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    Lästern und üble Nachrede

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    Abu Dharr (r) fragte einst den Propheten Muhammad (ص): “Oh Botschafter Gottes, was ist gheebah?” Er antwortete: “Es ist, über seinen Bruder das zu sagen, was dieser verabscheut.” Abu Dharr (r) sagte dann: “Oh Botschafter Gottes, was, wenn das was man über ihn sagt, tatsächlich in ihm ist?” Er (ص) antwortete: „Wisse, dass wenn Du erwähnst, was in ihm ist, dann hast Du gheebah (Lästerei) begangen und wenn Du erwähnst, was nicht in ihm ist, hast Du ihn verleumdet.“
    [Al-Hurr al-`Amili, Wasai’l al-Shi`ah, Band 8, Tradition Nr. 16312]

     

    „… Und führt nicht üble Nachrede übereinander. Möchte denn einer von euch das Fleisch seines Bruders, wenn er tot ist, essen? Es wäre euch doch zuwider.“ (Qur’an 49:12)

    Der Prophet Muhammad (ص) sagte einst zu Imam ‘Ali (ع): „O ‘Ali! Sollte jemand hören, wie in seiner Anwesenheit über seinen Muslimbruder gelästert wird, ohne zu dessen Verteidigung zu eilen, obwohl es ihm möglich wäre, wird er von Gott im Diesseits und im Jenseits gedemütigt.“ [Al-Hurr al-`Amili, Wasa’il al-Shi`ah, Band 8, Tradition Nr. 16336]

     

    Das Verbot, Lästern anzuhören

     

    Ebenso, wie Lästern verboten ist, so ist es auch das Zuhören. Tatsächlich, wie einige Traditionen anzeigen, ist der Zuhörer gleich dem Lästerer – mit all den bösartigen Auswirkungen. Dies ist so sehr der Fall, dass seine Handlung eine schwerwiegende Sünde darstellt, die die Verpflichtung mit sich bringt, Vergebung durch das Opfer zu erwirken.

    Der Prophet (ع) sagte: „Der Zuhörer ist einer der beiden Lästerer.“
    [Al-Fayd al-Kashani, Al-Mahajjat al-Bayda‘, Band 5, S. 260]

     

    Imam as-Sadiq (ع) erzählte von dem edlen Botschafter (ص), von dem einst gesagt wurde, dass er sowohl Lästern als auch demselben zuzuhören verboten hat. Dann sagte er (ص): „Seht, wer immer seinem Bruder einen Gefallen tut, indem er Lästerei widerlegt, sobald er sie in einer Versammlung hört, den wird Gott vor tausend verschiedenen Arten von Übeln dieser Welt und des Jenseits schützen. Und wenn er es nicht tut, obwohl es ihm möglich gewesen wäre es zu widerlegen, auf dem soll die Last wie von jemandem liegen, der sein Lästern siebzig mal begeht.“
    [Al-Hurr al-`Amili, Wasa’il al-Shi`ah, Band 8, Tradition Nr. 16316]

     

    Zu den eher subtilen Formen des Lästerns gehört das faszinierte Zuhören. Solch eine Person drückt ihre Faszination aus, um den Lästerer in seinen Beschreibungen lebhafter werden zu lassen. Seine Faszination ermutigt den Letzteren noch in seiner bösartigen Handlung. Beispielsweise wird er sagen „Seltsam“, oder „Astaghfirullah!” (Ich bitte Gott um Verzeihung). Oder er sagt vielleicht, „Das wusste ich nicht!“, oder „Ich wusste nicht, dass er so etwas tun würde!“. Diese Worte dienen dazu, den Lästerer zu bestätigen und ihn zu ermutigen, noch etwas hinzuzufügen. Dieses Verhalten ist in Wirklichkeit des Teufels List. Sicherlich ist die Unterstützung des Lästerns auch Lästern; ebenso wie das Zuhören oder sogar nur zu schweigen, während man es hört.
    [al-Shahid al-Thanis Rede als Zitat in Vierzig Hadith von Ayatollah Khomeini.]

