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    Märtyrer Motahhari und das Islamische Erwachen

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    29. April 2012

     

    Der Lebensraum einer menschlichen Gesellschaft ist mit seinen großen und kleinen Ereignissen wie ein bewegtes stürmisches Meer.
    Die Wellen wachsen und breiten sich immer mehr aus. Sie stoßen aufeinander und die einen überrollen die anderen. Die lebendigsten Wellen in einer Gesellschaft sind die religiösen Bewegungen. Sie steigen vom Seelenurgrund des Menschen auf und besitzen daher ein großes Wachstumspotential. Ein Beispiel dafür ist das Islamische Erwachen im Nahen Osten.

     

    Natürlich entstand das Islamische Erwachen nicht von einem Tag auf den anderen und die Denker und Gelehrten haben sich für die Wiedererweckung des religiösen Denkens eingesetzt. Zu diesen Denkern gehört Schahid Morteza Motahhari, der sein Leben auf diesem Weg ließ.

    Arnold Toynbee, ein englischer Historiker, schreibt: „Eine Zivilisation stirbt, wenn ihre Anführer die alten Antworten auf neue Schwierigkeiten und Fragen anwenden wollen.“

     

    Motahhari war in der Islamischen Philosophie um neue Wege bemüht. Er befreite das Bild der Religion vom Aberglauben und war der Meinung, dass Religion wie Wasser eine lebensspendende Wirkung auf den Menschen hat. Ein „Wasser“, das wir rein halten müssen und das uns rein hält.

    Motahhari hatte begriffen, dass die neuen Denkschulen, die behaupten gegen religiöse Lehren zu sein, sich selber auf eine Weise anbieten, als wären sie eine neue Religion.

     

    Aufgrund dieser Entwicklung war er über zwei Dinge besonders besorgt: „Über die geistige Erstarrung und die Unwissenheit. Er nannte sie zwei gefährliche Krankheiten, die den Menschen bedrohen, und sagte: „Das Ergebnis des ersten Leidens sind Stagnation und das Zurückbleiben vom Fortschritt und das Ergebnis der zweiten Krankheit sind Absturz und Irrweg.

     

    Herrscht geistige Erstarrung, so wird die Gesellschaft alles Neue verabscheuen und nur das Althergebrachte wollen und bei Unwissenheit wird der Mensch jedes neu auftretende Phänomen als Erfordernis der Zeit, Modernismus und rechtmäßigen Fortschritt betrachten.

    Ein Mensch mit geistiger Erstarrung macht keinen Unterschied zwischen Innerem und Äußeren, Mittel und Ziel. Im Gegenteil dazu hält der Unwissende nach neuen Gewohnheiten in der westlichen Welt Ausschau und ahmt sie sofort nach. (Das Frauenrecht im Islam, S. 16)

     

    Motahhari schreibt in seinem Buch Einführung in die Islamische Weltanschauung: Die jungen Triebe der starken und echten Staatsordnung bringen den Islam zur Entfaltung und stellen ihn als lebendige und unabhängige Religion vor, die die Bewegung der Gesellschaften und der Menschen in Richtung Unabhängigkeit und Freiheit beschleunigt. Wie die Geschichte bezeugt, ist die edle Lehre des Islams wegen dieser besonderen Eigenschaft Jahrhundert für Jahrhundert weiter gekommen und ist die Zahl ihrer Anhänger gewachsen. Der Koran hat die Entfaltung und die Stärkung der Gläubigen und der islamischen Bewegungen in dem Vers 29 der Sure Fath, Sure 48: wie folgt dargestellt

    „Im Evangelium werden sie durch das Gleichnis der Pflanzen beschrieben, die zunächst zarte Triebe hervorbringen, die dann immer voller werden, bis sie auf Stengeln stark hochragen und den Bauern gefallen. Dies geschieht, damit sie die Ungläubigen in Zorn versetzen. Gott hat den Gläubigen unter ihnen, die gute Werke verrichten, Vergebung und großen Lohn versprochen.“

     

    Damit sich eine Gesellschaft in Bewegung setzt und erwacht, ist nach Ansicht von Schahid Motahhari als erstes notwendig, dass das Volk sich seiner Identität bewusst wird. Ohne dieses Gefühl wird es keine Revolution begehen.

