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    Menschen zweiter Klasse?

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    Der Islam ist zweifelsohne die Religion, die den Frauen viele Rechte gegeben hat und die Männer dazu aufruft, diese respektvoll zu behandeln. In seiner Abschiedsrede hat der Prophet Muhammad (s.a.s) die Anwesenden dazu aufgerufen, ihre Frauen gut zu behandeln. „Behandelt eure Frauen gut und seid liebenswürdig zu ihnen, denn sie sind eure Partner und an euch gebunden.“ Falls doch der Eindruck entsteht, dass die Frauen im Islam nicht respektiert werden, sollten wir uns fragen, woran das liegt?!

     

    Viele Frauen konvertieren zum Islam. Die Gründe sind unterschiedlich, jedoch meistens geschieht dies nach dem Kennenlernen eines muslimischen Partners. Dass diese Frauen freiwillig den Weg des Islams gewählt haben will niemand bezweifeln. Die Frage ist jedoch, was denken sich die muslimischen Männer dabei?

     

    Einem Muslim ist es verboten, eine uneheliche Beziehung zu haben, ganz unabhängig davon, was für Absichten er dabei hat. Die europäische Freundin wird oft nicht sehr ernst genommen, er versucht, sie auf den richtigen Weg zu bringen und vergisst, dass er sich auch auf dem falschen befindet. Oder er versucht es nicht einmal, weil ihm das völlig egal ist. Diese Freundinnen werden in der Regel nicht geheiratet, bevor sie den Islam angenommen haben. Damit beruhigen die Männer ihr schlechtes Gewissen, auch wenn die Annahme des Islams manchmal nur dem Mann zuliebe geschieht und sich nicht in der Praxis wiederfindet.

     

    Oft passiert aber das Unerwartete. Die Freundin, die Muslima wird, fängt an, die Richtigkeit der Beziehung in Frage zu stellen. Da sie das Moralsystem des Islams kennenlernt fragt sie sich, gerechterweise, wieso der Mann sie nicht heiratet. Oft überholt sie den Mann in seinem Wissen und entscheidet sich dafür, den Weg ohne ihn zu gehen.

    Haben die Muslime so etwas nötig und dürfen sie andere Menschen so ungerecht behandeln? Sicherlich – Nein!

     

    Allah hat uns nichts verboten, ohne uns dafür einen Ersatz zu geben. Er hat uns die unehelichen Beziehungen verboten, hat uns aber die Ehe erlaubt. Der Teufel versucht uns jedoch davon abzuhalten, mit vielen verschiedenen Gründen, die er uns als „wichtig“ einredet. Zuerst muss man die Ausbildung beenden, das Studium zu Ende bringen, einen guten Job finden. Würde eine Ehe diesen Weg gefährden, oder unterstützen? Und als wäre es nicht schwer genug, kommt dann noch das traditionelle Denken mancher Muslime dazu. Die Frau (oder oft ihre Familie) verlangt eine zu hohe Morgengabe, die sich kein Mann leisten kann, jedenfalls nicht einer, der gerade studiert. Die Familie besteht darauf, dass die Frau dieselbe Nationalität hat, am besten noch aus derselben Stadt kommt wie der Mann. Sie darf nicht einen einzigen Tag älter als der Mann sein, am besten sollte sie einige Jahre jünger sein. Die Hochzeitsfeier kostet viel Geld, so dass sich das kaum jemand leisten kann, ohne sich zu verschulden. Ist das das Beispiel unseres geliebten Propheten s.a.s.?

     

    Wenn man den jungen Leuten so viele Hürden aufgestellt hat, sagt man denen: „Ihr sollt euch von Sünden fernhalten! Die einzige erlaubte Beziehung zwischen Mann und Frau ist die Ehe!“ Die Familie macht das Erlaubte unmöglich und so stürzen sich viele ins Verderben. Das einfachste ist, sich eine Freundin zu suchen, eine die nicht gläubig ist, weil sie einen nicht an die Fehler erinnert und man sie auch schnell abservieren kann, wenn die Zeit gekommen ist. Man verzichtet auf den Schutz, den Allah uns gegeben hat: „Sie (eure Frauen) sind wie ein Gewand für euch und ihr seid (wie) ein Gewand für sie.“(2:187) und entscheidet sich für die Sünden. Warum? Weil es einfacher ist, und weil es so kompliziert gemacht wird zu heiraten.

