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    Istikhara: Allah um den besten Rat bitten

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    von Um Abdel Kareem

     

     

    Sprich: „Was kümmert Sich mein Herr um euch, wenn ihr nicht (zu Ihm) betet?…
    (Sure 25 Vers 77)

     

     Einleitung

     

    Die Istikhara ist eine islamische Tradition, welche sehr stark in der Kultur der Shia, besonders derer im Iran, Indien und Pakistan bekannt ist. Leider ist es so, dass die meisten Menschen ein falsches Bild über die Istikhara und seinen Gebrauch haben. Wenn etwas Wichtiges in ihrem Leben passiert, greifen sie schnell zur traditionellen Istikhara!

     

    Ohne aber darüber in Ruhe nachzudenken, mit anderen darüber zu sinnen und sie um ihren Rat zu fragen. Es gibt Personen, welche nicht die Regeln und Bedingungen der Istikhara und seine Verhaltensregeln beachten und einfach sofort zum Quran, oder zur Masbaha (Gebetskette) usw. greifen.

     

    Da gibt es die einen, welche glauben, dass das Ergebnis der Istikhara gleichbedeutend mit dem Quran und einem Rat von Allah sei und daher das Ergebnis als verpflichtend anerkennen und ihr Leben und Schicksal nach dem Ergebnis jener besagten Istikhara ausrichten.

     

    Und es gibt eine Gruppe von Leuten, die ohne über das Ergebnis der Istikhara nachzudenken, im Falle dass das Resultat ein Vorteil für sie war, als ein Zeichen ansehen, dass das, was sie schon dachten auch das Beste für sie sei. Und wenn etwas Negatives dabei herauskommt, so werden sie es weiter versuchen bis sie das bekommen, was sie sich wünschen.

     

    Beide dieser Gruppen haben absolut die wahre Bedeutung der Istikhara und seine Verwendung nicht verstanden. Wer dem ersten Schritt keine Beachtung zumisst; nämlich dass man seinen Verstand und Intellekt benutzen soll; und auch der Ratschlag anderer spielte eine sehr wichtige Rolle und hat eine große Auswirkung auf das Ergebnis der Istikhara, der hat den wahren Sinn dieser Praktik nicht verstanden.

     

    Wenn ein Mensch in der Lage ist selber über das Anliegen nachzudenken und durch den Rat anderer eine Entscheidung treffen kann, so ist die Istikhara nicht notwendig für ihn.

     

    Bevor die verschiedenen Methoden der Istikhara aufgeführt werden, müsse einige grundlegende Punkte diesbezüglich angeführt werden:

     

    Wichtige Anmerkungen über das Ergebnis der Istikhara

     

    Göttliche Inspiration für den richtigen Weg

     

    Imam Jafar al Sadiq (ع) sagte: „…dort ist kein gläubiger Diener (Gottes), welcher wenigstens einmal bei seinen Angelegenheiten um das Beste von Allah bittet, außer er macht einen Unterschied zwischen den beiden Wegen.“ (Bihar al-Anwar, Volume 91, Page 257, Hadith 2)

     

    Allah der Erhabene ist das reinste und perfekteste Sein, und solange es keine Hindernisse seitens Seines Dieners gibt, welche die Gnaden seines Herrn zurückhalten, so wird Allah (swt) Seinen Segen und Seine Gnaden nicht zurückhalten. Wenn also ein ehrlicher Diener mit Ernsthaftigkeit und reinem Herzen seinen Schöpfer um Wegweisung bittet, dann gibt es keinen Zweifel daran, dass Allah (swt) ihn zu dem führen wird, was gut und ratsam für ihn ist.

     

    Hilfe beim Wählen des richtigen Weges

     

    Imam Jafar al-Sadiq (ع) sagte: „Es gibt keinen gläubigen Diener (Gottes) welcher Allah (swt) um etwas Gutes bittet, und Allah (swt) für ihn nicht etwas vorsieht, welches gut für ihn ist, auch wenn die Person es nicht mag.“ (Bihar al-Anwar, Volume 91, Seite 224, Hadith 4)

     

    Wie bedauerlich ist es für jemanden, dass manchmal das Gute für ihn in etwas liegt, dass er nicht mag! Daher sollte jemand, der Allah (swt) um das Beste gebeten hat, es annehmen und nicht denken, dass das worum er bittet ihm so gegeben wird, wie er es gerne hätte!

