islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Malaysia

    Malaysia

    Rate this post

     

    Malaysia ist ein Land am Äquator, das aus zwei großen Landteilen und den dazwischen liegenden Inseln im südchinesischem Meer besteht. Die zwei großen Landstücke sind West-Malaysia und Ost-Malaysia. Die Hauptstadt ist Kuala Lumpur. Malaysia umfasst eine Fläche von 330.434 km². Die Einwohnerzahl beträgt ungefähr 27 Millionen.

     

    Die offizielle Religion in Malaysia ist der Islam. Die Staatsform ist eine föderale, konstitutionelle, parlamentarisch-demokratische Wahlmonarchie. West-Malaysia besteht aus neun Sultanaten, die sich mit der Herrschaft jeweils abwechseln. Aber die eigentliche Regierung kommt aus einem Parlament zustande und wird demokratisch gewählt. Das Land wird mit der Verfassung, die am 31. August 1957 in Kraft getreten ist, regiert. Es wird ein parlamentarisches System ausgeübt, das aus zwei Nationalraten besteht. Der erste Rat besteht aus 69 Personen, die vom König ernannt werden. Der andere Rat besteht aus 130 Abgeordneten und wird vom Volk gewählt.

     

    Geschichte

     

    Der Islam kam im 13. und 14. Jahrhundert nach Malaysia. Seine Verbreitung erfolgte nicht durch militärische Eroberungen, sondern zum Großteil durch kaufmännische und individuelle Beziehungen. Der Gründer der Stadt Malaka, Prinz Prameswara, heiratete 1414 mit der Tochter des Königs von Pasai und wurde Muslim. Nach seiner Konvertierung verbreitete sich der Islam rasch in den Regionen, über die er regierte. Das Sultanat von Malaka dauerte bis zur Eroberung des Gebietes durch Portugal 1511. Die Muslime versuchten mehrere Male Malaka von den Portugiesen zurückzuerobern. Sumatra, in dem die Aceh-Herrschaft regierte, bekam vom Osmanischen Reich schwere Waffen und wurde somit in dem Kampf gegen die Portugiesen unterstützt. Dennoch waren sie nicht erfolgreich.

     

    1641 eroberten die Holländer und 1824 die Engländer Malaka. Zum Ende des 19. Jahrhunderts begann die industrialisierte britische Macht das Rohstoffvorkommen mit modernen Techniken nutzbar zu machen. Aus Indien und China kamen in dieser Zeit viele Einwanderer. Um das Land nach der Kolonialzeit weiterhin unter Kontrolle halten zu können, quartierten die Engländer Fremde in die Region ein. Weil die Engländer gleichzeitig die natürlichen Schätze des Landes in ihr eigenes Land brachten, wurde das muslimische Volk immer ärmer. Diese Situation führte zu einer Erweckungsbewegung im Volk. Im 2. Weltkrieg griffen diesmal die Japaner das Land an und brachten es für vier Jahre unter ihre Kontrolle. Nachdem die Japaner zurückgedrängt wurden, kamen die Engländer noch einmal. Doch das Freiheitsgefühl der Malaysier hatte sich inzwischen verstärkt, weshalb die Engländer zu spüren bekamen, dass sie die alten guten Beziehungen im Land nicht mehr für sich nutzen konnten. 1948 wurde eine Malaysische Föderation unter englischer Kontrolle gegründet. Am 31. August wurde die Unabhängigkeit Malaysias deklariert. Singapur, das vorher zu Malaysia gehörte, trennte sich 1965 von der Konföderation und wurde ein selbstständiger Staat.

     

    Laizismus in Malaysia (Säkularismus)

     

    1980 sagte der erste Premierminister von Malaysia Tunku Abdurrahman: „Der Wunsch nach einem islamischen Staat ist ein leerer Traum. In einem multiethnischen und multireligiösen Land wie Malaysia hat ein islamischer Staat keinen Platz.“ 1988 wurde vom Obersten Gericht entschieden, dass der Staat keine theokratische Form hat. Nach diesem Entscheid begannen die Diskussionen um den Laizismus. Mit der Wahl von Mizan Zeynel Abidin zum König, trat seine Frau Nur Zahire auch offiziell mit Kopftuch auf. Die oppositionelle „People Justice Party“ und die Liberal-Demokraten, die gegen das Auftreten der Königin mit Kopftuch protestierten, nahmen nicht bei der Vereidigung teil. Die liberal- demokratische Bewegung betonte, dass die kopftuchtragende Königin nicht alle Teile der Gesellschaft vertrete. Daraufhin verbot der König Zeynel Abidin weitere Diskussionen über den Laizismus. Der stellvertretende Ministerpräsident Necib Razak kommentierte auch „Der Islam ist die offizielle Religion und wir sind ein islamischer Staat. Wir waren nie laizistisch, denn nach westlicher Definition heißt laizistisch zu sein, dass die Regierung des Landes und die islamischen Prinzipien getrennt werden müssen.“

