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    Kultureller Pluralismus im Westen – ein Eingeständnis

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    Einige hohe staatlichen Funktionsträger in Europa haben vor kurzem zugegeben, dass die multikulturelle Politik auf diesem Kontinent gescheitert ist. Bis vor kurzem haben die Westler noch die Multi-Kultur, die die Toleranz und Achtung Andersdenkender fordert, als Merkmal ihrer Gesellschaften betrachtet.

     

    Sarkozy, der französische Staatspräsident ist der dritte hohe europäische Positionsträger nach Bundeskanzlerin Merkel und Cameron, dem englischen Premierminister, welche in den letzten Monaten das Missglücken der multikulturellen Gesellschaft in Europa zugaben. Sakorzy sagte vor den Fernsehbildschirmen, Frankreich könne keine Leute begrüßen, die sich nicht in die Kultur der Bevölkerung dieses Landes integrieren und sie mit ihrer eigenen Kultur in Übereinstimmung bringen. Er weiter: „Unsere muslimischen Landsleute müssen ihre religiösen Grundsätze ausführen können, aber wir wollen in Frankreich keine Leute, die öffentlich auf der Straße das Gebet verrichten.“

     

    Das Eingeständnis Sarkozys über das Scheitern einer multi-kulturellen Gesellschaft zeugt für die Besorgnisse dieses rechtsgerichteten und islamfeindlichen Staatsmannes hinsichtlich der Zunahme des Islams in diesem Land und der Treue der Muslime zu ihren Werten und Überzeugungen. Sarkozy hat sowohl als Innenminister unter Ex-Präsident Jacques Chirac, als auch nun als Staatspräsident, eine anti-islamische Politik verfolgt und Einschränkungen für die Muslime in diesem Land angestrebt. Mit dem Eingeständnis der Nicht-Toleranz einer multi-kulturellen Gesellschaft rechtfertigte er im Grunde eine solche Politik.

     

    Der englische Premierminister Cameron hat auf der Sicherheitskonferenz in München Anfang Februar hinsichtlich dem Scheitern der multi-kulturellen Gesellschaft gesagt: „Wir sind bei der Definition und Aufstellung der Zukunftsperspektive für eine Gesellschaft, in der die verschiedenen Kulturen zur Mitbeteiligung angeregt werden, gescheitert.“ „Der englische Premier hat mit dieser Äußerung offiziell den Abbruch der Politik einer Multi-Kultur, d.h die Politik der Anerkennung und Achtung von kulturellen Unterschieden in seinem Land bekannt gegeben. Cameron sagte: „Die multi-kulturell ausgerichteten Strategien der englischen Regierungen haben tragische Resultate gebracht und die kulturellen Unterschiede in diesem Lande noch mehr hervortreten lassen. Sie haben die Stärkung einer gemeinsamen Identität in England behindert.“ Der konservative englische Politiker hat sogar, die Existenz verschiedener Gruppen mit unterschiedlichen Kulturen in seinem Land wie zum Beispiel die muslimische Gemeinde als eine Gefahr für den nationalen Zusammenhalt bezeichnet. In einer naiven Analyse hat er die gesellschaftliche Kluft in diesem Land nur auf die religiösen und kulturellen Unterschiede der Bürger zurückgeführt . Dementsprechend fiel auch seine Strategie naiv aus, denn sie lautet: Politik der kulturellen Nivellierung.

     

    Zuvor hat Bundeskanzlerin Merkel gefordert, dass die Einwanderer deutscher werden, mit andren Worten, dass sie sich von ihrer Kultur abwenden und in der Kultur der deutschen Gesellschaft aufgehen. In einer Ansprache vor den Jung-Demokraten in Potsdam im Oktober 2010 sagte sie, die Idee das Menschen mit verschiedenen Kulturen ohne Integration in der deutschen Gesellschaft an der Seite der anderen lebten könnten, sei gescheitert.

     

    Mit solchen Äußerungen ist also das Aus für den kulturellen Pluralismus in Europa und die Verschärfung der islam-feindlichen und einwandererunfreundlichen Politik der europäischen Regierungen besiegelt. Aber die Strategien der kulturellen Integration entsprechen nicht den Rechtsabkommen der EU. Ein wichtiger Punkt im Amsterdamer Abkommen von 1999 garantiert für die Gleichstellung aller Menschen in Europa ungeachtet verschiedener Aspekte, wie Rasse und Religion. Die kleinen und mittleren Länder in Europa waren besorgt, dass sie beim Konvergenzprozess in der europäischen Union ihre eigene kulturelle und gesellschaftliche Identität verlieren. Deshalb wurde im Amsterdamer Abkommen die Gleichstellung der verschiedenen Rassen und Religionen betont.

     

    Die europäische Geschichte weist in ihrer Geschichte viele Beispiele für Intoleranz und Rassensäuberung auf, wobei die erzwungene kulturelle Nivellierung einen wichtigen Grundsatz gespielt hat.

    Der letzte Genozid war der an den Muslimen von Bosnien und Herzegowina durch die Serben von 1992 bis 1995.

