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    Methoden der Annäherung unter den Islamischen Denkschulen (Teil 2)

    • Mohammad Ali Taskhiri
    Methoden der Annäherung unter den Islamischen Denkschulen (Teil 2)
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    C- Das Thema der Debatte

     

    Das Thema sollte realistisch und greifbar sein. Wenn es imaginär ist oder zu solchen Dingen gehören sollte, welche eine der beiden Seiten nicht verstehen kann, ist die Diskussion nutzlos. In diesem Fall sollte sie abgebrochen werden und entweder sollten die Fragen, die aufgestellt worden waren, unbeantwortet belassen oder sie sollten sehr allgemein beantwortet werden. Die folgenden Verse beziehen sich auf denselben Fall:

     

    Sie werden dich (o Mohammad) nach den Neumonden befragen. Sprich: Sie sind Zeitbestimmungen für die Menschen und die Pilgerfahrt nach Mekka. (Al-Baqara, 189)

     

    Sie werden dich nach dem Geist fragen; sagen ihnen, er ist ein Teil von Gottes Ordnung und Befehl. ( Al-Isra, 85)

     

    Sie werden dich nach den Bergen fragen, sage ihnen, Gott wird sie alle zerstreuen. (Taha, 105)

     

    Der heilige Qur’an nimmt dieselbe Haltung gegenüber diejenigen ein, welche vorwärts drängen und strittige Themen oder Themen von nicht besonders großer Bedeutung aufbringen.

     

    Deshalb sollen nur wissenschaftliche und fassbare Dinge diskutiert werden

     

    …Schaum wird in eine Ecke fallen und verschwinden und was für die Menschen nützlich ist, wird auf der Erde erhalten bleiben. (Al-Ra’ad, 17)

     

    Imam Ghazali sagt: „Jemand, der an einer Debatte teilnimmt, sollte über ein wichtiges oder dringendes Thema diskutieren und sich nur auf solche Angelegenheiten konzentrieren.“

     

     

    D- Die Atmosphäre der Debatte

     

    Damit eine Debatte oder Diskussion einen positiven Effekt hat, muss sie folgende Faktoren einschließen:

     

    Die Moralität und Gebräuche der Debatte, auf welche wir uns in dem Abschnitt über die Bedingungen beider Diskussionsparteien bezogen haben, müssen beachtet werden. Furcht einflößende und bedrohliche Sprache soll vermieden werden, da sie jegliche logische und weise Diskussion zugrunde richten wird.

     

    Das beste Beispiel hierfür ist die unerwünschte Atmosphäre, welche die Polytheisten gegen den ehrbaren Propheten des Islam ( S.A.W) geschaffen hatten, wobei sie ihn beschuldigt hatten, geisteskrank zu sein. In einem solchen Umfeld ist eine Rechtfertigung sinnlos. Deshalb bittet der heilige Qur’an den Propheten, zuerst dieses unsinnige Gerede unwirksam zu machen, um dadurch eine Atmosphäre zum Denken zu schaffen und dann die zweite Phase zu beginnen.

     

    Sprich: Siehe, ich ermahne euch nur in einem, dass ihr vor Allah zu zweit oder einzeln hintretet; alsdann bedenket, dass in eurem Gefährten kein Dschinn ist (er ist nicht besessen). Er ist weiter nichts als euer Warner vor einer strengen Strafe. (Saba‘, 46)

     

     

    E- Methoden der Diskussion

     

    Der heilige Qur’an verweist auf wichtige Beispiele für eine Diskussionsmethode, die Flexibilität, Unvoreingenommenheit gegenüber verschiedenen Methoden und zuletzt das Wählen des besten Weges einschließt. Gott, der Höchste, sagt: Rufe das Volk zu Gott, indem du ihnen wünschenswerte Ratschläge gibst und diskutiere auf dem besten Weg, denn Gott kennt die Irregeleiteten und solche, welche besser geleitet sind. (An-Nahl, 125)

     

    Sag zu meinen Dienern, (anderen gegenüber) auf die beste Weise zu sprechen. (Isra, 53)

     

    Diskutiere mit den Anhängern anderen Religionen nicht anders als auf die beste Weise. (Ankabut, 46)

     

    Eine andere Methode ist es, Logik und Vernunft auf eine Weise zu beachten, dass sich die Diskussion auf eine natürliche Weise und ohne unnütze Streitereien und ohne ständigem Themenwechsel von der Ebene der Einleitung auf die Ebene der Schlussfolgerung zubewegt.

