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    Tafsir Sure Alfatiha (Teil 2): Erklärung

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    In diesem Beitrag werden wir die einzelnen Offenbarungszeichen der Sure Hamd behandeln.

     

     

    (1: 1-7)

     

    بِسْمِ اللَّـهِ الرَّحْمَـٰنِ الرَّحِيمِ

    „Im Namen Gottes, des Allbarmherzigen des Gütigen.(1: 1)

     

    الْحَمْدُ لِلَّـهِ رَبِّ الْعَالَمِينَ  

    Lobpreis sei Gott, dem Schöpfer und Erhalter aller Weltbewohner (1: 2)

     

    الرَّحْمَـٰنِ الرَّحِيمِ

    dem Allbarmherzigen und Gütigen, (1: 3)

     

    مَالِكِ يَوْمِ الدِّينِ

    dem Regenten am Tag des Gerichtes.“ (1: 4)

     

     

    Nach den einleitenden Worten ‚Im Namen Gottes, des Allbarmherzigen, des Gütigen‘, dankt der Betende Gott. Gott hat die ganze Welt und alle Weltbewohner geschaffen. Er hat den Körper des Menschen aus einem Tropfen Flüssigkeit hervorgehen lassen und hat ihm Geist und Seele mitgegeben und diese geformt. Aber nicht nur hinsichtlich der Schöpfung sind alle Wesen und der Mensch von Gott abhängig. Auch nach der Schöpfung besteht eine enge und ständige Beziehung Gottes zu seinen Geschöpfen. Daher sollten wir Ihm immer für die Segensgaben danken. Das mindeste ist, dass wir Gott so loben und preisen, wie er es selber uns gelehrt hat.

     

    Gott steht über jeder Beschreibung und über dem Lob, derer die ihn zu beschreiben versuchen.

     

    Das nächste Offenbarungszeichen lautet: ‚Er ist allbarmherzig und gütig.‘

     

    Es gibt unzählige Zeichen in der Natur für die Allbarmherzigkeit Gottes und Seine Güte. Wenn Gott in einigen Koranversen von Seinem Zorn und Seiner Strafe spricht, so deswegen um den Menschen zu warnen und ihn wachzurütteln. Rache oder Hass liegt Seiner Bestrafung fern. Immer wenn ein Diener Gottes eine schlechte Tat bereut und diese wiedergutmacht, so wird er in das endlose göttliche Erbarmen auf-genommen.

     

    Das Offenbarungszeichen ‚Maleke iyaumeddin‘ besagt: ‚Gott herrscht am Jüngsten Tag.‘ Dieser Koranvers ist eine Warnung an die Geschöpfe, dass neben der Hoffnung auf die göttliche Barmherzigkeit nicht die Abrechnung am Tag des Jüngsten Gerichtes vergessen werden darf. Gott herrscht sowohl in dieser Welt als auch in der kommenden. Seine Herrschaft wird am Jüngsten Tag unverkennbar sein. Am Tag des Jüngsten Gerichtes kann keiner über etwas bestimmen. Keinem nützen Besitz und Nachkommen. Selbst der Körper gehorcht dem Menschen nicht mehr, nur Gott verfügt über ihn und alles. An diesem Tag wird der Schöpfer alle Taten eines Menschen, schlechte und gute überprüfen. Wir sollten mit guten Werken vor Ihm erscheinen, damit uns sein endloser Segen zuteil wird.

     

    Nach dem Lobpreis Gottes, der über jeder anderen Macht steht, uns aber näher ist als jeder andere, folgt in den nächsten Versen der Sure Hamd:

     

    إِيَّاكَ نَعْبُدُ وَإِيَّاكَ نَسْتَعِينُ

     

    Wir beten nur Dich an und wir bitten nur Dich um Beistand. (1: 5)

     

    اهْدِنَا الصِّرَاطَ الْمُسْتَقِيمَ

     

    Führe uns den rechten Weg. (1: 6)

     

