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    Methoden der Annäherung unter den Islamischen Denkschulen (Teil 1)

    • Muhammad Ali Taskhiri
    • http://www.taqrib.info/germany
    Methoden der Annäherung unter den Islamischen Denkschulen (Teil 1)
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    Einleitung

     

    Allah, der Barmherzigste, lehrte den Qur’an, schuf die Menschen und lehrte sie zu reden (Ar-Rahman, 1-4).

     

    So ist die Gabe des Sprechens eine der größten von Gottes Gaben, die er den Menschen gab, damit sie diese wie eine natürliche Brücke für die Übertragung der Ideen verschiedener Leute untereinander und von Generation zu Generation einsetzen und um das höchste Ziel der Schöpfung des Menschen, welches auf der einen Seite seine Vollkommenheit und auf anderen Seite die Entwicklung der Welt ist, zu erfüllen.

     

    Deshalb vervollkommnet die Gabe des Sprechens die Gabe der Schöpfung, verbindet die Menschen miteinander und regelt ihren Denkprozess in solch einem Ausmaß, dass einige glauben, dass die Sprache das Werkzeug des Denkens ist, ohne das Ideen und Gedanken nicht existierten.

     

    Obwohl wir nicht an die Richtigkeit dieser Behauptung glauben, sondern der Überzeugung sind, dass es der Gedanke war, der in erster Linie die Rede erzeugte, sind wir zweifelsohne der Meinung, dass die Klarheit und Fülle der Sprachsymbole eine gute Atmosphäre für das Wachstum, die Nuancierung, Reife und logische Festigkeit der Gedanken schafft.

     

    Mit Hilfe der Sprache können Gedanken bereichert werden, und das Phänomen der Sprache selbst ist eine Brücke, welche der Mensch benutzen kann, um seine Seele von dem Käfig des Körpers zu befreien, wobei er die angeborenen Fähigkeiten und Züge, die Gott, der Höchste, in ihn vom ersten Tag seiner Schöpfung als ein stabiles und zweckvolles Wesen hineingelegt hat, gebraucht. Diese angeborenen Fähigkeiten und Züge schicken den Menschen in eine Welt, welche weiter als er selbst ist, und verbinden ihn mit der Außenwelt, so dass er unter Anwendung seines Glaubens die große Wahrheit, welche die gesamte Welt geschaffen hat und ohne die die ganze Existenzphilosophie in Frage gestellt werden würde, erreichen kann.

     

    Menschen sprechen, drücken ihre Zweifel aus und diskutieren über Angelegenheiten. Übrigens haben alle das Recht, dies zu tun (… aber Menschen neigen dazu, mehr als andere Kreaturen zu diskutieren) (Al-Kahf, 54), um die absolute Wahrheit zu erlangen und diese Wahrheit mit der Logik des Geistes zu akzeptieren und zu guter Letzt diese Wirklichkeit auf seine ganze Existenz auszudehnen, um im Herzen Frieden zu finden.

     

    Er sagte: „Glaubst du denn noch nicht?“, er antwortete: „Doch, aber ich möchte sicher und in meinem Herzen ruhig sein.“ (Al-Baqara, 260)

     

    Islamische Texte und Lehren haben uns diese Wirklichkeiten gelehrt, um uns zum Gedanken des Dialogs zu ermutigen und haben die Fähigkeit zu erklären, verstehen und überzeugen als ein zivilisiertes menschliches Werkzeug bestimmt, um effektives und gegenseitiges konstruktives Verhalten mit dem Ziel, Wirklichkeiten zu erklären, zu verbinden.

     

    Auf dass, wer da umkäme, unter deutlichem Beweis umkäme, und wer da am Leben bliebe, unter deutlichem Beweis am Leben bliebe. (Al-Anfal, 42)

     

    So dass niemand mit dir streitet (Al-Baqara, 150).

     

    So dass die Leute nach dem Kommen der Propheten keine andere Entschuldigung mehr haben. (An-Nisa, 165).

     

    Dies ist ein klarer Ruf und ein menschliches Benehmen, das sich auf Gedanken, Logik und Dialog stützt. Unterdessen ist die Gewalt, welche eine verschmutzte Atmosphäre schafft, und sind irreführende Behauptungen, Einschüchterung und Korruption die Methoden der Tyrannen.