     

    Ein Ausweg aus der Verwirrung

     

    Der Prophet des Islams (ص) sagte: „Oh Ali! Wer Allah (swt) um das Beste bittet, wird niemals verwirrt werden, und wer andere um Rat bittet, wird es niemals bedauern.“ (Amaili Shaikh Tusi, Kapitel 136 Hadith 22)

     

    Diese Hadith war ein besonderer Rat des Propheten (ص) an Amir al-Mu’minin Ali Ibn Abi Talib (ع) während dessen Reise nach Jemen um den Islam zu verbreiten. In solch einer gefährlichen Mission ist das Wichtigste, worum man bitten sollte ein starkes Herz, Zufriedenheit und Überzeugung. Allah (swt) um das Beste zu bitten ist die beste Methode um spirituelle Charaktereigenschaften und –züge zu erlangen.

     

    Vertreibung von Gewissensbissen und Sorgen

     

    Imam Ali (ع) sagte: „Wer Allah (swt) um das Beste bittet, wird es niemals bedauern.“ (Ghurur al-Hikm, 9453)

     

    Das Ziel beim Bitten um das Beste bevor man eine Handlung vollzieht, und in allen Angelegenheiten überhaupt, ist das Stadium der Zufriedenheit im Herzen, die Beseitigung aller Zweifel und Verlegenheiten und die Entfernung aller Verwirrungen und Verzweiflungen, zu erlangen.

    Konsequenz, wenn keine Istikhara gemacht wird

     

    Erfolglosigkeit im Handeln

     

    Imam al Sadiq (ع) sagte, dass Allah (swt) gesagt hat: „Die Gründe des Unglücks meiner Diener beim Durchführen ihrer Taten ist, dass sie mich nicht vorher um das Beste für sie gebeten haben.“ (Bihar al-Anwar, Volume 91, Page 222, Hadith 1)

     

    Hier wird deutlich, dass wir Allah (swt) vor jeder Handlung um das Beste für uns bitten sollen. Diese aufgeführte Hadith unterstreicht, dass ein nicht Bitten zu Unglück und Pech führt. Es ist so einfach Gott um das Beste für sich zu bitten.

     

    Ruin und Untergang

     

    Imam Ali (ع) sagte: „Bitte Allah (swt) um das Beste und entscheide nicht selbst (wenn du die Absicht hast etwas zu tun). Wie viele Menschen entschieden etwas selbst und sie fanden ihren Untergang darin.“ (Ghurur al Hikm, Saying 2346)

     

    Die Bedeutung dieser Hadithe und die davor genannten bedeutet nicht, dass man nachdem man seinen eigenen Intellekt benutzte und andere um Rat fragte direkt den Quran aufschlagen soll, oder eine Gebetskette zur Hand nimmt, um zu sehen, was das Beste für einen ist, und seine Zukunft nun nach diesen beiden Methoden ausrichtet. Wer in dieser Art und Weise handelt, hat absolut die wahre Bedeutung der Istikhara nicht verstanden. Denn diese Hadithe sollen unsere spirituelle Verbindung zwischen uns und unserem Schöpfer fördern!

    Die Verpflichtung mit dem Ergebnis der Istikhara zufrieden zu sein

     

    Das Vertrauen der Imame über das Ergebnis der Istikhara

     

    Imam Al Sadiq (ع) sagte: „Wenn ich Allah (swt) um das Beste für mich bitte, ist es für mich nicht wichtig, wie die Istikhara ausfällt (egal ob es leichter für mich oder schwerer dadurch für mich wird).“

     

    Der wahre Gläubige hat keine Zweifel daran, dass Allah (swt) das Beste für seine Diener möchte. Er weiß, dass Allah (swt) der endlose Ozean der Gnade ist und dass es Ihm fern liegt Seine Diener warten zu lassen, wenn Sie Ihn um etwas bitten.

     

    Außerdem hat ein wahrer Gläubiger einen festen Glauben an Allah (swt), dass Er die Kraft hat den Weg eines Menschen zum Erfolg und zur Ruhe zu führen.

     

    Der wahre Gläubige weiß und versteht, dass das, was gut für ihn ist, nicht immer der einfachste Weg darstellt. Ein Gläubiger verzweifelt nicht, sondern fühlt Zufriedenheit und Zuversicht in seinem Herzen nachdem er um das Beste gebeten hat.

