islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. „Kronjuwelen“ islamischer Medizin jetzt im Internet zu sehen

    „Kronjuwelen“ islamischer Medizin jetzt im Internet zu sehen

    „Kronjuwelen“ islamischer Medizin jetzt im Internet zu sehen
    3 (59.09%) 22 vote[s]

     

    USA: Wissenschaftliche Manuskripte bekannter muslimischer Forscher im Internet vorgestellt

     

    Manuskripte, die aus der Blütezeit muslimischer Wissenschaft im Bereich der Medizin stammen, sind ab sofort nicht nur in einem Museum einsehbar, sondern auch in einer Auswahl im Internet einzusehen. Auf der Webseite www.nlm.nih.gov der US-amerikanschen Nationalbibliothek für Medizin findet sich ein illustrierter und kommentierter muslimischer Texte zu medizinischen Fragen.

     

    „Die Nationalbibliothek für Medizin besitzt einer der drei größten Sammlungen islamischer, medizinier Handschriften (insgesamt 388 Stück) in der Welt, einige davon sind einmalige Exemplare“, so Dr. Emilie Savage-Smith, amerikanische Dozentin an der Universität von Oxford und eine der führenden Kapazitäten auf dem Gebiet islamischer Medizin. Savage-Smith, die das Internet-Projekt begleitet, berichtet über eine Handschrift auf dem Jahre 1094, die eine Abhandlung des berühmten Arztes und Mediziners Ar-Razi enthält und das „Kronjuwel der Sammlung darstellt“. „Es wird angenommen, dass dies das drittälteste arabische medizinische Manuskript weltweit ist“, so Dr. Elizabeth Fee, Leiterin der Abteilung für Medizingeschichte. Wunderschön geschrieben, seien die Seiten der Handschrift immer noch in „prächtigem Zustand“ und lesbar, wie sie es zu Beginn waren.

     

    Die Bibliothek erhielt Teile ihrer Sammlung aus den verschiedensten Quellen, darunter auch aus dem Erbe von Dr. William F. Edgar, einem Mediziner, der in der Mitte des vorletzten Jahrhunderts an den großen und gefährlichen Wagenzügen in den amerikanischen Westen teilgenommen hatte. Dr. Philip M. Teigen, der ein 10jähriges Projekt leitet, welches auch eine Ausstellung und eine Konferenz über medizinische Handschriften des Islam betreute, kommentierte den neuen Online-Service: „Wie wollten die Schätze unserer islamischen Medizin-Sammlung auswählen und sie dem allgemeinen Publikum leichter zugänglich machen. Sie im weltweiten Internet zu veröffentlichen schien uns der beste Weg zu sein, ein möglichst großes Publikum zu erreichen.“ Er merkte an, dass viele der Manuskripte wunderschön bebildert und sehr ansprechend seien.

     

    Dr. Savage-Smith hatte bei ihrer Arbeit alle muslimischen Manuskripte der Bibliothek gewissenhaft untersucht und der vorliegende illustrierte Katalog ist das Ergebnis dieses beinahe einen Jahrzehnt dauernden Vorhabens. Zum Online-Katalog gehört ein Essay über jedes der Manuskripte sowie Verweise auf ein Glossar, bibliographisches Material und anderer sachbezogener Informationen. Die Veröffentlichung des Katalogs ist in drei Schritten geplant. Der erste Abschnitt, bereits im Netz verfügbar, behandelt medizinische Lexika. Weitere Kapitel werden sich Medikamenten, Schriften über Seuchen, Tiermedizin und der allgemeinen Hygiene widmen. Zum Abschluss des Projekts sollen bis zu 300 Handschriften im Katalog verfügbar sein.

     

    Muslimische Mediziner, inspiriert durch antike Quelle und durch ihre eigenen, umfassenden Forschungen machten umfassende Anstalten, die große Bandbreite der Krankheiten, denen sie begegneten, zu verstehen. Als Antwort auf diese Herausforderungen, fanden beziehungsweise entwickelten sie viele neuen chirurgische, medizinische und pharmazeutische Behandlungen. Die vorliegenden Manuskripte behandeln ein sehr weites Feld medizinischer Forschungen und Behandlungsratschläge. So gibt es beispielsweise eine Abhandlung über Vergesslichkeit (für die Gedächnisübungen empfohlen werden) und Techniken von Augenoperationen, von denen viele bis ins 20. Jahrhundert hinein Anwendung fanden.

     

    Die muslimischen Leistungen auf diesem Gebiet, genauso wie in der Anatomie und der Chirurgie, veranlassten europäische Gelehrte und Ärzte dazu, hunderte von arabischen und persischen Manuskripten ins Französische, Lateinische und Englische zu übersetzen. „Ein großer Teil unseres medizinischen Vokabulars stammt aus dem Arabischen“, so Savage-Smith „und beinahe alle medizinischen Handschriften aus Europa basierten auf der Praxis muslimischer Mediziner.“

     

    Der erste Teil der Sammlung ist auf der Webseite der US-amerikanischen Nationalbibliothek für Medizin (www.nlm.nih.gov) zu finden.

     

     

    Quelle: Islamische Zeitung

     

     

    **********

     

    Quelle: www.enfal.de/grund62.htm