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    Soziale, spirituelle und politische Effekte des Hadsch

    • Asad Raza
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    Der Hadsch ist das Leben und Blut des Konzeptes von dem Einen Gott (Tauhid). Er ist die lebendigste Manifestation des Glaubens in Tauhid. Der Hadsch ist offene und demonstrative Verneinung aller falschen Götter. Er ist die Widerlegung aller falschen Parameter für Größe, die aufgrund von Ignoranz und Arroganz entstanden sind und beibehalten werden. Der Hadsch ist für die Menschen die offenkundigste und effektivste Lehre von Gleichheit und Brüderlichkeit. Er ist der Grundstein für die Einheit durch den Glauben und das Bekenntnis an den Einen Gott. Der Hadsch zerstört Rassismus, tötet das Kastenwesen, rottet Regionalismus aus, eliminiert Nationalismus und nihiliert systematisch den Polytheismus aus den Köpfen der Gläubigen, welche in dem Haus Gottes unter Seinem Schutz zusammenkommen, um sich Seinem Willen zu beugen.

     

    Der Hadsch ist der vollständigste Gottesdienst und die umfassendste Handlung der Unterwerfung vor dem Herrn der Welt. Er ist Hoffnung für Menschlichkeit, welche vom Materialismus verwundet und vom Polytheismus ausgeraubt worden ist. Der Hadsch diszipliniert den Menschen, lehrt Tauhid, reinigt die Seele, schafft Einheit mit anderen Gläubigen frei von jeder Arroganz, bereitet den Geist auf den Tod vor, führt in ein Gefühl der Bescheidenheit ein und, was am wichtigsten ist: Er stärkt den Gottglauben eines wahren Gläubigen.

     

    Imam Ali (Friede sei mit ihm) sagte: „ Allah hat dir Pflichten auferlegt… die Pilgerfahrt (weil sie den Glauben festigt).“ (Nahj al- Balagha)

     

    Die soziale Philosophie des Hadsch

     

    Der Hadsch ist ein Symbol der Einheit und Universalität. Von allen Gebräuchen des Islam ist er der größte zur Manifestation der Einheit und des Tauhid.

     

     

    Hadsch: Grundlage der Einheit

     

    Die Probleme des Lebens können durch soziale Zusammenarbeit, welche von dem Verstehen der Nationen untereinander abhängt, gelöst werden. Der heilige Prophet (Friede sei mit ihm und seiner Familie) sagte auf dem Berg Arafat: „Oh Leute, fürwahr, euer Gott ist Einer, der Vater von euch allen ist einer, ihr alle kommt von Adam, und Adam wurde aus der Erde geschaffen. (Fürwahr, für Allah ist der ehrbarste unter euch derjenige, welcher seine Pflichten am sorgfältigsten wahrnimmt.) Araber haben Nicht- Araber keinen Vorteil gegenüber, außer dem der Frömmigkeit.“ (Tuhaf al- Uqul).

     

    Der Hadsch ist die lebendigste Manifestation und Lehre dieser Gleichheit: Alle hüllen sich in die gleiche Kleidung, alle verneigen sich vor dem Einen Herrn, alle befinden sich auf der Suche nach dem Einen Geliebten (Gott), alle streben in die eine Richtung, alle erkennen die Eine Kraft an, und alle verneinen die falschen Götter.

     

    Die Ka’aba: ein Heiligtum des Friedens

     

    Unser Herr sagt im Koran: „Und als wir das Haus zu einem Wallfahrtsort für die Menschen und zu einem Ort der Sicherheit machten…“ (2:125)

     

    Unser gnädiger Gott ernannte die Ka’aba zu einem Forum, an welchem wir uns alle versammeln und mit der Sicherheit, dass keinem der Geschöpfe Allahs ein Leid oder Unterdrückung angetan wird, zuhause fühlen können. Die Ka’aba ist für alle Menschen ein sicherer Platz vor der Angst vor Unterdrückung und Ungerechtigkeit. Allah hat die Ka’aba so heilig gemacht, dass selbst in den entlegendsten Gebieten der Welt Muslime ihr Respekt zollen. Sie ist zudem sicher und ein Ort voller Gerechtigkeit, an welchem alle Unterschiede wie Vermögen, Macht, Rasse, Gesellschaftsklasse oder andere Stände nichtig werden, indem alle Leute die gleiche Bekleidung tragen müssen, wodurch unter allen Geschöpfen Allahs Hochachtung geschaffen wird, da jeder der gleichen Linie folgt.