    „Es gibt keinen Gläubigen der Allah anruft und dessen Bitte nicht erhört wird.“

    Gefahren nicht mit dem Ergebnis der Istikhara zufrieden zu sein

     

    Imam Sadiq (ع) sagte: „Jener, der Allah (swt) um das Beste für seine Angelegenheiten bittet und sich dann danach richtet (die Handlung vollzieht oder nicht) aber etwas in sein Herzen zurücklässt (Zweifel an seinem Handeln oder Unzufriedenheit) hat einen unbegründeten Vorwurf gegen über Allah (swt) gemacht.“ (Bihar al Anwar, Kapitel 91, Page 225)

     

    Es ist durchaus möglich, dass die Unzufriedenheit über das Ergebnis der Istikhara seine Wurzeln in folgendem hat:

     

    1. Zweifel ob Allah (swt) wirklich das Beste für seien Diener möchte, welches in Wahrheit eine unbegründete Anschuldigung an Allah.s.t. ist, dass er nicht das Beste für seine Diener wünscht.

    2. Zweifel am Wissen Allahs (swt), ob er wirklich weiß, was gut ist. In Wahrheit bedeutet diese Annahme, Allah (swt) sei ignorant und nicht perfekt.

    3. Zweifel an der Kraft Allahs zu entscheiden, was wirklich das Beste ist. Diese Haltung würde bedeuten, dass Allah (swt) schwach und kraftlos sei.

    4. Zweifel darüber, dass Allah (swt) seinen Dienern weder Aufmerksamkeit, noch das worum sie bitten, schenkt. Diese Haltung bedeute einen Mangel an Allahs Gnade.

     

    Man muss eine absolute Gewissheit darüber haben, dass Allah (swt) nur das Beste für Seine Diener vorsieht.

     

    Bevor nun die einzelnen Methoden der Istikhara vorgestellt werden (hier nur ein paar, gerade bei der Gebetskette gibt es mehrere Arten), soll wie schon oben erwähnt nochmals auf die Wichtigkeit des Verstandes und des Gottvertrauens hingewiesen werden. Bitte macht nur die unten aufgeführten Arten der Istikhara (mit dem Heiligen Quran oder der Gebetskette), wenn man definitiv nicht selbst zur Entscheidungsfindung gekommen ist. Wenn man weder durch die geistige Istikhara (die innere Gewissheit), noch durch das Befragen und sich Beraten mit vertrauensvollen Menschen, zu einer Entscheidung gelangt ist. Zuvor aber noch ein Hinweis, über die Besten Zeitpunkte um eine Istikhara zu machen:

     

    Der beste Zeitpunkt um Istikhara zu machen

     

    Istikhara nach einem freiwilligen 2-Rekat-Gebet:

    Imam al-Jawad (ع) sagte: „Es ist am Besten, wenn ihr Allah um das Beste für euch nach einem frewilligen 2-Rekat-Gebet bittet.“ Ebenso wird von Imam Al-Sadiq (ع) berichtet: „Wenn ihr etwas vorhabt, so beginnt mit einem 2-Rekat-Gebet und lobpreist euren Herrn und grüßt den Heiligen Propheten und seine reine Nachkommenschaft und sagt danach: „Oh Allah, wenn etwas Gutes in dieser Handlung für mich und meine Religion und mein Leben liegt, so mache es leicht für mich, aber wenn dem nicht so ist, so halte es fern von mir.““

     

    Istikhara nach dem Morgengebet (Salat ul-Fajr)

     

    Imam al-Sadiq (ع) sagte: „Wenn ihr das Morgengebet beendet habt, hebt eure Hände bis zu eurem Gesicht (Qunut Haltung) und sprecht: “Oh Allah, du weißt es am Besten, und wir wissen nichts. Du bist der Kenner des Unsichtbaren, segne den Heiligen Propheten und seine Familie und gebe mir das Beste von dem, was für mich das Beste ist und in dem Segen liegt.““

     

    Gehe danach in die Sajdah-Position (Niederwerfung) und sage 100 Mal:

    „Astakheerallah bi rahmatihi wa asktqtir allah fi afiyatin biqud riti“ Übersetzung

    Danach trage dein Bedürfnis vor und so möge das, was für dich gut ist eintreten.

