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    Sure al-Fatiha (Teil 6): Wirkungen der Rezitation

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    Viele Überlieferungen berichten über die Wirkungen, welche mit der Rezitation dieser reinen Sure einhergehen, sodass sie sogar als Heilung für jede Krankheit bezeichnet wurde.

     

    Von Isma`il Ibn Ābān wird berichtet, dass der Gesandte Gottes (s.) zu Jaber Ibn `Abdillah sagte: „O Jaber, soll ich dir die vorzüglichste Sure beibringen, welche Allah (t.) in Seinem Buch offenbart hat?“ Da sagte Jaber: „Ja, möge mein Vater und meine Mutter dir geopfert werden, O Gesandter Gottes, bringe sie mir bei.“ Da lehrte er ihm Sure al-Fātiĥa, die Mutter der Schrift. Daraufhin sprach der edle Prophet: „O Jaber, soll ich dir über diese Sure berichten?“ Er antwortete: „Ja, möge mein Vater und meine Mutter dir geopfert werden, berichte mir über sie.“ Der Gesandte Gottes (s.) sprach: „Sie ist Heilung vor jeder Krankheit, außer dem Tod.“[1]

     

    Von Salmah Ibn Muĥriz wird berichtet, dass er Imam Abu Ja`far al-Sadiq (a.) sagen hörte: „Wen Sure al-Ĥamd nicht freispricht, für den gibt es keine Freisprechung.“[2]

     

    Ebenso berichten al-Dārmi und al-Bayhaqi mit einer zuverlässigen Überlieferungskette über `Abd al-Malik Ibn `Umayr, dass er sagte: „Der Gesandte Gottes (s.) sagte: Die Eröffnende des Buches ist Heilung für jede Krankheit.“[3]

     

    Von Mu`awiya Ibn `Ammar wird berichtet, dass Imam al-Sadiq (a.) sagte: „Wenn du Sure al-Ĥamd über einen Toten 70 Mal rezitierst und Allah daraufhin ihn wiederbelebt, so wäre das nicht eigenartig.“[4]

     

    Von ihm (a.) wird ebenso berichtet, dass er sagte: „Wem eine Krankheit ereilt, der möge Sure al-Ĥamd auf seine Brust sieben Mal lesen. Wenn sie (die Krankheit) weg geht, dann ist sie weg und wenn sie nicht weg ist, dann soll er sie 70 Mal rezitieren und ich (persönlich) gewähre ihm die Heilung.“[5]

     

    Es berichten uns Sa`id Ibn Mansour und al-Bayhaqi über einer Überlieferung von Abu Sa`id al-Khidri, welcher sagte: „Die Eröffnende des Buches ist Heilung vom Gift.“[6]

     

    Der heilige Qur’ān hat sich in Sure Al-‚Isrā‘ selbst als Heilung bezeichnet. Allah (t.) sagt:

     

    وَنُنَزِّلُ مِنَ الْقُرْآنِ مَا هُوَ شِفَاء ٌ وَرَحْمَة ٌ لِلْمُؤْمِنِينَ

     

    Wir senden vom Koran (allmählich) das hinab, was Heilung ist und Barmherzigkeit für die Gläubigen [7]

     

    Es wurde in den vorigen Analysen deutlich, dass Sure al-Fātiĥa sämtliche Aspekte des heiligen Qur’ān in einer komprimierten Art und Weise enthält und damit ist es klar, dass auch diese reine Sure eine Heilung vor jeglichem Übel ist. Wie ist dies jedoch zu verstehen? Inwiefern kann eine Sure des heiligen Qur’ān eine Heilung sein?

     

    Wenn man sich mit dem heiligen Qur’ān und den reinen Überlieferungen ausreichend auseinandersetzt, kommt man zu dem Ergebnis, dass das Herz verschiedene Stufen und Zustände hat. Das Verhältnis des heiligen Qur’ān zum Herz ist wie das Verhältnis zwischen Medizin und Krankheit des Körpers. Die wahrhaftige Religion Allahs ist die natürliche Veranlagung des Menschen und jeder Mensch wird mit dieser Veranlagung geboren.

