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    Rationalität im Westen

    Rationalität im Westen
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    Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.

     

    Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.

     

    In den vergangenen Ansprachen wurde der Schluss gezogen, dass Verstand und Rationalität im Islam eine besondere Bedeutung haben. Es wurde einiges über diese Begriffe gesagt, obwohl es viel mehr darüber zu sagen gibt. Wir begnügen uns jedoch mit diesen Erläuterungen, weil wir sonst den Rahmen dieser Ansprache sprengen würden. Kurzum wurde gesagt, dass die Räson der innere „Prophet“ ist und eine wichtige Rolle in der Rechtleitung der Menschen und deren Glückseligkeit spielt. Wird dieser vom äußeren Beweis und Propheten begleitet, gelangt der Mensch zweifelsohne auf den Pfad der Rechtleitung und Vervollkommnung. Was der Verstand fordert, wird von der Offenbarung bestätigt und unterstützt und wenn der Mensch sich dazu verpflichtet, diesen Forderungen nachzukommen, wird er Glückselig sein.

     

    Abschließend wäre es aber auch angebracht, die Ansichten westlicher Wissenschaftler über die Rationalität zu erwähnen. Dies war schon in ferner Vergangenheit ein Thema der Werke großer, westlicher Wissenschaftler und wurde oft diskutiert.

    Es gibt laut dem, was insgesamt über die Rationalität gesagt wurde, zwei Arten davon. Die maximale Rationalität und die kritische Rationalität.

     

    Die maximale Rationalität die von Clifford, John Locke, Thomas Aquinas und Richard Swinburne vertreten wird besagt, dass die Wahrheit religiöser Überzeugungen zunächst verifiziert werden muss, bevor sie als rational betrachtet werden können.  Etwas, was nicht bewiesen und belegt werden kann, kann auch nicht zu einer Überzeugung führen und ist nicht glaubwürdig. Manche wie Clifford sagen ganz klar, dass die Überzeugung von etwas ohne ausreichende Beweise immer falsch ist. Nach Beweisen für eine Überzeugung zu forschen ist auch nicht eine Angelegenheit, die sich ein und für allemal erledigen lässt und daher keine Echtheit besitzt. Er vertritt die Meinung, dass man kein Überzeugter und Gläubiger Mensch ist, wenn man für seinen Glauben und Überzeugungen keinen rationalen Beweis hat.[1]

     

    John Locke, ein gläubiger, christlicher Wissenschaftler ist ein Anhänger der maximalen Rationalität. Er sagt, dass das Christentum die Kriterien der maximalen Rationalität erfüllt, wenn sie richtig verstanden und vertreten wird.

     

    Die Frage jedoch, die von den Anhängern dieser Theorie beantwortet werden muss lautet: Ist denn diese Art der Überzeugung und Verpflichtung die von den Anhängern der maximalen Rationalität gefordert wird erwünscht? Es kann sein dass eine solche Ansicht nicht vernünftig ist, weil es noch nicht ausreichende Beweise für eine Überzeugung geben könnte, und laut der maximalen Rationalität müsste man dann eine religiöse Anweisung für die es noch keine hinreichende, rationale Erklärung gibt ablehnen. Die maximale Rationalität ist also kein geeigneter Ansatz für die Behandlung eines Themas wie den Glauben.

     

    Die weitere Frage lautet, kann man eine solche Ansicht tatsächlich praktizieren und die Glaubwürdigkeit einer religiösen Ordnung so demonstrieren, dass sie von allen rationalen Menschen anerkannt wird? Es ist sehr unwahrscheinlich, dass so etwas zustande kommt. Ein weiteres Problem mit dieser Ansicht ist, dass sie, wenn sie mit gegensätzlichen Weltanschauungen konfrontiert wird, neutral bleibt weil der Intellekt kein qualifiziertes und belegbares Urteil darüber fällen kann, während aber ein Überzeugungssystem manche Argumente als befriedigender als andere und einer Überzeugung würdig erachtet, während andere nicht akzeptiert werden können, weil sie nicht ausreichend befriedigend sind.

     

    Die kritische Rationalität  besagt, dass man religiöse Glaubenssysteme rational bewerten kann. So etwas ist natürlich erwünscht und gar notwendig, es wird aber keine einzig richtige, endgültige, allumfassende und beständige Methode geben, ein solches Urteil zu belegen.[2] Man sollte bemüht sein, alle Kapazitäten und Talente, die mit dem Verstand zu tun haben, auszuschöpfen. Daher sollte man es anstreben, die Behauptungen einer Religion besser und besser zu beweisen und auch Probleme und Einwände genau zu bearbeiten und richtig zu beantworten. Man sollte auch die Quellen und Grundlagen der Religion beachten und die rationalen Voraussetzungen und Ergebnisse religiöser Überzeugungen genau überlegen und sich damit befassen.

     

    Zusammengefasst kann also gesagt werden, dass viele Philosophen, die sich mit der Rationalität beschäftigen, ihr eine ganz besondere Position zuschreiben. Dies bedeutet nicht, dass die Gegner der Rationalität ihr überhaupt keinen Wert zuschreiben und ihre Rolle im menschlichen Leben abstreiten. Wenn man ihre Worte genau bewertet und überlegt, sieht man, dass sie eine gewisse Art der Einmischung der Rationalität in einen gewissen Bereich der Religion ablehnen. Auch sie besagen nicht, dass der Verstand in der Religion gänzlich abwesend zu sein hat. Sie lehnen den irdischen Verstand ab, der nichts Weiteres ist als ein menschlicher Trick, die Wahrheit zu bekämpfen. Die Position und den Wert des wahren Verstands kann nicht abgestritten werden.

     

    Abschließend soll erwähnt sein, dass die Anerkennung jeder dieser Ansichten die Anerkennung einer Serie von Quellen der Kenntnisgewinnung voraussetzt, worauf wir nicht eingehen wollten. Ziel dieser Diskussion war es, auszudrücken, dass der Islam der Rationalität und der Vernunft ausreichend Aufmerksamkeit schenkt und dass ganz klar gesagt werden kann, dass die Vernunft und Rationalität zu den Charakteristiken des Islams gehört, und dass somit die religiösen Lehren auf einer wohl argumentierten, logischen und soliden Basis aufgebaut sind.

     

     

    Quelle: http://www.izhamburg.com