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    Religionserziehung aus der Sicht von Schahid Motahhari

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    Das Islamische Denken ist Persönlichkeiten zu verdanken, die unentwegt darum bemüht waren, die gedanklichen Grundlagen des Islams zu erklären um den Weg zur Vervollkommnung des Menschen zu ebnen. Einer dieser religionskundigen Denker ist Schahid Morteza Motahhari gewesen.

     

    Märtyrer Motahhari, der 1979 ermordet wurde, hat, inspiriert vom Koran und den Überlieferungen der Unfehlbaren Imame, die Standpunkte des Islams in gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Fragen erklärt. Ostad Motahhari gehört zu den wenigen Persönlichkeiten, deren kostbaren Werke zur geistigen Grundlage der islamisch-republikanischen Ordnung im Iran wurden.

    Er war seiner Zeit weit voraus und hat Themen betrachtet, die ein islamisches Gesellschaftssystem betreffen.

     

    Motahhari gehört zu den Denkern, die ernsthaft gegen die Auffassung, dass die Religion von der Politik getrennt werden soll, sind. In der Trennung der Religion von der Gesellschaftsordnung hat er eine Verschwörung der Imperialisten gesehen.

    Er betrachtete die Gesetze des Islams als dynamische Gesetze, die den materiellen und immateriellen Bedürfnissen des Menschen entsprechen. Motahhari war darum bemüht, das Potential des Islams in den verschiedenen Breichen des Glaubens, der Wissenschaft, der Gesellschaft und der Politik aufzuzeigen.

     

    Mit seinem umfassenden Denken und unter Heranziehung von logischer Argumentation und wissenschaftlichen Methoden hat er das liberalistische und das Gott leugnenden Denken herausgefordert. Dieser Gelehrte gehört zu denen, die das religiöse Denken wiederbelebt haben.

    Schahid Motahhari suchte nach einem Weg, um die spirituellen Bedürfnissen der jungen Generation in einer zeitgemäßen Sprache zu erwidern.

    Er legte die Grundlagen für einen neuen Dialog, durch den die speziellen Themen, die in den Theologieschulen gelehrt wurden, auf Gesellschaftsebene übertragen und den verschiedenen Bevölkerungsgruppen verständlich und zugänglich gemacht werden können.

     

    Daher sind seine Werke auch nach über 30 Jahren die auflagereichsten auf dem Gebiet des religösen Wissens, werden immer noch gelesen und viele davon wurden in andere Sprachen übersetzt.

    Motahhari besaß eine realistische Einstellung zu den menschlichen Fragen und der Welt. Er hat zu ethischen und erzieherischen Fragen konkrete und praktische Wege unterbreitet, und war selber lebendiges Beispiel für das Ergebnis seines Verständnisses von der Religionserziehung.

     

    Da in unserem heutigen Zeitalter die Erziehung, Moral und Spiritualität zu den wichtigen Themen gehören, möchten wir anlässlich des Jahrestages seines Märtyrertodes, der am 1. Mai begangen wurde, darlegen, worin er eine religiöse Erziehung sah.

    Die Religionserziehung beruht aus der Sicht Schahid Motahharis auf der monotheistischen Weltanschauung. Diese Weltanschauung verleiht dem Leben Sinn und Geist.

     

    Die monotheistische Weltanschauung besagt, dass die Welt aufgrund eines weisen Willens entstanden ist. Dabei beruht die Daseinsordnung auf dem Wohl und der göttlichen Barmherzigkeit und soll den Geschöpfen die Erreichung gebührender Vollkommenheit möglich machen. .

    Unter den Geschöpfen besitzt der Mensch eine besondere Würde und soll, indem er sich erzieht und verbessert, den Grad der Vollkommenheit, die ihm angemessen ist, erreichen.

     

    Ostad Motahhari darüber: „Die Weltanschauung aufgrund des Glaubens an den Einen Gott bewahrt den Menschen vor dem Absturz in die schreckliche Schlucht des Nihilismus und verleiht dem Menschen Frohsinn und Hoffnung. Sie bietet ihm hohe und heilige Ziele an.

    Das besondere an der Islamischen Lehre ist, dass sie den Menschen aufgrund des Ein-Gott-Glaubens heranformt.

    Der Glaube daran, dass der Mensch ein auserwähltes Lebewesen ist und hinter dieser Auserwählung eine Absicht steht, hat für sich schon eine positive seelische und erzieherische Wirkung.“

     

    Eine weitere Besonderheit der Religionserziehung im Islam ist gemäß Motahhari deren Umfassendheit. Der Islam beachtet nämlich alle Aspekte des menschlichen Lebens und hält ein Konzept für sie bereit. Motahhari schreibt hierzu: „Unter den Religionen und Konfessionen hat keine Lehre und Schule so sehr wie der Islam Einwirkung auf das Leben der Menschen gehabt.