     

    Gott ist der Helfer der Gläubigen. Er führt sie vom Dunkel in das Licht, aber jenen, welche ungläubig sind, wird von den Tyrannen geholfen, welche sie vom Licht in die Finsternis irreführen. (Al-Baqara, 257)

     

    Dies ist der klare Weg, welcher, wenn die Menschen ihn einschlagen, zur Wahrheit und Richtigkeit führen wird.

     

    Es ist mit Sicherheit falsch wenn jemand denkt, dass Dialog die Logik der Schwachen sei. Dies ist keineswegs der Fall. Es ist vielmehr so, dass Dialog die Logik derer ist, welche wirklich stark sind oder aufrichtig glauben, dass sie recht haben. Es ist, als ob sie ein unbezahlbares Juwel besitzen würden und sich nicht fürchteten, dass es erprobt wird, oder sie sind im Geist so mutig, dass sie bei Begegnung mit einer Meinung, die korrekter ist, diese akzeptieren und ihre eigene Meinung ändern .

     

     

    Islam und selbständige Rechtsfindung (Idschtihad)

     

    Der Islam hat von Anfang an erlaubt, aus der reichen Frucht der religiösen Rechtssprechung in ihrem natürlichen Rahmen Nutzen zu ziehen und hat offiziell Versuche akzeptiert, die religiösen Abstufungen, welche alles individuelle und soziale Verhalten betreffen, durch Nachforschen in den bekannten und gültigen Quellen, frei von den ungültigen Vermutungen und Interpretationen der Phantasie, welche nicht auf der Wirklichkeit basieren, zu verstehen und zu folgern.

     

    So hat der Islam als eine ewige Botschaft eine realistische Interpretation des Lebens und eine flexible Haltung, welche die Komplexität und Wechsel dieser Welt einschließt, vorgelegt.

     

    Selbständige Rechtsfindung zählt zu den unvermeidbaren Prozessen, welche für das Religionsgesetz (Schari`a) und selbst für vom Menschen aufgestellte Bestimmungen und Gesetzgebung, die auf der Absicht beruhen, das Gesellschaftsleben langfristig zu planen und zu ordnen, nötig ist.

     

    Auf diese Weise beginnen Ideen und Meinungen auseinanderzugehen und verschiedene religionsrechtliche Richtungen erscheinen. All dies formt den ideologischen Reichtum dieses religiösen Gesetzes sowie den Reichtum seiner Zivilisation.

     

    Wenn der Qur’an Auseinandersetzungen verbietet, dann zweifelsohne deswegen, weil er mit Streitigkeiten nicht die Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der selbständigen Rechtsfindung sondern die Spaltung in mehrere Gruppen hinsichtlich wichtiger und praktischer Standpunkte meint. Indem wir uns auf dieses stützen, schließen wir, dass islamische Richtungen einen praktischen und natürlichen Ursprung haben und obwohl politische Strategien, welche sich in der gleichen Richtung wie diese Ursprünglichkeit bewegen und sie begünstigen, nicht zu ignorieren sind, gelten Meinungsunterschiede unter den islamischen religionsrechtlichen Schulen solange sie in ihrem natürlichen und ideologischen Rahmen bleiben, als eine konstruktive und positive Bewegung und ein Vermögen, welches ein Zeichen von Flexibilität, Freiheit und Dynamismus ist.

     

    Wie dem auch sei, leider haben viele Faktoren diese Angelegenheit negativ beeinflusst, diesen Prozess von seinem Ziel getrennt und die natürlichen und religiösen Differenzen zu einem sektiererischen Krieg verkehrt, was schon viel Blut, Schmerz, Tränen, Schwachheit, Uneinigkeit und endlose Kämpfe innerhalb der islamischen Umma (Glaubensgemeinde) gekostet hat.

     

    Wir haben einige der vielen Faktoren aufgelistet, welche eine Rolle beim Ausarten religiöser Differenzen in einen Krieg und Konflikte zwischen Sekten und Volksstämmen spielen:

     

    1-Ignoranz, welche die Quelle aller Probleme ist

    2-blinde Vorurteile

    3-politische Motive fehlgeleiteter Regierender

    4-engstirnige Interessen von Opportunisten

    5-Gegenwart unwürdiger Leute in der Position eines mit der selbständigen religiösen Rechtsfindung Betrauten

    6-fremde Feinde usw.