     

    Unzählige Qur’anverse haben das Streiten verboten: … Sie sagen diese Dinge, um mit dir zu streiten, weil sie streitsüchtige Leute sind. (Az-Zuchruf, 58)

     

    Der heilige Qur’an ruft ebenfalls die Leute dazu auf, ihr Argument vorzubringen: Sage ihnen, ihren Beweis vorzubringen. (An-Naml, 64). Er verurteilt jede Art von Starrsinn und gibt dafür in den folgenden Versen Beispiele: wenn sie sagen: „Oh Allah, wenn dies Wahrheit von dir sein soll, dann lass Steine vom Himmel auf uns herabregnen und bringe eine schmerzhafte Strafe über uns. (Al-Anfal, 32) und den Vers: Und siehe, wahrlich einige unter ihnen verdrehen den Wortlaut der Schrift, damit ihr es für einen Teil der Schrift haltet, während es nicht zur Schrift gehört. Und sie sprechen: „Es ist von Allah“; jedoch es ist nicht von Allah, und sie sprechen eine Lüge wider Allah, obwohl sie es wissen. (Al-Imran, 78)

     

    Eine andere Methode zu einer richtig geführten Debatte ist das Eliminieren von Streitfaktoren, welche zudem nicht zu einer Schlussfolgerung führen. Gott, der Höchste, sagt: Sprich: Ihr sollt nicht befragt werden ob dem, was wir gesündigt, noch sollen wir nach eurem Tun befragt werden. (Saba‘, 25)

     

     

    F- Das Ziel der Diskussion

     

    Das Ziel ist es, in Übereinstimmung zu kommen. Dies kann aus dem folgenden Vers geschlossen werden: Sprich: Oh Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns, dass wir nämlich Allah allein dienen und nichts neben ihn stellen und dass nicht die einen von uns die anderen zu Herren annehmen neben Allah. Und so sie den Rücken kehren, so sprechet: Bezeuget, dass wir Gott ergeben sind. (Al-Imran, 64)

     

    Das Ergebnis wird sein, dass wir in diesem Rahmen miteinander zusammenarbeiten, Gutes tun, Frömmigkeit beachten, Sünden und gegenseitige Feindschaft vermeiden

     

    1- Zu all dem Genannten können wir die Existenz eines gerechten Schiedsrichters hinzufügen, auf welchen die folgenden ehrbaren Verse verweisen: Sprich: unser Gott wird uns alle miteinander versammeln, dann wird er gerecht unter uns richten, denn er ist der Richter und Weiseste.

     

    In Hinsicht auf die Annäherung von religiösen Glaubensgruppen und deren Verständigung untereinander, können wir, nach einem kurzen Blick auf den Qur’an schließen, dass der Qur’an einen jeden zu gegenseitigem Verständnis aufgerufen hat und dies nicht nur denjenigen, die Religionen befolgen, sondern allen Menschen, empfiehlt außer denen, die sich auferlegt haben, Unterdrückung auszuüben und nach Streit zu suchen.

     

    Im Islam als einer Religion der Brüderlichkeit, Einheit, Vergebung, Akzeptanz der Prinzipien des Islam und der Toleranz gegenüber der Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich islamischer Rechtssprechung gewinnt gegenseitiges Verstehen noch mehr an Wichtigkeit.

     

    Im Islam haben Muslime gemeinsame Ansichten über die Prinzipien, genauso wie sie gemeinsame Ansichten über eine große Anzahl von Scharia- Gesetzen oder Religionsregeln besitzen, und bei einigen islamischen Systemen, einschließlich des moralischen Systems, Erziehungs- und Handelsordnung , Strafsystem usw. gibt es nur sehr geringe und in einigen Fällen so gut wie keine Unterschiede .

