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    Religionsunterschiede als Ansatzpunkt westlicher Nahost-Strategie

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    Es sind seit dem Beginn des Krieges in Syrien bereits mehr als zwei Jahre vergangen. Die Syrienkrise hat sich wegen der umfassenden finanziellen und militärischen Hilfen der USA und westlicher Länder sowie der Türkei, Katars und Saudi Arabiens enorm verschlimmert.

     
    Die von der westlich-arabischen Front unterstützten bewaffneten Gruppen schrecken vor keinem Verbrechen zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Die syrienfeindliche Staatenfront hat von Beginn an die Entwicklungen in Syrien als Folgen der politischen Wandlungen im Nahen Osten gegenüber den Diktaturen bezeichnet und war bestrebt, unter diesem Vorwand, den Sturz der syrischen Regierung herbeizuführen. Sie haben wegen dem Widerstand der syrischen Bevölkerung und Streitkräfte und die Unfähigkeit der Gegner, die Regierung zu stürzen , auf verschiedenen Wegen versucht, künstlich eine Begründung für eine militärische Einmischung in Syrien zu erzeugen. Dazu gehört, dass die Medien eine kriegerische Atmosphäre zwischen syrischen Glaubensgruppen heraufbeschwören und sich der fanatischen Salafisten und ihrer blinden Schmähung von heiligen Werten der Religionsgruppen bedienen.

     

    Die Bemühungen westlicher und arabischer Länder um Krisenschürung in Syrien sind in Bemühungen um einen  Krieg zwischen Glaubensgruppen umgeschlagen. Zu diesem Zweck wird erneut eine Aufteilung nach Schiiten (den Aleviten) und Sunniten aufgebaut . Diese Aufteilung in zwei verschiedene Religionsblöcke bietet reichlich Potential für die Stratgie er Krisenverschärfung in Syrien. Die zunehmende Schändung von Heiligen Stätten ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Man will der Weltöffentlichkeit die Lage in Syrien als einen Krieg zwischen religiösen Gruppen vorspiegeln, denn man ist nicht in der Lage gewesen die Krisenschürung in diesem Land mit angeblicher Verteidigung der Demokratie und Freiheit zu begründen, und hat daher nach anderen Strategien zur Krisenschürung gesucht. Für die Präsenz der angeblichen Rettungsengel der Hegemonialmächte bleibt also nur die Alternative, die Meinungsunterschiede zwischen Religionsgruppen zu vertiefen und die Weltöffentlichkeit wegen angeblicher Menschenrechtsverstöße gegen Syrien zu bringen. Und zwar will man im Namen der Völkergemeinschaft die Phase der militärischen Einmischung beginnen, sobald die westlichen Regierungen scheinbar mit friedlichen Maßnahmen nichts mehr gegen diese Menschenrechtsverstöße, die sie der syrischen Regierung in die Schuhe schieben,unternehmen können.

     

    Die Strategie der westlich-arabischen Front hat die Syrienkrise verschlimmert und dazu geführt, dass die Vermittlerpläne für die Aufnahme von politischen Gespräche ergebnislos verliefen. Obwohl die Mehrheit der Länder einen politischen Lösungsweg fordern, haben Frankreich, England und die USA plötzlich betont, dass die Oppositionellen mit schweren Waffen ausgerüstet werden sollten und diese Pläne umgesetzt. Die USA und ihre Verbündeten benötigen für die Umsetzung ihrer Ziele in Syrien tragische Ereignisse, damit sie in diesem Zusammenhang die Vorstellung, es handle sich um einen ethnisch-religiösen Krieg nahebringen können.

     

    Der Westen ist bestrebt, alle Möglichkeiten zur Erreichung seines Ziels zu nutzen. Die Takfiri- Salafisten, welche nur sich selbst als Muslime betrachten sind das beste Mittel in greifbarer Nähe für die westlich-arabische Front zur entsprechenden Schürung der Syrienkrise und Umsetzung ihrer Pläne.

