islamic-sources

    1. Startseite

    2. article

    3. Scheidung, nach der Rechtsfindung von Ayatollah Sayyid ´Ali al-Husaini as-Sistani

    Scheidung, nach der Rechtsfindung von Ayatollah Sayyid ´Ali al-Husaini as-Sistani

    Rate this post

     

    414. Wenn ein Ehemann seine Frau schikaniert und sich ihr gegenüber ohne eigentlichen Grund gehässig oder boshaft verhält, ist es ihr gestattet, ihren Fall vor einen mardji´a zu bringen, der den Ehemann zwingen wird, mit ihr auf angenehme Art und Weise zu leben, wenn dies möglich ist, oder ihn in einer angemessenen Form rügen wird. Wenn dies nichts nützt, kann sie verlangen, von ihrem Ehemann geschieden zu werden. Sollte er ablehnen, sie zu scheiden, und es ist nicht möglich, ihn dazu zu zwingen, wird der mardji´a sie geschieden sprechen“ (Siehe auch untenstehenden Fragen-Antworten Block.)

     

    429. Frage: Wann ist es einer Frau gestattet, von einem mardji´a ihre Scheidung zu verlangen?
    Ist es einer Ehefrau erlaubt, deren Ehemann sie fortwährend schlecht behandelt, oder einer Ehefrau, die sich von ihrem Mann sexuell so unbefriedigt fühlt, dass sie befürchtet etwas zu begehen, was haram wäre, die Scheidung zu verlangen und geschieden zu werden?

     

    Antwort: Es ist ihr gestattet von einem mardji´a die Scheidung zu fordern, wenn ihr Ehemann die Gewährung ihrer grundsätzlichen ehelichen Rechte ablehnt und auch ablehnt, sich von ihr scheiden zu lassen, nachdem der mardji´a ihn vor die Wahl gestellt hat, eine der beiden Lösungen zu akzeptieren. In einem solchen Falle würde der mardji´a die Frau ‚geschieden‘ sprechen.

     

    Die Umstände, unter denen dies der Fall sein könnte, sind wie folgt:

    – Wenn der Ehemann es ablehnt, für die Ehefrau zu sorgen und auch ablehnt, sich von ihr zu scheiden. Dies würde den Fall eines Ehemannes einschließen, der nicht in der Lage ist, seine Frau zu versorgen und ebenfalls eine Scheidung ablehnt.

    – Wenn ein Ehemann die Ehefrau schikaniert, sie ungerecht behandelt und nicht freundlich mit ihr umgeht, so wie es Allah , der Allmächtige, angeordnet hat.

    – Wenn der Ehemann sie vollständig aufgegeben hat, und sie gleich einer Frau, die in der Schwebe gelassen wird, d.h. weder verheiratet noch frei zu heiraten ist.

    – Was den Fall des Ehemanns betrifft, der die sexuellen Bedürfnisse seiner Frau nicht voll befriedigen kann, so dass diese befürchtet, haram zu begehen, muss er vorsorglich entweder ihre Bedürfnisse erfüllen oder ihrem Wunsch nach Scheidung zustimmen. Sollte er dies aber nicht tun, hat die Ehefrau die Situation geduldig zu ertragen und abzuwarten.

     

    430. Frage: Eine muslimische Frau, die vor einer so langen Zeit ihren Ehemann verließ und nicht erwartet, dass es ein baldiges Zusammenleben wieder gibt, behauptet, dass ihr das Leben als ‚Single‘ in einem westlichen Land ohne Ehemann nicht möglich ist. Sie fürchtet sich auch vor Überfällen und Einbruch in ihrem Haus. Kann sie von einem mardji´a fordern, ihre Scheidung auszusprechen, so dass sie heiraten kann, wen sie möchte?

     

    Antwort: Hat der Ehemann seine Frau endgültig verlassen, kann sie mit ihrem Fall vor den mardji´a gehen, der den Ehemann vor die Alternative stellt, sie zurückzunehmen oder sie [durch Scheidung] freizugeben, so dass sie jemand anderen heiraten kann. Wenn er es aber ablehnt, eine der beiden Alternativen anzunehmen, ist der mardji´a berechtigt, auf ihren Wunsch hin die Scheidung auszusprechen.

    Wenn es aber die Ehefrau ist, die ihren Mann ohne tatsächliche Berechtigung verlassen hat, gibt es keine Möglichkeit für den mardji´a, sie ‚geschieden‘ zu sprechen.

     

    445. Frage: Ein Mann ist in einer Situation, wo er es entweder seiner Familie oder seiner Ehefrau recht machen kann. Soll er sich von seiner Frau scheiden lassen, um seiner Familie entgegen zu kommen, oder sollte er das Gegenteil tun?

     

    Antwort: Er sollte die Handlungsweise wählen, die für seinen Glauben und sein Leben die Beste ist, so sollte er sich zu Gerechtigkeit und Rechtmäßigkeit hinneigen und sich von Ungerechtigkeit und Verletzung der Rechte [anderer] zurückhalten.

     

    449. Frage: Eine gerichtliche Scheidung gemäß westlichen Gesetzen ist bereits erfolgt, um eine Ehe zweier Muslime zu scheiden. Der Ehemann ist nicht bereit, seiner Frau ihre religiösen Rechte zu gewähren, noch zahlt er ihr in irgendeiner Form Unterhaltsgeld. Er lehnt es ab, auf religiöse Mittler zu hören, die eine Schlichtung herbeiführen wollten. Was kann eine Frau tun, wohl wissend, dass geduldiges Warten ihr in dieser Lebenssituation unerträgliche Schwierigkeiten bereitet?

     

    Antwort: Sie sollte mit ihrem Problem zu einem mardji´a oder dessen befugten Stellvertreter gehen, der den Ehemann anweisen wird, sie entweder zu versorgen oder ihr die Scheidung zu gewähren sogar indem jemand anderes hierfür bestimmt wird. Wenn er beides ablehnt und es nicht möglich ist, ihre Versorgung aus den Mitteln des Ehemannes zu gewährleisten, werden der mardji´a oder sein Stellvertreter ihre Scheidung aussprechen.

     

    *************

     

    Quelle: http://www.al-shia.eu/familie/scheidung_s_sistani.htm

    Schlagwörter: , , ,