    Istikhara nach der letzten Verbeugung im Salat ul-Layl

     

    Imam al-Sadiq (ع) sagte: „Sprich zu Allah in der letzten Niederwerfung des Salat ul-Layl 101x „Astakhirallah bi rahmatihi.“ (Ich bitte Allah durch seine Gnade um das Beste für mich)

     

    Verschiedene Arten von Istikhara und ihre Methoden

     

    1. Istikhara als Bittgebet:

     

    Die eigentliche Bedeutung der Istikhara ist „um das Beste von Allah, dem Gnädigen zu bitten“. Vertrauen in Allah, ihm alle Angelegenheiten anzuvertrauen und eine gute Meinung über Allah (swt) zu haben, sind die Voraussetzungen bevor man überhaupt eine Bitte an Ihn richtet. Das bedeutet, dass man in jeder Angelegenheit sich ernsthaft an Allah wendet und Ihn darum bittet, seinen Weg leicht zu machen und die richtige Entscheidung treffen zu können.

     

    Die Istikhara in Form des Bittgebets ist immer allgegenwärtig. Bevor man auch nur die kleinste Handlung macht, beginnt man mit dem Anflehen Allahs.  In Überlieferungen wird ersichtlicht, dass diese Art von Istikhara vor jeglicher Handlung gemacht werden sollte und sie die Person zum Erfolg führt, denn sie beinhaltet als Bittgebet folgendes:

    1-Das Preisen Allahs in Verbindung mit einer Bitte an Ihn, der absolut frei von Bedürfnissen ist. Über den Schöpfer gut denken, dass ER nur das vorzieht, was auch gut für Seinen Diener ist.

    2-Istikhara durch das Ratsuchen bei anderen: Wenn jemand herausfinden muss, was wirklich das Beste für ihn ist, so soll er sich die Ratschläge von vertrauenswürdigen Geschwistern anhören, nach dem er Allah um die richtige Eingabe gebeten hat. Denn Allah wird ihm inscha Allah durch den Mund des Ratschlaggebenden die richtige Antwort wissen lassen.

     

    Sagte doch Imam Ali (ع) schon dazu: „Es ist die Pflicht eines jeden Menschen, seinen  Verstand und seine Ansicht mit dem der weisen Menschen zu vergleichen“! (Ghurur al-Hikm, 4920)

     

    Nächster Schritt:

    Bestehen aber immer noch Zweifel und Unsicherheit in seinem Herzen, nachdem er Allah um Eingebung und Freunde um Ratschläge bat, so soll er sich noch einmal an Allah wenden. Er soll Allah darum bitten, sein Herz zufrieden zu stellen und seine Zweifel und Verwirrungen zu beseitigen. Dies kann dann durch verschiedene Methoden gemacht werden. Einige davon sind: „geistliche Istikhara“, oder mit Hilfe des „Quran“ oder „Tasbih“ oder mit „Papieren“

     

    2. Die „geistliche Istikhara“:

     

    Diese Methode der Istikhara ist ebenso eine Variante der mystischen Beziehung mit Allah (s.t.). Es wird dann gemacht, wenn man sich immer noch nicht nach den Ratschlägen anderer sicher ist und man selbst keine Lösung gefunden hat. Man trägt seine Bitte Allah erneut vor. Man bittet Allah ihn zum Rechten zu leiten. In diesem Moment wird die Person tief in ihrem Herzen schauen und wird den Weg der Seele wählen, welcher stärker ausgeprägt ist. Dies wird die Antwort seiner Istikhara sein und er soll dann den gefundenen Weg einschlagen.

     

    Dazu sagte Imam al-Sadiq: „Gehe nach deinem Pflichtgebet in die Sadschda-Haltung und sage 100 Mal أللهم خرلي (Allahumma khirli). Mache danach Tawassul an uns (Ahl-ul-Bayt), grüße uns und nehme uns als deine Fürsprecher. Schaue danach in dein Herz und handle nach dem, was in deinem Herzen überwiegt.“ (Amali Tusi, Volume 1 page 281  Wasa il ash Shia, Volume 8 Page 74 Hadith 10114)

     

    3. Istikhara mit Hilfe des „Quran“:

     

    Bestehen immer noch Zweifel obwohl man sich auch Rat geholt hat, so ist es ihm dann erlaubt sich am Quran zu orientieren um seine Zweifel zu beseitigen. Dazu gibt es einen Hadith:

    Imam Jafar al-Sadiq (ع) sagte: لا تتفاءل بالقرآن „Mache keine Vorhersagen durch den Quran!“

     

    Und weiter sagte er: „Solltest du die Istikhara mittels des heiligen Quran machen, so sage:

