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    Sure al-Fatiha (Teil 3): Ihre Namen

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    Al-Suyuti schreibt in seinem Werk „al-Itiqān“: „Es kann sein, dass eine Sure einen Namen trägt, und dieser ist vielfältig und es ist möglich, dass sie zwei oder mehrere Namen hat. Die Sure al-Fātiĥa besitzt ca. 20 Namen und dies deutet auf ihre Vorzüglichkeit hin, denn die vielen Namen deuten auf die Heiligkeit des Genannten.“

     

    Dies ist keine Sonderheit, denn es wurde aus der vorherigen Analyse deutlich, dass diese reine Sure über die gesamten göttlichen Erkenntnisse und Lehren verfügt. Einige dieser Namen wurden im heiligen Qur’ān und in den Worten des Gesandten Gottes (s.) und seiner Ahl al Bayt (a.) genannt und die anderen wurden eigenständig aufgrund ihrer Wirkungen und Vorzüglichkeit hergeleitet. Im Folgenden werden ihre wichtigsten Namen vorgestellt.

     

    3.1 Die sieben zu wiederholenden Verse

     

    Von Yūnus Ibn `Abd al-Raĥman wird berichtet, dass er sagte: „Ich befragte Imam al-Sadiq (a.) über den heiligen Vers (Sure 15, Vers 87) und er sprach: Es ist Sure al-Ĥamd und sie besteht aus 7 Versen, von ihnen ist die Basmala. Sie wurde als „zu wiederholen“ bezeichnet, weil sie stets in den ersten beiden Gebetseinheiten verlesen wird.“[1]

     

    In „al-Itiqān“ lesen wir: „Ihre Bezeichnung mit diesem Namen (die sieben zu wiederholenden Verse) wurde in vielen Überlieferungen berichtet. Die Benennung hinsichtlich der „sieben“ stammt daher, dass diese Sure über sieben Verse verfügt. Was das Wort „al-Muthanna“ angeht, so besteht die Möglichkeit, dass dieses Wort aus dem arabischen Wort „al-Thana“ gespalten wurde, was so viel bedeutet wie „Anerkennung“ oder „Danksagung“. Eine andere Möglichkeit ist, dass sie so genannt wurde, weil sie in den ersten (beiden) Gebetseinheiten verlesen wird.“

     

    3.2 Die Eröffnende des Buches

     

    Auch hinsichtlich dieses Namens existieren verschiedene Überlieferungen seitens beider Rechtsschulen.

     

    Vom Gesandten Allahs (s.) wird überliefert, dass er sagte: „Sie (Sure al-Fātiĥa) ist die Mutter des Qur’ān und die Eröffnende des Buches und die sieben zu wiederholenden Verse. Sie wurde „die Eröffnende des Buches“ genannt, weil durch sie das Buch geöffnet wurde und sie im Gebet rezitiert wird.“[2]

     

    Der Gesandte Allahs (s.) sagte: „Kein Gebet, außer mit der Eröffnenden des Buches.“[3]

     

    Auch wird von ihm (s.) berichtet, dass er sagte: „Kein Gebet demjenigen, der nicht die Eröffnende des Buches liest.“[4]

     

    Diese und weitere Überlieferungen bestätigen, dass es der heilige Gesandte selbst war, der diesen Namen für diese reine Sure vorgesehen hat.

     

    3.3 Die Mutter der Schrift und des Buches

     

    Al-Suyuţi sagt: „Die richtigen Überlieferungen bestätigen diese Namensgebung.“

     

    „Wenn ihr Sure al-Fātiĥa lest, dann lest auch die Basmala, denn sie ist die Mutter des heiligen Qur’ān und die Mutter der Schrift und die sieben zu wiederholenden Verse“[5]

     

    Einige vorangegangene Überlieferungen haben diese Namensgebung ebenso bestätigt. Ja, eine Meinungsverschiedenheit gab es bezüglich dem Grund für diese Benennung. Al-Tabrassi schreibt in Majma` al-Bayān: „Sie wurde so genannt, weil sie allen Suren des Qur’ān vorangestellt wurde. Die Araber bezeichnen alles, was vorangestellt wurde mit einem „Umm“ (deutsch: „Mutter“) und so sagen sie „Umm al-Ra’s“ oder „Umm al-Qurá“. Es wird gesagt, dass sie (al-Fātiĥa) so benannt wurde, weil sie die Wurzel des Qur’ān ist – und die Mutter (al- ‘Umm) ist die Wurzel. Sie ist deshalb die Wurzel des Qur’ān geworden, weil darin sämtliche Aspekte des Gottesdienstes und der Herrschaft Allahs (t.) deutlich werden und dies ist es, was der heilige Qur’ān beabsichtigt.“

     

    Deshalb wurde von Ibn `Abbas überliefert, dass er sagte: „Alles hat ein Fundament und das Fundament des Qur’ān ist Sure al-Fātiĥa.“[6]

     

    3.4 Al-Hamd

     

    Dieser Name gehört zu den berühmtesten Namen, den Sure al-Fātiĥa trägt und kommt daher, weil sie mit dem Wort „al-Ĥamd“ beginnt.

     

    Von Muĥammad Ibn Sinan wird über Abi al-Ĥassan Mussa Ibn Ja`far (a.) über seinen Vater al-Sadiq (a.) berichtet, dass er zu Abu Ĥanifa sagte: „Welche Sure beginnt mit der Lobpreisung und beinhaltet die Aufrichtigkeit und endet mit dem Bittgebet?“ Da war er verwirrt und sagte: Ich weiß es nicht. Da sagte al-Sadiq (a.): „Die Sure, die mit der Lobpreisung beginnt, die Aufrichtigkeit enthält und mit dem Bittgebet endet ist Sure al-Ĥamd.“[7]

     

    Dies sind die berühmten Namen von Sure al-Fātiĥa, doch ebenso trägt sie weniger bekannte Namen wie „al-Kāfiya“ (die Genügende), „al-Schafiya“ (die Heilende) und viele weitere Namen, welche bei Bedarf recherchiert werden können.[8]

     

     

    [1] „Tafsir al-`Ayāschi“, Band 1, S. 99, Hadithnummer 3

    [2] „Tafsir al-Ţabari“, Band 1, S. 74

    [3] Al-Schaykh al-Muĥaqiq Muĥammad Ibn Ali Ibn Ibrahim al-Iĥsā’i: „`Awāli al-Āli al-`Aziziyya fi al-Aĥādith al-Diniyya“, Band 1, S. 196

    [4] Muĥammad Ibn Isma`el al-Bukhāri: „Saĥiĥ al-Bukhāri“, Band 1, S. 138

    [5] „Al-‘Itiqān fi `Ulūm al-Qur’ān”, Band 1, S. 188

    [6] Al-Schaykh Makarim al-Schirazi: „Al-Amthāl fi Tafsir Kitab Allah al-Munzal”, Band 1, S. 18

    [7] „Tafsir al-Ayāschi“, Band 1, S. 99

    [8] „Al-‘Itiqān fi `Ulūm al-Qur’ān”, Band 1, S. 190

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de/quran