islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Optimismus und Angst, Hoffnung und Ehrfurcht

    Optimismus und Angst, Hoffnung und Ehrfurcht

    Rate this post

     

    Die Hoffnung ist ein Zustand, der den Menschen zum Handeln ermutigt, während Furcht durch drohende Gefahren ausgelöst wird.Hoffnung auf einen Vorteil oder Angst vor einem Schaden sind natürliche Handlungsmotive. In Wahrheit wirken Hoffnung und Furcht wie ein Antriebsmotor.

     

    Martin Seligman Dozent für Psychologie an der US-Universität Pensylvania ist der Ansicht, dass sich die Psychologie im 20. Jahrhundert vornehmlich mit den seelischen Störungen wie Stress, Depression, Resignation auseinandergesetzt und die positiven Gefühlsregungen des Menschen vernachlässigt hat.

    Seiner Meinung nach besitzt der Mensch eine positive und eine negative Seite und ist es an der Zeit, dass die positiven Aspekte im menschlichen Wesen und, neben den Erkrankungen, auch die Stärken und Fähigkeiten des Menschen Beachtung finden.

    Im Menschen sollte wieder Hoffnung erweckt werden.

     

    Viele Psychologen vertreten jedoch die Ansicht dass Furcht und Hoffnung gemeinsam dem Menschen im Leben helfen. Sie sagen, man könne ein erfülltes Leben führen, wenn man mit der Vergangenheit zufrieden ist und auf die Zukunft hofft. Die Furcht ist ein Faktor, der Schäden in der laufend entstehenden Vergangenheit verhütet.

    Der Mensch benötigt einerseits die Hoffnung, um sich im Leben um etwas zu bemühen. Es motiviert und stimmt ihn fröhlich, wenn er zukunftsfroh denkt. Natürlich ist eine wahre Hoffnung etwas anderes als irreales Träumen. Irrealistische Träumereien haben Schaden und Enttäuschung zur Folge.

     

    Durch einige philosophischen Denkweisen wird dem Menschen Hoffnung eingeflößt und durch andere wird ihnen die Hoffnung genommen, weil das Leben als sinn- und ziellos dargestellt wird. Die Philosophie entspringt jedoch dem begrenzten menschlichen Geiste. Wenn sie Hoffnung macht oder die Hoffnung schwächt, so aufgrund ihrer unvollständigen Vorstellung von der Zukunft .

    Doch die Himmelsreligion Islam übermittelt eine Hoffnung anderer Art. Sie verspricht ein gutes Leben durch Glauben, Gottesfürchtigkeit und Redlichkeit.

     

    Gott will, dass diejenigen, die Seinen Weg gehen, Rettung finden, und setzt dabei voraus, dass sie sich auch vor Seiner Strafe fürchten.

    Der Mensch ist gemäß Koran nicht durch reinen Zufall auf diese Welt gekommen. Gott ist auf dieser Welt allgegenwärtig und Ihm entgeht nicht das geringste an guten und schlechten Taten. Alle Taten werden bei Ihm registriert.

    Wenn also die Hoffnung auf Gotterkenntnis aufbaut, wird der Mensch seinen guten menschlichen Werken die Absicht zugrundelegen, eine bessere Gesellschaft herzustellen und selber das jenseitige Glücke zu erreichen.

    Unterdessen handelt er sich Übel und einen schlechten Ausgang in der Ewigkeit ein, wenn er seine Hoffnung auf Gott aufgibt.

     

    Im Koran werden zahlreiche Beispiele für Furcht und Hoffnung angeführt. In der Sure 12, Sure Yusuf heißt es, dass Prophet Josef (Yusuf a.s.) nach seiner Rettung aus dem Brunnen dank seiner Hoffnung auf den Beistand Gottes, seiner Ausdauer und Standhaftigkeit eine hohe Stellung in Ägypten erreichte. Prophet Josef a.s. übte gegenüber den unrechtmäßigen Wünschen der Gemahlin des Potifar Sulaika, Selbstbeherrschung, weil er Gott fürchtete, und deshalb verlieh Gott ihm seinen hohen Rang .

    Wer die Hoffnung auf die Barmherzigkeit Gottes aufgibt, hat gemäß Koran eine große Sünde begangen. Aber wer umgekehrt auf Gott vertraut wird letztendlich der wahre Sieger sein. Gibt jemand jedoch die Hoffnung auf Gottes Hilfe auf, wird er Schaden erleiden.

     

    Der Koran beschreibt den Menschen als ein Wesen, das gleichtzeitig Hoffnung und Furcht hegt. Nimmt die Angst Überhand, verliert er die Hoffnung auf die Zukunft und falls er umgekehrt zu große Hoffnung besitzt, wird er ungehemmt und maßlos.

    Die Furcht vor der göttlichen Strafe ist ein wertvoller Faktor. Sie veranlasst den Menschen, an seinem Charakter zu arbeiten und darauf aufbauend kann er auch auf die Zukunft hoffen.