     

    فَأَقِمۡ وَجۡهَكَ لِلدِّينِ حَنِيفً۬ا‌ۚ فِطۡرَتَ ٱللَّهِ ٱلَّتِى فَطَرَ ٱلنَّاسَ عَلَيۡہَا‌ۚ لَا تَبۡدِيلَ لِخَلۡقِ ٱللَّهِ‌ۚ ذَٲلِكَ ٱلدِّينُ ٱلۡقَيِّمُ وَلَـٰكِنَّ أَڪۡثَرَ ٱلنَّاسِ لَا يَعۡلَمُونَ

     

    So richte dein Antlitz auf den Glauben wie ein Aufrechter (und folge) der Natur, die Allah geschaffen – worin Er die Menschheit erschaffen hat. Es gibt kein Ändern an Allahs Schöpfung. Das ist der beständige Glaube. Allein die meisten Menschen wissen es nicht [8]

     

    Auch sagt Allah (t.) an anderer Stelle:

     

    وَنَفۡسٍ۬ وَمَا سَوَّٮٰهَا٧فَأَلۡهَمَهَا فُجُورَهَا وَتَقۡوَٮٰهَا٨

     

    Und bei der Seele und ihrer Vollendung (7) Er gewährte ihr den Sinn für das, was für sie unrecht und was für sie recht ist [9] (8)

     

    Im Lichte dieser reinen Verse können wir sagen, dass der Mensch über Zustände der Ruhe und inneren Zufriedenheit verfügt, genauso wie er über Zustände der (körperlichen) Gesundheit verfügt. Genauso gibt es aber auch seelische Krankheiten und innere Unruhen, welche den Menschen in eine Unzufriedenheit führen, genauso wie es auch (körperliche) Krankheiten gibt, die den Körper schaden und schwächen. Allerdings existiert für jede Krankheit Heilung. Die seelische Krankheit erstreckt sich nicht nur auf Ungläubige und Heuchler, sondern kann auch Gläubige und fromme Menschen treffen.

     

    لَئِنْ لَمْ يَنْتَهِ الْمُنَافِقُونَ وَالَّذِينَ فِي قُلُوبِهِمْ مَرَض ٌ وَالْمُرْجِفُونَ فِي الْمَدِينَةِ لَنُغْرِيَنَّكَ بِهِمْ ثُمَّ لاَ يُجَاوِرُونَكَ فِيهَا إِلاَّ قَلِيلا

     

    Wenn die Heuchler und die, in deren Herzen Krankheit ist, und die, welche Gerüchte in der Stadt aussprengen, nicht ablassen, so werden Wir dich sicherlich gegen sie antreiben; dann werden sie nicht als deine Nachbarn darin weilen, es sei denn für kurze Zeit [10]

     

    وَلِيَقُولَ الَّذِينَ فِي قُلُوبِهِمْ مَرَض ٌ وَالْكَافِرُونَ مَاذَا أَرَادَ اللَّهُ بِهَذَا مَثَلا

     

    und die, in deren Herzen Krankheit ist, und die Ungläubigen sprechen: Was meint Allah mit diesem Gleichnis? [11]

     

    Diese inneren seelischen Krankheiten entstehen durch Zweifel und Unglaube, oder durch einen schwachen Glauben, sodass das Herz keine Ruhe findet. Der heilige Qur’ān jedoch beseitigt durch seine unzweifelhaften Argumente und Beweisführungen sämtliche Zweifel und widerlegt den Unglauben in einer deutlichen und direkten Art und Weise. Seine Beispiele und Gleichnisse, sowie Geschichten und Erzählungen bringen ein Gefühl der Sicherheit in das Herz des Menschen und festigen seinen Glauben und damit ist er die Heilung für das Herz eines Gläubigen.

     

    ٱلَّذِينَ ءَامَنُواْ وَتَطۡمَٮِٕنُّ قُلُوبُهُم بِذِكۡرِ ٱللَّهِ‌ۗ أَلَا بِذِڪۡرِ ٱللَّهِ تَطۡمَٮِٕنُّ ٱلۡقُلُوبُ

     

    Sie, die glauben und deren Herzen Trost finden im Gedenken Allahs. Ja! im Gedenken Allahs ist’s, dass Herzen Trost finden können [12]

     

    Damit ist es eindeutig, dass die Wurzel für die Heilung jeglicher seelischer Krankheit stets der heilige Qur’ān ist.