     

    Die Ka’aba: das Emblem des Islam

     

    In den Überlieferungen wird die heilige Ka’aba als das Emblem des Islam angesehen. Imam Ali sagte: „Allah der Erhabene hat sie (das Heilige Haus) zu einem Emblem des Islam gemacht.“ (Nahj al – Balagha). Die Pilgerfahrt stellt die Essenz und den Geist des Islam dar. Allah hat die Ka’aba zu einem Emblem des Islam gemacht, so dass diejenigen, welche sich bei der Erkenntnis der Wahrheit dieser Religion und der von ihr abgeleiteten Konzepte irren, über die Hadschbräuche und ihre spirituelle Wirkung auf die Muslime nachdenken und dabei die wahre Natur des Islam – die Religion der Reinheit und Ernsthaftigkeit – frei von Polytheismus und allem, was ungöttlich ist, entdecken können. Der Hadsch reflektiert die Essenz des Islam: die vollständige Ergebung Gott gegenüber, Selbstaufopferung, Gleichheit und keine Diskriminierung wegen Hautfarbe, Rasse, Gesellschaftsklasse, Eigentum oder Macht.

     

    Die spirituellen Effekte des Hadsch

     

    Die äußeren Handlungen des Hadsch symbolisieren die spirituellen Ebenen der Propheten und Imame. Der Hadsch ist die Wiedergabe der spirituellen Reise der Gottergebenen und der Ebenen der Dienstbarkeit. Die Essenz des Gottesdienstes ist die Reise zu Allah, und die äußeren Handlungen der Hadsch werden, wenn sie ohne die Gegenwart des Herzens geschehen, nicht als Gottesdienst anerkannt. Der heilige Prophet sagte: „Das tägliche Gebet, der Hadsch, die Umrundung der Kaaba und andere Riten dienen dem Zweck, sich Allahs zu erinnern. Aber wenn in deinem Herzen keine Erinnerung an Ihn stattfindet, welchen Wert wird dann deine mündliche Erinnerung haben?“ (Dschaami’us- Sa’aadat)

     

    Gottesdienst ist die Reise der Seele und ein fortwährendes spirituelles Leben im göttlichen Licht. Ein wahrer Hadsch ist die Evolution eines jeden Seele. Der Hadsch hat auf das spirituelle Leben der Hadschpilger tiefe und wunderbare Einflüsse. Er gibt ihnen ein neues Leben und eine neue Richtung. Die meisten Hadschis sind nach der Rückkehr von dem vollendeten Hadsch mit Entschlossenheit erfüllt. Wir müssen darauf achten, dass wir, nachdem wir vom Hadsch zurückgekommen sind, uns nicht wieder unseren alten Sünden zuwenden. Der Zweck des Hadsch ist die Reinigung der Seele und die Läuterung des Glaubens. Die Dinge, die beim Hadsch Brauch sind, würden wir in anderen Situationen kaum attraktiv finden: unter freiem Himmel verbringen, barfuß laufen, mit Steinen nach dem Satan werfen, das Ertragen der Sonne und der Kälte der Nacht und viele andere. Aber der Zweck hinter all diesen Riten ist, dass der Mensch bescheiden und mit Leib und Seele gottergeben gemacht wird.