     

    Die salafistischen Takfiri-Gruppen haben vor allen Dingen in den muslimischen Ländern für die Zunahme der Konflikte und Feindschaften gesorgt. Für sie ist jede religiöse, philosophische , politische oder mystische Lesart, die sich nicht mit ihrer krankhaften Interpretation deckt, Gottesleugnung und Unglauben. In einer pluralistischen Gesellschaft wie der syrischen, die sich aus mehreren Religions- und ethnischen Gruppen zusammensetzt , kann ein solcher Gedanke angesichts seiner weitgehenden gesellschaftlichen Auswirkung und der ausländischen Unterstützung eine Tragödie heraufbeschwören.

     

    Daher wurde für die Krise in Syrien eine Aufteilung in den Aleviten- und Sunniten Block aufgebaut. Durch diese Aufteilung werden den Takfiri-Salafisten größere Möglichkeiten für Kriegsschürung zugespielt.

    Die Umwandlung der Syrienkrise in einen Krieg zwischen Religionsgruppen hat auch den Vorteil für den Westen, sich von der Zusammenarbeit mit den Terrorgruppen, die der Al Kaida angeschlossen sind, freisprechen zu können.

     

    Natürlich erhält auch das zionistische Besatzerregime viele Vorteile dadurch, dass der Konflikt in Syrien zu einem Krieg zwischen Volks- und Religionsgruppen wird. Wenn Syrien verliert, wird es dem zionistischen Regime in zweierlei Hinsicht nützlich sein. Erstens braucht es sich keine Sorgen mehr hinsichtlich einer Zurückgabe der Golanhöhen und der dortigen Wasserressourcen an Syrien zu machen. Und zweitens, was noch wichtiger ist, könnte der Wunsch des zionistischen Regimes in Erfüllung gehen, Syrien in Schutt und Asche zu legen und es zu zersplittern, und die religiösen Konflikten in Syrien in Form eines sunnitisch-schiitischen Konfliktes auf den ganzen Nahen Osten auszudehnen. Für die Zionisten ist ein schwacher, kranker und chaotischer Naher Osten sehr angenehm. Der größte Albtraum für das illegale zionistische Regime ist ein starker vereinter Naher Osten.

     

    US-Autor Daniel Pipes ist Unterstützer der Zionisten. Er kommentiert die Syrienstrategie dieses Regimes damit, dass er sagt: „Wenn die diabolischen Kräften sich gegenseitg angreifen sind wir weniger gefährdet. Sie bleiben dadurch lokal miteinander beschäftigt und es wird verhindert, dass einer der Seiten siegt. Die westlichen Mächte müssen der Seite, die im Begriff ist zu verlieren, helfen und auf diese Weise durch Verlängerung der Konflikte, diese in die Sackgasse treiben.“ Ende Zitat

     

    Aus der Sicht der Zionisten sorgen die Takfiri-Salafisten, die nur sich selber für Muslime halten, durch ihre Verbrechen dafür, dass der Islam ins schlechte Licht gerückt wird. Diese Fanatiker, die es anscheinend nicht abwarten können, ihre Gegner umzubringen, unterstützen durch ihren Auftritt und ihr brutales Verhalten die Islamophobie-Strategie der Zionisten. Diese Takfiri meinen, alle Muslime, die nicht wie sie denken, seien in Wahrheit Gottesleugner und müssten getötet werden! Ist es wirklich ein Zufall, dass die Al Kaida so viele Muslime umbringt, aber niemals die Interessen des zionistischen Regimes angreift?

     

    Lassen sich der wachsende Talibanismus und Salafismus und die Zunahme der Aktivitäten der Al Kaida in Syrien und in anderen muslimischen Ländern, wie Irak, Libanon, Jemen, Libyen ohne das Mitspiel einiger westlicher und arabischer Regierungen überhaupt erklären?