     

    Ist Lästern jemals erlaubt?

     

    Es gibt sehr wenige Situation, in denen es erlaubt ist, über die Schwächen anderer Personen zu sprechen. Man muss sehr vorsichtig sein, das Bestehen dieser Ausnahmen nicht bis hin zur Sünde ausufern zu lassen. Einige dieser Situationen sind:

    Um Muslime vor der Boshaftigkeit einer anderen Person zu schützen, eingeschlossen Situationen, in denen jemand gebeten wird, für die Integrität eines Heiratskandidaten zu bürgen.

    Wenn die Person, über die gesprochen wird, keinen Hehl aus ihren Übertretungen gegen die göttlichen Befehle macht.

    Um jegliche Schwächen eines Patienten gegenüber einem Arzt zu Zwecken einer Behandlung zu beschreiben.

    Zur Kritik an einem Überlieferer von Traditionen (hadith).

     

    Folgen des Lästerns

     

    Der Prophet (ص) erteilte Abu Dharr (r) einst Rat, indem er sagte: “Oh Abu Dharr! Hüte Dich vor dem Lästern, denn Lästern ist schwerwiegender, als der Ehebruch (zina’).“ Abu Dharr (r) sagte: „Wieso ist das so, Oh Botschafter Gottes?“ Er (ص) antwortete: „Dies ist so, weil, wenn ein Mann Ehebruch begeht und dann aufrichtig vor Gott bereut, dann akzeptiert Gott diese Reue. Wie auch immer, Lästern wird nicht vergeben, bevor es nicht das Opfer vergeben hat.“
    [Al-Hurr al-`Amili, Wasai’l al-Shi`ah, Band 8, Tradition Nr. 18312]

    Der edle Botschafter (ص) sagte: „Wer auch immer über einen Muslim lästert, verdirbt sein Fasten und verliert seine Wudu (Vorwaschung), und am Tage der Auferstehung wird der Gestank aus seinem Mund stärker verwest sein, als ein Kadaver und er wird die, die sich mit ihm in dieser Station (mawqif) befinden, belasten. Sollte er sterben, bevor er bereut hat, ist sein Tod wie der Tod von jemandem, der als erlaubt betrachtet, was Gott, der Gepriesene und Glorreiche, verboten hat.“
    [Al-Hurr al-`Amili, Wasa’il al-Shi`ah, Band 8, Tradition Nr. 16316]

     

    Imam as-Sadiq (ع) erzählte von dem Propheten (ص), der sagte: „Oh, Ihr, die Ihr den Islam mit der Zunge angenommen habt, in deren Herzen der feste Glaube noch nicht eingekehrt ist, seid gegenüber den Muslimen nicht herabschätzend und sucht bei ihnen nicht nach ihren Fehlern. Wahrlich, Gott wird die Fehler dessen hervorbringen, der nach den ihren sucht; Und jemand, dessen Fehler Gott hervorbringt, der wird erniedrigt, sogar in seinem eigenen Hause.“
    [Al-Kulayni, al-Kafi, Band 2, „Kitab al-Iman wa al-Kufr“, „Bab man talaba ‚atharat al-Mu’minin“, Tradition Nr. 2]

     

    Imam as-Sadiq (ع) erzählte von dem Propheten (ص) der sagte: „Der Schaden, der der Glaubenstreue eines Gläubigen durch Lästern zugefügt wird, ist geschwinder, als der, der durch aklah (eine Krankheit, die das Fleisch aufzehrt) in der Seite seines Körpers hervorgerufen wird.“
    [Al-Kulayni, al-Kafi, Band 2, „Kitab al-Iman wa al-Kufr“, „Bab al-Gheebah wa al-Buht“, Tradition Nr. 1]