     

    Die politischen Effekte des Hadsch

     

    Der Hadsch ist eine große internationale Versammlung und Treffplatz für Muslime. Er hat große politische Aspekte. Dies ist die richtige Zeit und der richtige Ort, um gegen die arroganten Unterdrücker der Welt zu protestieren. Dies ist der Platz, wo die großen stolzen Supermächte zu wissen bekommen sollten, dass die Muslime niemandem dienen außer dem allmächtigen Allah.

     

    Mit den Worten Imam Chomeinis: „Bedauerlicherweise sind sich viele Muslime aufgrund ihrer eigenen Irreführung oder durch das Missverständnis einiger Einzelner oder die Verschwörungen einiger egoistischer Funktionäre nicht mehr der politischen Dimension dieses höchsten Gottesdienstes bewusst.“

     

    Er sagte ebenfalls: „Die Hadsch-Pflicht, welche erfordert ,Labbayk‘ zu Allah zu sagen (d.h. zu sagen: „Gott! Ich bin deinem Ruf gefolgt“) und mit sich bringt, das Selbst mit der gesegneten Führung durch Abraham und Mohammad in Richtung des Höchsten Seins zu verlassen, ist in der Tat ein Stadium der Negation sowohl aller Götzen und Tyrannen der Zeit als auch der Teufel und der Teufelsbrut…“

     

    An diesem heiligen Ort muss man sich gegen die Tyrannei stellen, und der Kampf der Muslime gegen die arroganten Supermächte muss in den Brennpunkt gerückt werden.

     

    Imam Chomeini sagte: „Opfert euch selbst und diejenigen, die euch lieb sind, um Allahs Religion und göttliche Gerechtigkeit auszuüben und zu verbreiten.“

     

    Er hat uns alle gelehrt, dass Mekka und Mina die Stätten sind, an denen der Monotheismus unterstützt und der Polytheismus verneint werden soll, und an denen der Mensch das opfert, was er liebt, denn es zählt auch zum Polytheismus, am eigenen Leben und seinen Lieben zu hängen.

     

    An dieser Stelle ist es überaus angemessen, eine Feststellung Imam Chomeinis zu zitieren, in welcher die Philosophie der Riten, welche während der Hadsch ausgeübt werden, beschrieben werden: „Während ihr ,Labbayk‘ wiederholt, sagt zu allen Götzen „nein“ und schmettert allen Prinzen und der Prinzenschaft des Teufels ein „Nein“ entgegen; und während ihr das Heiligtum Allahs umrundet, was von eurer Liebe zu Allah zeugt, macht eure Herzen von allem anderen frei und reinigt eure Seele von aller Furcht außer von der vor Allah. Und mit der Liebe zu Allah gebt euren Abscheu vor den kleinen und großen Götzen sowie den Teufeln und deren Anhänger bekannt, so wie der Erhabene Allah und seine Freunde ihren Abscheu auf sie kundgetan haben, und alle befreiten Menschen auf dieser Welt hassen sie wirklich.

     

    Und während ihr den Schwarzen Stein berührt, fleht Allah an, dass er euch in einen Feind der Feinde Allahs, der Feinde Seiner Propheten und der Feinde der befreiten und frommen Menschen umwandelt und ihr euch ihnen (diesen Feinden) niemals ergebt, ganz egal wer und wo sie sind. Und wischt Furcht und das Gefühl der Minderwertigkeit von euren Herzen weg, denn Allahs Feinde, allen voran der Erzsatan- sind selbst hilflos, obwohl… sie im Totschlagen und Unterdrücken und der Ausführung von Verbrechen überlegen sind.“

     

    Widerwille gegen Heidentum

     

    Der Hadsch als die größte Manifestation des Tauhid muss ein Ereignis sein, um unseren Abscheu gegenüber dem Heidentum Ausdruck zu geben.

     

    Über dieses Thema hat Imam Chomeini gesagt: „Dem Widerwillen gegenüber dem Heidentum Luft zu machen und dabei eine Säule des Monotheismus und der Notwendigkeit des politischen Charakters des Hadsch zu sein, muss mit soviel Größe und Würde wie möglich geschehen.“