     

    Ja, wenn wir das Reich des Islams und Muslime, die der heilige Qur’an und die ehrbaren Überlieferungen des Propheten alle mit dem Ausdruck „Oh ihr Gläubigen!“ ansprechen, betreten so sehen wir, dass dieses Reich trotz möglicher unterschiedlicher Wege, welche im Verständnis verschiedener islamischer Richtungen existieren mögen, aus derselben Quelle gespeist wird, ein gemeinsames Schicksal und gleichzeitig eine gemeinsame Geschichte und Vergangenheit, die gleichen Interessen und einen gemeinsamen Feind und zudem die gleiche Losung und Orientierung aufweist. In einem solchen Reich gehören gegenseitiges Verstehen und Anpassen zu den ersten und selbstverständlichen Wahrheiten und bedürfen keinerlei Begründung

     

     

    Bestehende Zweifelsfragen

     

    Es werden manchmal gewisse unklare mit Zweifel umgebene Fragen manchmal in guter, manchmal aber auch in schlechter Absicht angeführt:

     

    Diese Zweifelsfälle sind :

     

    1- Es gibt unter den islamischen Richtungen hinsichtlich der Glaubensprinzipien Unterschiede.

     

    2- Die Unterschiede innerhalb der islamischen Richtungen entstehen durch ihre verschiedenen Quellen

     

    3-Jede Seite bezichtigt die andere, neue oder häretische Aspekte einzuführen

     

    4- Die Folge ist, dass jede Seite die andere in Diskussionen und ideologischen Verpflichtungen des Polytheismus beschuldigt

     

    5- Beide Seiten werfen sich gegenseitig Heuchelei und Verschwörung vor

     

    6- Die Ansicht, die Einwilligung in eine Diskussion mit anderen gehe aus dem Zweifel am eigenen religiösen Glauben oder aus indirektem Einverständnis mit der Meinung anderer hervor.

     

    7- Die Ansicht, dass die Annäherung unter den verschiedenen islamischen Richtungen zum Ziel hat, den Leuten eine spezifische Richtung aufzudrängen und weil diese Handlung nichtig ist, ist das Aufrufen der Leute zur Annäherung ebenso nichtig und nicht zu akzeptieren

     

    8- Die Ansicht, dass die Annäherung der verschiedenen religiösen Richtungen den Weg für die Anhänger einer religiösen Denkschule dazu ebnet, dass sie leicht zu einer anderen Richtung übertreten können und die Anhänger der einzelnen Richtungen aus dem Gleichgewicht bringt

     

    9-Die Ansicht, dass Annäherung der verschiedenen religiösen Richtungen ein Deckmantel dafür ist, um andere Glaubensgruppen zu beeinflussen und für entgegen gesetzte Lehren zu werben und Zweifel zu schüren

     

    10- Die Ansicht, dass Annäherung unter den verschiedenen Richtungen eine politische Bewegung ist und nichts mit der Natur der Religion und des Glaubens zu tun hat, was ich persönlich erfahren und worüber ich viel gelesen habe

     

    Wie auch immer, ich bezeuge bei Gott, dem Höchsten, und bei dem was ich in meinem Geist und meinem Herzen habe, dass keine dieser Zweifelsfragen berechtigt sind und es sich um reinen Skeptizismus handelt. Ich bestreite nicht, dass einige Gruppen begonnen haben, sich mit diesen Zweifelsfragen auseinander zu setzen und ihre Haltlosigkeit festzustellen, dennoch fühle ich mich genötigt, auf folgende Punkte hinzuweisen

     

    Erstens: Wie können wir es akzeptieren, dass der Qur’an ein Verständnis unter Muslimen verboten hat, wenn wir sehen, dass er über das Problem der Diskussion mit Polytheisten und Anhängern anderer Religionen spricht?

     

    Zweitens: Es gibt unzählige qur’anische Verse sowie islamische Überlieferungen über das Thema Toleranz als eine positive Eigenschaft für Muslime und über die Qualität ihrer Beziehungen mit- und zueinander.

     

    Drittens: Führer und Gelehrte verschiedener islamischer Richtungen waren es gewohnt, Seite an Seite miteinander zu leben und von einander zu lernen und sind darauf stolz gewesen, einmal Schüler von Gelehrten anderer Richtungen gewesen zu sein.

     

    Niemand unter ihnen bestand darauf, dass nur er Recht habe und über die absolute Wahrheit Bescheid wisse. Obwohl wir einige Anhänger von ihnen sehen, die sogar der Verständigung mit den anderen aus dem Weg gehen.