     

    Warum gibt es die Ehe? Im Koran heißt es dazu: „Und es gehört zu seinen Zeichen, dass Er aus euch selber Gattinnen erschuf, auf dass ihr Frieden bei Ihnen findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt.“ (30:21)

     

    Es ist islamische Pflicht, die Heirat zu erleichtern. Beim Aussuchen des Partners sollte die Religion die größte Rolle spielen. Der Prophet (s.a.s) sagte: „Wenn ein Mann zu euch kommt, um die Hand eurer Tochter anzuhalten, und euch sein Glaube und Anstand gefallen haben, dann gebt ihm eure Tochter zur Frau. Solltet es ihr jedoch nicht tun und ihn fortschicken, dann wird sich auf der Erde Unfrieden und Zwietracht verbreiten.“ (Überliefert von Tirmidhi)

     

    Er hat nicht gesagt: „Wenn ein Mann zu euch kommt, und nach eure Tochter fragt, macht ihm das Leben so schwer, dass er dann freiwillig wieder geht.“

     

    Es ist nicht nur die Familie, die der Heirat im Weg steht. Oft ist es der schwache Glaube der Muslime. Häufig heiraten die Männer hier in Europa, um einen Aufenthaltstatus zu erhalten. So nutzen sie die Heirat, um in Europa bleiben zu dürfen, anstatt diesen Status mit eigenen Kräften zu erreichen. Man denkt, sich das Leben einfach gemacht zu haben, bevor der verdiente Horror anfängt. Die meisten Ehen, die aus solchen Gründen geschlossen werden, enden mit einer Scheidung, oft bleiben die Kinder davon nicht verschont. Wie soll auch alles gut laufen, wenn bereits die Absicht falsch war?!

     

    Der Prophet (s.a.s) hat gesagt: „Wer auch immer eine Frau mit der Absicht heiratet, um Macht zu erlangen, dessen Tat wird Allah verschmähen. Wer auch immer eine Frau wegen ihres Vermögens heiratet, den wird Allah in Armut geraten lassen. Wer eine Frau wegen ihrer Herkunft heiratet, dessen Stand wird Allah noch niedriger werden lassen. Wer jedoch eine Frau heiratet, um sein Auge vor sündhaften Blicken zu bewahren, um seine Ehre zu schützen oder um seiner Familie etwas Gutes zu tun, wird Allah jenen Mann und jene Frau segnen.“ (Überliefert von Tabarani)

     

    Einmal habe ich eine Frau gefragt, warum sie ihrem Sohn erlaubt, eine Freundin zu haben und ihrer Tochter nicht? Darauf meinte sie: „Sie kann schwanger werden, was mache ich dann?“ Was ist mit der Freundin deines Sohnes – kann sie nicht schwanger werden, oder ist sie ein Mensch zweiter Klasse?! Sie hat auch eine Mutter, die sich Sorgen macht.

     

    Die Muslime, die so mit Frauen umgehen, sollten sich fragen, „Wie wäre es, wenn jemand so mit meiner Schwester umgehen würde? Wäre ich glücklich darüber?“ Nein! Warum machst du es dann mit den anderen Frauen? Sie sind auch jemandes Schwester, Tochter oder Mutter.

     

    Ein Mann sagte zum Propheten (s.a.s): „Oh Gesandter Allahs, erlaube mir den außerehelichen Geschlechtsverkehr (Zina)!“ Da gingen die Leute auf ihn los, rügten ihn und sagten: „Was soll das, was soll das?“ Da sagte der Prophet: „Komm näher heran!“ worauf er sich ihm näherte und sich setzte, da sagte er: „Würdest du dies deiner Mutter wünschen?“ Da antwortete er: „Nein bei Allah, möge Allah mich dir zum Opfer geben, und auch die Leute wünschen sich dies nicht für ihre Mütter.“ Da fragte er (s.a.s) weiter: „Würdest du es deiner Tochter wünschen?“ Er antwortete: „Nein bei Allah, oh Gesandter Allahs, möge Allah mich dir zum Opfer geben, und auch die Menschen wünschen dies ihren Töchtern nicht.“ Da fragte er: „Wünschst du es deiner Schwester?“ Er antwortete: „Nein bei Allah, oh Gesandter Allahs, möge Allah mich dir zum Opfer geben, und auch die Menschen wünschen dies ihren Schwestern nicht.“ Da fragte er: „Wünscht du es deiner Tante?“ Er antwortete: „Nein, bei Allah, oh Gesandter Allahs, möge Allah mich dir zum Opfer geben, und auch die Menschen wünschen dies ihren Tanten nicht.“ Da legte der Prophet (s.a.s) ihm seine Hand auf und sagte: „Oh Allah, vergib ihm seine Sünde, reinige sein Herz und beschütze sein Geschlechtsorgan!“ Danach hat sich dieser Jugendliche nie wieder für etwas (außerehelichen Geschlechtsverkehr) interessiert.“ (Musnad Al-Imam Ahmad, Hadith Nr. 22265).

