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    Kongress für islamisch-iranisches Fortschrittsmodell: Gerechtigkeit – der Rahmen für Entwicklung und Fortschritt

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    17 Mai 2011

     

    Große Unternehmungen beginnen mit theoretischen Überlegungen. Es müssen alle verschiedenen Ideen genutzt werden, damit am Ende ein wissenschaftlich fundiertes Resultat steht. Im Zusammenhang mit der Findung eines Islamisch-iranischen Entwicklungsmodells hat am 9. Mai dieses Jahr eine Konferenz unter Teilnahme von Dozenten aus den Theologischen Lehrkreisen und der Universität und hohen Verwaltungskräften des Landes in Teheran stattgefunden.

     
    Veranstalter waren 24 Lehr- und Forschungszentren. Das Thema Fortschritt und Gerechtigkeit ist vom Revolutionsführer Ajatollah Khamenei oftmals unterstrichen worden und er hat in seiner Frühjahrsansprache am 21. 3. 2011  gesagt: Wenn Fortschritt nicht mit Gerechtigkeit einhergeht ist es kein Fortschritt wie ihn der Islam will. Auch wenn wird das Bruttonationalprodukt und das allgemeine Einkommen des Landes auf eine hohe Ziffer bringen, aber im Inland Benachteilung und Ungleichheit herrscht, ist es nicht die Art von Fortschritt die der Islam fordert. Es muss Gerechtigkeit hergestellt werden.  Gerechtigkeit ist ein sehr tiefgehender und weitgehender Begriff…“

     

    Ajatollah Khamenei bekräftigt den allseitigen und ausgewogenen Fortschritt und bezeichnet vier wichtige Gebiete als die Eckpfeiler des Fortschrittes nämlich: Denken, Wissen, Leben und Religiosität.  Daher stand auch auf der Konferenz „Islamisch-iranisches Fortschrittsmodell“  sowohl das materielle als auch das immaterielle Wohl des Einzelnen und der Gesellschaft im Vordergrund.

     

    Parlamentsvorsitzender Laridschani bezeichnete bei Kongresseröffnung die Gerechtigkeit als Grundlage des Fortschritts. Er sagte: „Bei den Rechtsgelehrten wird die Gerechtigkeit in den verschiedenen Angelegenheiten ernsthaft diskutiert und auch die Philosophen beachten dieses Thema. Imam Chomeini (r.h.) hat die Gerechtigkeit als wichtige Angelegenheit bezeichnet. Es ist ein wichtiger zu beachtender Punkt, dass er den Fortschritt des Landes von der Verwirklichung der Gerechtigkeit abhängig gemacht hat.“ Dr. Ali Laridschani sagte, Gerechtigkeit sei ein Eckpfeiler sowohl für nicht-religiöses als auch religiöses Denken und fuhr fort: „Im Islamischen Denken steht das Gerecht-Sein an der Spitze aller Tugenden. Die Großen der Religion sagen, eine Regierung kann eventuell bestehen bleiben, auch wenn sie Unglauben pflegt, nicht aber wenn sie ungerecht ist und unterdrückt.“

     

    Wenn die Aufstellung eines islamisch-iranischen Fortschrittmodells  hervorgehoben wird, bedeutet dies nicht, dass kein Wissen aus dem Westen und die Erfahrungen der anderen Länder genutzt werden sollen. Die Nutzung der wissenschaftlichen Erfahrungen anderer muss sich aber auf eigener Erkenntnis, auf Selbstwertgefühl und Weisheit stützen.  Die westliche Kultur richtet sich ganz auf das materielle Leben aus, woraus  Verlangen nach optimaler und ungehemmter  Erfüllung von materiellen Bedürfnissen resultiert. Zu den Folgen des materiell orientierten Lebens gehören jedoch die unmäßige Ausnutzung der Natur, die Zunahme von Kriegen der Hegemoniestaaten gegen andere Völker und der Rückgang der Moral und  Spiritualität.

     

    Dr. Mussa Haqani, Vizedirektor für Forschung des iranischen Institutes für Studien der Gegenwartsgeschichte sagte in seiner Ansprache auf dem Kongress in Teheran:

     

    Das westliche Entwicklungsmodell ist kein geeignetes Rezept für Länder wie den Iran, denn erstens weist  die westliche Weltanschauung entscheidende Gegensätze zu der islamischen auf und zweitens treffen wir zahlreiche Fälle in der Geschichte Irans an, in denen der Westen keine ehrlichen Absichten hegte.  Generell  wollen die westlichen Regierungen gar  nicht, dass die anderen Länder sich entwickeln und als Konkurrent neben sie zu stehen kommen. Laut Dr. Haqani haben alle Länder, die bedingungslos das westliche Entwicklungsmodell übernahmen, keine eigentliche Entwicklung erreicht. Er sagt daher: Generell sind diejenigen auf dem Weg zum Fortschritt erfolgreicher, die ihr Entwicklungsmodell unter Beachtung ihrer eigenen einheimischen Fragen und Bedingungen aufgestellt haben.