     

    Internationale Islam Universität

    (International Islamic University of Malaysia)

     

    Der Gedanke der Gründung einer islamischen Universität, die von modernen Ausstattungen profitieren sollte, wurde 1977 während dem Internationalen Islamischen Bildung und Ausbildung Symposium in Mekka geäußert. Der damalige Bildung- und Ausbildungsminister Malaysias, Dr. Mahatir Muhammad, wollte auch, dass diese Universität in Kuala Lumpur gegründet werden sollte. Im Jahr 1983 begann die Universität in den islamischen Wissenschaften sowie den positiven Wissenschaften zu unterrichten.

     

    Da es eine Islamuniversität ist, wurde auch den Studenten in den sozialwissenschaftlichen Bereichen, obligatorischer Theologieunterricht angeboten. Alle muslimischen Mädchen in der Universität sollten sich bedecken.

     

    Eine weitere Praxis im Bildungssystem des Landes ist, dass Fabriken Studenten obligatorisch Stipendien geben müssen und sie dann nach Ende des Studiums beschäftigen müssen. Somit werden den Familien die Bildungskosten abgenommen und die Arbeitslosigkeit gehemmt.

     

    Malaysia als Vorbild für Toleranz

     

    Malaysia ist ein modernes Beispiel für das Zusammenleben von vielen Religionen in Frieden und Toleranz. Den Rahmen dieser Toleranz bildet der Islam. Diese Toleranzatmosphäre ist in der Geschichte oder auch in den gegenwärtigen islamischen Zivilisationen zu beobachten. Durch den westlichen Imperialismus ist diese Atmosphäre in vielen muslimischen Ländern verloren gegangen, und es ist ein defensiver Reflex und eine Kultur der Unsicherheit entstanden.

     

    Ethnisch gesehen machen die Malaysier mehr als 50 Prozent der Bevölkerung aus. Die zweitgrößte ethnische Gruppe sind die Chinesen mit 35 Prozent. Die Chinesen sind meistens Buddhisten, aber ein Teil ist auch christlich. Im Land sind die Inder zum Großteil Hindus, wobei es auch muslimische und sikhische Inder gibt. Der Rest der Bevölkerung besteht aus kleinen ethnischen Gruppen, die meist muslimisch sind. Eine solche ethnische Vielfalt ohne jeglichen ethnischen Konflikt zusammenzuhalten, beruht auf der religiösen Freiheit, auf gegenseitiger Achtung der Gebräuche und Traditionen und letztendlich auf einer Gewaltenteilung. Die Justiz in Malaysia ist rechtspluralistisch. Die Fälle über Religion und Familie von Malaysiern und anderen Muslimen werden von den Scharia-Gerichten gehandelt. Für Eheschließungen und Scheidungen sind ebenfalls die Scharia-Gerichte zuständig. Dennoch sind laizistische Gerichte einschließlich für Muslime und alle anderen vorhanden, wobei alle Fälle der Chinesen und Inder vor den öffentlichen Gerichten geführt werden. Das Rechtsystem geht auf den englischen Imperialismus zurück. Die Engländer haben im Gegensatz zu den autoritären und laizistischen Franzosen, während ihrer Kolonisation nicht die Traditionen und religiösen Werte der Kolonisierten angerührt und verändert. Das vorhandene System ist vorwiegend ein Erbe davon.

