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    Tafsir – Sura al-Fatiha (1:1-4)

    • Hessam Kordian
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    … dem Herrscher am Tage des Gerichts …

     

    … Maliki yau-mid-din …

     

     

    Im vierten Vers der Sura al-Fatiha wird die Auferstehung (qiyama) zum Tag des Jüngsten Gerichts angesprochen. Dann wird offenbar, wer gläubig war und wer nur geheuchelt hat. An diesem Tag wird jeder Mensch sehen, dass alle seine Taten von zwei Engeln (Raqib & Atid) aufgeschrieben wurden.

     

    Dieser Koranvers erinnert uns auch daran, dass neben der Hoffnung auf die göttliche Barmherzigkeit, die Abrechnung am Tage des Jüngsten Gerichts nicht vergessen werden darf. Das Leben auf dieser Erde ist kein Spiel. Allah macht aber auch in diesem Vers wieder deutlich, dass er ein barmherziger Gott ist. Er benutzt nämlich das Wort Malik/Herrscher. Er hätte auch das Wort Qadi/Richter nehmen können.

     

     

    Worin liegt der Unterschied?

     

     

    Ein Qadi/Richter urteilt nach den bestehenden Gesetzen. Er besitzt nicht die Autorität, Gesetze zu erschaffen oder abzuändern. Wenn ein Schuldiger vor ihm tritt, muss er ihn bestrafen. Ein Malik/Herrscher dagegen ist absolut frei. Er besitzt nicht nur die Macht neue Gesetze zu erstellen, sondern er kann die bestehende Rechtsgrundlage auch abändern und den Schuldigen/Sündigen freisprechen. Aus diesem Grund wird hier das Wort Malik/Herrscher benutzt. Allah ist der Herrscher am Tage des Gerichts, weil er uns bis zum letzten Augenblick verzeihen kann.

     

     

    Sind kleine Sünden am Tage des Gerichts unbedeutet?

     

    Einst machte der Prophet mit seinen Gefährten (sahaba) an einem Ort mit wenig Vegetation halt. Sie benötigen Brennholz für ein Lagerfeuer. Als der Prophet anordnete, Holz zu sammeln, wurde ihm entgegnet: „Gesandter Gottes, wie Du siehst, ist hier weit und breit kein Holz zu sehen.“ Der Prophet antwortete: „Trotzdem solltet ihr suchen. Jeder soll soviel sammeln, wie er kann.“ Also machten sich die Gefährten an die Arbeit. Jeder sammelte so viel, wie er konnte und brachte es mit.

     

     

    Übereinandergestapelt wuchsen die kleinen Zweige zu einem großen Haufen. Daraufhin sagte der Prophet: „So verhält es sich auch mit den kleinen Sünden. Am Anfang übersieht man sie gerne, doch alles wird gesucht und gefunden. Ihr habt gesucht und so viel Brennholz gesammelt. Auch eure Sünden werden gezählt und addiert. Die kleinen Sünden, die man am Anfang übersieht, wachsen allmählich zu einem großen Haufen.“

     

     

    Wir sind Reisende

     

     

    Das Dieseits ist vergleichbar mit einem Embryo. Genauso wenig, wie der Embryo für den Mutterbauch geschaffen wurde, wurde der Mensch für diese Welt geschaffen. Wenn der Embryo sich gut entwickelt, wird es im späteren Leben keine Probleme haben. Dasselbe gilt für unsere Existenz auf dieser Welt.

     

    Wir sind zwischen Geburt und Tod nur ein Reisender auf dem Weg zu Allah. Unsere Lebenszeit ist begrenzt. Sie endet, wenn die bestimmte Stunde gekommen ist. Dann erscheint der Todesengel Azrail und löst die immaterielle Seele vom Körper. Ab diesem Zeitpunkt endet unser Aufenthalt auf dieser Welt.

     

    Imam Ali sagte: „O Menschen! Wer auf der Oberfläche dieser Erde geht, wird (bald) in ihrem Innern sein. Der Tag und die Nacht zerstören eilig das Alter. Und jeder, der Speichel hat, hat auch eine Speise und jeder Korn hat einen, der ihn isst und du bist die Speise des Todes. Und wer im Wissen über die Tage ist, wird es nicht verpassen sich vorzubereiten.“

     

     

     

    Quellen-, Link- und Literaturverzeichnis

     

     

    • Autor: Ayatollah Makarem Schirazi – Buch: Tafsir-e-Nemune
    • Autor: Allama Tabataba’i – Buch: Tafsir al-Miza
    • Autor: Ayatollah Imani – Buch: An Enlightening Commentary into the Light of the Holy Qur’an
    •   Autor: Scheich Tabarsi – Buch: Madschma al-Bayan