    ﺇن كان في قضا ئك وقدرك أن نمن على شيعة آل محمد بفرج و ليك وحجتك على خلقك فأخرج إلينا اية من كتابك نستدل بها على ذالك

    „Im Namen Allahs, dem Erbarmer, dem Gnädigen. Sofern Du etwas in Deinem Plan und Deiner Bestimmung, welche Du für die Shia der Ahl-ul-Bayt mit der schnellen Rückkehr Deiner Beschützer und Vertreter über Deinen Geschöpfen vorgesehen hast, so zeige uns einen Vers im heiligen Quran, welche uns zu dem führen wird.“

    Öffne danach den Quran und gehe sechs Seiten nach vorn und dann schau auf der siebten Seite in der sechsten Linie und nimm (handle danach) was in dem Vers steht.“ (Bihar al Anwar, Volume 91 , page 246)

     

    Mit der oben genannten Aussage wird gemeint, dass man den Quran nicht dazu missbrauchen darf um die Zukunft vorher zu sagen! Die Rechtleitung durch den Quran soll nur dazu dienen um Zweifel zu klären und den Menschen zu dem richtigen Entschluss zu führen. Ganz wichtig ist anzumerken, dass die Methoden sei es durch Quran, Tasbih oder Papieren erst dann gemacht werden dürfen, nachdem man Allah um Hilfe bat und sich die Meinungen und Ratschläge eingeholt hat. Diese Vorgehensweisen sollen lediglich dazu dienen dem Menschen von seinen Zweifeln zu befreien.

     

    Istikhara mittels Quran vor dem Gebet

     

    Imam Sadiq (ع) sagte: „…wenn du zum Gebet aufstehst, schau was in deinem Herzen ist und nehme dies an, denn der Satan ist weit von einer Person entfernt, welche zum Gebet aufsteht. Oder, öffne den Quran und nehmen was du in der ersten Linie liest (auf der rechten Seite des Qurans) und handle danach. (Und was auch immer für dich gut darin sein wird, wird darin stehen), Inscha Allah.“

     

    Ganz wichtig ist anzumerken, dass die Methoden sei es durch Quran, Tasbih oder Papieren erst dann gemacht werden dürfen, nachdem man Allah um Hilfe bat und sich die Meinungen und Ratschläge eingeholt hat. Diese Vorgehensweisen sollen lediglich dazu dienen dem Menschen von seinen Zweifeln zu befreien.

     

    4. Istikhara mit Hilfe des „Tasbih“:

     

    Auch dies kann erst nachdem man die oben erwähnten Vorgänge unternommen hat, gemacht werden. Auch hierzu der folgende Hadith: Es wird von Imam al Zaman (aj) überliefert:

    عن القائم صلوات ﷲ عليه في  اﻹ ستخارة بالسبحة أنه يأ خذهاويصلي على النبي و أله صاوات ﷲ عليه و عليهم ثلاث و يقبض على السبحة و يعد اثنين اثنين فإن بقيت و احدة فهو إفعل فإن بقيت إثنتان فهو لا تفعل

    „Die Tasbih-Kette soll in die Hand genommen werden, Grüße und Segenswünsche sollen für den Propheten und seine Familie dreimal gesprochen werden. Dann greife eine Perle aus der Kette und zähle sie im zweier Schritt ab. Bleibt am Ende nur eine Perle übrig so soll man die befragte Tat ausführen. Bleiben zwei so soll man es nicht machen!“ (Bihar al Anwar Volume 91, page 250 Hadith 4)

     

    5. Die Istikhara mit Hilfe von „Papieren“:

     

    Es ist die letzte Methode der Istikhara, welche hier genannt wird. Es wird mit sechs Stücken Papier durchführt und ist im allgemeinen auch als Dhat al-Riqa bekannt.  Es ist eigentlich kaum unter den Menschen bekannt und wird daher nur selten praktiziert. Es ist aber unter einer kleinen Gruppe von Gelehrten bekannt und wird auch praktiziert. Da es eigentlich kaum praktiziert wird, werde ich es nur ganz kurz beschreiben:

     

    Es werden sechs Zettelchen vorbereitet. Auf drei von ihnen schreibt man:

    „Im Namen Gottes des Allbarmers des Barmherzigen ( Bismillah…) Die Güte kommt von Allah, dem Weisen, der es für [dein Name] dem Sohn/ Tochter des [Name deines Vaters] machen wird.“

    Und auf den anderen drei Zettelchen wird das gleiche geschrieben nur mit „…der es nicht machen wird“.