     

    Wir beabsichtigen nicht, alle Faktoren aufzuzählen. Alles in allem weisen wir auf eine enorme Abweichung in der Geschichte hin und um diese Situation in ihre ursprüngliche und natürliche Form zu bringen und um die Umma aus diesem geschichtlichen Abgrund, insbesondere in Hinsicht auf die gegenwärtige Situation und die existierende Uneinigkeit unter den Muslimen und die Einigkeit unter den Feinden, herauszuholen, gibt es eine unglaubliche Notwendigkeit für kontinuierliche und unermüdliche Versuche der muslimischen Gelehrten und alle aufrichtigen Leute, die damit in Verbindung stehen.

     

    Gott, der Höchste, sagt, diejenigen, welche nicht glauben, sind alle miteinander verwandt. Wenn ihr nicht vorsichtig seid, wird es in der Welt eine große Versuchung und Unheil geben. (Al-Anfal, 73)

     

    Demgemäß sind wir aufgrund der Theorie Huntingtons über die Zusammenstöße der Zivilisationen oder Fukujamas Theorie des Endes der Geschichte und ebenso in der Praxis, wo Führer westlicher Zivilisationen sagen, dass jeder, der nicht mit ihnen eins sei, gegen sie und ein Terrorist sei, Zeuge wachsender Konfliktsschürung und Kriege.

     

    Wir haben gesehen, dass die islamische Nachsicht zum Vorschlag eines Dialogs zwischen den Zivilisationen und Religionen führte, was von der Welt willkommen geheißen wurde, bis das Ereignis vom elften September diese Ansicht zerstörte und sie durch die Logik der Gewalt, Brutalität und Übermacht ersetzte. Die Großmächte zogen den größten Vorteil aus dieser Situation, indem sie ihre Hegemonie und ihren Einfluss ausdehnten und ihren Lebenstraum realisierten, nämlich in der Islamischen Umma Unstimmigkeiten zu erzeugen und das zionistische Regime zu stärken, welches schon immer Terrorismus gehegt und gepflegt hat. Der Westen stößt noch immer in das Kriegshorn.

     

    Was kann unter diesen Umständen getan werden? Es ist klar, dass die Lösung darin besteht, wieder zum ruhmreichen Qur’an zurückzukehren, von ihm inspiriert zu werden und zwischen den unterschiedlichen Linien der Muslime mit mehr Toleranz und Geduld eine Einheit zu schaffen und die verschiedenen Meinungen, welche von den Differenzen in der religiösen Rechtssprechung kommen, zu tolerieren und der Welt mit der Logik des Dialogs zu begegnen, weil es mit Sicherheit die Logik ist, die letzten Endes gewinnen wird.

     

    Die Bedingungen und Verhaltensweisen des Dialogs von Seiten des heiligen Qur’an

     

    Zweifelsohne werden wir durch das aufmerksame Studieren der Verse des heiligen Qur’ans bei der Aufdeckung der Grundlagen und Bedingungen des Dialogs erfolgreich sein. Wir werden einige dieser wichtigen Aspekte hier nennen

     

     

    A – Einführung in den Dialog

     

    Es gibt bestimmte Punkte, welche vor Beginn eines Dialogs geklärt werden sollten.

     

    Nachdem die beiden Seiten über einen Punkt schon lange Zeit diskutiert haben, bemerken sie eventuell, dass sie ihre Diskussion auf zwei verschiedene und nicht auf einen Schwerpunkt konzentriert haben. Um nicht ihre Zeit zu verschwenden, müssen sie stets den Schwerpunkt des Themas, über welches diskutiert wird, spezifizieren.

     

    In den qur’anischen Versen wird ebenfalls betont, dass jemand, der Leute zu Gott einlädt, sich völlig seiner Sache bewusst sein und eine klare Vorstellung haben muss.

     

    Sprich: Dies ist mein Weg; ich rufe zu Allah auf Grund eines sichtbaren Hinweises, ich und wer mir folgt. Und Preis sei Allah, und ich bin keiner von denen, die ihm Teilhaber zur Seite stellen (Joseph, 108).

