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    Kein Platz für Rassismus im Islam

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    „Die Debatte“: Unterscheidung, aber keine Diskriminierung. Notizen von Ali Kocaman

     

    In den letzten Tagen schaute Freund Mukhtar ein paar Mal vorbei. Mukhtar ist ein junger Südafrikaner, Muslim und ziemlich hipp. Wer ihn nicht kennt, mag kaum glauben, wie tief sein Wissen und wie prägend seine Erfahrungen in Sachen Islam sind. Dabei bricht er sämtliche Stereotypen, die viele von einem religiös gebildeten Muslim haben mögen. Der junge, professionelle Sportlehrer verbrachte neben seiner Karriere Jahre in der Gegenwart großer Gelehrter, in Zawijas und ist aktiv mit den Freunden Allahs.

     

    Als eines unserer Gespräche auf das – auch in Deutschland leider aktuelle – Thema „Rassismus“ fiel, hatte der schwarze Südafrikaner aus dem Volk der Zulu (von dem eine beachtliche Anzahl in den letzten Jahren zum Islam fand) Profundes zu sagen. Gerade dort sei Rassismus, durchaus in gewandelter Form, auch heute noch eine Realität. Und er gehe, so Mukhtar von vielen anderen als den „üblichen Verdächtigen“ aus.

     

    Im Islam gebe es Unterscheidung (engl. discrimination, arab. Furqan), aber nicht in der sinistren Form, wie sie heute vielmehr benutzt werde, und auf welche der Begriff Diskriminierung besser zutreffe. Die Unterscheidung, oder Al-Furqan, meint eigentlich, so Mukhtar, die Differenzierung der Dinge. An vielen Stellen im Qur‘an unterscheidet Allah zwischen den Dingen. Wie in der Sura Az-Zumar (39, 9): „Sag: Sind etwa diejenigen, die wissen, und diejenigen, die nicht wissen, gleich?“ Und in einem Hadith, das von Imam Muslim und Bukhari aufgezeichnet wurde, sagte der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, dass die Hand, die gibt, über derjenigen ist, die nimmt.

     

    Es gebe, so mein südafrikanischer Gast, verschiedene „Differenzierungen wie bezüglich des Wissens, der Großzügigkeit etc.“, aber ihnen sei gemein, dass sie keinerlei Herabsetzung oder Verachtung desjenigen enthalte, der nicht in der führenden Position sei. „Im Islam ist die Herabsetzung oder Verachtung von Menschen – aus welchen Gründen auch immer – untersagt. Wir sollten auch nicht vergessen, dass sich zwischen Allah und dem Unterdrückten kein Schleier befindet.“ Die Herabsetzung oder Verachtung selbst des kleinsten Atoms sei im gewissen Sinne eine Verachtung Allahs. Gleichermaßen sei Dankbarkeit gegenüber denjenigen, die uns etwas geben, wie es in einem Hadith heiße, Dankbarkeit gegenüber Allah.

     

    „Wenn die Herabsetzung bereits als so schwerwiegend eingestuft wird, wie groß muss sie im Falle von Rassismus sein, der in sich auch die Qualität des Hasses trägt?“, fragt mein Gast. „Ein Araber hat keinen Vorzug vor einem Nichtaraber, und ein Nichtaraber hat keinen Vorzug vor einem Araber, noch ist ein Weißer besser als ein Schwarzer oder ein Schwarzer besser als ein Weißer, außer durch Gottesfürchtigkeit“, habe schließlich der Prophet in seiner Abschiedpredigt gesagt.

     

    Kein Volk stehe über einem anderen. Und alle stammten von einer einzigen Frau und einem einzigen Mann ab. „Und alle wurden aus dem Licht Allahs erschaffen. Dieses Licht scheint bei einigen heller als bei anderen, aber das ist eine Frage der Nähe zu Allah und nicht der Rasse oder des sozialen Rangs.“

     

    Mukhtar beginnt, über die Lage in Südafrika zu erzählen, und ich habe den Eindruck, dass sich die eine oder andere geringe Ähnlichkeit auch bei uns finden ließe. „In Südafrika gibt es – insbesondere an der Ostküste, in der Provinz KwaZulu – einen Graben zwischen schwarzen und indischen Muslimen. Die Feindseligkeiten zwischen den beiden Gruppen (erinnern wir uns, dass die Muslime Brüder sind) haben ein gefährliches Niveau erreicht. Auf beiden Seiten ist Rassismus verbreitet.“

     

    Islam habe in Südafrika lange Zeit als eine „indische Religion“ gegolten. Dies habe auch daran gelegen, dass die Inder ihre Mitmenschen nicht zum Islam eingeladen hätten und anfingen zu glauben, der Islam sei „ihre Religion“. Dies ändere sich nun, nachdem viele Nicht-Inder zum Islam gefunden hätten, sodass dieser Streit eigentlich beigelegt werden sollte. Aber die Spannungen zwischen „beiden Gruppen“ hielten an, was „sogar noch mehr Menschen daran hindert, Muslime zu werden“.

     

    Allah sagt in der Sura Al-Baqara (Vers 35): „Allah leitet zu Seinem Licht, wen Er will und Allah prägt Gleichnisse für die Menschheit und Allah hat Wissen über alle Dinge.“

    Dies gilt ungeachtet der Abstammung eines Menschen. Im Islam gibt es keinen Platz für Rassismus.

     

    Quelle: islamische-zeitung