     

    Mit der Schürung von Zwietracht zwischen Glaubensgruppen in muslimischen Ländern verfolgen die USA und ihre europäischen Verbündeten vor allen Dingen die Teilung dieser Länder. Die Teilung der muslimischen Länder in kleinere Länder bedeutet eine endlose Krise in der Region und dass die öffentliche Meinung in diesen Ländern von der Gefahr des zionistischen Regimes und den USA in dieser strategischen Region abgelenkt wird.

     

    Das Magazin Foreign Policy des US-Rates für Außenpolitik, einer der wichtigen Organe zur Bestimmung der Gesamtstrategien der US-Außenpolitik schrieb dazu:

     

    Geneive Abdo, Expertin des Brookingsinstituts, hat vor kurzem in ihrem Bericht geschrieben, dass die Kluft zwischen Sunniten und Schiiten allmählich die größeren Konflikte zwischen Muslimen und dem Westen verdrängt und wahrscheinlich anstelle der Frage der Besatzung Palästinas als einer der wichtigsten Gründe für die Mobilisierung im politischen Leben in der Arabischen Welt treten wird.“

     

    Robert Fisk, der bekannte Analytiker der in London erscheinenden Zeitung Independant, schrieb einen Artikel mit dem Titel „Der Westen und die Teilung des Nahen Osten“ und verwies auf die Ziele der westlichen Regierungen , die sie durch Schürung von religiösen und ethnischen Konflikten erreichen wollen. Er beginnt seinen Artikel mit der Frage:

     

    Warum versucht der Westen stets die Spaltung des Nahen Ostens zu erreichen? Warum sind wir im Westen immer darauf aus, unter den Völkern in der Region zu spalten und warum haben wir auf verschiedene Weise versucht, den Völkern im Nahen Osten die Überzeugung einzuflößen, dass zwischen ihnen Abstand, Unterschied und Streit herrscht?

     

    Ist diese Politik nicht eine Art inoffizieller Rassismus des Westens?

     

    Fisk fährt fort: „Bei einem Blick auf die Nahost-Karten, die in westlichen Zeitungen und Medien veröffentlicht werden, können wir eindeutig den Wunsch des Westens nach Teilung der Region verspüren. Zum Beispiel ist der Irak in verschiedenen Farben in mehrere Gebiete eingeteilt: Die Schiiten im Süden, die Sunniten im zentralen Dreieck und die Kurden im Norden. Die irakische Landkarte erscheint in vielen Zeitschriften und Medien des Westens in Form eines Achtecks mit verschiedenen Farben.

     

    Die Libanon-Karte des Westens ist noch bunter gescheckt: Die Schiiten im Süd-Libanon, und Süd-Beirut, die Drusen im Norden, die Sunniten in Saida und an den Südküsten in Beirut Zentral-Beirut und Nordlibanon.“
    Dieser englische Analytiker schreibt weiter: „Die Tatsachen sind nicht zu leugnen. Die Westler haben ein unstillbares Verlangen danach, diese Unterschiede aufzubauschen. Wir mögen diese geografischen Einteilungen, denn sie sind ein sehr geeignetes Mittel, um Meinungsunterschiede, Zwietracht und die Abneigung zwischen der verschiedenen Gruppen in der Region zu steigern.“

     

    Solche Äußerungen bestätigen, dass die USA und die westlichen Staaten nicht nach Frieden und Stabilität im Nahen Osten trachten, sondern in Wirklichkeit die Konflikte zwischen Religions- und Volksgruppen schüren, um eine Teilung der Nahostländer zu erreichen. Einige Regierungen und Gruppen in der Region scheinen der Generalpolitik der USA auf den Leim gegangen zu sein, obwohl auch ihre Länder auf den auf Separation abzielenden Karten Washingtons und Tel Avivs stehen.

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/islamfeindliche-schritte/item/249902-religionsunterschiede-als-ansatzpunkt-westlicher-nahost-strategie