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    Kulturelle Grundlagen für die Wirtschaftsentwicklung gemäß Islam (2)

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    Wie wir im ersten Teil ausführten, hängt die Wirtschaftsentwicklung in jeder Gesellschaft mit der kulturellen Einstellung dieser Gesellschaft zusammen. In diesem zweiten Teil wollen wir auf einige wesentliche kulturelle Grundzüge im Islam hinweisen, welche den Weg für eine ökonomische Entwicklung ebnen und diese auch fördern. Zuvor wollen wir aber auf einen wichtigen Punkt eingehen, der für diese Entwicklung von Bedeutung zu sein scheint.

     

    Das Entstehen des islamischen Entwicklungsmodells geht auf hervorragende und langwierige Arbeiten und Forschungen einiger wichtiger islamischer Denker zurück, die zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts versuchten, einen Mittelweg für die Realisierung eines islamischen Entwicklungsmodells zu skizzieren. Mit dem Mittelweg meinen wir einen Weg etwa zwischen einem „absoluten Nein“ und „absoluten Ja“ zu Erneuerung. Es geht also dabei um eine Mischung aus einer religiösen und traditionellen Sicht, die allerdings Belangen einer modernen Welt angepasst wird. das Hauptziel dabei ist, zu beweisen, dass die Religion die Fähigkeit besitzt, das materielle Leben der Menschheit zu gestalten und zugleich die Möglichkeit für einen spirituellen Fortschritt zu eröffnen.

     

    Der Islam misst der Wirtschaftsentwicklung eine große Bedeutung bei und betrachtet sie als wesentlichen Teil der menschlichen Entwicklung. Der Islam beruht auf einer Reihe von Werten, die dahingehend definiert werden, die Glückseligkeit der Menschen in allen materiellen und spirituellen Bereichen zu sichern.

    Hierbei ist sehr wichtig und entscheidend zu wissen, wie verschiedene Gesellschaften die Welt sehen und beurteilen. Denn das ist die Gesellschaft, die die Entwicklung in jedem Land bestimmt. Das heißt, wenn eine Gesellschaft eine negative Einstellung über die Welt hat, wird sie keine Entwicklung und keinen Fortschritt anstreben können. Wenn aber eine Gesellschaft eine positive Einstellung über die Welt und das Dasein besitzt, so wird sie immer darum bemüht sein, Entwicklung und Fortschritt voranzubringen.

     

    Wie sie wissen, ist der Glaube an das „Jenseits“ und die „Unabhängigkeit von Diesseits“ ein elementarer Bestandteil der Werte der islamischen Kultur. Diese Einstellung veranlasste westliche Orientalisten und laizistische Denker zu dem Vorwurf, der Islam sei „weltfremd“ und auch ein Hindernis für Entwicklung und Fortschritt in den islamischen Gesellschaften. Das ist aber eine pure Unterstellung, die haltlos ist. Der Islam ist allerdings gegen die Verherrlichung des Weltlichen. In verschiedenen Versen des Korans aber auch in vielen Überlieferungen wird die Ansicht getadelt, dass die Welt das Endziel der Menschheit sei.

     

    Imam „Bagher“, Friede sei mit ihm, sagte dazu: Die Welt ist der beste Freund von Jenseits.

    In den materiellen Lehren wird die Welt als das Endziel angesehen so, dass der Mensch darauf auszurichten zu sein und daraus maximale Nutzen zu ziehen hat. Aber dies ist aus der islamischen Sicht ein Zeichen der Unwissenheit. Aus der islamischen Sicht ist jene Entwicklung erlaubt, die legitim ist. Somit wenn wir die Welt als ein Mittel, als ein Instrument ansehen, dass wir auf legitimer Weise für das „Jenseits“ einsetzen, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Demnach gilt: je mehr man an das Jenseits glaubt, umso mehr Mühe gibt man sich im Diesseits.

     

    Der große iranische Islamgelehrte, Ayatollah Motahari, sagt dazu:

    Keine Religion ist mit der Vernunft so sehr verwandt wie der Islam.

    In der islamischen Ideologie kann die Wissenschaft als Grundlage für jeden positiven und konstruktiven Schritt dienen, mit dessen Hilfe Probleme bewältigt werden können.

    Über die Stellung der Wissenschaft im Islam ist nur noch hinzuzufügen, dass die Wissenschaft als eine göttliche Pflicht und Aufgabe betrachtet wird.

     

    Imam Sadiq, Friede sei mit ihm, sagte dazu: Eine Gesellschaft, die kein Bedürfnis nach Wissenschaft sieht, verdient keine Glückseligkeit.

    Da die Entwicklung auf menschliches Know How angewiesen ist, folgt, dass im Islam der Weg für Fortschritt und Entwicklung geebnet ist.

    Zu den kulturellen Werten des Islams gehören auch der Arbeitseinsatz und Leistung. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass diese beiden Faktoren Grundvoraussetzung für wirtschaftlichen Fortschritt und Entwicklung sind.

     

    Nur mit Arbeitseinsatz und Leistung ist Fortschritt möglich. Dadurch lassen sich Wohlstandsvorstellungen realisieren. In einer Gesellschaft, in der diese Kultur fehlt, sind auch Wohlstandserwartungen absurd. Also ist die Arbeitsmoral eine unverzichtbare Bedingung für die Kontinuität des Wohlstandes. Je mehr die Bereitschaft zur Arbeit besteht, umso größer ist die Möglichkeit für Entwicklung und Fortschritt.

    Das Ergebnis einer solchen Sichtsweise ist der Gipfel der Unabhängigkeit und Eigenständigkeit, die für die Wirtschaftsentwicklung und den ökonomischen Fortschritt von Bedeutung ist.

     

    Wie bereits eingangs gesagt wurde, müssen sich die Muslime wirtschaftliche Unabhängigkeit und Eigenständigkeit zu ihrer obersten Maxime machen. Nur so können sie auf eigenen Beinen stehen. Schritte in Richtung Unabhängigkeit und Eigenständigkeit sowie akzeptable Entwicklung kommen daher Bemühungen um die Würde gleich, welche die Zufriedenheit Gottes nach sich ziehen.

    Neben den genannten Punkten gibt es im Islam auch eine Reihe von Lehren und Empfehlungen, die alle dazu dienen, das materielle und spirituelle Leben optimal zu gestalten.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitraege/item/148502-kulturelle-grundlagen-f%C3%BCr-die-wirtschaftsentwicklung-gem%C3%A4%C3%9F-islam-2