     

    Auch muss es ein Einverständnis hinsichtlich der elementaren undiskutierbaren Prinzipien geben.

     

    Wenn es von Anbeginn kein Einverständnis über gewisse akzeptierte Prinzipien und undiskutierbare Theorien gibt, selbst wenn diese grundsätzlich und offensichtlich sein sollten, dann wird es unmöglich sein, ein klares Ergebnis zu erreichen.

     

    Dadurch, dass offensichtliche Prinzipien wie das der Unmöglichkeit, zwei entgegen gesetzte Punkte zu vereinbaren oder zu beseitigen, oder das Prinzip von Ursache und Wirkung oder der Existenz der Welt außerhalb des Geistes usw… abgelehnt werden, können wir kein klares Resultat erzielen.

     

    In diesem Fall können wir, obwohl argumentiert wird, dass diese Prinzipien ablehnbar sind, nur dadurch, dass wir uns auf das Bewusstsein beziehen, darauf schließen, dass sie in Wirklichkeit akzeptiert werden. Deshalb hat der Qur’an denjenigen, welche indiskutierbare und offensichtliche Prinzipien verneinen, gesagt, dass sie sich irren und stellt sie vor die Fragen, welche sich an Bewusstsein und Natur richten.

     

    Wenn Nachahmer an ein Prinzip glauben (indem sie blind ihren Vorfahren folgen) und alle anderen Prinzipien ablehnen, dann ist es unmöglich, mit ihnen in eine Diskussion zu treten. Deswegen werden sie vor eine Frage gestellt, die sich an ihr Bewusstsein wendet:

     

    Würdet ihren euren Vätern noch immer folgen wenn ihr wüsstest, dass sie im Irrtum waren?

     

    Die Antwort auf diese Frage fällt entschieden negativ aus, und von hier aus beginnen Diskussion und Dialog, basierend auf einem der offensichtlichen Prinzipien, nämlich dem Kriterium des Geistes.

     

    Gott, der Allerhöchste, sagt, dass es Leute gibt, die „nein“ sagen, wenn ihnen etwas von Gott befohlen worden war, denn sie folgen ihren Vätern, selbst wenn ihre Väter sich irrten und den falschen Weg gingen.

     

    Gott sagt auch: „Vor dir hatten wir keinen Propheten zu einem Ort gesandt, es sei denn, die Leute dieses Ortes sagten, dass sie nur der Religion und den Bräuchen der Väter Folge leisten würden“

     

    Er sagte: „selbst wenn wir etwas bringen würden, was euch auf eine bessere Weise führen kann?“

     

    Sie antworteten, dass sie nicht an seine Religion glauben würden.

     

    Die natürliche Antwort aber lautet, dass jene Religion befolgt werden soll, welche besser auf den rechten Weg leitet.

     

     

    B – Die beiden Seiten des Dialogs

     

    Beide Seiten sollten bestimmte Bedingungen erfüllten, darunter, dass sie beide das Niveau an Wissen und Bewusstsein besitzen, welches für die Diskussion des konkreten Themas vonnöten ist. Bei einer Diskussion zu einem Thema, über welches keiner oder nur einer etwas weiß oder welches Sachkenntnis erfordert, aber, keiner von ihnen über die notwendige Sachkenntnis verfügt, ist der Dialog unnütz.

     

    Gott sagt: „Oh ihr Anhänger der heiligen Schriften! Es ist verständlich, wenn ihr über die Sachen diskutiert, über die ihr Kenntnis habt, aber warum diskutiert ihr über Sachen, über welche ihr nichts wisst, wenn beide, Gott und ihr, das wissen?“

     

    Diejenigen, welche über die Verse Gottes ohne göttliche Vollmacht streiten, wollen nur ihre Größe zeigen, aber sie werden keine Größe erreichen. So suche Zuflucht in Gott, denn er ist derjenige, welcher alles sieht und hört (Ghafir, 56)

     

    Ein Gelehrter hat über den gleichen Fall gesagt, dass jemand, der die Wahrheit suche, mit jemandem diskutieren sollte, der ein umfassendes Wissen in der Kunst des Diskutierens besitzt, damit er vom Wissen dieses Menschen profitiere.

