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    Tafsir – Sura al-Fatiha (1:1-7)

    • Hessam Kordian
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    … Den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht derer, denen du zürnst und nicht der Irregehenden.

     

    … Siratal ladhina an’amta alayhim ghayril maghdhubi alayhim wa la dhaalin.

     

     

    Im vorletzten Vers der Sura al-Fatiha haben wir Allah um Seine Rechtleitung gebeten: Führe uns den geraden Weg. Im letzten Vers konkretisieren wir diesen Wunsch. Allah soll uns dabei unterstützen den Islam zu leben. Unser privates und gesellschaftliches Leben soll durchdrungen sein von Seinen Segnungen. Wir möchten den Glauben nicht nur mit der Zunge bezeugen, sondern auch den Zauber der religiösen Praxis spüren.

     

     

    Jeder Moment in unserem Leben ist in Wirklichkeit ein Moment der Erkenntnis. Ein Zeichen, dass bei richtiger Deutung, unsere geistige und praktische Erziehung fördern kann. Wir können auch sagen: Die Allgegenwart Allahs manifestiert sich in den alltäglichen Erfahrungen und diesseitigen Prüfungen.

     

     

    Der Weg der Irregehenden

     

     

    Im zweiten Teil des Verses distanzieren wir uns von denen, die die Wahrheit erkannt haben, aber sich dennoch davon abwenden. Diese Menschen trifft der Zorn Allahs. Ein koranisches Beispiel hierfür ist das Volk der Bani Israel. Die Söhne Israels erfuhren einst die Gnade Allahs, doch das hielt sie nicht davon ab, sich später abzuwenden, sodass Allahs Zorn über sie kam.

     

    Im letzten Drittel des Verses wird die Gruppe der Irregehenden angesprochen. Auch zu dieser Gruppe möchten wir nicht gehören. Diese Menschen gehen jeden Tag einen anderen Weg, aber keiner dieser Wege führt sie zum Ziel – dem Paradies, unserer ursprünglichen Heimat.

     

     

    Probleme sind Mittel zur Rechtleitung und Erkenntnis

     

     

    Wir müssen das Leben lernen, aber nicht indem wir uns blind auf neue Erfahrungen stürzen. Wir sollen Lebenskünstler sein, aber nicht ohne einen Kompass, nicht ohne eine Richtungsvorgabe. Wer lebt, ohne über sich und seine Umwelt zu reflektieren, verkennt das Leben und den Sinn der Existenz. Der Mensch bedarf einer Zielvorgabe, eines ethischen Systems an dem es sich orientieren kann.

     

    Der Islam ist unsere Orientierungshilfe in dieser Welt. Es schützt uns davor, uns in Bequemlichkeiten zurückzuziehen und die Selbsterziehung zu meiden. Wir Menschen lassen uns leicht ablenken. Solange unser „Lebenssystem“ läuft und gut läuft, verlieren wir uns im Diesseits. Wir neigen zu Vergesslichkeit und infolge dessen zu Nachlässigkeit. Übrig bleibt der geistige Glaube, der ohne Handlungen wertlos ist.

     

    Nicht selten werden wir genau in diesen Lebensmomenten durch ein Problem, eine Prüfung oder einer Krise wachgerüttelt. Es mag sein, dass Probleme unser Leben kurzzeitig chaotischer werden lassen, aber auf der anderen Seite stoppen sie die spirituelle Zeit und fokussieren unsere Sinne auf die Dinge, auf die es wirklich ankommt. Die essentiellen Fragen werden vom diesseitigen Staub befreit und treten endlich wieder in den Vordergrund.

     

    Obwohl es uns also im ersten Augenblick nicht bewusst zu sein scheint, liegt in Not und Prüfung oftmals eine wunderbare Rechtleitung verborgen. Eine Rechtleitung, die sich erst allmählich offenbart und uns die Gelegenheit gibt über unser eigenes Ich und unsere Umwelt einmal in aller Ruhe nachzudenken.

     

     

    Quellen-, Link- und Literaturverzeichnis

     

    • Autor: Ayatollah Makarem Schirazi – Buch: Tafsir-e-Nemune
    • Autor: Allama Tabataba’i – Buch: Tafsir al-Mizan
    • Autor: Ayatollah Imani – Buch: An Enlightening Commentary into the Light of the Holy Qur’an
    • Autor: Scheich Tabarsi – Buch: Madschma al-Bayan