     

    يَاأَيُّهَا النَّاسُ قَدْ جَاءَتْكُمْ مَوْعِظَة ٌ مِنْ رَبِّكُمْ وَشِفَاء ٌ لِمَا فِي الصُّدُور

     

    O ihr Menschen! Nunmehr ist eine Ermahnung zu euch gekommen von eurem Herrn und eine Heilung für das, was in den Herzen sein mag [13]

     

    Der heilige Qur’ān nutzt öfters den Ausdruck „die Herzen in der Brust“ und damit ist das symbolische Herz gemeint und nicht der Muskel, welcher das Blut durch den menschlichen Körper pumpt. Da der Mensch mit dem Herzen liebt und zürnt und viele weitere spirituelle Eigenschaften im Herzen vereint, haben die Menschen die Brust, worin das Herz aufbewahrt wird, als einen Ort betrachtet, von wo aus alle verborgenen Aspekte des Menschen hervortreten, da sie mit dem Herz einhergehen. Die Aussage, dass das Herz oder das, was in der Brust ist, geheilt wurde, bedeutet damit, dass die seelische Unruhe oder Krankheit beseitigt wurde.

     

    Diese Tatsache leugnet jedoch nicht die Möglichkeit, dass der heilige Qur’ān auch materielle Angelegenheiten heilen kann, so wie viele Überlieferungen uns dies bestätigen.

     

    Es mag der Einwand erhoben werden, dass einige authentische Überlieferungen davon berichten, dass wenn Sure al-Fātiĥa 70 Mal über einen Schmerz verlesen wird, dieser sofort verschwindet. Manche Erfahrungen könnten jedoch zeigen, dass dies nicht der Fall ist. Wie geht man nun mit dieser Situation um?

     

    Die Antwort lautet, dass diese Handlung Voraussetzungen und Bedingungen benötigt, so wie es im heiligen Qur’ān heißt:

     

    وَقَالَ رَبُّكُمْ ادْعُونِي أَسْتَجِبْ لَكُمْ

     

    Euer Herr spricht: Betet zu Mir; Ich will euer Gebet erhören [14]

     

    Genauso, wie das Bittgebet erst dann erhört wird, wenn die nötigen Voraussetzungen erfüllt werden und die Aspekte behoben werden, welche dazu führen könnten, dass ein Bittgebet nicht akzeptiert wird, müssen auch Bedingungen erfüllt werden, damit der heilige Qur’ān als Heilung für den Körper gelten kann.

     

     

    وَآخِرُ دَعْوَانا أَنِ الْحَمْدُ لِلَّهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ

     Der letzte Ruf gebührt dem Dank Allahs, dem Herrn der Welten

     

     

    [1] „Tafsir al-`Ayāschi“, Band 1, S.101

    [2] Al-Schaykh al-Kulayni: „Usool al-Kafi“, Band 2, S.626, Bāb Fadhl al-Qur’ān, Hadithnummer 22

    [3] Al-Suyuti: „Al-Durr al-Manthur“, Band 1, S.15

    [4] Al-Schaykh al-Kulayni: „Usool al-Kafi“, Band 2, S. 623, Bāb Fadhl al-Qur’ān, Hadithnummer 16

    [5] Al-Schaykh al-Ţa‘ifa Abi Ja`far Muhammad Ibn al-Ĥassan al-Ţusi: „Āmāli al-Schaykh al-Ţusi“, Band 1, S. 290

    [6] „Al-‘Itiqān fi `Ulūm al-Qur’ān”, Band 4, S. 159

    [7] Der heilige Qur’an: Sure17, Vers 82

    [8] Der heilige Qur’ān: Sure 30, Vers 30

    [9] Der heilige Qur’ān: Sure 91, Vers 7 – 8

    [10] Der heilige Qur’ān: Sure 33, Vers 60

    [11] Der heilige Qur’ān: Sure 74, Vers 31

    [12] Der heilige Qur’ān: Sure 13, Vers 28

    [13] Der heilige Qur’ān: Sure 10, Vers 57

    [14] Der heilige Qur’ān: Sure 40, Vers 60

     

     

    Quelle: http://www.alhaydari.de/quran