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    Rechtslage der muslimischen Frauen in Frankreich

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    Juni 2012

     

    Auf den hübschen Straßen Frankreichs, einem Land, welches in der Geschichte Europas als Wiege der Freiheit und Demokratie bezeichnet wird, darf man auf der Straße nicht jede Kleidung tragen, insbesondere die Muslime dürfen sich nicht so kleiden, wie es ihrer Überzeugung entspricht. Die französische Regierung hat nämlich durch Beschlüsse die Ausübung der Religionsfreiheit verhindert.

     

    Gemäß offiziellen Statistiken leben in Frankreich 5 Millionen Anhänger des Islams und gemäß inoffiziellen Angaben sind es bis zu zehn Millionen. Sie bilden damit die größte muslimische Gemeinschaft im Westen Europas.

    Nach Belgien strebte Frankreich als zweites Land nach dem Verbot des Gesichtsschleiers.

     

    Die Verletzung der Menschenrechte in Frankreich ist aus Gründen wie dem Beharren der Regierung auf Wahrung ihres säkularen Charakters und der Herrschaft des kapitalistischen Systems in der Gesellschaft zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Den religiösen Minderheiten wie den Muslimen und ethnischen Gruppen wie die Arabischstämmigen und Dunkelhäutigen wird nicht nur ein Sitz im Parlament oder ein Posten in anderen Entschluss fassenden Organen verwehrt, sondern sie sind sogar Zielscheibe rassistischer und radikalistischer Gewalt. Außerdem werden die Kopftuch tragenden Mädchen nach Inkrafttreten des Hidschabverbotes nicht mehr an Schulen und Universitäten zugelassen und die staatlichen Verantwortungsträger verhalten sich gegenüber dem Protest der Bürger gleichgültig.

     

    Die französische Regierung ist neben Missachtung der Forderungen der jungen muslimischen Generation nach Erreichung der rechtlichen Gleichstellung mit den Anhängern der anderen Religionen, bestrebt verschiedene Programme durchzuführen, um die Muslime an die französische Kultur anzupassen und zu erreichen, dass diese ihre Religion und ihre religiösen Sitten und Bräuche vergessen. Sie wollen sogar die Liebe der Islamanhänger zu ihrer Nationalität auslöschen.

     

    Die Verabschiedung des Verbotes der Benutzung von religiösen Symbolen an öffentlichen Plätzen in Frankreich, die in der Praxis zum Verbot des Tragens der islamischen Bekleidung (Hidschab) führte, steht im Widerspruch zu der im Grundgesetz vorgesehenen Demokratie und den dort verankerten persönlichen Freiheitsrechten. Das Resultat dieser Maßnahmen der französischen Regierung war die Verbreitung der Islamanfeindung.

     

    Unterdessen hat die französischsprachige, in Libanon erscheinende Zeitung L`orient le Jour mit Hinweis auf das Verbot des Gesichtsschleiers in Frankreich geschrieben: „Wo Tausende Frauen es vorziehen, ihr Gesicht zu bedecken und Tausende andere ihr Gesicht zwar nicht bedecken, aber als Muslimin erkannt werden möchten, sind die Westler davon überzeugt, dass eine Frau, die sich bedeckt, wie eine Gefangene ist und aus ihrem Gefängnis befreit werden müsse.“

     

    In den französischen Medien wird der Hidschab der muslimischen Mädchen und Frauen so dargestellt, als ob ihre Väter bzw. Ehemänner sie dazu zwingen. Aber die Demonstrationen und Proteste gegen das Hidschabverbot in Paris beweisen das Gegenteil.

     

    Die Verabschiedung dieses Gesetzes, welches gegen die Grundsätze der französischen Verfassung verstößt, bedeutet, dass man sich nicht an das Grundgesetz hält. Die Orientierung nach dem Gesetz als eines der Prinzipien der Demokratie wurde also nicht beachtet. Durch Verabschiedung dieses Verbotes hat sich Frankreich auch nicht an seine Verpflichtungen gegenüber der Internationalen Menschenrechtserklärung und internationalen Konventionen gehalten und hat dieser Staat nicht auf die Menschenrechte als ein weiters Prinzip der Demokratie geachtet.

     

    Die Nichtbeachtung der Gleichheit vor dem Gesetz und des Selbstentscheidungsrechts des Einzelnen sowie der Gleichheit hinsichtlich der Bürger- und Minderheitsrechte bedeutet Geringschätzung der Prinzipien der Demokratie, was zum Untergang der Demokratie in einem Lande führt, das sich selbst mit „Bannerträger der Freiheit und Demokratie“ betitelt.

     

    Das Hidschabverbot in Frankreich beschränkt sich nicht nur auf Schulen. Jacques Martin, der Bürgermeister einer Kleinstadt in der Nähe von Paris sagte, die muslimischen Frauen dürften bei der Heirat auf dem Standesamt nicht mit Hidschab erscheinen!

    Nicolas Sarkozy hat im April 2003 erklärt, muslimische Frauen müssten für die Ausstellung eines Passes ein Bild ohne Hidschab vorlegen.

     

    Der damalige Justizminister Dominique Perbin sagte, er habe persönlich ein Mitglied des Schöffengerichts wegen Tragen des Hidschabs entlassen.

    Sogar bei internationalen Sportwettbewerben in Frankreich wurde ein muslimisches Mädchen von den Wettbewerben ausgeschlossen, weil sie ein Kopftuch trug.

     

    Jeder, gleich welcher Gruppe oder Religion er angehört, muss im Rahmen seiner Überzeugungen entscheiden können und in der Gesellschaft erscheinen und tätig sein dürfen. Aber in Frankreich begegnet die muslimische Frau Einschränkungen, Herabsetzung und scharfer Kontrolle und ihr wird der Zugang zur Schule, Universität und zum Arbeitsplatz verweigert.

     

    In vielen europäischen Ländern finden muslimische Frauen, die das Hidschabgebot einhalten, nur sehr schwer einen Arbeitsplatz und sogar an den Schulen und Universitäten sehen sie sich Einschränkungen gegenüber. Muslimischen Männern wird wegen Tragen eines Bartes der Arbeitsvertrag gekündigt. Die Muslime haben außerdem in einigen dieser Länder nicht das Recht auf Teilnahme an religiösen Veranstaltungen und auf den Bau einer Moschee.

     

    Quelle: taghrib.ir