     

    Im malaysischen System wird keines der islamischen Regeln den Nichtmuslimen aufgezwungen. In keiner staatlichen Institution, die mit den Steuern des Volkes gegründet wurde, sind etwa das Kopftuch oder andere religiöse Symbole verboten, noch vorgeschrieben. Religiösen Freiheit hat Priorität, sofern sie der öffentlichen Sicherheit nicht schadet. Zum Beispiel wurde 1995 für die weit verbreitete Motorradbenutzer die Helmpflicht eingeführt. Die Sikhs begehrten daraufhin eine Befreiung dieser Regel für sich, da der Helm es ihnen verhindern würde, ihren Turban zu tragen. Dieser Einspruch wurde von den höheren Gerichten akzeptiert. Der Staat garantiert den Nichtmuslimen auch eine freie Praktizierung ihrer Gottesdienste. Alle religiösen Feste werden in einer multireligiösen Umgebung in einer festlichen Stimmung gefeiert. Während die chinesischen Buddhisten in Malaysia ihre Feste, die in China verboten sind, frei feiern können, werden auch die hinduistischen Feste imposanter als in Indien begangen. Diese Vielfalt ist im ganzen Land zu beobachten. Als Beispiel werden die berühmten Einkaufszentren der Zwillingstürme (KLCC) während dem Fastenmonat Ramadan mit islamischen Motiven dekoriert, im Neujahr hingegen kann man im Zentrum einen großen Weihnachtsbaum und den Weihnachtsmann sehen, und während dem Depavali Fest der Hindus putzt sich die KLCC mit religionsspezifischen Ornamenten auf. Alle diese Feste der Religionen gelten auch als offizielle Feiertage. Während in vielen westlichen Ländern der Bau von großen Moscheen mit Minaretten nicht erlaubt ist, mit der Begründung, dass sie die städtische Architektur beeinträchtigen könnte, stehen im muslimischen Malaysia die buddhistischen und hinduistischen Tempel in den Stadtzentren von Kuala Lumpur und anderen Städten neben den Moscheen.

     

    In Malaysia arbeiten Nichtmuslime sowohl im Parlament als auch in verschiedenen Abteilungen der staatlichen Bürokratie. Das System, das Malaysia in politischer Hinsicht zusammenhält, kann als eine Regierung beschrieben werden, die auf ethnischer Koalition und Gewaltenteilung beruht. Unter diesem System sind bestimmte Ministerien in Malaysia traditionellerweise den Chinesen und Hindus zugeteilt. Demgegenüber haben die Malaysier einige Privilegien im öffentlichen Dienst, der Geschäftswelt und im Bildungsbereich. Im Land gibt es eine Schicht, die nur aus Malaysiern besteht, die „Bumi Putras“ genannt wird, was soviel wie „Bürger erster Klasse“ bedeutet. Dieser Personenkreis, der aus Sultanen und Geistlichen besteht, muss keine Steuern zahlen. Ihre Kinder werden in die Universitäten aufgenommen, ohne eine Prüfung ablegen zu müssen. Falls Malaysier ihre Religion wechseln, verlieren sie diese Privilegien. Dass die ethnische Identität als Kriterium für die Aufnahme an den Universitäten gesehen wird, wird von manchen Malaysiern und Beobachtern kritisiert. Die Malaysier argumentieren jedoch, dass die Unterschiede der Urbanisierung und Modernisierungsniveaus der restlichen ethnischen Gruppen dies rechtfertigen würden. Dies sei der Grund dafür, dass diese Gruppen nicht auf einen offenen Wettbewerb vorbereitet seien und deswegen in Praxis eine positive Diskriminierung ausgeführt werden müsse. Übrigens wird diese Praxis, die als angemessen angesehen wird, ohne einen internen Konflikt und mit Erfolg ausgeführt.

     

    Die offizielle Sprache in Malaysia ist malaysisch. Im Land gibt es das Recht, sich auch in chinesischer und indischer Sprache zu verständigen. Es gibt Zeitungen, Radiosender und Fernsehübertragungen in diesen Sprachen. Obwohl es in der Öffentlichkeit nicht erwähnt wird, ist Englisch zwischen den verschiedenen Gruppen praktisch die zweite Sprache. Das tolerante Leben in Malaysia hat einen rapiden wirtschaftlichen Aufschwung in den letzten 25 Jahren ermöglicht. In den letzten 30 Jahren zeigt die Wirtschaft Malaysias jährlich ein Wachstum um sieben Prozent. Man vermutet, dass die traditionelle Vielfalt eine große Rolle bei für dieses Wachstum spielt. In Malaysia ist die Dynamik der Wirtschaft unter Kontrolle der nichtmuslimischen Chinesen, die ein friedliches Leben führen. Außerdem hat diese stabile Atmosphäre Malaysia zu einem Anziehungspunkt für internationale Kapitalmärkte gemacht.

     

    Quelle: Igmg.de