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    Islamwissenschaften ( Ilm- i Qiraat )

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    Die Islamwissenschaften haben den Fortschritt der Islamischen Kultur und Zivilisation gefördert. Sie umfassen  Islamisches Wissen und Erkenntnis, und ihr  Inhalt bildet die Grundlage für die Islamische Kultur.

     

    Auch Wissen welches zur Islamwissenschaft führt, fällt darunter.

    Zu den Islamwissenschaften zählt unter anderem die Ilm- i Qiraat, d.h. die Kunde von der Lesart des Korans und der Koranauslegung, die Überlieferungskunde, die Lehre über das Religionsrecht und die religiösen Prinzipien, die Scholastik und weitere. Heute möchten wir die Ilm-e Qiraat und einige muslimische Gelehrten vorstellen, die auf diesem Gebiet geforscht haben.

     

    Die Ilm- e Qiraat gehört zu den Wissensgebieten, die erheblich zu der Entfaltung der Islamischen Kultur und Zivilisation beigetragen haben.  Mit Quiraat ist die Lesart des Korans gemeint. In diesem Fach werden die verschiedenen Formen des klangvollen göttlichen Wortes und die verschiedenen Ansichten dazu betrachtet.  Diese Kunde ist eine der ältesten Islamwissenschaften. Ihre Beginne gehen in die Zeit des Erhabenen Propheten zurück und fallen mit der Offenbarung der Koranverse zusammen. Der Prophet selber ist in Wirklichkeit der Begründer dieses Wissens von der Koranlesart gewesen.

     

    Er hat dazu aufgefordert, dass der Koran auf schöne Weise zu lesen ist. Nach ihm waren Imam Ali a.s. und die Edlen Nachkommen aus dem Hause des Propheten ausgezeichnete Kenner des gelungenen Koranvortrags gewesen. Nach Verscheiden des Propheten und danach der Prophetengefährten wurde die Ilm-i Qiraat zu einer speziellen Disziplin und es traten mehrere Lesarten und Theorien für die Koranlesung auf. Die Koranverleser  und Hadithkundigen waren sich in einigen Fällen über die Wörter im Koran und die Vokalzeichen der Buchstaben  und ihr Darbringung  nicht einig.  Die Rezitatoren des Korans haben diese Unterschiede übertragen.

     

    Allerdings haben die Muslime während ihrer Eroberung von neuen Gebieten in jedem islamischen Gebiet die Rezitation eines bekannten Rezitators akzeptiert und so entstanden 50 verschiedene Lesarten. Die berühmtesten von ihnen werden die „sieben Lesarten“ genannt.  Gemäß den Recherchen von  Fuat Sezgin  (1924), dem bekannten türkischen Islamkenner und Historiker , handelt es sich bei dem Kitab-i fi Al Qiraa von Yahya ibn Yaamur, dem Schüler von Abu al Aswad al Duali (603- 688) um das älteste Werk über die Kunde der Rezitation. Yaamur kam aus Irak und war ein Gefährte Imam Sadschads a.s. Er  schrieb sein oben genanntes Werk  im ersten Jahrhundert nach der Hidschra  und es galt bis zum 4. Jahrhundert nach der Hidschra (10. Jahrhundert nach Christus) als eine der zuverlässigsten Quellen . Das Werk von Yahya Ibn Yaamur setzt sich mit den verschiedenen Lesarten des Korans in jener Epoche auseinander.

     

    Ein solches Werk erforderte natürlich eine vorherige Zusammenstellung der verschiedenen Lesarten. Damit hatten bereits vorher Gefährten des Propheten begonnen. So war Imam Ali  einer der ersten , die sich dieser Aufgabe widmeten. Der erste, der Lesarten dann in einem Buch zusammenstellte war Ibn salam. Ibn Salam hat alle Lesarten , darunter auch die sieben bekannten Qiraat in 25 Lesarten zusammengefasst.  Im 2. und 3. Jahrhundert nach der Hidschra (8. und 9. Jahrhundert nach Christus)   haben sich viele Gelehrten mit der Zusammenstellung von Lesarten beschäftigt und es wurden zahlreiche Werke dazu geschrieben. Zu der Zeit gab es 10 verschiedene Gelehrte, deren Lesart als erlaubt galt.

     

    Einer von ihnen war Fasl ibn Schazan (gestorben 260 n. Hidschra) (circa 870 n. Chr.) . Er war Rechtsgelehrter, Scholastiker,  Korankommentar und Autor von Büchern über die Islamischen Wissenschaften sowie  Schüler von 4 der Imame aus dem Prophetenhaus.  Es wird berichtet, dass Imam Hassan Askari dreimal Segenswünsche für Fasl Ibn Schazan ausgesprochen  und dann gesagt hat: „ Die Menschen von Chorassan, müssen Fasl wegen seines Rangs beneiden.“

     

    Zu den Büchern die Fasl über die Koranlesarten schrieb, gehört das Buch Al Qaraat. Es ist eines seiner wichtigsten Werke.

