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    Islamischer Lebensstil (6)

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    Islamischer Lebensstil (6)
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    Zu Beginn wollen wir eine Frage stellen, nämlich: Haben Sie es bisher für nötig gehalten, Änderungen an ihrem Lebensstil vorzunehmen und darüber nachgedacht, in welchem Umfange ihr Lebensstil mit ihren Überzeugungen übereinstimmt?

     

     

    Zweifelsohne ist unser jetziger Lebensstil nicht der einzige und beste. Sicherlich gibt es auch dieses und jenes an unserer jetzigen Lebensweise auszusetzen und könnten bei Aufhebung dieser Mängel einige Probleme beseitigt werden. Vielleicht fehlen einige gute Sitten in unserem Leben und unser Leben würde mit ihnen viel schöner. Es liegt natürlich an unserer Denkweise , ob wir eine Lücke finden oder nicht und unsere grundlegenden Antworten auf die Fragen,was der Mensch ist, was zu seinem Wohl führt und wo die Welt begann und endet, wirken sich darauf aus, für welchen Lebensstil wir uns entscheiden. Auch die Bedingungen in der Gesellschaft, die Wirtschaft und Kultur spielen dabei mit.

     

    Uns begegnen jeden Tag ob wir wollen oder nicht verschiedene Fragen. Über einige denken wir nach, andere lassen wir unverarbeitet. Welche Themen müssten eigentlich täglicher Gegenstand sein und welche nicht? Mit welchen Dingen sollten wir uns nicht mehr beschäftigen? Wer oder was bestimmt darüber, was sein soll und was besser nicht wäre? Was werden wir kaufen und essen, wenn wir unser Leben gemäß dem Ziel der Schöpfung, welche durch die Religion genannt wird, ausrichten? Können wir die Schlafzeiten ändern? Können wir bestimmte Themen gedanklich ausklammern, oder unsere Treffen mit Verwandten und Bekannten auf eine andere Weise gestalten?

     

    Jemand könnte die Frage stellen, warum es so wichtig ist,, welchen Stil wir bei der Erwiderung unserer Bedürfnisse beachten. Soll der Mensch denn nicht in jeder Epoche gemäß den vorhandenen Möglichkeiten und Kenntnissen und dem was er besitzt seinen Bedarf stillen?

     

    Dazu ist zu sagen, dass das Äußere des Lebens nicht ohne Zusammenhang mit dem Innenleben des Menschen ist. Die Lebensweise kann konstruktive seelische und geistige Veränderungen im Menschen auslösen. Die ganzen Empfehlungen, rechtschaffen zu handeln, welche das Leben des Gläubigen äußerlich gestalten, haben eine Wirkung auf die innere Läuterung und stärken den Glauben. Inneres und Äußereres beeinflussen sich gegenseitig. Also bedeutet eine Änderung bei dem einen auch eine Änderung bei dem anderen.

     

    Man kann keine spirituelle Wandlung im Herzen eines Menschen erwarten, wenn sein Alltag von egoistischen und diabolischen Neigungen geprägt ist. Die Änderung des Lebensstils hat einen Wandel auf Geist und Seele, und wie gesagt verändert auch der innere Wandel die äußerliche Lebensform.Für eine Änderung im Lebensstil müssen wir unsere Einstellung zum Leben ändern und daraufhin auch Änderungen in der Lebensweise hervorrufen. Schon kleine Veränderungen am Lebensstil scheinen nicht so einfach, aber es ist in Wirklichkeit möglich, sogar sehr große Veränderungen vorzunehmen.

     

    Ein Wandel des Lebensstils dient der Ordnung des Lebens und einer Korrektur des Äußeren. Das geschieht als erstes dadurch, dass man einige Teile des äußeren Lebens aktiviert und andere deaktiviert. Ein gläubiger Mensch wird einige Programme des Gott-Dienens wie die tägliche Lesung im Heiligen Koran aktivieren und andere Dinge, wie sinnlosen Zeitvertreib abstellen. Oder er wird abends führer schlafen, um die goldene Gelegenheit vor dem ersten Morgengrauen für Andacht und Bittgebete zu nutzen, anstatt bis in die späte Nacht mit Freunden zusammen zu sitzen. Er wird auch dem Erwerb von Wissen und besonders religiösem Wissen einen vorrangigen Platz einräumen. Die Prioritäten im Leben eines religiösen Menschen ändern sich außerdem zu besonderen Zeiten. Im gesegneten Monat Ramadan wird er zum Beispiel besonders ans Gott-Dienen denken, und in der Freizeit daran, sich um die Familie und Verwandten zu kümmern.

     

    Wie gesagt, legt die Religion durch ihre Weltanschauung als erstes das Fundament für den religiösen Lebensstil und unterbreitet dann die notwendigen Sitten und Anweisungen für alle Lebensbereiche. Wir sprechen nun generell über die guten Sitten für den privaten und den Gesellschaftsbereich und der Notwendigkeit ihrer Beachtung.

     

    Gute Sitten sind ein schöner äußerer Rahmen für Handlungen. Sitten wie Essens-, Bekleidungs- Umgangssitten oder auch die guten Sitten für Unterhaltung, sowie Sitten für ein Bittgebet und das Gebetsritual, die Heiratssitten usw.

     

    Die Sittenregeln sind je nach Gesellschaft verschieden und es kann sein, dass etwas, was in der einen Gesellschaft völlig normal ist, in einer anderen überhaupt nicht üblich ist.