     

    Wenn jemand etwas tut, sollte er sich fragen, möchte ich, dass jemand das Gleiche mit mir tut…wenn die Antwort darauf „Nein“ ist, soll er das besser unterlassen. Wenn ein Muslim einem Menschen Unrecht getan hat im Diesseits, unabhängig davon, ob dieser Muslim war oder nicht, wird er am Jüngsten Tag seine Rechnung dafür bekommen. Und bevor Allah ihm vergibt, muss ihm dieser Mensch vergeben. Wer kann sich das Risiko leisten, diese Vergebung nicht zu bekommen?!

     

    Um der Familie (oder dem eigenen Ego) Genüge zu tun, heiratet ein Mann manchmal (natürlich ohne Wissen der Frau hier) in der Heimat eine standesgemäße, jungfräuliche Einheimische (das hat „Mann“ sich doch schließlich verdient, auch eine Frau erster Wahl zu haben.) Meist auf (finanzielle) Kosten der europäischen Ehefrau, da der Mann es sich kaum leisten können wird, seinen finanziellen Pflichten, die ihm der Islam auferlegt, so z.B. die alleinige Sorge für die Familie zu tragen, nachzukommen (geschweige denn für zwei Familien). Und so, als ob es nicht reichen würde, eine Frau ungerecht zu behandeln, gönnt man sich eine zweite, warum nicht…

     

    Im Islam ist es wichtig seine Keuschheit zu bewahren, allerdings betrifft das Mann und Frau. Erst, wenn man dies selbst getan hat, kann man das bei dem Partner voraussetzen. In einigen Ländern wird z. B. im Ehevertrag festgehalten, ob die Frau Jungfrau ist, niemand fragt aber, ob der Mann Jungfrau ist. Dem Islam entspricht das nicht, weil Allah hier keinen Unterschied zwischen Mann und Frau macht.

     

    Vielleicht würden einige Männer sagen, dass sie leider hier in Europa von Verführungen umgeben sind und nichts dafür können, wenn die Frauen so angezogen herumlaufen. Es ist eine Prüfung von Allah. Der Prophet Yusuf (a.s) wurde mit der schönsten Frau geprüft und konnte ihr widerstehen, weil er gottesfürchtig war. Möglicherweise sind es nicht die Frauen, die schuld sind, sondern der schwache Glaube.

     

    Wenn man keine Frau aus dem Westen will, bestellt man sich eine aus dem Ausland. In den Medien spricht man oft von „Importbräute“, als würde es sich um eine Ware handeln, es ist oft auch eine Ware. In der Regel werden die Europäischen Frauen nur dann geheiratet, wenn der Mann die deutsche Staatsangehörigkeit nicht hat, sonst werden Frauen aus der Heimat importiert. Ist das islamisch in Ordnung?

     

    Selbstverständlich gibt es genug gute muslimische Familien, die anders handeln als bereits beschrieben. Es gibt auch gute Männer, die nach den Geboten Allahs handeln. Das sieht man auch daran, wie sie sich die Ehefrau aussuchen, wie sie sich als Ehemänner verhalten, wie sie als Väter sind. Nur leider sind sie viel zu wenig im Vergleich zu den anderen und solange sich das nicht ändert, wird unsere Umma leiden. Die Folgen einer kranken Ehe sind erkrankte Kinder, die Folge der erkrankten Kinder ist eine kranke Gemeinschaft. Die Augen vor den Problemen zu schließen oder die rosa-rote Brille aufzusetzen wäre die einfachste Lösung, aber eine Seuche kann man erst dann bekämpfen, wenn man sie als solche erkannt hat.

     

    «Jeder Mensch, der eine Sünde begeht, sich danach reinigt durch Wudu, zwei Rak’a betet und Allah ta’ala um Vergebung bittet, dem werden seine Sünden verziehen.» Dann rezitierte er (3:135-136):
    «Und diejenigen, die wenn sie etwas Schändliches getan haben oder gegen sich gesündigt haben, Allahs gedenken und für ihre Sünden um Verzeihung flehen – und wer vergibt die Sünden außer Allah? – und diejenigen, die nicht auf dem beharren, was sie wissentlich taten; für diese besteht ihr Lohn aus Verzeihung von ihrem Herrn und aus Gärten, durch die Bäche fließen; darin werden sie ewig sein.» (Überliefert nach Nasai und Abu Dawud)

     

    Eliza Aleksandrova

     

    Quelle: http://islam-verstehen.de/scharia-gebote-a-verbote/85-heirat-ehe-scheidung/177-menschen-zweiter-klasse.html

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