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    Motahhari – Bannerträger für Weitsicht und Bewusstsein

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    Die Islamische Welt erwacht und es wird in den islamischen Gesellschaften verstärkt das Bedürfnis nach den Gedanken von Persönlichkeiten wie Schahid Motahari verspürt. Vielleicht lässt sich sagen, dass heute die Menschen, die in der Islamischen Welt nach Freiheit , Unabhängigkeit und nach ihrer islamischen Identität streben, ihr Erwachen dem hellen Denken von Gelehrten wie Ostad Morteza Motahhari zu verdanken haben. Am 2. Mai jährt sich wieder der Tag, an dem Morteza Motahhari den Märtyrertod fand. Das war ihm Jahre 1979, als kurz vorher die Islamische Revolution gesiegt hatte. Handlanger der Fremdmächte verübten ein Attentat auf ihn. Der 2. Mai wurde ihm zu Ehren zum Tag des Lehrers ernannt.

     

    Eine Gruppe von Gelehrten verhilft durch ihre Erfindungen den menschlichen Gesellschaften zum technischen Fortschritt und eine andere erleuchtet den Geist und lenkt die Gesellschaft auf diese Weise in Richtung der Vervollkommnung. Ostad Motahhari gehört zu dieser zweiten Gruppe. Seine Werke, Recherchen und Ansprachen über Philosophie, Scholastik, Religionsrecht und gesellschaftliche Fragen zeigen das breite Spektrum seiner Sicht und seines Wissens. Die Antworten die Motahhari auf die Fragen des heutigen Menschen gibt, machen ihn zu einer der großen Persönlichkeiten, die das religiöse Denken revitalisiert haben.

     

    Persönlichkeiten wie er haben sich hohe Ziele gesteckt. Sie wollen die Hindernisse auf dem Weg zur Einheit beseitigen und die Menschen im Rahmen des Islams zu der materiellen und immateriellen Vollendung hinführen. Motahhari dachte dynamisch, hatte die Ausdehnung der Islamischen Bewegungen zum Ziel und war einer ihrer Wegbereiter, dabei wusste er, dass jene Denker, die den anderen voraus sind und Bewegung und Veränderung wollen, es schwerer haben.

     

    Motahhari hat , um das islamische Denken wiederzubeleben und dem matten Corpus der Muslimengemeinde neues Leben einzuhauchen als erstes nach den Gründen für den Rückgang des religiösen Geistes gesucht. In seinem Buch Ursachen der Hinwendung zum Materialismus führte er die Hauptgründe für den Materialismus im Westen an. Damit will er den westhörigen Intellektuellen und den vom Äußerlichen der westlichen Zivilisation geblendeten Muslimen nahebringen, dass man im Westen das religiöse Denken beiseite gelassen hat und das Christentum für Opium hielt, was jedoch nie auf den Islam zutrifft, welcher die Religion des Lebens und der Entwicklung ist und alle zur Dynamik aufruft.

    Schahid Motahhari sagt: „Der Islam spricht immer vom Leben und er lädt in Wahrheit zu einem Leben, angefüllt mit Wissen und Kraft, ein. Wenn im Koran Gott der Höchsterhabene der Lebendige genannt wird, bedeutet dies nicht, dass Gott Herz, Blut, Adern und Haut hat, sondern Gott wird deshalb der Lebendige genannt, weil er der Absolut Wissende ist. Das Konzept des Islams bedeutet Wissen, Stärke, Bewusstsein und Bewegung.“

     