     

    Viertens: In den 50-iger Jahren begegneten wir in der Al-Azhar einer Bewegung zur Annäherung der religionsrechtlichen Denkschulen , an der hervorragende Persönlichkeiten und Gelehrte teilnahmen. Zu ihnen gehörten:

     

    1- Scheich al-Maraghi

     

    2-Scheich Mustafa Abd-el-Razagh

     

    3- Scheich Ab-el-Majid Salim

     

    4- Scheich Mohammad Schaltut ( Groß-Mufti)

     

    5- Großayatollah Scheich Mohammad Hossein Al-Khashef el- Ghata

     

    6- der große Gelehrte Seyyed Scharaf el Din al-Musawi

     

    7- Großayatollah Seyyed Hassan Boroujerdi

     

    8- der große Gelehrte Hebat-el-Din Schahrestani

     

    9- der ehrenwerte Geitliche Ayatollah Mohammad Taqi Qomi.

     

    All dies sind große sunnitische und schiitische Wissenschaftler, welche die Flagge der Annäherung unter den islamischen Richtungen gehisst hatten und sich in Richtung dieses Ziel bewegten. Ist es möglich zu glauben, dass die erwähnten Zweifelsfragen, von welchen einige tief verwurzelt sind, ihnen verborgen blieben?

     

    Scheich Mohammad El Madani überbrachte die gute Neuigkeit des wertvollen Schrittes, dass an der größten Fakultät der Al-Azhar Universität die Zwölfer-Schia und die zaiditische Rechtssprechung des Schiismus gelehrt wird. Ein anderer Schritt war in jenen Tagen der Versuch, in der Fakultät für Logik und Tradition der Universität Teheran, Iran sunnitische Rechtssprechung als Fach zu integrieren.

     

    Fünftens: Heutzutage hat sich die Annäherung sehr entwickelt und ist von der Öffentlichkeit begrüßt worden. Der beste Beweis hierfür ist die Bemühung der größten Versammlung der Islamischen Rechtssprechung in Jeddah um Bildung eines Zweiges namens „Zweig für die Annäherung unter den verschiedenen islamischen Richtungen“ sowie die Herstellung einer Atmosphäre der Einigkeit und Großzügigkeit die sie auf ihren allgemeinen Gipfelsitzungen geschaffen hat, welches Zeichen einer Übereinstimmung von Quellen und Ansichten verschiedener islamischer Richtungen und auch ein Zeichen dafür ist, dass die verschiedenen Komponenten der islamischen Welt einander willkommen heißen.

     

    In diesem Zusammenhang wurde in der Islamischen Republik Iran das Weltforum für die Annäherung der Islamischen Denkschulen gegründet. In dem hohen Rat dieses Forums sind Gelehrte der verschiedenen Islamischen Glaubensgruppen Mitglied und das Forum hat eine Universität für Islamische Glaubensrichtungen eingerichtet.

     

    Zudem hat die Islamische Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur ISESCO (Islamic Educational, Scientific and Cultural Organization) eine Annäherung unter den verschiedenen islamischen Richtungen zum Ziel bestimmt und hat weltweit diverse Konferenzen und Treffen hinsichtlich dieser Angelegenheit veranstaltet.

     

    Religiöse und wissenschaftliche Zentren in islamischen Ländern, wie zum Beispiel Marokko, Ägypten, Algerien, Jordanien, Syrien, der Libanon, Iran, Pakistan, Sudan, Malaysia und Indonesien haben Konferenzen und Foren mit dem Ziel, die Wichtigkeit der Annäherung der islamischen Richtungen zu betonen, veranstaltet

     

    Sechstens: Wir müssen klären, was wir genau unter „Prinzipien des Islam“ verstehen, damit klar wird, was es bedeutet, wenn wir sagen, dass es keine Unterschiede hinsichtlich der Prinzipien gibt.