     

    In Teilen von Europa wie in Belgien gehört die Wahrung der ethnischen Identität und Sprache zu den Idealen einiger Parteien. Mit Bildung der EU und Zunahme der europäischen Konvergenz kam auch die Hoffnung auf, dass Europa nach Jahrhunderten der Konflikte und des Krieges eine neue Richtung eingeschlagen hat und durch Beiseitestellung der Überlegenheitsbestrebungen und des rassistischen Denkens die Toleranz zur Aufnahme anderer Kulturen erreicht. Aber entgegen dieser Erwartung sind wir Zeuge einer neuen Art von Rassendiskriminierung und Rassismus in den europäischen Ländern. Das Vorgehen der französischen Regierung gegen die Sinti und Romas oder die Einschränkungen, die in den meisten Ländern Europas den muslimischen Einwanderern unter dem Vorwand der Bekämpfung von Terrorismus und Radikalismus auferlegt werden, sind rassistisch gefärbte Schritte von Regierungen, die behaupten die Demokratie und die Gleichstellung der Menschen ungeachtet ihrer verschiedenen politischen und religiösen Neigungen zu wollen.

     

    Abgesehen von den Abkommen der EU hinsichtlich der Anerkennung verschiedener Kulturen, gehört die Toleranz zu den elementaren Grundsätzen des Liberalismus, die die Achtung des Rechte der Religionsanhängern und der verschiedenen Glaubensrichtungen und Neigungen unterstreicht. Sarkoszy, Cameron und Merkel reden vonm Scheitern einer der 5 Grundregeln des Liberalismus in ihrem Land, während das Herrschen der Werte des Liberalismus auf der Welt zu ihren außenpolitischen Zielen zählt. England, Frankreich und Deutschland haben oftmals ihre Kritik an anderen Ländern oder ihre Intervention in anderen Teilen der Welt mit der Verteidigung der liberalen Werte gerechtfertigt. Aber gemäß den Äußerungen des englischen Premierministers soll die Politik, welche aufgrund einiger Prinzipien des Liberalismus in England durchgeführt wird, wie der Schutz der kulturellen Vielfalt in der Gesellschaft tragische Folgen gehabt haben. Merkel spricht ebenso vom Scheitern der multikulturellen Politik und Sarkozy meint, Leute die sich nicht kulturell integrieren, seien nicht gerne im Land gesehen.

     

    Die europäischen Ländern haben nach dem Weltkrieg angesichts ihres Bedürfnisses an jungen und billigen Arbeitskräfte für den Wiederaufbau, viele Immigranten insbesondere aus ihren ehemaligen Kolonien in Afrika, Lateinamerika und Asien ins Land gelassen.

     

    Die meisten Einwanderer wurden dort ansässig, aber viele Bürgerrechte wurden ihnen verwehrt und sie werden weiter benachteiligt. Eine kleine Anzahl von Immigranten konnte einen durchschnittlichen Lebensstandard in den europäischen Gesellschaften erreichen und der Rest lebt in den Vorstädten auf einem niedrigen Lebensniveau.

     

    Die Abkehr der europäischen Regierungen von der multikulturell orientierten Politik hat vor allen Dingen die Lage der Muslime in den europäischen Ländern gefährdet. Für sie wurden unter hohlen Vorwänden Einschränkungen aufgestellt. Zurzeit ist der Begriff „Terrorgefahr“ zu einem Aufhänger für verstärkten Druck auf die muslimische Minderheit in Europa geworden. Diese Politik gegen Minderheiten hat aber das radikale Denken unter der Mehrheit verstärkt. Dies ist daran abzulesen, dass die nationalistischen Parteien und Gruppen, die rassistisch denken und gegen Einwanderer eingestellt sind, die Äußerungen Camerons begrüßt haben. Marie Le Pen, die neue Chefin der radikalen Nationalfront Frankreichs befürwortete den Standpunkt Camerons und bezeichnete dies als Evolution der europäischen Regierungen. Nach der Rede Camerons auf der Sicherheitskonferenz in München haben in England Rassisten und radikale englische Gruppen gegen Einwanderer insbesondere gegen Muslime in England demonstriert.

     

    Die Erstarkung der Rassisten ist nicht nur für die Einwanderer sondern auch für manche Europäer besorgniserregend. In Schweden fand eine radikale Partei, die gegen die Immigranten und rassistisch eingestellt ist, Einlass ins Parlament. In Dänemark sind wir Zeuge des Erstarkung einer radikalen Partei, deren Standpunkte auf Hass gegen die Minderheiten mit anderer Kultur beruhen. In Holland, Deutschland, Frankreich und England beobachten wir ebenso die Erstarkung rechtsradikaler Parteien. Die Anti-Einwanderer- und Anti-Islam-Politik der sogenannten demokratischen Staatsführer in Europa fördert effektiv die Verbreitung von Rechtsradikalismus und Fremdenhass in den europäischen Gesellschaften. Deshalb sind die Äußerungen der politischen Führer Frankreichs Deutschlands und Englands über das Misslingen einer multi-kulturellen Gesellschaft in ihren Ländern im Zusammenhang mit den Strategien der Rassendiskriminierung und der Islambekämpfung durch rechtsradikale Parteien zu bewerten.

     

     

    Quelle: http://german.irib.ir