    صِرَاطَ الَّذِينَ أَنْعَمْتَ عَلَيْهِمْ غَيْرِ الْمَغْضُوبِ عَلَيْهِمْ وَلَا الضَّالِّينَ

     

     

    Den Weg derer, denen Du Deinen Segen zuteil werden lässt,

    Und nicht den Weg derer, die dein Zorn trifft,

    Und nicht den Weg der Abgeirrten. (1: 7)

     

    Die ebengenannten Koranverse: ‚Wir beten nur Dich an und wir bitten nur Dich um Beistand‘ – zeigt den Geist des Gottdienens und der Aufrichtigkeit gläubiger, geläuterter Menschen. Gott steht über allen Geschöpfen. Deshalb sollten wir ihn immer zugegen wissen, bei all unserem Tun. Wir sollten uns bewußt werden, dass wir mit Gott sprechen, der lebt, herrscht und weise ist. Unser Gottdienen sollte das Gottdienen eines bewußten Menschen sein. Es sollte nicht so sein, dass wir uns vor Gott verbeugen und vor ihm niederknien, während wir unsere Gedanken schweifen lassen. Wenn wir den Sinn dieses Gott-Dienens begreifen, werden wir in voller Demut vor Gott stehen. Vor Ihm, der größer ist als das, was wir uns vorstellen können. Wenn wir von diesem Geist erfüllt sind, dann beten wir von Herzen. Wir beten nur ihn an und wir bitten nur ihn um Beistand, in allen Angelegenheiten und bei allen Problemen.

    Dann bitten wir Gott uns den geraden Weg zu führen und sagen: Führ uns den Weg derer, denen du Deinen Segen zuteil werden ließest und nicht den Weg derer, über die Du zürnst, oder die vom Weg abirrten.

     

    Gemäß diesem Koranvers können die Menschen, je nachdem welchen Weg sie im Leben wählen, in drei Gruppen geteilt werden.

     

    Die eine Gruppe wählt den geraden Weg. Die Menschen in dieser Gruppe richten ihr privates und gesellschaftliches Leben nach den vitalen göttlichen Geboten aus.

     

    Zu der zweiten Gruppe gehören diejenigen, die obwohl sie das Recht erkannt haben, sich dennoch abwenden und nicht versuchen Gott näherzukommen. Sie geraten immer mehr vom geraden Weg ab, und es trifft sie der göttliche Zorn und seine Strafe.

     

    Diejenigen aber, die zur dritten Gruppe gehören, haben gar keinen klaren Weg. Sie irren umher. In diesem Koranvers der Sure Hamd werden sie die Abgeirrten genannt. Jeden Tag gehen sie einen anderen Weg, aber keiner davon führt sie zum Ziel.

     

    Es ist nicht einfach, den geraden Weg zu erkennen. Wie oft haben Menschen andere Menschen, angeblich im Namen von Recht und Wahrheit, auf Abwege gebracht. Wieviele Menschen sind ins Extreme geraten. Gott hat in zahlreichen Offenbarungszeichen im Koran gesagt, was zu tun ist, um auf dem geraden Weg zu gehen.

     

    Im Offenbarungszeichen 69 der Sure Nessa, Sure 4, sagt Gott, dass Er den Propheten und Aufrichtigen und den Märtyrern und Rechtschaffenen seinen besonderen Segen zukommen läßt. Der gerade Weg ist also der Weg, den die Propheten und Gottesfreunde und geläuterte, gläubige Menschen gegangen sind.

     

    Wer aber sind die, über die Gott zürnt und die abgeirrt sind?

    Im Koran werden viele einzelne und Gruppen in diesem Zusammenhang vorgestellt. Ein deutliches Beispiel ist das Volk Bani Israel. Die Söhne Israels erfuhren – als sie Gottes Gebote beachteten, Gottes Segen und wurden ihren Zeitgenossen vorangestellt. Aber wegen ihres häßlichen Tuns kam später der Zorn Gottes über sie.

     

    Bitten wir Gott, dass er uns zu denen gehören läßt, die den geraden Weg gehen!