    Ostad Motahhari sieht auch darin, dass ein Volk ein eigenes hohes Ziel hat und sich von den anderen Gesellschaften unabhängig fühlt, einen großen Schatz. Er sagt, das größte Kapitel besteht darin, dass eine Gesellschaft für sich eine eigene Lebensphilosophie besitzt und auf diese stolz ist. Darauf beruht die Wahrung des Heldenmutes in einer Gesellschaft. Wehe einer Gesellschaft, die dieses Gefühl verloren hat.“

    (aus Gesammelte Werke von Ostad Schahid Motahhari, Bd. 17, S. 53)

     

    Schahid Motahhari sagt auch: „Die Algerier konnten nach 150 Jahren Kampf die französische Kolonialmacht in die Knie zwingen und unabhängig werden. Dies lag daran, dass sie Heldenmut besaßen und wussten was sie tun.

    Wenn im Osten eine andere Nation gegen die stärksten und reichsten Völker der Welt kämpft, so ist es das Gefühl, selbst jemand zu sein und einen eigenen Weg zu besitzen, welches sie kämpfen und sagen lässt: „Ich muss leben und auf eigenen Füßen stehen und mich von niemandem beherrschen lassen , ansonsten darf ich gar nicht existieren!“

     

    Ein anderer Faktor für das Erwachen aus der Sicht von Motahhari ist eine Überzeugung und Lebensanschauung, welche die Menschen eifrig werden und den Kolonialismus und die Unterdrückung bekämpfen lässt; eine Überzeugung, welche die Menschen zur Herstellung von Gerechtigkeit und Sicherheit in der Gesellschaft anspornt und eine Überzeugung, die Religion und Politik miteinander verknüpft sieht und die lehrt, dass Abhängigkeit und Schmach ihren Anhängern nicht gebührt.

     

    Motahhari sagt: „Ein grundlegender Erfolg besteht darin, dass die Menschen davon überzeugt werden, dass der politische Kampf aus der Sicht der göttlichen Gebote und der Religion eine Pflicht ist.

    Nur dann werden sie standhaft bleiben, bis sie am Ziel angelangt sind ( aus Gesammelte Werke, Bd. 24, S. 36)

     

    Schahid Motahhari sieht im Islam den wichtigsten Faktor für das Erwachen und die Bewegungen gegen das Unrecht und sagt: „Der Islam lässt sich nicht mit Religionen vergleichen, die lediglich aus ein paar guten Ratschlägen bestehen. Der Islam besitzt Verantwortungsgefühl gegenüber den Nöten der Gesellschaft.

    Er ist gekommen, damit er eine Gesellschaft formt und einen Staat und eine Regierung bildet. Seine Aufgabe ist die Heilung der Welt. Eine solche Religion kann nicht gleichgültig bleiben. (Gesammelte Werke, Bd. 20, S. 223)

     

    Für Krisengesellschaften ist es sehr wichtig, von den anderen Revolutionen zu lernen.

    Es kann sein, dass eine Gesellschaft eine eigene Identität verspürt und die Politik als Bestandteil der Religion betrachtet, aber sich wegen einer ungesunden Atmosphäre oder Ängsten nicht zur Revolution aufrafft.

    Wenn jedoch ein erfolgreiches Modell vorliegt, werden die Menschen sich zum Kampf aufrichten.

    Wenn sie sehen, dass ein Volk trotz aller Probleme seinen Weg fortsetzt, kämpft und siegt, werden sie dadurch angespornt.

     

    Ostad Motahhari scheint die heutigen Entwicklungen vorausgesehen zu haben. Er sagte nämlich:

    „Langsam fange ich an zu glauben, dass diese Islamische Revolution nicht auf den Iran beschränkt sein wird. Sie wird Millionen von Muslimen umfassen und was für eine Ehre wird es für Iran sein, dass eine Islamische Revolution von Iran beginnt und ihr Einfluss alle islamischen Länder erreicht! Das wird einmal passieren.“ (Gesammelte Werke, Bd. 24, S. 132).

     

    Abschließend möchten wir anlässlich des Tages, an dem sich wieder der Märtyrertod von Schahid Motahhari jährt, diesen großen Gelehrten und Denker würdigen. Er war ein Herold des Islamischen Erwachens.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitraege/item/149531-m%C3%A4rtyrer-motahhari-und-das-islamische-erwachen