     

    Deshalb glauben wir, dass wissenschaftliches Diskutieren in einer Gesellschaft von Leuten mit unterschiedlichem Bildungsstand nicht gerade wünschenswert ist. Zudem müssen beide Seiten der Diskutierenden gerecht und völlig sachlich sein.

     

    Der heilige Qur’an hieß den großen Propheten (SAW), dessen fester Glaube von niemandem in Frage gestellt werden konnte, an Debatten mit einer absolut objektiven Haltung teilzunehmen.

     

    Und siehe, Wir oder ihr seid entweder rechtgeleitet oder in offenkundigem Irrtum (Saba`, 24)

     

    Des Weiteren sagt der heilige Qur’an: Sprich: So bringet, so ihr wahrhaftig seid, ein Buch von Allah her, das eine bessere Leitung als die beiden (Thora und Qur`an) ist. Ich will ihm folgen. (Al-Qasas, 49)

     

    Zu den Bedingungen der Diskussion und Debatte sagt der Verfasser des Al- Mahdschat-el-Baisa: „Erstens soll das Ziel einer Debatte der Wahrheitsfindung dienen und soll die Wahrheit so klar wie möglich dargelegt werden. Das Ziel der Debatte soll nicht sein, dass wir die Richtigkeit unserer Ansichten und unseres Wissens zur Schau stellen, denn das wird zu Streit und Zankerei führen, was streng verboten ist.“

     

    Er fügt des weiteren hinzu: „Der Teilnehmer einer Debatte soll wie jemand sein, der etwas verloren hat und wenn er findet, was er verloren hat, wird er dankbar sein, gleich ob die Wahrheit von ihm oder der anderen Seite enthüllt worden ist. Jede Seite sollte die andere Seite als ihren Freund und nicht als Feind betrachten und wenn er auf seinen Fehler aufmerksam gemacht wird, so soll er dankbar sein.“

     

    Ja, der heilige Qur’an lehrt den Menschen zu hören und zu vergleichen und dann zu akzeptieren und dem Besten zu folgen

     

    Wer zuhört, was gesagt wird und dann dem Besten folgt, was er gehört hat.

     

    Einige haben gesagt, Imam Alis (AS) hätte gezeigt, dass er selbst über seine eigene Legitimität und Rechtmäßigkeit nicht sicher war, als er zu zwei Schiedsrichtern sagte, dass sie Muawia wählen sollten, wenn er es verdiene und wenn er (Ali) es verdiene, so solle er wieder eingesetzt werden.

     

    Indem er sich an diese Leute wandte, sagte Imam Ali (AS), dass seine Worte nicht als Ungewissheit und Zweifel gewertet werden sollten, sondern dass er die beiden Schiedsrichter objektiv sein lassen wollte. Am Ende wurde der werte Vers: … Und siehe, Wir oder ihr seid rechtgeleitet oder in offenkundigem Irrtum (Saba‘, 24) angeführt.

     

    Jede Seite sollte die Meinung der gegnerischen Seite repektieren. Das kann durch einige Verse des Qur’ans verstanden werden, zum Beispiel: Schmäh nicht diejenigen, denen sie anstatt Allahs dienen, damit sie nicht in Unverstand und Groll Allah schmähen. (Al-An’am, 108

     

    Des Weiteren heißt es im Qur’an: Sprich: Ihr sollt nicht befragt werden ob dem, was wir gesündigt, noch sollen wir nach eurem Tun befragt werden. (Saba‘, 25).

     

    In dem gegenüberstellenden Vergleich der beiden Sätze „ob dem, was wir gesündigt“ und „nach eurem Tun“ erreicht dieser Vers den Höhepunkt seiner Schönheit.

     

    Der heilige Qur’an betrachtet es als eine gewöhnliche Angelegenheit, wenn eine Seite unter dem Einfluss ihrer Taten, die für die andere Seite verwunderlich sind (und die sie nur schwerlich akzeptieren kann) steht und sagt: … So haben wir jedem Volke sein Tun herausgeputzt; alsdann ist aber ihre Heimkehr zu Allah, und verkünden wird Er ihnen, was sie getan. (Al-An’am, 108).