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    Ramadhan: Monat der Umkehr und der Suche nach Vergebung

    • Dr. Mohammad Razavi Rad
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    Der Prophet Muhammad sprach:

     

    فِي أَيَّامِ دَهْرِكُمْ نَفَحاتٌ أَلاَ فَتَعَرَّضُوا لَهَا

     

    “In euren Tagen werdet ihr Stürmböen ausgesetzt sein. Also stellt euch ihnen entgegen!”

     

    Die Lebensumstände und das Befinden des Menschen sind nicht immer gleich. Zeitweise fühlt man sich dem Guten und Rechten hingezogen; den “erhabenen, menschlichen Eigenschaften” und allem, was sich der wahren Identität des Menschen, der Menschlichkeit und dem göttlichen Vorzug anschickt. Zeitweise jedoch empfindet man Stagnation, Resignation, Unsicherheit, Ratlosigkeit, Widrigkeiten und Verzweiflung; all jene Dinge, die sich der wahren Identität des Menschen überhaupt nicht anschicken und ganz im Kontrast zu göttlichem Vorzug stehen. Der erste Umstand wird von den Gnostikern als konstruktive Zustände und der zweite als destruktive Zustände bezeichnet.

     

    Dieselben legen dem Menschen derweil ans Herz, unbedingt und unverzüglich aus dem ersten Umstand Vorteil zu schöpfen. Denn es geschieht nicht häufig, dass sich beim Menschen dieser Umstand des “Sich-Öffnens” einstellt, in dem er sein seelisches Befinden komplett zum Guten verändern und das Wohlgefallen Gottes erlangen kann.

     

    Ganz außer Frage steht, dass der Monat Ramadan die beste Gelegenheit dafür ist. Denn in diesem Monat sendet Gott, Der Allbarmherzige, spirituellen Segen und göttliche Gunst auf alle Menschen herab, damit jeder, der sich dieser Überschüttung öffnet und zuwendet, davon profitieren kann. Dieser heilige Monat ist die beste Gelegenheit für uns alle, von ihm zu profitieren, ihn mit offenen Armen in Empfang zu nehmen und unsere von allerlei Krankheiten geplagten Seelen zu heilen.

     

    Die koranischen Verse und Überlieferungen der prophetischen Worte geben uns zu verstehen, dass das Tor der Reue und Umkehr im Monat Ramadan für alle geöffnet ist. Ja, es ist ein Monat, in dem wir als Gäste Gottes geladen sind. Können wir eine solche Einladung ablehnen? Es ist der Monat des Fastens, der dem Menschen die Stärke verleiht, mehr Ehrfurcht vor Gott zu gewinnen, weshalb Dieser im heiligen Koran auch sagt:

     

     

    يَا أَيُّهَا الَّذِينَ آمَنُوا كُتِبَ عَلَيْكُمُ الصِّيَامُ كَمَا كُتِبَ عَلَى الَّذِينَ مِنْ قَبْلِكُمْ لَعَلَّكُمْ تَتَّقُون

     

    “O die ihr gläubig seid! Vorgeschrieben ist euch das Fasten, genauso wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch da waren, damit ihr fromm seid.”

    [Sure al-Baqara (2), Vers 183]

     

    Und mehr noch, verspricht uns Gott in diesem Monat Seine Nähe zu uns und unsere Nähe zu Ihm, wie es in einer heiligen Tradition lautet:

     

     

    اَلصَّومُ لي وَأَنَا أُجْزَى بِهِ

     

    “Das Fasten ist für Mich. Und Ich bin der Lohn dafür.”

     

    So sind also alle Vorbereitungen dafür getroffen, dass wir uns unserer menschlichen Wirklichkeit und Gott nähern können. Und vielleicht fragt an dieser Stelle jemand: Wie können wir unsere Unzulänglichkeiten korrigieren oder beseitigen?

     

    Nun, wir sagten ja bereits, dass Gott dem Menschen das Tor zur Umkehr in diesem Monat geöffnet hat. Dies ist der sicherste Beweis dafür, dass der Mensch, so wie er ist, die Qualifikation dafür besitzt, das Erbarmen der Wahrheit auf sich zu lenken und die Öffnung der Tore göttlicher Vergebung zu erwirken. Offenbart er also Gott seine Reue und nimmt Abstand von seinen Untaten, und fasst er den Vorsatz, seine früheren Vergehen wieder gut zu machen, bewirkt dies alles, dass die bösen Taten durch gute ersetzt und die Finsternis in Licht verwandelt wird. Der Erhabene spricht:

     

     

    إَلاَّ مَنْ تَابَ وَآمَنَ وَعَمِلَ عَمَلاً صَالِحًا فَأُوْلَئِكَ يُبَدِّلُ اللهُ سَيِّئَاتِهِمْ حَسَنَاتٍ وَكَانَ اللهُ غَفُورًا رَحِيمًا

     

    “Ausgenommen ist jemand, der umkehrt und glaubt und rechtschaffene Taten vollbringt; Jenen, die so sind, wird Gott ihre Missetaten durch gute Taten ersetzen; und Gott ist gewiss immer vergebend und allbarmherzig.”

    [Sure al-Furqan (25), Vers 70]

     

    Es ist auch bekannt, dass es unter keinen Umständen zu rechtfertigen ist, die Hoffnung auf die Vergebung Gottes aufzugeben. Ebenso destruktiv ist ständiges und unabänderliches Schuldgefühl. Dem gegenüber ist es für das geistige Wohlbefinden des Menschen von Vorteil, immer das Gefühl der Hoffnung auf Vergebung der Missetaten zu besitzen – nicht zuletzt, weil es ein wichtiger Faktor zur Heilung seiner Seele ist. Allein schon deswegen, weil ihn dies dazu anspornt, seine Untaten wieder gutzumachen und sich dem erhabenen und vergebenden Gott zuzuwenden.