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    Opfer in verschiedenen Religionen

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    Die hohe Bedeutung des Opfers und der damit verbundenen Absicht wird dadurch deutlich, dass die gesamte Menschheitsgeschichte nach Adam mit den Opfern von Abel und Kain beginnt,
    wobei das eine Opfer angenommen wird und das andere nicht. (Eslam.de)

     

    Opferhandlungen finden sich bei fast allen Kulturen der Menschheit.

    Allgemein beinhaltet ein Opfer , ob nun seitens Heiden oder Monotheisten, das Darbringen von Gütern jeglicher Art, die dem Menschen kostbar sind, und damit an eine übermenschliche Macht übereignet werden. Als diese Macht wurden in der Geschichte Ahnen, Geister, Götter oder auch der Eine Gott betrachtet.

    Bestimmte Religionen kannten die Opferung von Früchten, die wie das geschlachtete Opfer zuweilen verbrannt oder aber ganz oder teilweise gegessen wurden, zuweilen auch in den Besitz der Priesterschaft übergingen. Beim Trankopfer wurde Wein oder ähnliches vergossen. Darüber hinaus gibt es auch duftende Weihrauchopfer, bei denen Räucherwerk wie Weihrauch und Myrrhe dargebracht wird.

    Tieropfer finden sich vor allem in sesshaften Agrarkulturen mit Viehzucht. Zur Opferpraxis vieler antiker heidnischer Kulturen zählte oft auch das Menschenopfer, insbesondere das des Erstgeborenen.

     

    Opfer im Hinduismus

     

    Älterer Hinduismus

     

    In der vedischen Zeit (ab 1200 v.Chr.) war das Opfer die wichtigste religiöse Zeremonie. Im Rigveda heißt es: „das Opfer ist der Nabel der Welt“. Ein vedisches Opfer bestand aus dem Feueropfer von Getreide, Milch, Butter etc. und Somasaft auf einem Altar. Man glaubte, dass durch Opfer materieller und geistiger Wohlstand erreicht werden könne. Nach dem Purusha-Sukta „ist die Schöpfung aus dem Selbstopfer des Urriesen Purusha entstanden“, das die Menschen nun immer wieder wiederholen müssen, damit die Welt bestehen bleibt.

    Zur Zeit der Brahmanas (800 v.Chr. – 500 v.Chr.) wurde größter Wert auf die korrekte Durchführung des Opfers gelegt. Zu diesem Zwecke wurde eine umfangreiche Ritualliteratur, eben die Brahmanas erstellt. Die exponierte Stellung der Brahmanen entstand in dieser Zeit. Die komplizierten Riten erforderten drei Priester, den Rezitierenden (Hotri), den Sänger (Udgatri) und den Opfernden (Adhvaryu). Die innere Haltung spielte keine Rolle, die Wirksamkeit des Opfers sah man durch die minutiöse Einhaltung der Regeln gewährleistet. Man glaubte, der „betreffende Gott“ müsse bei Beachtung der rituellen Vorschriften das Erbetene gewähren.

    In der Upanishaden-Zeit (700 v.Chr. – 200 v.Chr.) kamen Zweifel am Opfer auf, vor allem an dessen mechanischer Ausführung. In der Katha-Upanishad sagt der Knabe Nachiketas: „Freudlos sind sicher die Welten, in die derjenige gelangt, der Kühe als Geschenk, die nicht mehr trinken, essen, Milch geben und Kälber zur Welt bringen können“. Sein Vater hatte in Hoffnung auf Belohnung das Vishvajit-Opfer vollzogen, bei dem er seinen ganzen Besitz an Brahmanen weggeben hatte. Der Vater war sehr erbost über die freche Bemerkung seines Sohnes und schickt ihn zum Todesgott Yama. Dieser lehrte Nachiketas, dass die Seele (Atman) unsterblich sei. Diese metaphysischen und philosophischen Spekulationen drängten die pure Opferritualistik immer mehr in den Hintergrund.

     

    Neuerer Hinduismus

     

    Durch das Aufkommen des Bhakti Yoga, das die liebende Hingabe an einen persönlichen Gott in den Vordergrund stellte, verlor das Opfer weiter an Bedeutung. In der religösen Praxis hat es sich in Form von Tempelspenden jedoch erhalten. Beeindruckend sind große Pilgerzentren wie Tirumala Tirupati, wo sich die vielen kleinen Geld- und sonstigen Spenden der zahlreichen Pilger zu beachtlichen Spendenaufkommen summieren. Auch Blütenopfer vor einen Götterbild oder Haarspenden (im Zusammenhang mit Gelübden) zeugen davon, dass diese Tradition durchaus weiterlebt.

     

    Opfer im Buddhismus

     

    Ein häufiges Ritual, was in Tempeln abgehalten wird, ist die Puja, eine Andacht zu Ehren Buddhas. Es werden zwar Rauch, Blumen, Speisen und dergleichen geopfert, aber Buddha lehnt (große) Opfer als sinnlos ab. Insofern ist die Verdienstübertragung zu verstehen, bei der man durch gute Werke (zum Beispiel Beschenken von Mönchen) Verdienste erwirbt, die sich auf das eigene Glück auswirken sollen. Hier steht der Gedanke des Karma in Vordergrund. Dem kundigen Buddhisten ist allerdings klar, dass er durch diese Praxis kein Nirwana erreichen kann. Ein weiterer Aspekt des Opfers im Buddhismus ist das Üben von Freigiebigkeit. Diese ist eine der sechs Handlungen eines Bodhisattvas (Paramitas), die letztendlich zur Erleuchtung führen. Das Darbringen von äußeren und inneren Objekten ist hier Teil eines Geistestrainings.