     

    Der Islam hat sich in seinem Regelwerk nicht auf eine Reihe von gottesdienstlichen Handlungen und eine Serie von moralischen Ratschlägen beschränkt. Genauso wie die Beziehungen der Menschen zu Gott ausführlich dargelegt werden, werden auch die wichtigsten Richtlinien für die Beziehungen zwischen den Menschen und die Rechte und Pflichten des Einzelnen gegenüber anderen auf verschiedene Weise erklärt.“

     

    Hinsichtlich der Umfassendheit der Erziehungsfrage im Islam heißt es bei Motahhari weiter: „Im Islam wird auf alle Seinsaspekte des Menschen geachtet: Vom Körper und seinen Fähigkeiten bis zum Geist und seinen Feinheiten. Das heißt: Alle materiellen und immateriellen Seiten des Menschen und seine emotionellen Aspekte gehören in den Einflussbereich der Erziehung und der Lehre.

     

    Genauso wie der Islam der wissenschaftlichen Heranbildung des Menschen und seiner Stärkung gegenüber der Natur Aufmerksamkeit schenkt, hat er auch auf die Stärkung seines Glaubens beim Kampf gegen Satan und auf seine Rechtleitung auf dem Weg der Vollkommenheit geachtet.

    Aus der Sicht des Islams spielen Wissenschaft und Glauben jeweils für sich eine unterschiedliche Rolle für die Gestaltung der Zukunft des Menschen. Heute hat man erkannt, dass ausschließlich wissenschaftliche Erziehung oder der reine Szientismus nicht vermögen, einen vollkommenen Menschen hervorzubringen.“

     

    Ein weiteres Merkmal der religiösen Erziehung sind Ausgewogenheit und Harmonie.

     

    Darüber sagt Ostad Motahhari:

    „Ein Volk, welches vom Koran erzogen wird, vermeidet Über- und Untertreibung, Radikalismus und Versäumnis. Eine koranische Erziehung beinhaltet immer Ausgewogenheit.“

     

    Mit einer Harmonie auf dem Erziehungsweg ist gemeint, dass alle Fähigkeiten des Menschen Beachtung finden und alle seine wertvollen Eigenschaften weiterentwickelt werden.

    Die Umfassendheit der Religionserziehung setzt voraus, dass alle Potentiale im menschlichen Sein beachtet werden. Ostad Motahhari sagt dazu:

    „Im Menschen sind verschiedene Werte vorhanden, wie Vernunft, Liebe, Gerechtigkeit und Freiheit. Ein vollkommener Mensch ist ein Mensch, in dem sich alle Werte auf der höchsten Stufe und im Einklang miteinander weiter entwickelt haben.“

     

    Dieser Denker und Märtyrer hebt die Bedeutung von Herz und Geist bei der Erziehung hervor und sagt: „Der Mensch besitzt neben der Vernunft eine Kapazität, die sich „Herz“ nennt. Das Herz ist eine der Seinsrealitäten des Menschen und in seinem Rahmen und dank seiner Aufnahmefähigkeit nimmt der Glauben und der Geist der Gottesdienerschaft Formen an und wächst.

     

    Mit dieser Seite seines Seins (dem Herzen) empfindet der Mensch Emotionen und Gefühle und alle Formen der Zuneigung und Abneigung. Deshalb ist es als Bestandteil der Seinskapazität des Menschen erziehbar und fällt unter das Thema Erziehung. Überhaupt sprechen die Botschaften des Korans vor allen Dingen das Herz des Menschen an. Wir sehen, dass im Koran immer wieder von Dingen wie die Reinigung des Ichs und die Erleuchtung des Herzens die Rede ist. Diese viele Hervorhebungen zeigen, dass der Koran beim Menschen einen hohen spirituellen Raum vorhanden sieht und es als nötig betrachtet, dass jeder diesen Raum rein und unversehrt bleiben lässt.“

     

    Ostad Motahhari hat angesichts der Bedeutung der Würde und Größe der Seele für die Religionserziehung gesagt, dass die Seele des Menschen als etwas Kostbares zu betrachten ist und nur ein guter und kein schlechter Charakter zu ihr passt.

    Er sagte auch: „So gesehen besitzt der Mensch ein sehr kostbares Kapital und dies ist sein Selbst. Der Mensch muss achtgeben, dass er dieses Selbst nicht verliert oder es beschmutzt.“

     

    Ostad Motahhari hat mit seinem Fassungsvermögen und seiner klaren Darlegung des Islams einen großen Schritt für eine Schilderung der islamischen Werte unternommen, die den Erfordernissen der Zeit angepasst ist.

    Es besteht die Hoffnung, dass seine Gedanken wie ein helles Licht über den islamischen Gesellschaften auf ihrem Weg zu den Gipfeln von Wissenschaft und Erkenntnis wirkt.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitraege/item/149540-religionserziehung-aus-der-sicht-von-schahid-motahhari