    Im Zusammenhang mit der Wiederbelebung des religiösen Denkens hat Ostad Motahhari gesagt, dass der Islam unter den Muslimen sowohl existiert als auch nicht existiert. Unter den Muslimen gibt es die Bräuche des Islams wie den Gebetsaufruf, der tägliche Gebetsdienst und die Gebote, aber der Geist des Islams ist in den islamischen Gesellschaften gestorben. Und daher spricht Ostad Motahhari von der Islamischen Revitalisierung und betont in seinen Schriften und Ansprachen für Universität und das Theologisches Zentrum, dass die Wiederbelebung des Islams aufgrund von Weisheit und Bewusstsein erfolgen muss. Ein Punkt im islamischen Denken besagt, dass unser Denken in unserem Tun in Erscheinung treten soll und wir begreifen, dass der Islam die Religion des Handelns und der Entwicklung ist. In seinem Buch 10 Goftar (10 Worte) schreibt er: „Wir müssen die Wiederbeleber der Religion sein und die Religion ist ebenso unser Wiederbeleber, d.h. wir müssen das Mittel zum Leben (die Religion) am Leben erhalten. Sie ist wie das Wasser für unser körperliches Leben Lebensspender. Aber wir müssen dieses Wasser sauber halten und frei von jeder Verschmutzung.“ Motahhari sagt weiter: „ Etwas, worauf die Gelehrten auf der Welt heute zählen, ist die lebendige Existenz des Islams in der Praxis, d.h. heute nimmt der Islam auf allen Kontinenten zu, in Asien, Afrika, Amerika, Europa und sogar in Australien. … Vielleicht haben sie in den Artikeln aus dem Ausland, von denen nun viele Zeitungen eine Übersetzung herausbringen, gelesen, dass man sich die Frage stellt, wieso sich der Islam in Amerika, insbesondere unter den Schwachgehaltenen, von alleine ausbreitet und man dies nicht verhindern kann. Sie wissen, dass in Europa der Islam sogar unter den Wissenschaftlern und den Professoren und Doktoren zunimmt. In Afrika machen sich die christlichen Missionare mit einem Riesenbudget, Organisationen und einem festen Plan ans Werk, aber sie haben keinen Erfolg. Der Islam geht von selber von einer Person auf eine andere über und von dieser wieder auf eine andere und wächst ständig weiter. Dort allerdings, wo das religiöse Denken tot ist – in den islamischen Ländern nämlich – dort ist es notwendig das Thema Wiederbelebung des religiösen Denkens zu erörtern. Da muss man von neuem Bewegung auslösen. Sie besitzen religiöses Denken, aber in einem halbwachen Zustand, in einem Zustand halbtot – halblebendig.“

     

    Ostad Motahari ruft in seinem Buch 10 Worte zum Nachdenken auf und schreibt: „Einer der Grundsätze der Lehren des Heiligen Korans ist die Aufforderung zum Denken. Nachdenken über die Geschöpfe Gottes zwecks Aufdeckung der Geheimnisse der Schöpfung; Nachdenken über den eigenen Zustand und das eigene Handeln, um die Pflichten richtig zu erfüllen; Nachdenken über die Geschichte und das Leben der Menschen. Denken gilt als großes Kapital und großer Schatzspeicher für den Geist des Menschen.

    Für den Islam ist der wichtigste Eckpfeiler die Einheit Gottes. Der Glaube an die Einheit Gottes (Towhid), ist das höchste Denken, welches der Mensch erreicht hat. Es wird aber abgelehnt, dass jemand dieses Prinzip einfach übernimmt und es heißt, dass der Annahme dieses Grundsatzes Nachdenken und Nachforschung vorausgehen müssen. In Wahrheit führt Wissen zum Denken. Denn ohne Wissen und Kenntnisse nützt Denken nichts. …“

    Motahhari sagt weiter: „Wenn der Islam den Wissenserwerb empfiehlt, so deshalb, um auf das richtige religiöse Denken vorzubereiten…“

     

    Dieser zeitgenössische Denker hat unermüdlich gegen Fälschungen und Aberglauben, welche die Menschen von den Sitten des Islams trennen, gekämpft. Er hat mit seiner logischen Beweisführung und unter Beibehaltung von Höflichkeit und Respekt die Formen der Unwissenheit kritisiert und die Wahrheiten beschrieben. Zur Herstellung einer offenen wissenschaftlichen Atmosphäre und Herauskristallisierung des wahren Islambildes machte er auf die Unvergänglichkeit der Religion und die Vitalität der islamischen Gesetze aufmerksam. Er machte klar, dass die Religion von Natur aus im Wesen des Menschen liegt und auf einmalige Weise seine Bedürfnisse stillt.

     

    Schahid Motahhari hat sein Leben optimal genutzt und hat über die verschiedensten Probleme erst tief nachgedacht und sich dann geäußert. Eines seiner wichtigsten Werke trägt den Titel Die Grundlagen der Philosophie und die Methodik des Realismus. In diesem fünfbändigen Werk erläutert Motahhari die Scholastik des verstorbenen großen Korankommentators Alameh Tabatabai und fügt selber neue Gedanken hinzu. Ein anderes wichtiges Werk ist das Buch Die Rechte der Frau im Islam, in dem er die optimale Stellung der Frau im Islam darlegt.

    Motahhari zeichnete sich auch durch seine große Verbundenheit zu Gott aus. Er pflegte das zusätzliche Ritalgebet in der Nacht und vertiefte sich täglich in den Koran. Dies verhalf ihm neben seinem hohen Wissen zu seinem Rang.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitraege/item/147554-motahhari-bannertr%C3%A4ger-f%C3%BCr-weitsicht-und-bewusstsein