     

    Die guten Sitten schmücken das äußere Verhalten, während die Moral Seele und Geist schmückt: Moral hat mit den inneren Eigenschaften und gute Sitten haben mit den äußerem Verhalten zu tun.Diese guten Sitten sind normalerweiser der äußere Rahmen für eine innere gute Moral. Aber gegen die Sitten zu verstoßen scheint allgemein nicht so schlimm zu sein wie ein Verstoß gegen die Moral. Hier ein Beispiel:   Wenn jemand lügt und behauptet, er hätte nicht gewusst, das Lügen etwas Schlechtes sind , dann akzeptiert das keiner von ihm. Aber wenn jemand gegen eine Sitte verstößt und sagt, dass er diese Sitte nicht kannte, stößt er eher auf Verständnis. Hinsichtlich der Einhaltung der Moral werden also im Vergleich zur guten Sitte größere Erwartungen gestellt.

     

    Je nach ihrem Ursprung kann man nach religiösen und nicht religiösen Sitten unterscheiden. Religiöse Sitten sind entweder direkt durch die religiösen Lehren belegt oder die Gläubigen haben sie aufgrund ihres Religionsverständnisses oder inspiriert von den religiösen Quellen eingeführt und fühlen sich verpflichtet, diese Sitten zu pflegen. Nicht religiöse Sitten haben andere Ursprünge und Verbreitungsursachen und mit der geografischen Region, Geschichte, der Ethnie usw. zu tun.

     

    Zum Beispiel ist es im Islam gute Sitte, als erster zu grüßen oder einen Gruß noch besser zu beantworten, die Verwandschaftsbeziehugen zu pflegen oder die islamische Kleidungsregeln einzuhalten.

     

    Die Sitten lassen sich nach Privat- und Gesellschaftssitten unterscheiden. Wenn bei der Einhaltung der Sitte keine andere Person zugegen ist, so ist es eine völlig private Regel, wie zum Beispiel die Verrichtung des Ritualgebetes als Einzelner. Aber wenn die Beachtung einer Sitte die Anwesenheit anderer voraussetzt ist es eine soziale Sitte, wie zum Beispiel der gute Ton beim Umgang mit anderen.

     

    Die islamischen Sitten sind das äußere Gesicht des Islams. Es ist daher nicht akzeptabel, als Muslim sich auf beliebige Weise zu verhalten, d.h. wenn wir die islamischen Werte akzeptiert haben, ist nicht mehr jedes Verhalten oder jedes Aussehen angebracht. Islamische Sitten umfassen ein Handeln und Auftreten, welches mit den islamischen Überzeugungen und Werten konform gehen,denn das äußere Verhalten des Menschen spiegelt seine Denkweise und seine Interessen wieder. Das Verhalten eines Menschen ist in sich eine Visitenkarte, mit der er sich den anderen oder auch sich selber vorstellt . Das Verhalten legt seine Gesinnung   offen und macht seine Überzeugungen deutlich; so wie das schwarze Hemd, welches die Schiiten am Trauertagen für das Prophetenhaus tragen, ihre Liebe zu den Edlen Nachkommen des Propheten und ihre Überzeugung wiederspiegeln. Daher sind äußere Zustände und Merkmale, die Personen gemeinsam haben, auch ein Zeichen dafür, dass sie das gleiche denken und zusammengehören .Während umgekehrt bei Menschen mit verschiedener Aufmachung und verschiedener Lebensweise die Vermutung naheliegt, dass sie hinsichtlich der Einstellung zum Leben unterschiedlicher Ansicht sind und andere Werte haben.

     

     

    Die Muslime demonstrieren, indem sie sich an die religionsgesetzlichen Geboten und Sitten halten, die Präsenz des Islams in der Gesellschaft und sie geben außerdem das islamische Denken und die Islamische Kultur insbesondere an die kommenden Generationen weiter. Zum Beispiel erinnern das Ritualgebet eines Muslims und alle seine Sitten und seine äußeren Verhaltensformen an die islamische Kultur und sie sind indirekte Werbung für den monotheistischen Gedanken. Deshalb darf die Einhaltung der Sitten nicht irrtümlich als Hang zur Äußerlichkeit und zum Nebensächlichen betrachtet werden. Man sollte vielmehr angesichts der großen charakterveredelnden und kulturellen Wirkung   die Regeln für die äußeren Manifestationen des Glaubens   verstärkt einhalten.

     

    Die westliche Welt hat angesichts der Bedeutung, die sie ihren Sitten beimisst und zur Verbreitung ihrer Kultur, Sitten und Lebensweise mehrere große Anstrengungen gemacht:

     

    Sie präsentiert die westliche Kultur und das moderne Leben, trotz seiner Mängel, als einzigartig attraktiv, und stellt die einheimischen Kulturen insbesondere die Islamische Kultur als untüchtig dar, wertet das traditionelle Leben ab und zerstört seine Wahrzeichen. In seiner Propaganda lädt der Westen dazu ein, statt der reichen kulturellen Formen des Islams die Sitten und den Lebensstil des Westens zu verwenden.

     

    Jedenfalls ist es angesichts der Bedeutung der Sitten und der verschiedenen Lebensstile und ihrer Wahrzeichen und ihres Potentials für die Übertragung von Anschauungen und Werten, notwendig die islamischen Sitten zu pflegen.