     

    Dr.Haqani  sagte weiter: „Aufgrund der religiösen Weltanschauung besitzen wir eine besondere Definition für Fortschritt, die mit einer Art höheren Sichtweise einhergeht. Hierbei  sehen wir das immaterielle an der Seite des materiellen Wachstums der Welt und sind der Überzeugung, dass das materielle Wachstum eine Stufe darstellt, die zur immateriellen Weiterentwicklung und zu einem höheren Lebensmodell empor hilft. Die Islamische Revolution Irans unter Anführung von Imam Chomeini (r.h.) hat alle wissen lassen, dass man auf einem anderen Weg als den, auf dem man im Westen Fortschritt anstrebte, zu einem  anhaltendem  Wachstum gelangen kann, oder anderenfalls den Weg der Fremdabhängigkeit gehen muss.“

     

    Es scheint tatsächlich an der Zeit, dass die islamisch-republikanische Staatsordnung im Iran gegenüber den gegebenen Entwicklungsmethoden auf der Welt eine neue Sichtweise einbringt. Die Religion, insbesondere der Islam  kann die Inhalte dieser und der jenseitigen Welt miteinander in Einklang bringen. Schahid  Motahhari   war der Überzeugung, dass bei Fehlen einer konkreten Gerechtigkeitstheorie, der Verstand, Wissenschaft und Moral sich nicht weiter entwickeln.

     

    Gemäß Imam Ali a.s. – siehe Nahdschul Balagheh , Weisheit 437 – bedeutet Gerechtigkeit, dass man jede Sache an dem Platz stehen lässt, der ihr gehört. Gemäß dieser Definition ist es ein Unrecht an anderen, wenn etwas von seinem wahren Platz entfernt wird.  An anderer Stelle hat er die Gerechtigkeit als den Schmuck eines Regenten bezeichnet und  Gerechtigkeit mit Leben gleichgestellt.  Auch sagt Imam Sadeq (a.s.) (laut Usul-e Kafi, Bd. 3):  „Wenn unter den Menschen gerecht gehandelt wird, werden alle versorgt sein.“

     

    Lehrstuhlinhaber Dr. Nikbachsch Habibi sagte, die Gerechtigkeit sei  seit der Antike im Iran   Grundstein der politischen Philosophie gewesen und  diese Erfahrungen seien mit der Islamischen Revolution und der Grundsteinlegung für den islamischen Iran verschmolzen. Er weiter: Das hohe Ziel dieser Rationalität ist die Verwirklichung allseitiger Gerechtigkeit zur Gestaltung eines makellosen menschlichen Lebens, wobei auch für alle Mitglieder der Gesellschaft die Grundlage zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten und gleiche Chancen für ihre Entwicklung entstehen. In diesem Prozess führen  die Erwiderung der materiellen und immateriellen Forderungen der Menschen und die Entwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft gemeinsam Fortschritt und Gerechtigkeit herbei.

     

    Das Fortschrittsmodell betont die islamisch-iranische Kultur. Die iranischen Muslime haben beachtlich zur Wissenschaft der Welt beigetragen und bedeutende Gelehrte hervorgebracht, wie Ibn Sina in Medizin und Philosophie und Razi in der Medizin, Kharasmi, Khayyam und Nasireddin Tussi  in der Mathematik und Abureyhan Biruni in der Astronomie. Der Islam führte mit Hervorhebung des Wissenserwerbes zu einer Anhebung des Wissensniveaus im iranischen Zivilisationsgebiet. Eine erneute Zuwendung zu den Islamischen Lehren kann die Muslime wieder  zu einem Vortrupp in der wissenschaftlichen und religiösen Erkenntnis werden lassen. Auch  die iranische Kultur kann dazu beitragen.

     

    Die islamisch-iranische Kultur sieht einen logischen Zusammenhang zwischen der hiesigen und der jenseitigen Welt. Als  endgültiger Lebensraum  des Menschen gilt das Jenseits, aber der Mensch soll  sich in dieser Welt, aus der die Art des jenseitigen Lebens  resultiert, entsprechend auf jene Welt vorbereiten. Der Koran möchte, dass der Mensch  das Ideal eines guten Lebens nämlich das Paradies sieht,  aber er will dennoch nicht, dass er   das Wohl in dieser  Welt unbeachtet lässt.

     

    In der Schlusserklärung des Kongresses für das islamisch-iranische Fortschrittsmodell wurde dieser Kongress als Beginn eines Weges bezeichnet, der durch effektive Fortsetzung das gewünschte Ergebnis bringen soll. Es hieß weiter: „Grundsätzlich fordern wir  Fortschritt ohne Verwestlichung. Diese Forderung entstand aufgrund der Realität, da wir einerseits  den Herausforderungen des westlichen Modells hinsichtlich seiner Werte und Funktionsfähigkeit gegenüberstehen und andererseits die geschichtlichen Erfahrungen des Islams und drei Jahrzehnte erfolgreiche Erfahrung der Islamischen Republik bei der Bildung einer Ordnung  vor uns liegen haben. Zu den wichtigsten und zentralen Bedingungen dieser Forderung zählt, dass das Islamische Denken  aufgrund  interner Verknüpfung von der Erkenntnis   bis zur Ebene der praktischen Umsetzung  des Modells herrschen muss.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/beitr%C3%A4ge/item/246321-kongress-f%C3%BCr-islamisch-iranisches-fortschrittsmodell-gerechtigkeit-%E2%80%93-der-rahmen-f%C3%BCr-entwicklung-und-fortschritt