusst wird und weiß, was ihm zum Wohl gereicht und was nicht.

     

    Der Islam hat durch tiefe Veränderungen in der Sichtweise und dem Weltbild seiner Anhänger, den Grundstein für einen bestimmten ausgewogenen Lebensstil festgelegt.

     

    Hier ein Beispiel: Jede Gesellschaft macht sich gemäß ihrer Kultur auf andere Weise mit Hilfe von Wissenschaft und Technologie die Natur untertan. Sollte heute die Kultur in einer Gesellschaft religiöses Wissen ausschließen und sich nur auf Wissenschaft und Technologie stützen , hat dies einen Lebensstil zur Folge, bei dem der Mensch sich immer mehr in den Dienst der Technik stellt und dabei den eigensinnigen Wünschen der menschlichen Seele freien Lauf gibt.

     

    Aber die Anschauung des religiösen Menschens, die er aus der Lehre Gottes gewinnt, macht ihn standhaft gegenüber den eigenwilligen Verlangen seiner Seele. Während in einer materialistisch orientierten Zivilisationswelt durch den Wohlstand der sich aus der Unterwerfung der materiellen Welt und der Natur ergab , das Verlangen nach unbegrenzten und ziellosen Genuss gesteigert wird, wird der Wunsch nach materiellem Wohl bei einer religiös begründeten Lebensweise in vernünftige Bahnen gelenkt, ist zielgerichtet und ausgewogen. Die Bekämpfung der Armut und ein besserer Lebensstandard werden dabei jedoch durchaus befürwortet, weil sie den Weg zur geistigen und spirituellen Vervollkommnung des Menschen ebnen. Gemäß Islam darf aber die materielle Entwicklung nicht die Kultur und das Denken für ihre Ziele instrumentalisieren. Vielmehr erwartet der Islam eine Weiterentwicklung die den Menschen   auf dem Weg zu seinem Schöpfungsziel unterstützt. Das ist gemeint, wenn der Koran von „roschd“ (Wachstum) und dem Weg zur Vervollkommnung spricht.

     

    Die Islamische Weltanschauung betrachtet den Einen Gott als den einzig Mächtigen auf der Welt. Der Koran hat bei der Beschreibung aller gesellschaftlichen Erscheinungen und der Veränderungen in den menschlichen Gesellschaften immer die Beziehung aller Dinge zu Gott hervorgehoben. Er betrachtet diese Erscheinungen niemals getrennt von dem göttlichen Ursprung. Aus koranischer Sicht ist das Wohl und die Seligkeit des Menschen das erstrebenswerte Endziel. Nach diesem höchsten Glück verlangt es jeden Menschen ohnehin von sich aus .

     

    Der Islam lehrt den Menschen dass seine Existenz auf der eine Seite völlig von Gott abhängt und dass es auf der anderen Seite nicht nur dieses Leben im Hierseits für ihn gibt . Auf diese Weise wird der Zusammenhang des Leben zum Ursprung des Menschen und zur kommenden Welt aufgezeigt und daran erinnert dass der Zusammenhang zwischen dem Diesseits und Jenseits nicht zu vergessen ist.   Der Islam erklärt das weltliche Leben zum Mittel für die Erzielung des jenseitigen Glücks und fordert daher, dass dieses Mittel, das weltliche Leben, richtig genutzt wird.

     

    Durch den Gesamtrahmen, der die Beziehung des Menschen zu Gott festlegt wird auch die Beziehung des Menschen zu sich selber, den anderen und die Natur konkretisiert. Islamischen Denken basiert unter anderem auf dem besonderen Verständnis des Menschen von der Natur und den Segnungen und Möglichkeiten die Gott in die stoffliche Welt hineingelegt hat. Demgemäß hängen der Erhalt bzw. Zunahme oder Abnahme von Segensgaben von der Verhaltensweise des Menschen ab und werden vom Lebensstil beeinflusst. Der Mensch kann also durch sein rechtmäßiges Handeln in den Genuss der Möglichkeiten der Natur gelangen und den Segen in ihr für die Kultivierung der Erde und den Aufbau einer stolzen Zivilisation einsetzen. Wir müssen also die Beziehung des Menschen zur Natur und seine Pflichten gegenüber den Gaben, mit denen Gott das Dasein gesegnet haben kennen.

     

    Aus der Sicht des Islams soll sich die Beziehung des Menschen zur Natur auf eine Weise gestalten, dass er bei ihrer Eroberung seine eigene Position kennt und durch Wahrung seiner Beziehung zu Gott, seinen eigenen Wert bewahrt. Das heißt der Mensch darf mit Gottes Erlaubnis alle Möglichkeiten der Natur für die Vorantreibung seiner persönlichen Ziele und das Wohl der Gesellschaft unter Beachtung der Religion nutzen. Aufgrund dieser Denkweise spornt der Islam zu Arbeit und Anstrengung als Verhaltensregel an, damit die Islamische Gesellschaft ihre hohen Ziele erreichen kann. Und umgekehrt wird es heftig getadelt, wenn jemand seine Arbeit vernachlässigt und träge ist.

     

    Die Bemühung um ein besseres irdisches Leben und das Streben nach den Mitteln für ein solches ist als bei dieser religiösen Anschauung als Grundlage nicht als Abkehr von dem Streben nach dem Jenseitigen Glück und von dem aufrichtigen Jenseitsglauben zu verstehen. Im Gegenteil wird ein solches Verhaltensmodell sogar von den islamischen Lehren als eine Art Gott-Dienen und Gott-Gehorchen betrachtet.

     

    In der Islamischen Kultur wird nur das als Liebe zum Irdischen getadelt, was den Menschen die Erinnerung an Gott vergessen lässt und den Beigeschmack der Sünde trägt. Mit anderen Worten : Es ist nicht mehr in Ordnung, wenn das Weltliche das eigentliche Ziel des Menschen wird und der Lebensstil ihn auf eine Weise formt, dass er von dem eigentlichen Ziel seiner Erschaffung abschweift.

     

    Man kann das Diesseits und Jensetis aus der Sicht des Korans als zwei Phasen des Lebens bezeichnen, wobei die eine Phase das jetzige greifbare Leben und die zweite das entfernte endgültige Leben darstellt.

     

    Das Weltliche ist also von sich aus nichts Negatives sondern Vorstufe und Brücke für das darauffolgende Leben. Das irdische Leben kann dadurch wertvoll werden, dass das darauffolgende ewige durch die rechtschaffene Lebensweise des Menschen auf der Erde positive Gestalt annimmt.