    Gott verheißt im Koran Vergebung und Barmherzigkeit und beschreibt, wie der Mensch seine Hoffnung steigern kann. Zum Beispiel wird die Hoffnung in die Zukunft gesteigert, wenn sich der Mensch Gott nahe fühlt.

     

    In den Versen 8 bis 10 der Sure Muzzammil (Sure 73 ) heißt es:

    „So gedenke des Namens deines Herrn und weihe dich Ihm ausschließlich.

    Herr des Ostens und des Westens – es gibt keinen Gott außer Ihm; drum nimm Ihn zum Beschützer.

    Und ertrage in Geduld alles, was sie reden;“

     

    Der Koran muntert den Menschen zu würdigen Taten auf. Durch den Koran wird dem Menschen Hoffnung auf die Begegnung mit Gott verliehen und ihm wird gesagt, dass er nur das Wohlwollen Gottes und seine reichen Belohnungen erhalten kann, wenn er rechtschaffen handelt und ausschließlich Gott dient. Es heißt im Vers 110 der Sure Kahf, Sure 18:

    „Möge denn der, der auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, gute Werke tun und keinen andern einbeziehen in den Dienst an seinem Herrn

    Diejenigen die aufgrund dieser Denkweise hoffen, sind um rechtschaffenes Handeln und Denken bemüht, damit sie mit Zuversicht und geläutert zu Gott zurückkehren können.

     

    Furcht und Hoffnung sind Eigenschaften die zur menschlichen Natur gehören. Es gibt niemanden, der sich nicht vor irgendetwas fürchten oder auf irgendetwas hoffen würde. Bei einigen sind diese Eigenschaften stärker, bei anderen weniger stark ausgeprägt. Imam Sadiq a.s. hat gesagt:

    „Es gibt keinen Gläubigen, der nicht zwei Lichter in seinem Herzen hätte: das Licht der Hoffnung und das Licht der Furcht. Würden beide Lichter gemessen, so wäre keines von beiden größer als das andere. „

     

    Die Furcht wird durch das Nachdenken über die Macht und Größe Gottes und durch den Gedanken an die Bestrafung der Sünder, Ungläubigen, Heuchler und Frevler erzielt.

    Hierbei fürchtet sich also der Mensch in Wirklichkeit vor den Folgen seiner Sünden und nicht vor Gott.

    Unterdessen geht das Hoffen aus dem Nachdenken über die Segnungen, die Gott seinen rechtschaffenen Dienern auf der Welt bzw. im Jenseits zukommen lässt, hervor: Segnungen wie Wissen, Befugnisse, Nachkommen, Besitz und Gesundheit, aber auch jenseitige Segnungen wie Gottes Vergebung, den Rang eines Fürbitters und Zeugens und das wunderbare Paradies.

     

    Hoffen und Fürchten gehören in Wahrheit zusammen. Die Furcht und das Hoffen angesichts der Allmacht des Herrn müssen gleichgroß sein. Gemäß Koranversen und Überlieferungen ist die Furcht vor Gott ohne Hoffnung auf Seine Barmherzigkeit genauso wenig zulässig wie die Hoffnung auf Ihn ohne Ehrfurcht und Respekt. Ersteres würde bedeuten, dass der Mensch nicht mehr in die Allbarmherzigkeit Gottes vertraut und zweiteres hieße, dass er sich bei Ungehorsam vor Gott sicher fühlen würde.

     

    Die Menschen veredelnde Lehre des Islams lenkt Hoffnung und Furcht in die richtigen Bahnen. Der Islam mahnt zu einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Furcht und Hoffnung . Er möchte, dass der Mensch Respekt vor Gott empfindet und sich vor den diesseitigen jenseitigen Strafen Gottes fürchtet und zugleich auf Gottes Barmherzigkeit insbesondere auf seine Gnaden im Jenseits hofft.

     

    In diesem Zusammenhang sind Furcht und Hoffnung für den Menschen von Vorteil. Dies findet aber in anderen Schulen, die den Menschen erziehen wollen, weniger Beachtung, weil diese in der Hauptsache ihr Augenmerk auf das weltliche Leben und die materiellen Möglichkeiten richten.

    Sie beziehen Gott und das Jenseits nicht in ihren Optimismus ein und nutzen Hoffnung und Furcht nicht als Mittel zur Erreichung der kostbaren und eigentlichen Essenz des Menschen, nämlich der Spiritualität.

     

    Die Gottesfreunde fürchten jedoch den Jüngsten Tag. In den Überlieferungen des Propheten (s) und der Edlen (as) aus seinem Hause heißt es : Die Gottesfurcht ist der Wächter des Herzens und die Hoffnung ist der Heiler des Ichs. Wer Gott kennt, der fürchtet Ihn und hofft auf Ihn.

    Wir sollten also auf Gott hoffen, aber nicht so sehr, dass wir es wagen zu sündigen. Und wir sollten uns vor Gott fürchten, aber nicht so sehr, dass wir nicht mehr auf Seine Barmherzigkeit hoffen.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/weltbild-des-islams/item/250192-optimismus-und-angst-hoffnung-und-ehrfurcht

    Schlagwörter: , , , , , ,