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    Ruhe und Sicherheit – Geschenk des Glaubens

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    Ruhe und Sicherheit wirken sich entscheidend auf die seelische Gesundheit des Menschen und der Gesellschaft aus. Nur bei ihrem Vorhandensein kann der Mensch sich entfalten. Doch leider gehören seelische Krisen heute zu den am meisten verbreiteten Leiden. Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation ist psychischer Druck sogar eine Begleiterscheinung von 80 Prozent aller beginnenden körperlichen Erkrankungen.

     

    Der Mensch konnte mit Hilfe von Wissenschaft und Technik zahlreiche Probleme im Leben beseitigen und hat in gewissem Umfange Wohlstand erreicht, doch die Technik konnte seiner Seele keine Ruhe überbringen. Überhaupt sind materielle Faktoren nicht in der Lage die immateriellen Bedürfnissen des Menschen zu erwidern. Daher sucht der Mensch nach einer Zufluchtsstätte, an der er sich sicher fühlt.

     

    Es scheint ein Ziel der religiösen Überzeugungen zu sein, dem Menschen Ruhe und Sicherheit zu bescheren. In den Lehren des Islams wird das Wort Imaan für Glauben verwendet. Dieses Wort geht auf die Wortwurzel Amana zurück, was Erreichung von Seelenfrieden und Befreiung aus Angst und Kummer bedeutet. Dies spricht dafür, dass der Glaube und die Erreichung von seelischer Ruhe unzertrennt miteinander verknüpft sind.

     

    Nun ist zu sehen, welche Wege es gibt um die Besorgnisse im Leben zu vertreiben und Ruhe zu gewinnen.

     

    Der Heilige Koran, das jüngste und letzte himmlische Buch lässt durch sehr nützliche Verbesserungen des menschlichen Charakters, Ruhe und Zuversicht in die Herzen einkehren. Gott der Höchsterhabene bezeichnet das Denken an Gott, das Beten und Koranlesen, als heilendes Rezept , denn in der Sure 13 heißt es im Vers 28: Wisset! Nur im Gedenken Gottes findet das Herz Ruhe!

     

    Laut diesem Vers ist also Gott, in dessen Händen alles liegt, der einzige wahre Halt. Es ist klar, dass der Glaube an eine Macht, die höher als alle natürlichen und materiellen Kräfte steht und die Hinwendung zu dieser Macht, die Einstellung des Menschen zur Daseinswelt ändert.

     

    Wenn der Mensch erkennt, dass er gestützt auf die unendliche Macht Gottes, einen einmaligen Rückhalt im Leben gefunden hat, wird er niemals gegenüber den Problemen verzweifeln.

     

    Der bekannte Koranexeget Alameh Tabatabai bezeichnet die seelische Ruhe als Merkmal eines klugen willensstarken Menschen und als Zeichen für eine hohe Stufe des Glaubens. In geläuterte Herzen kehrt Frieden ein und dieser Friede und diese Ruhe festigen den Glauben und stärken die Gottesehrfurcht und Gottesfürchtigkeit. Ajatollah Tabatabai sagt, dass der Mensch aufgrund seiner angeborenen Natur, seiner Überlegungen und Abwägung von guten und schlechten Folgen handelt. Solange die Vorlieben des Ichs keine Störung erzeugen, verbleibt der Mensch in einem Zustand innerer Ruhe, aber die Neigungen des Ichs rauben dem Menschen seine innere Ruhe. Deshalb sind in den egoistischen Neigungen Hindernisse für die innere Ruhe und ein wichtiger Faktor für Besorgnis und Unruhe zu sehen. Egoistischen Neigungen halten den Menschen vom Weg der Gerechtigkeit und der Ausgeglichenheit fern und drängen ihn in Richtung Übergriff , Ungehorsam und Überschreiten der göttlichen Gebote. Aber der Koran ruft die Menschen auf, Maß zu halten, weil dies der Gottesfürchtigkeit näher kommt. Zum Erhalt der inneren Ruhe und zur Verhütung von Besorgnisse, muss der Mensch sich also der Sünde enthalten. Deshalb bezeichnet Gott in der Sure 9, im Vers 45 die Sünde als Grund für die Entstehung von Sorge und Skepsis.

