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    Muslimisches Seelsorgeprojekt

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    Das „Mannheimer Institut für Integration und interreligiösen Dialog“ leistet eine wichtige Arbeit für alle Muslime in Deutschland, in dem es muslimische Seelsorger ausbildet. Die Zahl der Seelsorger nimmt zu und der Bedarf ist groß.

     

    In Deutschland nimmt die Zahl von qualifizierten Seelsorgern zu. Immer mehr Seelsorger haben dabei auch einen muslimischen Hintergrund. Dies liegt auch an dem wachsenden Bedarf für Seelsorger in den Krankenhäusern. Denn muslimische Patienten sind heute keine Seltenheit, angesichts von über 4 Millionen Muslimen in Deutschland. Hier gilt es nicht nur auf sprachliche und kulturelle Hintergründe zu achten, sondern auch auf religiöse Bedürfnisse.

     

    Muslimische Seelsorger sind dabei oft eine Brücke zwischen den Kulturen. Die Distanz zwischen Gläubigen ist meist einfacher zu überbrücken, wenn es sich bei den Seelsorgern und Patienten um Muslime handelt. Der gleiche Glaube hilft zudem das Leid zu lindern, da man das gleiche Verständnis von Krankheit als Prüfung Gottes besitzt.

     

    Arbeit weit über Mannheim hinaus

     

    Einen Beitrag bei dieser wichtigen Arbeit leistet das „Mannheimer Institut für Integration und interreligiösen Dialog“. Hier werden muslimische Seelsorger ausgebildet und qualifiziert. Das Institut trägt dazu bei, dass auch Muslime in den Krankenhäusern von professionellen Seelsorgern betreut werden können – weit über die Region Mannheim hinaus.

     

    Seit eineinhalb Jahren sind die jüngsten Absolventen des Instituts und der Seelsorgeausbildung in 21 Krankenhäusern, Kliniken und psychiatrischen Zentren in der Metropolregion Rhein-Neckar tätig. Weitere Absolventen werden derzeit in einem Projekt für die Region Oberschwaben/Bodensee ausgebildet. Sie sollen ab Herbst 2014 die ehrenamtliche Seelsorgebetreuung in 19 Krankenhäusern, Kliniken und psychiatrischen Zentren in den Regionen Biberach, Albstadt bis hinunter zum Bodensee aufnehmen. In den nächsten drei Jahren sollen insgesamt 170 muslimische Seelsorger ausgebildet und Dienstbereit sein.

     

    Unterstützt wird das Mannheimer Institut dabei vom Ministerium für Integration in Baden-Württemberg. Diese fördert die Vorarbeiten in diesen Regionen und sichert beispielsweise die begleitenden Fortbildungsmaßnahmen in den nächsten drei Jahren. Damit unterstützt das Ministerium auch die Nachhaltigkeit der Initiative.

     

    Muslimische Seelsorge etabliert sich

     

    Aus der Sicht des Instituts, dass am 14. Dezember 2013 zu einer Jahrestagung für Seelsorger einlud, bei der die Integrationsministerin des Landes, Frau Bilkay Öney (SPD) ein Grußwort sprach, und zahlreiche Seelsorger aus dem gesamten Bundesgebiet auch ihre Erfahrungen austauschen konnten, etabliert sich die islamische Krankenhausseelsorge in Deutschland immer mehr. Gleichzeitig sei erkennbar, dass in den benachbarten Seelsorgebereichen Notfall- und Gefängnisseelsorge ebenfalls Bedarf bestehe. Deshalb werde das Mannheimer Institut im ersten Halbjahr 2014 den bereits aktiven Seelsorgerinnen und Seelsorgern eine Zusatzausbildung „Islamische Gefängnisseelsorge“ anbieten.

     

    Die Menschen zeigen sich laut Initiative oftmals überrascht vom Besuch am Krankenbett und wüssten nicht, dass es bereits qualifizierte islamische Seelsorger gibt. Sie freuen sich, über ihre Sorgen und Nöte sowie über ihre Glaubensfragen sprechen zu können. Muslime folgten bei der Seelsorge auch dem Gebot des Korans, Kranke persönlich aufzusuchen und ihnen beizustehen, erklärt das Institut.

     

    Die in Baden-Württemberg bislang aktiven islamischen Seelsorgerinnen und Seelsorger würden zudem von Ärzten und Pflegekräften gut angenommen und unterstützten diese bei Untersuchungen und bei der Pflege von muslimischen Patienten. Dabei gehe es meist um kultur- und religionsspezifische Hinweise, zum Beispiel wenn es um die Einnahme von Medikamenten oder um ethische Fragen geht.

     

    Quelle: islamiq. de