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    Islamischer Lebensstil (7)

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    In diesem Teil möchten wir davon sprechen, wie wichtig es für den Lebensstil ist, sich selbst zu kennen und ein geeignetes Ziel festzulegen. Wir beginnen daher heute mit der Feststellung, dass der Lebensstil des Menschen auf vier Beziehungen aufbaut:

    Der Beziehung zu uns selbst, zu Gott, zu den anderen und zu der Welt um uns herum.

     

    Heute möchten wir als erstes über die Beziehung des Menschen zu sich selber sprechen. Diese Beziehung ist ein wichtiger Faktor für einen angebrachten Lebensstil. Um ein fruchtbares Verhältnis zu uns selber zu haben, müssen wir uns zunächst selber gut kennen. In diesem Zusammenhang kann sich der Menschen fragen stellen wie: Wer bin ich`? Welche Fähigkeiten besitze ich? Was ist mein Ziel im Leben? Bin ich mit meinem Leben zufrieden?

     

    Je besser der Mensch sich selber kennt, desto besser kann er im Leben handeln. Es gehört zu den Fertigkeiten des Menschen, seine Stärken und Schwächen zu erkennen. In der islamischen Kultur und Lehre wird auf Selberkenntnis Wert gelegt, denn sie führt zur Weiterentwicklung des Menschen. Der Prophet Gottes (s) hat gesagt:

     

    „Wir sich selber kennt, der kennt Gott.“

     

    Auch im Koran heißt es in der Sure 51   im Vers 21:

     

    „Und in euch selber (sind Zeichen). Wollt ihr denn nicht sehen?“

     

    Alle Anstrengungen und Tätigkeiten des Menschen dienen im Grunde der Erreichung einer größeren Lebenszufriedenheit. Die Selbsterkenntnis kann den Weg zu diesem Ziel verkürzen. Daher haben die Himmelsreligionen wie der Islam die Menschen zur Selbsterkenntnis angespornt. Selbsterkenntnis hat zur Folge, dass der Mensch nachdem er seine Fähigkeiten erkannt hat, diese auf dem Weg zu seiner Entfaltung und Vervollkomnung einsetzt. Es liegt auf der Hand, dass jemand, der alle Seiten seines Wesens erkannt hat, auch die beste Art von Beziehung zu seinem Schöpfer, den anderen und der Daseinswelt aufbauen kann.

     

    Wenn ich micht selber kenne und weiß, welchen Platz ich als Krone der Schöpfung im Dasein einnehme, folgt als nächster Schritt die Festlegung des Zieles. Die Wahl eines Zieles bewahrt den Menschen vor Ratlosigkeit. Manchmal verbringen wir viele Tage unseres kostbaren Lebens ohne dass sich etwas an ihm ändert. Wir denken abends, heute ist vorbei, morgen werde ich dieses und jenes ändern. Aber am nächsten Tag passiert dann noch weniger als am Vortag. Wir vergessen dabei, dass jedes Heute immer das Morgen ist auf, das wir gestern gewartet haben.

     

    Warum eigentlich all die Verzögerung? Warum sind wir tatenlos? Psychologen sagen: wenn ihr nicht jeden morgen beim Aufstehen Hoffnung und Energie verspürt, liegt es daran, dass ihr euch im Leben nicht genug Ziele setzt! Die Ziellosigkeit ist es, die dem Baum der goldenen Gelegenheiten ständig Kerben zufügt und ihn schließlich zerstört.

     

    Imam Ali (a) sagt: „Klug ist jemand, der unsinnige und ziellosige Dinge beiseite lässt.“

     

    Der Mensch ist ein Wesen mit Zielbestimmung. Denn er ist Teil des Daseins und das Dasein hat ein Ziel.

     

    Gott, der die Welt und den Menschen erschuf, hatte ein heiliges Ziel im Sinn. Nichts in dieser Welt ist ohne Ziel und sinnlos. Zu jedem ihrer Bestandteile gehört ein Ziel und ein System und eine Weisheit. Da der Mensch das höchste Geschöpf Gottes ist, darf er nie ziellos leben. Je vernünftiger und klüger der Mensch ist, desto intensiver wendet er sich den sinnvollen Dingen zu und lässt von den Unsinnigen ab.

     

    …. In der Sure 23 wird daher im Vers 3 hervorgehoben, dass Gläubige sich von leerem Gerede fernhalten.