     

    Wie groß die Ruhe ist, die jemand besitzt, hängt von seinem Glauben ab. Der gläubige Mensch stellt sich in den Dienst Gottes und befreit sich aus der Unterwerfung gegenüber allem anderen. Mit wachsendem Glauben wächst auch die innere Ruhe. Der Glaube an Gott spendet dem Menschen Hoffnung und Kraft. Dies sagen heute auch westliche Psychologen. William James, der bekannte amerikanische Psychologe ist der Ansicht: „Mit der Zeit spüre ich immer mehr, dass ich nicht ohne Gott leben kann.“ Er sagt auch: „Der Glaube ist eine Kraft, mit der der Mensch lebt und das Fehlen dieser Kraft ist gleichbedeutend mit Niederlage und Absturz.“

     

    Wie gesagt hat der Mensch zur Befreiung aus dem Stress und Erzielung von seelischer Ruhe viele materielle Mittel angefertigt. Aber damit konnte er nicht den Seelenfrieden erreichen. Die materiellen Möglichkeiten scheinen wie eine Fata Morgana zu sein. Ajatollah Tabatabai schreibt dazu: „Wer Gott vergessen hat und nicht mehr an Ihn denkt, dem bleibt nichts anderes übrig als bei dem Weltlichen Hilfe zu suchen und es zu lieben. Deshalb beginnt er das materielle Leben zu verschönern und es zu genießen. Aber die weltlichen Möglichkeiten, ob sie nun wenige sind oder zahlreiche, können das seelische Bedürfnis des Menschen nicht erwidern. Denn was er erreicht , stellt ihn nicht zufrieden und er versucht noch mehr als das zu erreichen. Dieses Verlangen nach Mehr nimmt kein Ende. Deshalb verbringt ein solcher Mensch immer in Sorge und ist betrübt.“

     

    Die Hinwendung zu Gott stärkt die Ausdauer des Menschen gegenüber Schwierigkeiten. Daher fürchtet sich der Mensch, dessen Glauben auf einer höheren Stufe steht, nicht mehr , und er verzweifelt nicht an Problemen. Der Koran bezeichnet diese Eigenschaft als Eigenschaft der Freunde Gottes, nämlich derjenigen, für die angesichts Gottes alles andere geringfügig wird und verblasst. Jemand der den Ozean kennt, für den wirkt ein Tropfen Wasser geringfügig und jemand der die Sonne sieht, der beachtet die blasse Flamme einer Kerze nicht mehr.

     

    Die Beziehung zu Gott wirkt sich nicht auf alle gleich aus. William James sagt: „Die Menschen werden von dem Gefühl, dass es einen Beobachter in ihrem Inneren gibt, unterschiedlich beeinflusst. Bei einigen ist dieses Gefühl stärker und von größerer Bedeutung als bei den anderen. Diejenigen, die so sind, haben einen größeren Glauben. Aber ich bin mir sicher, dass sogar diejenigen, die sagen, dass sie in keiner Weise ein solches Gefühl haben, sich selber etwas vormachen und in Wirklichkeit ist zu sagen, dass auch sie in gewissem Grade religiös sind.“

     

    Das Gefühl ,auf den Schöpfer des Daseins angewiesen zu sein, steckt in allen Menschen. In einer Notlage wendet sich jeder Mensch an Gott. Im Vers 65 der Sure 29 steht: „Wenn sie ein Schiff besteigen, beten sie zu Gott, indem sie sich in ihrem Glauben ganz auf ihn einstellen. Aber nachdem er sie an Land gerettet hat, haben sie nichts Eiligeres zu tun, als im andere Götter beizugesellen.“

     

    Wenn der Mensch in Not gerät, fleht er Gott um Hilfe an. Doch nach seiner Rettung wird er wieder undankbar. Ajatollah Motahari sagt: „Beim Gott-Eingedenksein wendet sich der Mensch seinem Schöpfer zu und spürt, dass er auf Seine Macht angewiesen ist. Die Erinnerung an Gott ist daher wie eine seelische Wanderung vom Geschöpf zum Schöpfer und das ist eines der seelischen Bedürfnisses des Menschen. Wenn dies vergessen wird, sind der Mangel an Ausgeglichenheit der menschlichen Seele die Folge.

     

    Dr. Alexis Carrel schreibt in seinem Buch „Der Mensch, das unbekannte Wesen“: „Während des Gebetes schließt der Mensch seine begrenzte Energie an die unbegrenzte Energiequelle an. Wir treten während des Gebets mit einer Macht, welche die gesamte Welt umfasst, in Verbindung.“

     

    Quelle: http://german.irib.ir/radioislam/beitr%C3%A4ge/beitr%C3%A4ge/item/246040-ruhe-und-sicherheit-%E2%80%93-geschenk-des-glaubens