    Im 5. Jahrhundert nach der Hidschra,  11. Jahrhundert nach Christus, besaß die Ilm-e Qiraat weiterhin so sehr an Bedeutung, dass überall in den Islamischen Gebieten von Andalusien bis Transoxanien große Gelehrte auf diesem Gebiet geforscht und zahlreiche Bücher geschrieben haben.

     

    In Andalusien  hat sich Abu amr Uthman bin Said Dani ausgiebig mit diesem Wissen beschäftigt. Zu seinen zahlreichen diesbezüglichen Werken gehört Al Tisir. Nach ihm hat  Abu Muhammad Schatibi.

     

    sich auf diesem Wissensgebiet eingesetzt. Schatibi wurde 538 nach der Hidschra geboren (ca. 1140). Er war Literat, Rechtgelehrter und in bekannter Koranrezitator. Man gab ihm den Namen Imam Al Qura (Anführer der Rezitatoren). Zu seinen wichtigen Werken gehören die Qasideh Lamiyah und Ra`iyah über die Rezitation.  In den darauffolgenden Jahrhunderten wurden Kommentare zu diesen Qasida angefertigt. Schatibi verstarb mit knapp 50 Jahren.

     

    Vom 4. bis 8. Jahrhundert nach der Hidschra traten besonders zwei Gelehrte auf dem Gebiet der Ilm-Qiraaat hervor und erweiterten das Wissen auf diesem Gebiet.

    Yusuf Hamedani war einer von ihnen.  Er wurde 642 n.d.H. geboren (circa 1244 n.Chr.)  Seine Koranarbeiten führte er zum Großteil in Ägypten und Scham (Großsyrien) durch.  Er verstarb in Damaskus.

     

    Aus der gleichen Zeit stammt Jusuf al Dschazri.  Sein Geburtsort ist Damaskus gewesen und er hat dort sein Wissen über die Lesarten und die Ahadith (Überlieferungen) erworben. Er nutzte den Koranvortrag der größten Rezitatoren in den islamischen Gebieten, erlernte auf diese Weise mehrere Rezitationsmöglichkeiten und erwarb einen deutlichen Meistergrad.  Dschazri  stieg in einer Zeit auf dem Gebiet der Ilm-Qiraat auf, wo diese Wissenschaft  zurückging. Durch seine Forschungsarbeiten konnte er diesem Wissensgebiet einen neuen Geist einhauchen und es wieder beleben. Ibn Dschazri brachte beiseite gelegte Werke über den Koranvortrag wieder ins Gespräch und  stellte auch Texte mit neuem Stil zusammen.

     

    Besonders zu nennen sind die beiden Werke Al Naschra und Ghayat- al Nahiya von ihm.  Dschazri hat in Wahrheit damit ein Nachschlagewerk für die Ilm- Quiraat geschaffen, welches heute noch von Nutzen ist. In beiden  Büchern  hat er die Nennung der Referenzquelle als eine feste Methode angewandt und dieses Prinzip außer in unnötigen Fällen eingehalten.  Bei der Verwendung der beiden genannten Büchern ist  der Leser in großem Umfange nicht mehr auf frühere Werke über die Lesarten des Korans angewiesen. Die Bücher von Ibn Dschazr sind alphabetisch oder thematisch geordnet  und so kann man durch sie schnell an zahlreiche Informationen gelangen.

     

    In Iran hat es ebenso bekannte Rezitatoren und Kenner der Ilm- e Qiraat gegeben.

    Zu ihnen zählt Abu Fasl Mohammad Ibn Tayfur Sadschawandi Ghaznawi.

    Er war auch für seine Koranexegese und sein Koranwissen bekannt und hat zahlreiche Werke hinterlassen. Zu seinen wichtigen Werken gehört das Al Mudschaz. Er verweist in Al Mudschaz auf 5 Arten von Pausen beim Koranvortrag. Sadschawandi ist auch Al Imam Al Kabir und Malik Al Kalam genannt worden, was auf seinen hohen Rang hinwies.

     

    Im 10. bis 12 Jahrhundert nach der Hidschra  , als die Saffawiden an die Macht kamen und die Politik mit der Religion im Iran vereinten, wurde ein neues Kapitel für die islamischen Wissenschaften eröffnet und die Kunde von den Lesarten des Korans erfuhr weitere Forschritte. Zu den Rezitatoren und Gelehrten dieser Zeit gehört der bekannte Qazi Said Qumi (1633- 1692 nach Christus), ein Schüler des Mulla Muhsein Feyz- e Kaschani. Er hat in seinem Werk einen Vergleich zwischen den vorhandenen Lesarten des Korans unterbreitet und mystisch geprägte Auslegungen vorgenommen.

     

     

    Quelle: German.irib.ir

    Aus der Reihe  : „ Die Islamische Kultur und Zivilisation im Laufe der Geschichte“