    Wenn Lästern Eingang findet in unser Verhalten, hinterlässt es schädliche Konsequenzen für die Seele. Eine ist die Kultivierung von Feindschaft und Hass gegen das Opfer, die nach und nach steigt. Zum Zeitpunkt des Todes, wenn die Schleier des Engelreiches (al-malakut) gelüftet werden, ist es möglich, dass der Lästerer Zeuge des hohen Status seiner Opfer vor Gott und der Ehren und des Segens der ihnen von Seiten des allmächtigen Herren zuteil wurde, wird. Der Hass des Lästerers und die Feindseligkeit gegenüber dieser Person kann dazu führen, dass er Gott den Allmächtigen hasst! So wird er dann diese Welt mit Feindseligkeit gegen Gott in seinem Herzen verlassen, und sich in ewigwährendes Elend begeben.

     

    Die Heilung dieser Krankheit

     

    Sollte sich jemand, Gott bewahre, dieses hässlichen Verhaltens schuldig gemacht haben, muss er oder sie dieses Laster auslöschen und die Wurzeln der Ehrlichkeit, Einheit und Solidarität in seinem oder ihrem Herzen entfachen, indem er oder sie folgende Schritte vollführt:

    Denke für eine Weile tief über die Auswirkungen dieser Sünde in dieser Welt und im Jenseits nach. Überdenke die erschreckenden, angsteinjagenden Formen, die Dich im Grabe, in der Zwischenwelt und am Tage der Auferstehung heimsuchen werden. Beachte die Worte des heiligen Propheten (ص) und seiner Familie (ص), da Dich ihre Perlen des Wissens in dieser Hinsicht überwältigen werden. Dann wiege eine Viertelstunde voll Vergnügen, Tratsch und Erfüllung der imaginären Lust gegen tausende über tausende von Jahren der Widrigkeit oder ewiger Verdammnis in der Hölle und immerwährender schmerzhafter Bestrafung ab!

     

    Beachte dies: Selbst wenn Du mit der Person, über die Du lästerst verfeindet bist, verlangt diese Feindseligkeit, dass Du dich nicht des Lästerns bedienst. In den Traditionen wird ausgesagt, dass die guten Taten des Lästerers in das Buch der Taten seines Opfers übertragen werden und die Sünden des Opfers dessen Lästerer zugeschrieben werden.

    Bereue und suche die Vergebung von Seiten des Opfers, in soweit, als dies möglich ist, ohne dass die Gefahr boshafter Konsequenzen entsteht; Ansonsten musst Du Gott um Gnade für das Opfer anflehen.

     

    Sammle alle Deine Kräfte, um Deine Seele um jeden Preis von dieser Sünde zu befreien, indem Du mit Dir selbst abmachst, Dich dieser abstoßenden Sünde für eine bestimmte Zeit zu enthalten. Gewinne die Kontrolle über Deine Zunge und sei vollkommen auf der Hut vor Dir selbst, unbeirrbar wachsam, Dich selbst zur Raison rufend. Mit Gottes Hilfe besteht Hoffnung, dass Du Dich nach einiger Zeit erneuert und frei von den üblen Spuren dieser Sünde findest. Nach und nach wird die Last dieser Aufgabe leichter fallen und Du wirst eine natürliche Veranlagung empfinden, diese Sünde geringzuschätzen und zu verabscheuen. An diesem Punkte wirst Du seelischen Frieden und das Vergnügen erlangen, Freiheit von diesem Laster errungen zu haben.

     

    Lästern findet seine Ursache oft in einer Schwäche der Seele des Lästerers selbst, wie zum Beispiel einem Minderwertigkeitskomplex. Du solltest Deine Seele ergründen, um herauszufinden, welche Schwäche Dich dazu gebracht hat, über Deinen Bruder oder Deine Schwester zu lästern, um Dich dann daran zu machen, diese Schwäche zu beheben.

    Ergebnis: Der Prophet (ص) sagte: „Kein Feuer ist schneller in der Vertilgung trockenen Holzes, als gheebah in der Vertilgung der Tugenden eines ihr Ergebenen.  [Al-Mahajjat albayda‘, Band 5, S. 264]

     

     

    Quelle: http://al-shia.de/artikel/laestern.htm