     

    Wenn wir die detaillierten Diskussionen über die Abgrenzung des Islams von allem was außerhalb des Islams liegt (ein Muslim sein oder nicht sein) zusammenfassen, indem wir uns auf den Qur’an und die edlen Überlieferungen beziehen, dann werden wir herausfinden, dass die Verse und Überlieferungen bei folgenden Dingen die Grenze zwischen Muslimen und Nicht- Muslimen ziehen:

     

    1- monotheistischer Glaube

    2-Glaube an den Großen Propheten (SAW) und an die Pflicht des Befolgens seiner Lehren

    3-Glaube an den Qur’an, Beachtung seiner Pflichten und Verbote sowie Akzeptanz aller seiner Ansichten und Lehren

    4- Glaube an den Tag der Auferstehung

    5- Glaube an die Tatsache, dass der Islam eine Summe von Regeln ist, welche das individuelle und soziale Verhalten der Menschen organisiert- und deren Ausführung obligatorisch ist

     

    Ich glaube, dass es hinsichtlich dieser Prinzipien zwischen den verschiedenen islamischen Richtungen keinerlei Meinungsverschiedenheit gibt, selbst wenn es im Bezug auf Einzelheiten, eine andere Meinung geben sollte. Diese Einzelheiten schließen Folgendes mit ein

     

    1- Die Attribute Gottes und das Verhältnis dieser Attribute zum Wesen Gottes.

     

    2-sekundäre ideologische Punkte, wie Pflicht und Wahl, Schicksal und göttliche Fügung, Fürbitte und dergleichen

     

    3- Beweis oder Ablehnung bestimmter Überlieferungen sofern es die Quelle oder den Inhalt betrifft, was selbst zu gewissen weiteren Ablehnungen führt

     

    4- Punkte, welche das Imamat und Kalifat betreffen

     

    5- gewisse religiöse Regeln und andere Faktoren.

     

    Nichts desto weniger glauben alle einheitlich daran, dass das , was im Qur’an und den ehrenwerten Überlieferungen des Propheten bewiesen ist, unzweifelhaft zu akzeptieren ist.

     

    Wir müssen darauf hinweisen, dass einige versuchen, andere durch das Erinnern an die Konsequenzen, welche der Glaube an diese oder jene religiöse Regel oder Ansicht habe, aus dem Bereich des Islams hinauszuführen.

     

    Diese Methode ist hier, solange unser Gegenüber diese Konsequenzen nicht akzeptiert, zu verwerfen. Denn wenn er diese Konsequenzen akzeptieren würde, würde es unter der Annahme, dass er an die oben genannten Prinzipien glaubt, notwendig, dass er von dem Glauben an diese Regel oder Ansicht ablässt. Folglich kann man nicht jemanden, mit dem Argument, dass nach unserer Meinung durch eine bestimmte Glaubensansicht und die Akzeptanz eines bestimmten religionsrechtlichen Urteils die elementaren Prinzipien der Religion (oder eines ihrer Prinzipien) verneint werden, vom Islam ausgrenzen, und auf diese Weise für uns selber die Frage des Vorwurfs der Häresie und Vielgötterei lösen.

     

    Siebtens: Es liegt auf der Hand, dass aus der Sicht aller Muslime, die Schrift Gottes und die Sunna des Propheten die religionsrechtlichen Quellen bilden, was selbstverständlich keinen Widerspruch zu den Meinungsunterschieden über das Verhältnis des Korans zur Tradition und in Bezug auf Fragen wie zum Beispiel, ob die Tradition die allgemeinen Gebote des Korans speziell bestimmen darf oder nicht, darstellt , ebenso wenig wie es ein Hindernis für Meinungsunterschiede über die Wege zur Erschließung der Sunna oder Meinungsunterschiede über die Beweisführung anhand von überlieferten Prophetenworten oder letzendlich für Meinungsunterschiede darüber, bildet, ob der Geehrte Prophet (SAW) einige Befehle als Regierender oder als Prophet herausgegeben hat.

     

    Achtens: Uns ist es verboten worden, andere aufgrund ihrer Meinung zu verleumden und bezüglich dieser Zweifel und Skepsis hervorzurufen

     

    Neuntens: Die Bewegung der Annäherung, das ist klar, strebt niemals nach der Verschmelzung und Zerstörung religiöser Richtungen. Diese Bewegung zur Annäherung glaubt, dass auf der einen Seite alle diese religiösen Richtungen Vorratsquelle und Reichtum dieser Umma sind und dass auf der anderen Seite die Idee von einheitlichen religiösen Denkschulen rein imaginär ist.