     

    Imam Ali (a) macht wie folgt auf diesen Punkt aufmerksam.:

     

    „Wer sich sinnlosen und zwecklosen Dingen zuwendet, hat wenig Verstand!“

     

    Er hat auch gesagt: „Für einen klugen Menschen sind alle Taten unangemessen, mit Ausnahme der folgenden: Handlungen, die sein Leben im Jenseits verbessern, Angelegenheiten die dazu dienen den Lebensunterhalt zu bestreiten und   Vergnügungen und Freuden, die die Religion erlaubt (helal) .“

     

    Ein kluges Leben setzt also voraus, den richtigen Weg und das richtige Ziel zu wählen und sich vor zwecklosen sinnlosen Dingen zu hüten, die nur materiellen oder immateriellen Schaden verursachen und am Weiterkommen hindern.

     

    Der französische Philosoph Voltaire meint: „Wir müssen in unserem Leben ein hohes Ziel haben und den Blick auf einen höheren Horizont richten, denn ohne ein Lebensziel werden wir nichts ernten außer Müdigkeit.“

     

    Die Antwort auf folgende Fragen kann den Menschen dabei unterstützen ein Ziel zu wählen oder sein bisheriges Ziel zu redivieren. Nämlich:

     

    Wer bin ich eigentlich? Betrachte ich mich als einen wahren Menschen oder, wie gesagt, als die Krone der Schöpfung?

     

    Denke ich an meine Gesundheit und plane ich dafür?

     

    Liebe ich meinen Beruf?`

     

    Sind die Beziehungen zu den anderen in meiner Familie aufrichtig und liebevoll?

     

    Das sind alles Fragen die uns bei der genauen Analyse unserer Lebensziele helfen können.

     

    Ein Ziel ist der gewünschte Zustand, den wir in Zukunft besitzen wollen. Wenn wir uns selber nicht eine Vorstellung davon machen, wird uns die Zukunft von der Umgebung aufgezwungen, ob es uns gefällt und in unserem Interesse ist oder nicht. Da ist es doch besser, wenn wir selber bestimmen, welches Ziel für uns erstrebenswert ist und uns in Richtung dieses Zieles in Bewegung setzen.

     

    Die Lebensziele jedes Menschen haben direkt mit seinen Überzeugungen zu tun. Anstatt also nur eine paar verschwommene Wunschvorstellungen zu hegen, sollten wir unsere Ziele konkretisieren.

     

    Es sind die Ziele, die den Weg und die Richtung im Leben bestimmen , klarstellen und dem MenschenSelbstbewustsein, Motivation und Lebensfreude spenden. Das Ziel macht den Menschen mit seinen zahlreichen inneren Fähigkeiten und Begabungen vertraut.

     

    Wenn jemand ein konkretes Ziel vor Augen hat, strebt er es nach besten Kräften an und nichts kann ihn daran hindern. Allerdings muss das Ziel realistisch sein. Ein Ziel ist realistisch, wenn es kurz- oder langfristig tatsächlich erreicht werden kann.   Unrealistische Ziele sind mehr oder weniger nichts mehr als Phantasie.

     

    Ziele lassen sich unterscheiden nach kurz- mittel- und langfristig. Diese Unterscheidung ist von daher nützlich, dass der Mensch sich verpflichtet fühlt, seine Ziele in dem entsprechenden Zeitraum zu erreichen. Man kann Ziele auch nach anderen Kriterien einteilen. Zum Beispiel nach den Bereichen. Zum Beispiel im Beruf kann man sich die Verbesserung der Beziehungen zu den Mitarbeitern, eine Einkommensverbesserung und eine Beförderung zum Ziel setzen. Ziele im privaten Bereich sind die Wahl eines geeigneten Ehepartners oder die Verbesserung der Beziehung zum Ehepartner und zu den Kindern.

     

    Die Beschäftigung   mit immateriellen Dingen und Steigerung des Selbstvertrauens kommen zum Beispiel als Ziele im seelisch-geistigen Bereich oder die Wahl einer besonderen Fachrichtung im Bereich Ausbildung.

     

    Nach Aufstellung einer Liste mit Zielen folgt die Gliederung der Ziele nach Vorrangigkeit. Vorrangig sind Ziele, die Ihnen besonders wichtig sind. Imam Ali (a) hält eine interessante Empfehlung hierzu bereit, denn er sagt: „Jeder der sich mit etwas beschäftigt was nicht wichtig ist, dem geht Wichtigeres verlustig.“

     

    Es ist besser, wenn wir über unsere Ziele auch mit anderen beraten. Der Islam empfiehlt es sich zu beraten. Natürlich sollte man sich mit jemanden beraten, der sowohl informiert als auch an unserem Wohl interessiert ist . Im Islam wird empfohlen sich nicht mit pessimistischen Menschen zu beraten. Wenn Schwarzseher über unsere Ziele erfahren, werden sie nur die Schwierigkeiten sehen. Durch ihre pessimistische Betrachtungsweise schwächen sie unsere Motivation zu neuen Initiativen.