     

    Opfer gemäss Juden- und Christentum

     

    Altes Testament

     

    Von Abraham berichtet das Alte Testament der Bibel, Gott habe zwar prinzipiell von ihm auch die Opferung des Sohnes Isaak verlangt (Menschenopfer waren aus [heidnischen] Nachbarreligionen bekannt), jedoch den Ersatz durch ein Opfertier angeordnet. Im Judentum wurden zur Zeit Jesu die Tieropfer zentral im Tempel von Jerusalem vollzogen. Diese wurden durch Schlachtung dargebracht.

    Schon das Alte Testament kennt auch geistige Opfer, so etwa in Psalm 51,19: Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist – ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen. Die Propheten kritisierten, wenn aus Scheinheiligkeit Opfer dargebracht wurden.

     

    Neues Testament

     

    Das Christentum hat   das Opfer für Gott Form erheblich in Frage gestellt. Die Kirche verbreitete die Ansicht, dass Gott sich selber in Jesus Christus durch „seine Menschwerdung“ bis hin zur letzten Konsequenz des Kreuzestodes als letztes und endgültiges Opfer dargebracht hat, d.h. dass sich also nicht mehr der Mensch opfert sondern sich umgekehrt „Gott aus Liebe dem Menschen hingibt“. Diese Hingabe wird für die Christen deutlich in den Worten des Abendmahls: Das ist mein Leib/mein Blut für euch.

     

    Das Opfer im Islam

     

    Im Islam ist das Opfer eine gottesdienstliche Handlung und besteht i.d.R. im Darbringen eines wertvollen Guts an Gott. Da Gott allerdings jenes geopferten Guts nicht bedarf, wird es stellvertretend an Familie, Nachbarn und Bedürftige übergeben. Ein Opfer muss aber nicht materieller Art sein. Eslam.de

    Zu den ideellen Opfern gehört zum Beispiel freiwilliges Fasten außerhalb der islamischen Fastenzeit (Ramadan). Neben dem Tieropfer werden auch andere materielle Opfer dargebracht. Hierzu zählen die freiwillige Armenspende (Ṣadaqa), sowie das Spenden von Geld und Ausstattungsgegenständen für Grabstätten. Als entscheidend gilt nicht die Größe des Opfers, sondern die Aufrichtigkeit, mit der es dargebracht wird. Wikipedia

    Der entscheidende Charakter des Opfers besteht darin, dass sich der Mensch von etwas Geliebten freiwillig trennt, um damit die Liebe zu Gott zu steigern, da sich sonst jene Liebe zu Materiellem zu einem Hindernis für die Liebe zu Gott entwickeln kann. Als bekanntestes Opfer im Islam gilt das Fleischopfer eines Opfertieres in Anlehnung an das Opferfest [id-ul-adha] und in Gedenken an Abraham (a.) und Ismael (a.). [Gemäß dem Koran sollte Abraham auf Anweisung Gottes seinen Sohn Ismael (und nicht Isaac) opfern].

    Während das Opfern als Bestandteil der Pilgerfahrt [hadsch] zu den religiösen Verpflichtungen [wadschib] gehört, erfolgt es ansonsten freiwillig. Der Charakter des Opfers kann dabei sehr unterschiedlich sein, wie z.B. ein Opfer aus Dankbarkeit, [zum Beispiel für den erstgeborenen Sohn, der als großes Geschenk gilt]   für ein Gelübde [nadhr], zur Untermauerung eines Bittgebets oder zur Lobpreisung [oder am Todestag eines Verstorbenen, um ein gutes Werk an seiner Stelle zu tun]. Eslam.de

    Im Sufismus werden an den Grabstätten oder sonstigen Verehrungsplätzen von Heiligen ganzjährig kleinere Opfer zum Dank oder mit der Bitte um Beistand dargebracht. Jeder Heilige hat einen Jahrestag, an dem sein Grab zu einem Pilgerziel werden kann. In manchen Gegenden werden auch Tieropfer an diesem Tag durchgeführt.wikipedia

    Die Ereignisse um Abraham (a.) und Ismael (a.) zum Opferfest [id-ul-adha] sind im Heiligen Qur’an in den Versen ab 37:100 beschrieben. Darin heißt es dann, dass die Opferbereitschaft Abrahams (a.) „eingelöst“ würde durch ein gewaltiges bzw. sehr großes Opfer [zabtin athiym] (vgl. 37:107). Daher argumentieren Ausleger [mufassir] der Dschafariten, dass es sich bei dem Opfer um etwas „größeres“ gehandelt haben muss als Ismael (a.), so dass ein Tier nicht gemeint sein kann. Manche verweise darauf, dass Abraham (a.) bereits Kenntnis von Aschura erhalten hat, dessen genau einen Monat im Anschluss, also am 10. Muharram, gedacht wird.

     

    Zusammengestellt aus wikipedia / eslam.de

     

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    Quelle: http://www.taqrib.info/germany/index.php?option=com_content&view=article&id=194:opfer-in-verschiedenen-religionen&catid=68:andere-themen&Itemid=137