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    Tafsir – Sura al-Fatiha (1:1-1)

    • Hessam Kordian
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    Die Sura al-Fatiha ist fester Bestandteil des täglichen Ritualgebets (sala). Jeder Muslim ist verpflichtet diese Sura mindestens zweimal im Gebet zu rezitieren. Aus diesem Grund möchten wir uns etwas ausführlicher mit diesem Eröffnungskapitel des Heiligen Korans beschäftigen.

     

    Dabei werden wir versuchen, in einer siebenteiligen Artikelserie, jeden einzelnen Vers zu analysieren und die folgenden zwei Fragen zu beantworten: 1. Warum hat Allah, von den 114 Kapiteln des Korans, ausgerechnet die Rezitation dieser Sura für das rituelle Gebet bestimmt? 2. Welche Besonderheiten weist diese Sura auf?

     

     

    Einleitung

     

    Die Sura al-Fatiha ist das erste Kapitel (sura) des Heiligen Korans und heißt auf Deutsch die Eröffnende. Die Sura wurde in Mekka offenbart und besteht aus insgesamt sieben Versen. Sie beginnt im Namen Allahs und Seiner Einheit (tauhid). Verweist anschließend, durch die Aufzählung einiger Eigenschaften, auf Allahs Gerechtigkeit (adl). Und endet mit der Bitte um Rechtleitung – durch die Propheten (nubuwwa) und Imame (imama) – und Schutz vor dem Tag der Auferstehung (qiyama).

     

    In der Sura al-Fatiha werden somit alle fünf Glaubensgrundsätze (usul-ud-Din) kurz angesprochen. Deshalb bezeichnete Prophet Muhammad die Sura al-Fatiha auch als Mutter des Buches (umm-ul-kitab), weil sie die Essenz des Korans repräsentiert.

     

     

     

    Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen.

     

    Bismillahir rahmanir rahim

     

     

    Der erste Vers beginnt mit der Basmala, genauso wie alle anderen 114 Koransuren mit Ausnahme des neunten Kapitels (Sura at-Tauba). Prophet Muhammad empfahl uns vor Beginn jeder Handlung die Basmala-Formel auszusprechen. Durch diese islamische Eröffnungsformel sollen unsere Handlungen gesegnet werden.

     

    Indem wir unser Vorhaben im Namen Allahs beginnen, werden wir uns unserer Handlung ernst richtig bewusst. Mit reiner Absicht, frei von eigennützigen und niederträchtigen Motiven, und dem Bewusstsein Sein Wohlgefallen zu erlangen, starten wir. Unsere Handlung wird dabei stets begleitet von der Hoffnung auf Allahs Unterstützung bei der Ausführung und für ein gutes Gelingen beim Abschluss der Tat.

     

    ar-Rahman und ar-Rahim

     

    Neben dem Eigennamen Allah werden in dem ersten Vers auch zwei Ehrennamen genannt. Allah ist der Gnädige (ar-Rahman) und Barmherzige (ar-Rahim). Der Begriff ar-Rahman/der Gnädige wird im absoluten Sinne gebraucht und bezieht sich auf die gesamte Menschheit. Diese Form der Gnade und Barmherzigkeit Allahs gebührt jedem Menschen, vollkommen unabhängig vom Glauben, Geschlecht, sozialen Status, …

     

    Der Begriff ar-Rahim/der Barmherzige hingegen bezieht nicht auf die gesamte Menschheit. Diese spezielle Barmherzigkeit Allahs ist nur für die Gläubigen (mu’minun) reserviert, die sich für den Islam einsetzen, die Gesetze Allahs einhalten und das Gute gebieten und das Schlechte verwehren. Sie gehören zum glücklichen Kreis derjenigen, die diese spezielle Form der Barmherzigkeit genießen dürfen.

     

    Im ersten Band von Al-Kafi steht, dass Imam Sadiq über die zwei Formen der Barmherzigkeit Allahs sagte: „Allah ist der Gott aller Dinge, der Gnädige mit Seiner gesamten Schöpfung, der Allbarmherzige insbesondere mit den Gläubigen.“

     

     

    Zusammenfassung

     

    In dem ersten Vers der Sura al-Fatiha stellt sich Allah vor. Wir erfahren durch Seinen Eigennamen Allah etwas über die Einheit Gottes (tauhid), dem ersten Glaubensgrundsatz (usul-ud-din). Allah ist der Schöpfer und der Grund unserer Existenz. Er steht am Anfang aller Dinge und somit auch am Anfang Seiner göttlichen Botschaft an uns. Seine zwei Ehrennamen ar-Rahman und ar-Rahim lassen uns mehr über Sein Wesen und Seine besonderen Eigenschaften erfahren. Allah ist allmächtig und barmherzig zugleich. Seine Allmacht steht jedoch nicht im Widerspruch zu Seiner Liebe gegenüber uns.

     

    Der persische Dichter und Mystiker Saadi schreibt in seinem Buch Rosengarten ganz richtig: „Dank gebührt dem Herrn – mächtig und erhaben ist Er! Der Gehorsam zu Ihm trägt dazu bei, dass man Ihm näher kommt und Ihm zu danken vermehrt noch Seine Huld! Ein jeder Atemzug wirkt, wenn er eingezogen wird, verlängernd für das Leben und wenn er ausgeatmet wird, für den Körper erfrischend. Darum enthält jeder Atemzug auch zwei Gaben der Huld und auf einer jeden Gabe ruht eine Dankesschuld.“

     

     

    Quellen-, Link- und Literaturverzeichnis

     

    Autor: Ayatollah Makarem Schirazi – Buch: Tafsir-e-Nemune

    Autor: Allama Tabataba’i – Buch: Tafsir al-Mizan

    Autor: Ayatollah Imani – Buch: An Enlightening Commentary into the Light of the Holy Qur’an

    Autor: Scheich Tabarsi – Buch: Madschma al-Bayan