     

    Danach legt man sie unter dem Gebetsteppich. Anschließend werden zwei Rekat gebetet und es werden Bitten gesprochen. Dann werden die sechs Zettelchen in der Hand geschüttelt und man wählt drei heraus. Steht auf den dreien, dass man es tun wird, dann soll man das geplante Vorhaben machen, wenn die Antwort negativ ist, dann nicht. Hat man gemischte Zettel so soll man insgesamt fünf nehmen und die Mehrheitsantwort zählt dann. (Bihar al Anwar, Volume 88, page 230 Hadith 5 , Al Kafi, Volume 3 page 470.)

     

    Aber wie gesagt dies ist eine Art, welche nur von einigen islamischen Gelehrten durchgeführt wird und ist für uns nicht zu empfehlen!

    Verschiedene Aussagen der Istikhara durch den Gesandten Allahs (ص) und von einigen der reinen Imamen (ع)

     

    Der Gesandte Allahs (ص) sagte: „Oh Anas! Zu jedem Zeitpunkt an dem du eine Handlung vollziehen willst, bitte Allah vorher sieben mal um Rechtleitung und dann schau welche Antwort in dein Herz dringt. Nach dem in deinem Herzen sollst du handeln!“

     

    Imam Ali ibn Abi Talib (ع) betete zwei Rekat und sagte dann 100 mal : „Oh Allah, ich habe die Absicht etwas zu tun von dem Du weißt. So, wenn Du weißt, dass darin etwas Gutes für mich in dieser Welt, in meiner Religion und dem Jenseits ist, dann mach es leicht für mich. Und wenn daran etwas Schlechtes für mich in dieser Welt, in meiner Religion und dem Jenseits ist, dann lass mich von diesem Vorhaben abkommen. Ganz gleich ob ich es verabscheue oder lieb, denn nur Du weißt es am Besten und nur Du bist der Kenner des Unsichtbaren.“ Dann handle nach dem, was du in deinem Herzen fühlst.

     

    Imam Jafar al-Sadiq (ع) sagte: „Rezitiere ein Zwei-Rakaat-Gebet und dann bitte Allah s.t. um das Beste 101 x und schau welcher der beiden Wege stärker in deinem Herzen ist. Danach handle dann.“

     

    Imam Jafar al-Sadiq (ع) sagte auch: „Wenn du etwas tun möchtest, dann frag niemanden bevor du nicht Deinen Herrn aufgesucht hast und sprich 100 x أ ستخيراﷲ (Astakhirullah). Suche danach den Rat der Menschen, denn Allah wird die Antwort durch denjenigen, den er liebt aussprechen lassen.“

     

    Der Gesandte Allahs (ص) sagte: „Oh Ali! Derjenige der Allah um das Beste für sich bittet, wird nie verwirrt sein und wer andere um Rat fragt wird es nie bedauern!“

     

    Imam Ali (ع) sagte: „Bitte in all deinen Taten Allah darum, dass es das Beste für dich ist.“ und „Jedesmal wenn du entschieden hast etwas zu tun, dann bitte Allah s.t. um das Beste.“

     

    Imam al-Baqir (ع) sagte: „Wir (die Ahl-ul-Bayt) lehren die Methode der Istikhara (Allah um das Beste für sich zu bitten) genauso wie wir die Suren des Buches Allahs unterrichten.“

     

    Imam al-Sadiq (ع) überliefert, dass Allah (swt) sagte: „Die Gründe des Misserfolges meiner Diener ist, dass sie Mich nicht vorher um das Beste für sich baten!“

     

    Damit ist ganz einfach gemeint, dass man Allah vorher mit zum Beispiel folgenden Worten bitten soll: „Oh Allah leite uns zu dem was Du für uns als Bestes vorsiehst und in dem Dein Wohlgefallen liegt!“

    „Es gibt keinen Gläubigen der Allah bittet und dessen Ruf nicht geantwortet wird!“

     

    Es empfiehlt sich die Meinung und Fatwas von Rechtsgelehrten über Istikhara einzuholen.

     
    Quellen und Literaturangaben: Istikhara , Mohammad Baqir Haideri translatet by Saleem Bhimji

     

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    Quelle: http://www.al-shia.de/artikel/istikhara.htm